Alexander (2004)

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... Nachdem wir über 1 Stunde vor dem Kino anstehen durften, um mit unseren Kinokarten Einlaß zu erhalten, war es endlich soweit, das Historien- Epos „Alexander“ flimmerte über die Leinwände. ..:: Alexander ::.. Wir werden zurückversetzt nach Griechenland, ins Jahr 283 vor Christus. ... Bericht lesen





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1-6 von 23 Erfahrungsberichten    
> Alle 23 Alexander (2004) Erfahrungsberichte anzeigen
Der größte Herrscher aller Zeiten ...
Erfahrungsbericht von moritzman über Alexander (2004)
10.12.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: monumentales und bildgewaltiges Spektakel, wunderbare Landschaften, Filmmusik, ein wie immer sehenswerter Sir Anthony Hopkins
Kontra: spannungslos, charakterlich größtenteils fehlbesetzt

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

... der nicht nur das größte Reich der Weltgeschichte beherrschte, sondern auch das Weltbild, wie wir es heute kennen, entscheidend prägte.

..:: Vorwort ::..

Wir schreiben den 24. November 2004, in einem Kino in North Hollywood, Kalifornien, USA. Nachdem wir über 1 Stunde vor dem Kino anstehen durften, um mit unseren Kinokarten Einlaß zu erhalten, war es endlich soweit, das Historien- Epos „Alexander“ flimmerte über die Leinwände.

..:: Alexander ::..

Wir werden zurückversetzt nach Griechenland, ins Jahr 283 vor Christus. Ptolemäus (Sir Anthony Hopkins) erzählt die Geschichte seines Jugendfreundes Alexander (Colin Farrell), eines jungen mazedonischen Kronprinzen, der sich zu einem großen Kämpfer entwickelt, dabei aber auch die Kultur nicht zu kurz kommen läßt. Im Alter von 20 Jahren, nach der Ermordung seines Vaters Philipp (Val Kilmer), übernimmt Alexander die Herrschaft über dessen Reich. Mit Hilfe des von seiner Mutter Olympias (Angelina Jolie) geerbten Ehrgeizes wird er zum gnadenlosen Eroberer, der sich selbst mit vielfach überlegenen Gegnern anlegt. Dabei kann er auf eine günstige Ausgangsposition zurückgreifen, denn sein Vater hat die griechischen Stadtstaaten unter sich vereint.

Ein zudem gegen das mächtige Persien zu führender Feldzug wurde zwar schon geplant, aber noch nicht durchgeführt. Alexander setzt sich daher in den Kopf, das Werk seines Vaters zu vollenden. Er zieht Richtung Osten, wo er Westasien von der Unterdrückung durch die Perser befreit. Mehr noch, zusammen mit seinem vertrauenswürdigsten General Ptolemäus und seinen eigentlich hoffnungslos unterlegenen Truppen schlägt er das gewaltige persische Heer, das von verbündeten Truppen aus Mesopotamien und Babylonien unterstützt wird, und zieht weiter bis nach Indien. Schon im Alter von 25 Jahren herrscht er bereits über den Großteil der damals bekannten Welt.

Innerhalb von nur 8 Jahren überwindet Alexander dabei mit seinen Soldaten und seinem Vertrauten, General Ptolemäos (Anthony Hopkins), eine Strecke von über 35.000 Kilometern, verliert nicht eine einzige Schlacht und regiert letztlich über ein Reich, das von Griechenland bis hin nach Indien reicht.

Dabei ist er ständig hin und her gerissen zwischen den Gefühlen für seine Mutter Olympias (Angelina Jolie), dem eigenen Versagen und dem bis zu seinem Tode ungestillten Verlangen nach körperlicher und geistiger Befriedigung.

..:: Umsetzung ::..

Nachdem wir den Film gesehen hatten, waren wir von der drei Stunden andauernden, bildgewaltigen Flut an Eindrücken erst einmal ganz erschlagen. Mit pompösem Aufwand wurde ja schon die Veröffentlichung dieses Epos in den Medien beworben. Dies, verbunden mit der Tatsache, daß man einige der bekanntesten und derzeit begehrtesten Schauspieler für diesen Streifen gewinnen konnte, trugen natürlich dazu bei, daß wir mehr als begierig waren, endlich zu sehen, wie das Spektakel über Alexander den Großen, ebenfalls bekannt unter dem Titel Alexander III. von Mazedonien, verlaufen würde.

