Heizöl Maserati?
16.09.2004
Pro:
Tolles Design, gute Ausstattung, sportlich
Kontra:
Klingt nicht wie ein Alfa . . .
Empfehlenswert:
Ja
 livegix
Über sich:
Wahnsinniger mit Hang zu allem was Spaß macht und schnell ist.
Mitglied seit:06.06.2001
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo, wie bereits angedroht hier mein zweiter Erfahrungsbericht über einen meiner zahlreichen Alfas. In diesem Bericht schreibe ich über meinen metallic silbernen Alfa 156, Bj. 1999, 1,9jtd als Limosine, welcher als Leasing Fahrzeug ca. 1 Jahr in meinem Besitz war.... Allgemeines zum Nutzwert- Jeder der bisher einen Alfa hatte, oder sich damit anfreundet sich einen zuzulegen sollte sich im klaren darüber sein, dass die Sorte Alfa Romeo bei vielen auf Kommentare stoßen wird wie "Alfa Ojeo", oder "Alfa Rommadur", womit eine gewisse abwertende Haltung gegenüber dieser eigentlich traditionsreichen Marke (Enzo Ferrari war Werksrennfahrer bei Alfa, bevor er Ferraris konstruierte) bei vielen Leuten vorhanden ist. Diese Kommentare sind aber für mein dafürhalten absolut unberechtigt, da diese Autos besser als ihr Ruf sind. Der Nutzwert eines Alfa 156 ist eher der eines repräsentativen Fahrzeugs, welcher ein elegantes Design bei sportlicher Abstimmung vor die Bedürfnisse wie z.B. einen großen Kofferraum oder die passive Sicherheit stellt. Von der Optik her ist der Wagen absolut zeitlos und wirkt wahrscheinlich auch in 10 Jahren noch modern. Vermutlich hat Alfa mit der Einführung dieses Modells wieder einen späteren Klassiker geschaffen und nicht nur irgendein Auto mit besonders praktischen Aspekten (siehe Fiat Multipla). Der Kofferraum ist recht klein und die Rückbank lässt sich meines Wissens bis heute in den aktuellen Modellen nicht umlegen, was für mich als Modellflieger vom Nutzwert her einen Minuspunkt bedeutet. Vorne sitzt man angenehm straff in sportlich gestalteten Sitzen und man hat den Eindruck in einem eigentlich größerem Auto zu sitzen, was im Fond leider nicht behaupten kann, da sich dort vom Platzangebot eher Kinder bis ca. 14 jahren wohlfühlen dürften. ---
Das Design- ... ein sehr wichtiger Punkt bei jedem Alfa, da sich dieses immer von der breiten Masse absetzt und auch gerne einmal neue Wege bestreitet. Der Alfa 156 ist eine recht unbeschreibliche Erscheinung, da er keinem anderen Auto ähnlich sieht. Das Foto zu dieser Rubrik stellt ihn aber gut dar. An diesem Auto passt alles zusammen und die Alfa Designer (in diesem Fall hatte Pininfarina nicht seine Hände im Spiel) haben viel Liebe ins Detail gesteckt. Wer es nicht weiß, wird ersteinmal vergeblich die Türgriffe der hinteren Türen suchen, da diese im Fensterwinkel der y Säule versteckt sind. Das läßt den Alfa von vornherein Coupe´like erscheinen. Die Front wirkt Alfa typisch eigenwillig und zeigt sogar klassische Stilelemente, wie z.B: den großzügig gestalteten Kühler mit großem Alfa Emblem oder die elliptisch geformten Scheinwerfer,- kurz dieses Gesicht wird man immer erkennen. Das beste Teil ist wie bei einer rassigen frau das Hinterteil, welches ebenso sexy geformt ist. Es tut mir leid, aber ein anderer Begrif mag mir dazu einfach nicht einfallen. Der 156 ist alles, nur halt kein Biedermann. Der Innenraum und die Ausstattung- Vorweg, wer sich einen 156 zulegt sollte darauf achten, dass das Bose Sound System inbegriffen ist. Mein Alfa hatte eben dieses in Verbindung mit einem Blaupunkt Key card Radio und Telefon Anbindung. Dieses Extra lohnt sich wirklich und ich war überrascht, wie gut dieses System klingt, obwohl sich nirgendwo im Innenraum aufdringlich Lautsprecher optisch bemerkbar machen, absolut hervorragend. Das Armaturenbrett ist wie das ganze Auto außergewöhnlich geformt und zeigt sportliche als auch klassische Stielemente. Die Schalter und die Bedienung der Klimaanlage und der Heizung sind stilvoll in runden Reglern eingefasst, welche einen durchweg edlen und soliden Eindruck machen. Der Tacho und der Drehzahlmesser ist getrennt unter jeweils seiner eigenen Abdeckung mit lang vorgezogenem Schirm angebracht,- das sieht einfach gut aus, ist aber gewöhnungsbedürftig. Das Armaturenbrett an sich wirkt nicht auf einen drauf gebaut, sondern steht nicht zu weit in den Innenraum und wirkt in keiner Weise klobig. Alle Bedienelemente sind leicht zum Fahrer geneigt. Es herrscht somit eine lockere, entspannte Atmosphäre im Innenraum des 156, welche Champgner Stimmung aufkommen lässt, wobei ich zu den Fahrern gehöre, welche ihren Ellenbogen gerne auf den Türrahmen ablegen, was bei dem Alfa fast unmöglich ist, da die Distanz von Arm zur Tür einfach zu groß ist, womit man den Arm auf den seitlich dafür vorgesehenen Griff legen muss. Wie gesagt, man hat den Eindruck in einem eigentlich viel größerem Auto zu sitzen (wer daran zweifelt: ich bin 1,86m groß und wiege 96Kg). Die Verarbeitungsqualität ließ für meinen Teil keine Wünsche offen und entsprach dem europäischen Standard, wobei das Interieur liebevoller und stilistischer anmutet als bei vielen anderen Autos. Wer Designer Stücke mag, wird auch den Alfa mögen.
