Fastback Spider 1600 Junior
08.08.2000
Pro:
gute Ersatzteillage, günstige Anschaffung, niedriger Unterhalt, enorm viel Spaß ! !
Kontra:
-
Empfehlenswert:
Ja
 Noddy75
Über sich:
Mitglied seit:08.08.2000
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Fastbackspider gilt allgemein als interessant, wenn ein klassischer offener Sportwagen gesucht wird. Für mich standen folgende Alternativen zur Wahl: - Fiat Spider 124 - Triumph Spitfire - MGB - TR6 - Sunbeam Alpine
Diese Autos bewegen sich alle in einer ähnlichen preislichen Klasse (15.000 - 25.000 DM in brauchbarem Zustand). Ausschlaggebend für den Alfa waren folgende Argumente: - Hohe Verbreitung, sehr gute Ersatzteilversorgung zu günstigen Preisen (im Gegensatz zum Alpine) - gutmütiges Fahrwerk, hervorragende Straßenlage (im Vergleich) - vergleichsweise komfortabel (hohe Verwindungssteifigkeit, kein Poltern, Klappern, auch für Normalwüchsige passable Sitzposition) - schnell zu bedienendes, leises Verdeck - vor allem: technische Highlights, z.B. der Aluminiummotor mit zwei Nockenwellen, die Radaufhängung an zwei Dreieckslenkern vorne, die aufwendig geführte Starrachse hinten, das schön zu schaltende Getriebe, die auch heute noch moderne Bremsanlage.
Die in den Wagen gesetzten Erwartungen haben sich erfüllt. Das Auto macht unglaublich viel Spaß, Reparatur- und Wartungsarbeiten sind überwiegend einfach, es wird wenig Spezialwerkzeug benötigt. Literatur (Einstelldaten), ebenso wie alle benötigten Ersatzteile sind gut zu finden, die Ersatzteile qualitativ gut und günstig. Wenn's denn sein muß, läßt sich das Auto auch für längere Strecken passabel nutzen, die effektive Heizung macht's möglich, auch schon die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr offen zu genießen. Der Wagen läßt sich sparsam bewegen (min. 8, max. 12 l Super plus) und ist zuverlässig (eine Panne wg. def. Wasserpumpe in zwei Jahren, die sich aber früh ankündigte und unterwegs behoben werden konnte). Der Kofferraum reicht für zwei Personen und "vernünftiges" Reisegepäck völlig (und ist deutlich größer als die "Handschuhfächer" der modernen Konkurrenz, s. Z3 oder Barchetta). Als problematisch gilt die Blechqualität der siebziger Jahre, vor allem in Verbindung mit der mangelhaften Rostvorsorge. Die selbsttragende Karosserie ist verwinkelt und bietet Rostnestern echte Chancen, wg. des niedrigen Preisniveaus auch für gute Fahrzeuge lohnt sich die aufwendige Restauration der Karosserie nur selten. Ich hatte das Glück, einen Wagen zu finden, der nachträglich konserviert wurde. Probleme mit Rost hatte ich bisher keine. Die Motoreinstellung ist nicht einfach, der Doppelnockenwellenmotor galt wohl schon damals als aufwendig, davon zeugen auch die speziellen "Golden Lodge" Kerzen, ohne die er nicht rund und vor allem mit erhöhtem Verbrauch läuft. Alternativen sind wohl moderne Vierpolkerzen (z.B. Bosch). Die Synchronisierung und Gemischeinstellung der Doppelvergaser erfordert Meßgeräte (Synchrotester, Gastester) und Erfahrung (oder viel Geduld). Ersatzteile (Düsen etc.) für die Vergaser sind aber ebenfalls problemlos zu erhalten. Richtig eingestellt springt der Motor sehr gut an, benötigt nur selten Choke, entwickelt ein enormes Drehmoment auch bei niedrigen Drehzahlen - und klingt einfach irre ! Wichtig ist, den Motor sorgfältig warmzufahren (knapp 5 l Motoröl !), die Zylinderkopfdichtung ist offensichtlich empfindlich, die größeren (vor allem der 2l) gelten als etwas "müde" bei höheren Drehzahlen. Motor und Getriebe neigen zu permanentem (leichtem) Ölverlust. Generalüberholungen beider Aggregate können preiswert vom Spezialisten gemacht werden; Auch größere Arbeiten lassen sich in Eigenregie durchführen. Der Spider kann meistens als Oldie versichert werden, die Steuern sind natürlich hoch. Eine Katnachrüstung ist möglich und wird von verschiedenen Stellen angeboten, ist aber wohl für einen älteren Fastback weniger rentabel (finanziell).
Fazit: Für mich ist der Spider die perfekte Mischung aus klassischem Automobil mit Geschichte und unproblematischem, zuverlässigem Spaßgerät.
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27.06.2001 18:01
sehr schöner Bericht. Allerdings: die Legende mit den Golden Lodge - Kerzen scheint unausrottbar zu sein :-) Ich meine, daß der Motor ohne diese Kerzen nicht schön rund laufen würde. Inzwischen haben sich in der Szene folgende Kerzen bewährt, mit denen der Motor einwandfrei läuft, die weniger zum Verrussen neigen und dazu noch VIEL weniger kosten. Es handelt sich um die NGK BP 7 ES. Wer damit leben kann, japanische Kerzen in diesem Juwel von Motor zu benutzen, für den sind diese Zündkerzen erste Wahl. Fahre ich in meinem GTV 2000 ( Bertone, Bj. 72 ). Grüße vom ferrari_user.
18.06.2001 21:07
Klasse, Dein Bericht. Und vor allem ein Bericht, der auch in diese Kategorie gehört. Der ein oder andere Schreiber in dieser Kategorie tut sich wohl mit dem Lesen etwas schwer und plaziert hier auch den Alfa 145 und Co.... ;-) Bye, Torsten