Auch andere Regisseure von Format wie Martin Scorsese, Buz Luhrman und Mel Gibson wollten sich dieser historischen Persönlichkeit widmen. Daß deren Leben bis zum heutigen Tage eigentlich als unverfilmbar galt, wird schon daran deutlich, daß sich in der langjährigen Geschichte des Films bisher nur ein einziges Werk zu diesem Herrscher findet: das 1956 entstandene Sandalenepos „Alexander der Große“ mit Richard Burton und Danielle Darieux in den Hauptrollen.

Letztendlich war „Moulin Rouge“- Regisseur Baz Luhrman neben Oliver Stone der vielversprechendste Kandidat für eine Hommage an Alexander den Großen, hatten sich doch alle anderen, durch Stones Zielstrebigkeit verunsichert, schon lange vorher von diesem Projekt verabschiedet. Luhrman konnte auch schon Leonardo DiCaprio als Alexander und Nicole Kidman als Olympias vorweisen, sagte das Projekt, das zeitgleich zu Stones „Alexander“ entstehen sollte, letztendlich aber ab. Er wolle sich, so seine offizielle Begründung, mehr um seine Familie kümmern und zu diesem Zweck eine Pause einlegen.

Von dieser Entwicklung profitierte also der „JFK“-, „U-Turn“- und „Geboren am 4.Juli“- erprobte Oliver Stone, der sich mit seiner Vision über Alexander den Großen nunmehr allein daran macht, den Markt der unterhaltungssüchtigen Kinobesucher zu erschließen, nachdem er schon 1987 von dem deutschen Produzenten Thomas Schühly mit der angedachten Idee einer Verfilmung dieser Figur konfrontiert worden war und spätestens vor 13 Jahren erste ernsthafte Überlegungen zu einem solchen Projekt anstellte, als er mit Val Kilmer, der hier ja den Vater von Alexander verkörpert, das Drama „The Doors“ verfilmte.

Und tatsächlich, Stone schöpft wahrlich aus den Vollen: über 150 Millionen Dollar wurden in dieses monumentale Projekt gesteckt. Die Summe kommt auch dadurch zustande, daß Stone bei den Dreharbeiten größtenteils auf digitale Effekte verzichtete und stattdessen reale Situationen inszenierte, um das Ganze so realitätsnah wie möglich zu präsentieren. Die schiere Menge an Kostümen, Waffen, Tieren und Statisten trägt ihr Übriges dazu bei.

Anspruchsvoll ist auch der psychologische Aspekt der Figur Alexanders des Großen umgesetzt worden, der sehr deutlich den Zwiespalt zum Ausdruck bringt, in dem er sich befindet: einerseits als eiskalter und strategisch mehr als genialer Krieger seine Truppen in die Schlacht zu führen, andererseits aber zudem auch emotionale Erfüllung zu erfahren, die er nicht nur bei seiner Mutter sucht, sondern auch bei diversen Geliebten beider Geschlechter.

Die landschaftliche Umgebung trägt Einiges zum ästhetischen Gelingen dieses Films bei. Gedreht wurde unter anderem in Marokko, genauer gesagt in Marrakesch, in London (in den schon für „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ genutzten Pinewood Studios) und Thailand. Letzterer Drehort kam jedoch eher einem unfreiwilligen Ausweichen gleich, denn Teile der Szenen, in denen Elefanten vorkamen, sollten eigentlich in Indien gedreht werden. Aufgrund der Tatsache, daß die indischen Elefanten jedoch nicht genügend trainiert waren, um den hochgesteckten Ansprüchen Oliver Stones und seines Produktionsteams gerecht zu werden, mußte man letztendlich nach Thailand umsiedeln.

