Float like a butterfly, sting like a bee!
06.08.2005 (08.08.2005)
Pro:
Bewegend, gute Darsteller, realistisch
Kontra:
keine Spannung da fakt, nur ein Teil von Ali's Leben
Empfehlenswert:
Ja
 pyromane8
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:95
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 126 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Muhammad Ali ist wohl ziemlich wahrscheinlich der größte Boxer aller Zeiten. Neben seinen unglaubliche Fähigkeiten als Boxer fiel er aber auch durch seine Persönlichkeit auf. Kein Wunder also, dass man früher oder später sein Leben verfilmen würde. Und genau darüber schreibe ich jetzt, da es vor nicht all zu langer Zeit geschehen ist... Der Film beginnt mit Musik, man sieht Ali joggen, trainieren, ein flotter Zusammenschnitt, bis wir plötzlich bei Ali's, damals noch unter dem Namen Cassius Clay, großem Kampf gegen den Schwergewichtsweltmeister Liston sind. Da Ali noch nicht lange Profi war, war er auch sehr unbekannt und die Wetten standen dementsprechend 7 zu 1 gegen ihn. Umso überraschender war dann natürlich die Tatsache, dass Liston, nach unzähligen Treffern schwer gezeichnet, aufgab und Ali neuer Schwergewichtsweltmeister war. Nun beginnt der eigentlich Film....
Neben immer wieder legendären Boxkämpfen wird auch seiner Religion großer Beachtung zugelegt in diesem Film. Bereits vor dem ersten Kampf des Filmes wird die Freundschaft zwischen Ali und Malcom X gezeigt. Über Malcom X werde ich später noch ein paar Worte verlieren. Gezeigt wird, wie Ali zu seinem heutigen Namen kam, denn dieser wurde ihm von den Black Moslems verliehen. Auch wird dann beispielsweise gezeigt, wie Malcom X erschossen wird, Ali verstoßen wird und dann selber in Konflikt gerät. Ein großer Teil des Films handelt davon, dass Ali sich weigert zum Militär zu gehen und den Vietnamkrieg kritisiert. Daraufhin wird seine Boxlizenz und sein Pass eingezogen. Eine schwere Zeit beginnt. Als er endlich wieder Boxen darf verliert er gegen Joe Frazier... Viele glauben, dass die Karriere von Muhammad Ali vorbei ist.
Der Schlussteil, der aber noch bestimmt über eine Stunde dauert, widmet sich dem Legendären Kampf im damaligen Zaire: "Rumble in the Jungle" war der Name des Kampfes zwischen Ali und George Foreman. Bereits bei seiner Ankunft sind die Straßen voll von Leuten die im Chor "Ali, buma ye" rufen:"Ali, töte ihn". Das Volk ist definitiv auf seiner Seite, man sieht wie er beindruckend umgeben von Menschen durch die Straßen joggt und Bilder von ihm sieht, wie er Panzer und Flugzeuge kaputt macht. "Es sollte der Kampf werden, der Ali's Mythos beendet, aber sie haben sich verrechnet" brüllt er auf einer Pressekonferenz. Dann ist es soweit. Goerge Foreman prügelt auf Ali ein, der sich in die Seile lehnt und nur sein Gesicht schützt. Runde für Runde lässt er die gewaltigen Schlägen über sich ergehen. Taktik. Am Ende der achten Runde schlägt Ali ihn K.O. und ist erneut Weltmeister. Mt diesem Ereigniss endet der Film. Es war wohl der Höhepunkt, aber seine Karriere ging noch weiter.
Da der Film eine Biographie ist, fehlt selbstverständlich jegliche Spannung. Man weiss halt einfach, dass Muhammad Ali den Kampf "Rumble in the Jungle" gewonnen hat, dass er Liston besigte und seinen ersten Kampf gegen Joe Frazier verlor. Aber die Spannung wird ja sozusagen durch Wissen ersetzt. Ein paar Fakten prägen sich nochmal in das Gehirn ein, während man den Film sieht.
