Alfa Romeo 155 1.6

Erfahrungsbericht über

Alfa Romeo 155 1.6

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Eine Schrottkarre mit sehr viel Charme...

4  31.05.2002 (11.11.2003)

Pro:
ein tolles Fahrvergnügen, hat einfach Charme

Kontra:
hat einige Macken

Empfehlenswert: Ja 

Gaby2907

Über sich: Männerfeindlich, zickig und stur, manchmal aber auch ganz lieb *g*

Mitglied seit:01.10.2001

Erfahrungsberichte:63

Vertrauende:49

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 218 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein gutes Auto muss heutzutage einiges können. Für viele Menschen ist das Auto zu einem Statussymbol mutiert und manchen ist ihr Auto sogar lieber als ein Partner. Nicht umsonst nennt man das Auto auch des Deutschen Liebstes Kinde...

Immer schneller, immer technischer, immer besser... so könnte man die Werbesprüche aller Automobilfirmen auf einen Punkt bringen. Was gerade in der Autobranche in den letzten Jahren auf den Markt gebracht wurde, sprengt alles zuvor gesehene locker.

Früher musste für mich ein Auto eigentlich nur eines können: fahren. Doch nachdem sich mein Ex-Freund vor fast 4 Jahren einen Alfa 155 1.6 gekauft hat denke ich anders darüber. Anfangs fand ich ihn ehrlich gesagt gar nicht so toll.... und doch hat dieser rote Italiener mit seiner charmanten, störrischen Art mein Herz erobert.

An dieser Stelle muss ich ehrlich zugeben das ich von den technischen Daten keine Ahnung habe. Also bitte nicht böse sein wenn, ich hier nicht so ins Detail gehe. Ich möchte Euch von dem Auto selber erzählen, warum ich ihn so Lieben und manchmal auch so leidenschaftlich hassen kann.

Unsere erste Begegnung:
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Mit dickem Schwangerschaftsbauch fuhr ich mein voriges Auto zu Schrott. Zum Glück ist dem Zwerglein in mir damals nix passiert und der Fahrer des anderen Autos war schuld an dem Krasch, doch das Auto (ein Fiat) war ein Totalschaden. Also musste etwas neues her und der Vater meines Sohnes meinte, wir nehmen gleich eine „Familienkutsche“. Gesagt getan, wir sahen uns ein wenig auf dem Gebrauchtwagenmarkt um und entdeckten unser neues, altes Auto. Ferrarirot, gut in Schuss und im Jahre 1990 gebaut. Nach der Probefahrt und einigem Handeln erstanden wir unseren Alfa für damals noch 2800 DM von privaten Leuten.

Sein Aussehen:
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Wie er aussieht kann man auf dem Bild oben sehr gut erkennen. Mir gefällt diese eckige, aber trotzdem irgendwie weiche Form seines Erscheinungsbildes wirklich sehr. Unser Alfa hat noch einen Heckspolier, der das ganze Auto erst richtig zur Geltung bringt. Finde ich zumindest...

Das Fahrvergnügen:
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Steigt man das zum erstenmal in einen Alfa ein, sucht man das Zündschloss garantiert auf der falschen Seite. Denn wie bei Porsche oder Ferrari hat auch dieser Alfa das Zündschloss auf der linken Seite.
Ist dieses dann endlich gefunden und man starten den Wagen muss man sich erst mal an die wirklich heftige Kupplung gewöhnen. Auf deutsch gesagt: Man muss sie drücken bis einem der Fuß abfällt. Aber auch hieran gewöhnt man sich. Läuft das Auto dann endlich kann man Gasgeben ohne Ende. Natürlich nur so schnell wie erlaubt ist!

Beschleunigen lässt sich der Alfa sehr schnell. Gerade wenn man andere Autos überholt oder an einer belebten Strasse aus einer Ausfahrt raus möchte, kommt einem das zugute. Er lässt sich auch ohne Probleme hochdrehen bevor man wieder schalten muss. (Technisch kann ich mich da nicht besser ausdrücken, sorry.)
Während dem fahren lässt sich der Alfa gut führen. Er ist zwar etwas lauter als andere Autos, aber das sind diese Modelle anscheinend alle.
Die Höchstgeschwindigkeit die ich auf der Autobahn mit ihm erreicht habe waren 280 km h. (bergab und mit Rückenwind.)