Vom Verhältnis her überwiegen in diesem Werk eindeutig die Szenen, die sich mit der Person Alexanders des Großen auseinandersetzen, die vor allem seine Persönlichkeit beleuchten und den inneren Kampf der Figur vermitteln sollen, hervorgerufen durch die Umstände, in denen er aufwächst: die Probleme mit seinen Eltern, vor allem mit seinem fordernden und sehr stolzen Vater, und die emotionale Hin- und Her- Gerissenheit zwischen der einerseits verabscheuten, andererseits aber auch verehrten Mutter, und seinen Bedürfnissen, die er entweder sowohl mit Männern als auch mit Frauen im Bett oder als strategisch überlegener Feldherr auf den Kriegsschauplätzen der von ihm beherrschten oder zu erobernden Welt zu befriedigen versucht.

Die Schlachtszenen dagegen, denen vor allem in den Kino- Trailern viel Platz eingeräumt wurde, beschränken sich auf maximal ein Fünftel der gesamten Spielzeit von drei Stunden, insgesamt vielleicht 20 Minuten, mehr aber auch nicht. Mit Sinn für das Monumentale wurden gewaltige Kämpfe inszeniert, die ganz und gar in der Tradition eines „Spartacus“ oder eines „Lawrence von Arabien“ stehen und vor allem von der Masse der Statisten, erst recht aber auch sehr von der zum Teil verwirrenden Kameraführung leben. Andererseits zählen hier aber auch die kleineren Streitigkeiten und Scharmützel hinein, die den Weg Alexanders des Großen pflastern, so zum Beispiel, wenn er unbequeme Gegner kurzerhand niedermetzelt oder sie versklavt.

Doch all dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Film einige eklatante Schwächen aufweist, nicht nur inhaltlich, sondern vor allem auch, was die Charaktere angeht. Dies fängt schon zu Beginn an. Nachdem „Alexander“ fast drei Stunden dauert, ist es zwar verständlich, daß erst einmal eine gewisse Anlaufzeit benötigt wird, um zum eigentlichen Kern der Geschichte zu kommen. Dies rechtfertigt aber nicht, den Zuschauer fast über das gesamte erste Drittel der Filmdauer darauf warten zu lassen. Zudem zerstört die von viel zu langen und fast schon gezwungen aneinander gereihten Dialogen geschwängerte Interaktion der Figuren jegliche eventuell aufkommende Spannung.

Auch historische Fehler haben sich eingeschlichen, so im Zusammenhang mit dem griechischen Helden Herakles und in Bezug auf das Aussehen der Stadt Alexandria: Als Philipp seinem Sohn Alexander die Bildnisse der griechischen Legenden zeigt und sie ihnen erklärt, wird der Held Herakles als jemand dargestellt, der die zwölf Aufgaben erfüllte und dann seine Kinder tötete. In der griechischen Mythologie jedoch ist es genau umgekehrt: Herakles wurde von Hera in den Wahnsinn getrieben und tötete in diesem Anfall seine Frau und seine Kinder, weil er sie für die Kinder seines Todfeindes hielt. Erst daraufhin mußte er die zwölf Aufgaben erfüllen, als Buße.

Teile im Leben von Alexander sind zwar historisch nicht genau belegt und wurden deshalb nach dramaturgischen Gesichtspunkten be- und verarbeitet, so beispielsweise das unmittelbare Schicksal von Philipps Mörder, aber in dieser Hinsicht ist es wohl nur recht und billig, den Machern gewisse Freiheiten zu lassen. Es ist allerdings nicht verständlich, warum essentielle Beziehungen hier außen vor gelassen werden, so zum Beispiel die Schüler- Lehrer- Symbiose zwischen Alexander und Aristoteles.

Auch die städtebauliche Situation Alexandrias wird zeitlich um einige Jahre vorverlegt: Ptolemäus erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Jahres 283 v. Chr., im Hintergrund sehen wir den Leuchtturm von Alexandria, der damals aber noch gar nicht existierte, sondern vielmehr erst später, um etwa 270 v. Chr. gebaut wurde, unter seinem Sohn Ptolemäus II.

Sehr nachteilig hat sich auf unser Kinovergnügen auch ausgewirkt, daß wir in „Alexander“ viele Parallelen zu anderen Werken des gleichen oder anderer Genres entdeckten: so finden sich Motive aus „Der mit dem Wolf tanzt“ oder auch „Troja“, an das man schon in den sich stilistisch kaum unterscheidenden Kino- Trailern erinnert wird, selbst der das letzte Jahr prägende „Herr der Ringe“ wird hierbei nicht verschont, speziell der abschließende Teil der Trilogie.

