Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
schmeckt gut, ist nicht allzu teuer, nicht zu viel Kohlensäure, erfrischt |
| Kontra: |
enthält das angeblich gefährliche Aspartam |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
"Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was trinken muss!"
Wir wissen es alle: trinken, trinken, trinken, raten Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Diätberater.
Bei diesen heißen Temperaturen soll "mann" (und natürlich auch frau) sogar locker 2 l Flüssigkeit wegschlückern, um zu verhindern, dass wir austrocknen wie ein Heuschreck auf der heißen Herdplatte. Oh, falls jetzt Kinder oder sensible Tierfreunde mitlesen: Das war ein dummer Vergleich - keine Angst, niemand brät tatsächlich Heuschrecken auf heißen Herdplatten! Die werden selbstverständlich in siedendem Öl frittiert. Kein Spaß. Hab ich eigenäugig neulich im Fernsehn gesehn. Jaja, Fernsehn bildet…
Back to topic. Wo sind wir stehen geblieben? Ach ja, trinken - um den Nieren bei ihrer wertvollen Entgiftungsarbeit für unseren Organismus zu helfen, um Müdigkeit, Falten und Kopfschmerzen vorzubeugen.
Am besten wär natürlich reines, klares, frisches Quellwasser. Trinkst du Wasser, achte auf die Quelle, sagen ja schon die alten Chinesen. Die jungen halten es wohl mehr mit Red Bull oder Coke.
Aber wissen wir wirklich über die Quelle unseres Trinkwassers Bescheid?
Wir in Wien haben das unverdiente Glück, unseren Durst mit sogenanntem Hochquellwasser aus den Alpen, gefiltert durch jahrtausendealten Kalkstein, stillen zu können. Und, Freunde, dieses Wasser schmeckt wirklich gut. Aber… "Ich misstraue diesen alten Rohren in unserem Wohnhaus", sagt mein Freund Tam. Und plötzlich seh ich das kühle Nass in meinem Wasserglas mit ganz andern Augen. Ich wohne in einem alten Haus und Bleirohre in den Mauern sind da keine Seltenheit. Und wenn frau noch dazu im 5. Stock wohnt, hat das liebe H2O viel Zeit, um sich mit etwaigen Giftstoffen üppigst anzureichern.
Alternativen sind also angesagt. Wir schleppen literweise kohlensäurearmes Mineralwasser aus dem Supermarkt nach Haus. Trinken es auch brav. Aber… Und jetzt, Freunde, werden sich alle ärgern, die sich schon ganz diebisch drauf gefreut haben, mich diesmal mit einer saftigen Themenverfehlung zu bestrafen. Jetzt kommt nämlich "well & active" ins Spiel, weil der Mensch nicht nur von Mineralwasser allein lebt. So gesund es auch sein mag. Irgendwann vermisst man Aroma, Süße, Abwechslung… Und so landet Frau bei "Walderdbeere-Pfeffer", das zweifellos ein interessantes Geschmackserlebnis verspricht. "well & active" klingt ja auch nicht schlecht und außerdem ist groß und unübersehbar "light" auf dem Flaschenetikett aufgedruckt. Ok, wir haben hier doch 5 kcal auf 100 ml - aber was ist das schon?
Immerhin ist 1% Erdbeersaft (aus Erdbeersaftkonzentrat) in dem Getränk enthalten. Und Pfefferextrakt. Reife Erdbeeren und frisch gemahlener Pfeffer sind ja eine köstliche Mischung, der, wenn man sie mit dem einen oder andern Gläschen Sekt hinunterspült, sogar eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Nun, die wird von "well & active"-Produzent Spitz in Attnang-Puchheim zwar nicht expressis verbis versprochen, aber die Illusion schwingt doch irgendwie mit. Kurz gesagt, die Neugier ist geweckt. Die eineinhalb Liter pfandlose PET-Flasche ist rasch gekauft. 79 Eurocent sind ja einen Versuch wert. Und die blaßrosa Farbe der neuen Limo ist einfach unwiderstehlich.
Der Drink überzeugt tatsächlich. Das Getränk enthält gerade die richtige Menge Kohlensäure, um erfrischend zu wirken, aber nicht im Hals zu kratzen oder stecken zu bleiben (wer kennt das nicht, wenn man im Sommer Kohlensäurehaltiges zu gierig in sich hineinschüttet…?).
Das Ganze schmeckt ausgesprochen lieblich nach reifen, süßen Erdbeeren. Die Prise Pfeffer sorgt für das Quäntchen Exklusivität und belebende Würze.
Frau trinkt also, genießt, erfrischt sich, tut sich und ihrem Körper was Gutes und freut sich unbändig, dass die Zeiten offenbar endgültig vorbei sind, in denen die Limos nur in Himbeer-, Orange-, Zitrus- und Apfelaroma daherkamen. Ja, später gab's dann noch Trauben-, Ananas-, Limetten-, Ingwer- und Colageschmack.