Der Motor- Normalerweise stellt der Motor bei einem Alfa das absolute Herzstück und immer das absolut charakteristisch, sportliche Wiedererkennungsmerkmal eines jeden Alfa dar. Also der Alfa steht sonst für Sportlichkeit, agiles Fahren und perfektes Handling, sowie erstaunlichste Leistungsreserven. Jeder Alfa ist wie aus einem Stück gegossen und generell eine Fahrmaschine, welche einen hohen Spaß und ein hohes Maß an Agilität bietet. Ich besaß einen BMW, welchen ich schnell wieder verkauft habe, da ich etwas enttäuscht war. Also zum wesentlichen, ein echter Alfa Narr wird sich wohl kaum einen Alfa Diesel zulegen, wobei der Alfa Diesel, welcher fast zu 100% aus dem Fiat Regal übernommen wurde super Qualitäten bietet. Im Innenraum ist es kaum hörbar, dass es sich um einen Diesel handelt, nur klingt er von außen wie ein Taxi. Allem vorran steht natürlich der Verbrauch im Vordergrund, welcher sich bei mir beim 1,9Jtd und forscher Fahrweise immer bei 5,5 Litern bewegt hat, was wohl keiner weiteren Kommentare bedarf. Turbodieseltypisch ist der Anzug im Drehzahlkeller bärig und man fährt einem Golf TDI mit selbigem Hubraum auf und davon. Ein Diesel ist nicht für höhere Drezahlen oberhalb der 4500 rpm Marke gebaut, was die eigentliche Alfa Charakteristik leider wiederum trübt. Wartungsseitig gibt es auch von Seiten des ADAC nicht viel negatives über dieses Aggregat zu berichten, womit es als absolut zuverlässig und wartungsarm betrachtet werden darf. Das Fahrwerk- Ebenfalls ein wichtiger Punkt, wobei es beim Alfa nur dann Minuspunkte gibt, wenn es um Komfort geht. Der Alfa bietet ein hervorragend sportlich abgestimmtes Fahrwerk, was dem einen oder anderen sicherlich zu hart erscheinen dürfte, wenn er mit einer normalen Limousine rechnet. Der ADAC hat den 156 zusammen mit einem 3er BMW und einer C-Klasse in der Sport Version auf den Hockenheim Ring gegeneinander getestet. Der Alfa landete vor BMW und Mercedes mit Abstand auf Platz 1 was Handling und Fahrwerk betrifft. Ich denke das auch dies keiner weiteren Kommentare bedarf.
Kritikpunkte- Es gibt auch hier leider Punktabzüge, was beweist, dass ich zumindest kein verstrahlter Alfisti bin. Der größte Minuspunkt gilt dem Crashtest vom ADAC, welcher bewiesen hat, dass das schöne Blechkleid des 156 bei einem frontal Zusammenstoß gänzlich kapituliert, also für die Insassen nicht die Sicherheit bietet, welche heutzutage als Standard gilt,- das design fordert in diesem fall seinen Tribut. Ein weiterer Kritikpunkt gilt der gesamten Fahrzeugelektrik, worauf man besonders achten sollte, da es hier schnell teuer wird. Ich habe von 156er Eignern von Dingen gehört wie selbständig öfnende Fenster, oder Schiebedächer, oder Totalausfälle der Bordelektrik. Bei meinem Alfa hat die ABS Lampe permanent geleuchtet und keiner konnte verifizieren warum (ABS hat super funktioniert). Letzter Minuspunkt gilt den vergleichsweise hohen Reparaturkosten und den Serviceleistungen für Alfa Romeo. Der Alfa ist und bleibt ein Exot, womit Spezialwerkstätten selten zu finden sind. In meinem Fall teilt sich die Alfa Werkstatt das Produktumfeld mit Ferrari und Lamborghini, was erklärt, warum Werkstattkosten schnell richtig teuer werden können. Am besten ist es, wenn man eine kleine Werkstatt findet, wo das entsprechende technische Verständis noch vorhanden ist und nicht auf Verdacht modular ausgetauscht wird. Womit wir beim vorläufigen Ende dieses Erfahrungsberichts angelang wären, da mir nicht wirklich mehr zu diesem Fahrzeug einfällt. Ich hoffe es hilft dem einen oder anderen weiter.
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24.09.2004 13:54
Ein guter und ausführlicher Bericht, dem aber großteils Angaben über Kosten und technische Daten fehlen. Man erfährt nicht einmal den Haubraum (1910 ccm) und die Leistung (120 ?) des Wagens. Daß er einem Golf mit 150 TDI-PS davonfährt, wage ich zu bezweifeln. Gruß Reiner
17.09.2004 09:32
Keine Sorge, die Androhung Deines Berichtes war nicht nötig, er ist gut geworden, ausführlich und nett geschrieben und läßt nur das Kostenkapitel vermissen. Im Übrigen muß sich gutes Design und Sicherheit nicht ausschließen, der Alfa hat eben nur das Handikap, auf dem Fiat Marea zu basieren, der eine alte Konstruktion darstellt. J*
17.09.2004 09:31
Schöner und aussagekräftiger Bericht, der die Motivation, einen Alfa zu fahren, gut nachvollziehbar werden lässt. Auch mir kommen die Kostenaspekte etwas kurz weg, schliesslich können sie kaufentscheidend sein - bei aller Begeisterung für die Marke. Viele Grüße, Thomas