Positiv überrascht hat uns dagegen die Musik, mit der „Alexander“ unterlegt wurde. Kein Geringerer als der griechische Virtuose Vangelis, der unter anderem für seine überwältigenden Beiträge zum Science- Fiction- Movie „Blade Runner“ (mit Harrison Ford) oder dem Entdeckerdrama „1492 – Conquest of Paradise“ (mit Gerard Depardieu) verantwortlich zeichnete. Auch in Alexander stimmt die Chemie zwischen Bild und Ton wieder, so daß der Film zumindest auf akustischer Ebene überzeugt.

..:: Die Darsteller ::..

Der irische Nachwuchsschauspieler Colin Farrell, dessen Part ursprünglich Tom Cruise und später Heath Ledger übernehmen sollte, spielt die Titelfigur, Alexander den Großen, der bis zu seinem Tode das größte Reich der Weltgeschichte beherrschte. Nachdem er in „Minority Report“ an der Seite von Tom Cruise und Max von Sydow seinen ersten Erfolg feierte und unter anderem in „Nicht Auflegen!“ und neben Al Pacino in „Der Einsatz“ für Aufsehen sorgte, liefert Colin Farrell auch in „Alexander“ eine solide und überzeugende schauspielerische Leistung ab, die von freudiger Erregung bis hin zu tiefer Traurigkeit und Verzweiflung reicht. In seiner Rolle als jugendlicher Alexander an der Seite seines Vaters wirkt er allerdings gründlich deplaziert und fast schon lächerlich. Erst während seines Feldzugs nach Asien verliert sich dieser mit einem bitteren Nachgeschmack behaftete Eindruck, wenn auch nur ansatzweise.

Die wunderschöne und talentierte Angelina Jolie, die vielen vor allem aus den „Tom Raider“- Filmen, als „durchgeknallt“e Psychopathin Lisa oder als draufgängerischer Captain im Endzeit- Spektakel „Sky Captain and the World of Tomorrow“ bekannt sein dürfte, verkörpert an der Seite von Colin Farrell die Mutter von Alexander, Olympias, die das Leben ihres Sohnes durch ihren Fanatismus sehr prägt. Hier zeigt sich – und das muß selbst ich als eingefleischter Angelina Jolie- Fan zugeben – daß Schönheit und Talent nicht immer ausreichen, um einer Rolle Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Tatsache, daß sich das äußere Erscheinungsbild Olympias’ im Verlaufe des Films nicht wesentlich verändert und sie gerade in späteren Jahren eher der Schwester Alexanders gleicht, oder gar seiner Geliebten – Angelina Jolie ist gerade mal ein Jahr älter als Colin Farrell –, trägt viel zur Absurdität der Darstellung der historischen Figur Olympias’ bei.

Val Kilmer, der sich unter anderem mit Tom Cruise in „Top Gun“ einen heißen Wettkampf lieferte und in „The Saint“ den Dingen besondere ganz Wertschätzung entgegenbrachte, kann als Alexanders Vater Philipp ebenfalls nicht überzeugen, trotz seiner gravierenden äußerlichen Veränderung. An dieser Stelle hätte, wie ich finde, Sir Sean Connery – dem man die Rolle zunächst zwar angeboten, letztendlich aber Val Kilmer den Vorzug gegeben hatte – der Figur wesentlich mehr Tiefe verleihen können, als dies im Endergebnis geschehen ist; ein für mein Empfinden fataler Fehlgriff.

Sir Anthony Hopkins, besser bekannt unter dem Pseudonym ‚Dr. Hannibal Lecter’, das ihn und die der Figur zugrunde liegende Trilogie berühmt gemacht hat, tritt dem Zuschauer hier als Erzähler Ptolemäus entgegen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben seines viel zu früh verstorbenen Freundes Alexander des Großen der Nachwelt zu erhalten. In dieser Eigenschaft ist Sir Anthony Hopkins nach seiner bewegenden Verkörperung des Familienvaters Col. Ludlow in „Legenden der Leidenschaft“ nach meinem Dafürhalten der einzige Darsteller, der nicht nur passend besetzt ist, sondern seiner Figur auch die ihr gebührende Glaubwürdigkeit mit auf den Weg gibt.