Seine Ausstattung und sein Innenleben:
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Der Innenraum ist sehr angenehm gestaltet. Die Sitze sind sogenannte Sportsitze und sind genauso alt wie das Auto selber. Ich finde sie sehr bequem und das verstellen der Sitze geht sehr einfach. Die Rückenlehne ist nicht wie in den meisten Autos mit einem Drehknopf zu verstellen, sondern ebenfalls mit einem Hebel der die Höhe variieren lässt.
Die Armaturen sind in schwarz und braun gehalten.
Elektrische Fensterheber hat er für den Fahrer und Beifahrer auch, hinten muss noch gekurbelt werden. Eine Zentralverriegelung ist ebenfalls vorhanden.
Sitzt man hinten hat man eine relativ gute Beinfreiheit. Also können auch große Leute bequem hinten Platz nehmen.
Natürlich ist der Alfa 155 1.6 ein 5 Türer. 4 davon sind zum einsteigen gedacht und eine für den Kofferraum. Apropos Kofferraum: Dieser bietet sehr viel Platz zum einladen. Durch die Vertiefung bekommt man bequem einige Getränkekisten, den Kinderwagen oder auch beides zusammen hinein.

Sein Verbrauch:
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Wenn mein Exfreund mit dem Wagen fährt verbraucht er immer um die 9 Liter. Wenn ich fahre kommen wir auf einen Endverbrauch von ca. 7,5 Litern. Viele von Euch werden nun denken das ich wie eine lahme Ente fahre. Das stimmt so nicht ganz, ich vermute einfach das ich ein besseres Händchen fürs rechtzeitige Schalten habe... Getankt wird Super bleifrei.

Seine Macken:
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Wie das mit den Italienern nun mal so ist hat auch der Alfa seine Fehler. So mag er z.b. den Winter gar nicht gern und bleibt so dann und wann auch einfach mal stehen. Gutes Zureden hilft in den meisten Fällen nix, da muss man schon mit dem Entfrosterspray auf den Motor losgehen. Oder es geht auf einmal gar nix mehr, dann kann es auch sein das die Sicherrungen einen Wackelkontakt haben, einmal draufkloppfen wirkt Wunder. Die Servolenkung knackst manchmal, vor allem beim vollen Einschlagen. Das Geklapper, welches mich einmal wochenlang zur Verzweiflung gebracht hat ist inzwischen behoben.... eine Schelle hatte sich vom Auspuff gelöst und schepperte immer gegen das Blech.

Meine persönliche Meinung und meine Erfahrungen:
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Ich mag dieses Auto und ich hasse es ebenso. Kennt Ihr Donald Duck und seinen 313? So ähnlich verhält es sich bei mir und unserem Alfa.

Als wir den Alfa 155 1.6 gekauft haben wussten wir schon, dass ein altes Auto immer Probleme mit sich bringt. Doch das was bei uns in den letzten 3 Jahren kaputt ging kann man kaum noch auf den Verschleiß schieben. Zum Glück ist mein Ex Freund ein großer Bastler und konnte bisher auch schon viel selber reparieren. Doch alleine die Ersatzteile für einen Alfa Romeo sind sehr teuer und gebraucht kaum zu bekommen.

Auch der Ein und Ausbau gewisser Teile sind beim Alfa nicht gerade leicht. Man braucht extra Alfa Werkzeug und dieses bekommt man nicht mal eben im Laden. Auch muss man, wenn man nur den Keilriemen wechseln möchte, schon fast den halben Motorraum ausbauen.
Aber das ist ja nicht mein Problem, sondern das von meinem Ex....

Das fahren macht mit dem Alfa 155 1.6 wirklich tierischen Spaß, denn in diesem Auto vereint sich ein Familienwagen mit einem Sportwagen und das Feeling dabei ist einfach klasse.
Ich mag dieses Auto weil es Charme hat. Hey, ein Auto das immer anläuft ist doch langweilig, oder? Seine Leidenschaft, seine Macken und seine italienische Herkunft vereinen sich in einem Auto, dass sich sehen lassen kann und das sich schön fahren lässt.
Wenn er denn fährt....

Liebe Grüße,
Gaby

P.S.
- Wer Infos zu den Technischen Details möchte kann sie unter www.alfaromeo.de nachlesen.
- Neu gibt es diesen Wagen wohl nicht mehr zu kaufen, gebraucht findet man sie auf dem Automarkt aber schon noch.
- Empfehlenswert ist der Alfa 155 für Menschen, die Alfas einfach lieben. Wer aber ein super zuverlässiges Auto möchte sollte sich lieber einen anderen Wagen aussuchen *g*


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Eckstuhl

Eckstuhl

17.08.2004 15:11

Naja Alfa ist nicht unbedingt mein Fall... Aber ein schöner Bericht! LG Simon

MSBBonn

MSBBonn

24.11.2003 11:58

Ein gutes Beispiel dafür, warum ich von Frauen verfasste Autoberichte lieber lese als welche von Männern... Gruß Martin

oliver.k

oliver.k

13.11.2003 01:20

Hey, Dich gibt´s ja noch. Schön! Liebe Grüße Oliver

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