Was die Geschmacksnerven auf Zunge und Gaumen besonders entzückt, ist selbstverständlich die - lang entbehrte - Süße. Aber gerade die ist das Problem. Sagt zumindest mein Freund Tam, der ja immer vieles, wenn nicht alles weiß. "Aspartam???!", schüttelt er sich. "Weißt du nicht, wie gefährlich das ist?! In Amerika haben sie es schon verboten. Echt!"
Da steh ich nun, das köstliche Getränk in der Hand und schau unsicher aufs Etikett. Ja, tatsächlich, da steht es: "Süßstoffe Aspartam"… Hm. Was nun? Naja, von einem Fläschlein "well & active" werd ich wohl noch nicht gleich den ultimativen Blasenkrebs kriegen oder was auch immer man dem bösen, bösen Aspartam noch so alles zuschreibt - ich weigere mich bewusst, es zu googeln… Bin ja nicht der Tam. Wie heißt es so schön in diesem modernen Wienerlied: "Ich will's gar nicht wissen, nicht so genau…" (hab das der Einfachheit halber ins Bundesdeutsche transponiert, weil der Großteil meiner geneigten Leserschar wohl kaum des Wienerischens mächtig ist.)
Es war ein Versuch. Immerhin. Ein schmackhaftes Experiment, das Abwechslung in unser tägliches Getränk bringen sollte. Aber nun? Was weiter? "well & active" gibt's übrigens auch ohne Aspartam - gleich im Nebenregal. "Lemongrass" sieht sehr verlockend aus. Doch das enthält natürlich echten Zucker, der sich, wie jeder weiß, im Körper im Nu in grauslichstes Fett verwandelt, gemeinerweise.
Aspartam oder Zucker - das ist nun hier die Frage. "Frau" könnte sie auch so formulieren: figurbewusst oder gesund?
Mein Freund Tam nimmt mit Todesverachtung schließlich - durch das feine Aroma neugierig geworden - doch ein Schlückchen - in einer so homöopathischen Dosierung, versteht sich, als koste er von der letzten Flasche Champagner aus der Titanic.
"Natürlich rinnt das runter", stellt er dann fest.
Naja, diese Erfahrung hab ich auch schon gemacht. Auf meine 2 l Flüssigkeit am Tag käm ich damit problemlos. Sogar auf mehr. Denn Süßes, auch wenn's nur eine eher zarte, angenehme Süße wie diese hier ist, erzeugt halt Durst und immer noch mehr Durst. Gerade künstliche Süßstoffe. Sie reden ja bekanntlich dem Körper immerzu ein: "He, Freund, lecker, lecker, guck mal, jetzt gibt's Zuuucker!!!"
Der Körper freut sich dann natürlich, stellt sich ein auf das geliebte "weiße Gift", aber was er kriegt - ist eben nur ein bisserl Aspartam. Nichts also mit richtig schöner Dextrose, die sofort ins Blut schießt und den ersehnten kurzfristig munter machenden Zuckerkick bringt. Die Gier bleibt also unbefriedigt und verlangt weiterhin nach süß bzw. richtig echtem Zucker.
Studien aus den USA belegen außerdem, dass Menschen, die künstlich gesüßte Limos trinken, zu- und nicht abnehmen. Warum? Weil sie im guten Glauben, brav eh kein zuckerhaltiges Getränk zu sich genommen zu haben, denken, sie könnten sich dafür mit ein paar Stückchen Konfekt oder Schoko "belohnen" zu dürfen. Schließlich haben sie ja Zucker gespart, den sie nun verhängnisvollerweise getrost woanders konsumieren können. Meinen sie. Jaja, die Seele ist ein weites Land, wusste schon… nein, nicht der, der hat's zwar sicher auch so gesehn, der Sager stammt aber trotzdem von Arthur Schnitzler.
Der Großteil der Limo besteht natürlich aus Wasser. Wo das herkommt? Na sicher aus der Heimat der "well & active"-Limos. Aus Dubai werden sie's wohl nicht einfliegen… Aber hab ich eine Ahnung, wie die Wasserqualität in Attnang-Puchheim ausschaut???
Und jetzt, Freunde, fühl ich mich komischerweise wie in diesen Spielen, wo es manchmal heißt: "Zurück an den Start."
Der Trinkwasserkreis hat sich geschlossen und mich zu meiner gewissen Anfangsratlosigkeit zurückgebracht.
Tipps, Anregungen und Erfahrungen zum Thema "gesund, schmackhaft und kalorienarmes Trinken" werden daher gern und dankbarst entgegengenommen von eurer in Sachen gesundes Trinken etwas unsicher gebliebenen pinkdawn.