Kurz gesagt, die Hauptdarsteller liefern für das ihnen zur Verfügung stehende Drehbuch solide und überzeugende Arbeit ab; aber eben nur dann, wenn man sie isoliert als solche betrachtet. Im Kontext des Films gesehen sind sie jedoch – und das muß selbst ich als großer Fan von Colin Farrell und Angelina Jolie zugeben – absolut fehlbesetzt, denn die von ihnen verkörperten Figuren verlieren dadurch sehr an Authentizität.

Es ist durchaus verständlich, daß man eine attraktive Schauspielerin, und attraktiv ist Angelina Jolie zweifelsohne, für die Rolle der Olympias engagieren wollte, um so den emotionalen Konflikt Alexanders zu seiner Mutter plastischer darstellen zu können. Aber gerade hier liegt das Problem: Sie spielt Alexanders Mutter, vom Äußerlichen her wird sie jedoch – schon aufgrund des geringen Altersunterschiedes zwischen beiden Schauspielern – eher als seine Schwester, wenn nicht gar als seine Geliebte wahrgenommen.

Für den Charakter des Vaters, Philipp, hätten die Macher ihrer ersten Eingebung folgen und statt Val Kilmer eher Sir Sean Connery engagieren sollen, der neben Sir Anthony Hopkins eine, davon bin ich überzeugt, viel eindringlichere Charaktertiefe hätte herausarbeiten können.

..:: Fazit ::..

Alles in allem ist Oliver Stones „Alexander“ ein bildgewaltiges Spektakel mit wunderschönen Landschaften und mit Liebe zum Detail erschaffenen Schauplätzen, was an sich schon einem gewissen Anspruch gerecht wird. Doch bei der Wahl der Schauspieler hätte man meiner Meinung nach mehr Wert auf das Engagement von Charakterdarsteller wie eben Sir Anthony Hopkins legen sollen, anstatt sich mit einem Großaufgebot von Kassengaranten zu schmücken.

Daß das Epos jedoch nicht nur um der Thematik willen gedreht wurde, sondern vor allem auch aus finanziellen Überlegungen heraus, zeigt sich leider schon daran, daß man den Kinostart hier in den USA nach hinten verlegte (und wahrscheinlich auch weltweit), nämlich um ganze vier Wochen, vom 5. auf den 24. November 2004. Dies wurde einerseits mit den anstehenden Präsidentschaftswahlen und den sich daraus ableitenden Befürchtungen eines mangelnden Umsatzes an den Kinokassen begründet, andererseits wollte man dem Werk aber auch bessere Chancen im Rennen um eine Oscar –Nominierung und eventuell sogar zu erreichende –Verleihung verschaffen.

Daß „Alexander“ zum wenig rühmlichen Flop des Jahres avancieren könnte, zeigt sich nicht nur daran, daß in den zwei Wochen seit Veröffentlichung von den investierten 150 Millionen Dollar Produktionskosten bis zum heutigen Tage gerade mal gut ein Viertel wieder eingespielt wurde; nur ein kleiner Vergleich: Tom Hanks’ Weihnachtsmärchen „Polarexpress“ kam zwei Wochen früher in die Kinos und hat seitdem knapp 110 Millionen Dollar erwirtschaftet (bei investierten etwa 165 Millionen), „Der Schatz der Tempelritter“ mit Nicholas Cage und Diane Kruger in drei Wochen über 120 Millionen Dollar.

Auch die Tatsache, daß der Film leider keineswegs so spannend ist, wie es uns die Vorschau weisgemacht hat, trägt dazu bei, daß „Alexander“ wohl zwar schon wegen des Aufwands, der bei diesem Projekt betrieben wurde, als monumentales Schlachten- und Historienepos in die Filmgeschichte eingehen wird, sich aber keinesfalls einen Platz in der „Hall of Fame“ der gelungenen Meisterwerke verdient hat.

   

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