Nachdem ich den Film das erste Mal gesehen habe, kramte ich kurz ein Video heraus und sah mir nochmal den Kampf in Afrika an. Erst jetzt fiel mir auf, wie sehr alles gepasst hatte. Selbst die Kleidung der Leute an den Seilen passte, der Ringrichter sah aus wie ein Double. Und die Szenen aus den Kämpfen sahen fasst so aus, als hätte man sie digital überarbeitet. Neben dem visuellen wurden auch ungöaublich viele Zitate von Muhammad Ali verwendet. Neben seinem berühmten Spruch "Schwebe wie ein Schmetterling-stich zu wie eine Biene" kann man immer wieder die kleinen, von Ali verfassten Gedichte hören. Was die Authentität betrifft ist dieser Film das beste, was ich je gesehen habe. Als Zuschauer mit ein wenig Hintergrundwissen sieht man also wie genau alles auf Richtigkeit überprüft wurde und baut so sozusagen eine Art vertrauen auf zu denen im Film gelieferten Fakten. Eins hat mich hier allerdings gestört: Es wird gezeigt wie Malcom X erschossen wird. Aber die Hintergründe dieser Tat werden kaum gezeigt. Malcom erscheint sehr viel im Film, ich denke man hätte dieser Geschichte, wenn man sie schon zeigt, ein wenig genauer zeigen können.
Der Hauptdarsteller des Films ist Will Smith. Anfangs staunt man eigentlich nur, wie sehr Will Smith dem damaligen Ali "angepasst" wurde. Er hat natürlich schon im Vorfeld eine Menge trainiert, wie aber sein Gesicht fast doppelt so breit wurde wundert mich dann doch ein wenig. Auf jeden Fall spielt er hier eine Wahnsinnsrolle, eine Rolle, die sonst so gar nicht typisch für ihn ist. Ein weiterer guter Darsteller des Filmes ist Jamie Foxx, der erst kürzlich eine Oscar erhielt für seine Darstellung von Ray Charles. Was den Sound betrifft habe ich noch nichts Vergleichsbares gesehen. Immer wieder hört man Lieder, die aber auch wirklich jedes mal genau passen. Normalerweise fällt es nicht allzu sehr auf, wenn mal ein Lied kommt. Irgendwann denkt man während dieses Films aber schon ganz still und heimlich, dass die Lieder wirklich der Hammer sind. Ein Beispiel:Salif Keita-Tomorrow wird gespielt, als Ali den großen Kampf gegen Foreman gewinnt.
Ein kleiner Nachteil ist meiner Meinung nach die fehlende Vergangeheit Ali's. Man hätte ja wenigstens seine Kindheit mal schnell durchgehen können, oder die Geschichte, wie er überhaupt angefangen hat mit Boxen (er wollte mit 12 den Jungen verprügeln, der sein Fahrrad gestohlen hatte. Ein Polizist und Boxtrainer meinte dann, wahrscheinlich um ihn zu beruhigen, er solle doch erstmal Boxen lernen). Mir hat der Film alles in allem unheimlich gut gefallen. Immer wieder wird betont, der Film sei zu lang, was ich überhaupt nicht so sehe. Wenn man über 3 Stunden zusieht, wie ein Schiff untergeht, dann ist es wohl nicht merkwürdig, wenn die Geschichte des "World's Greatest" 151 Minuten dauert. Will Smith hat mir mit diesem Film bewiesen, dass er aus seiner Haut rauskann und auch in eine ernste Rolle schlüpfen kann. Ich finde diesen Film sehr bewegend, auch wenn, wie bereits gesagt die Spannung fehlt. Alles in allem also ein klasse Film!!!!
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04.10.2005 15:56
Ein guter Film mit einem fantastischen Will Smith, der zu Recht mit einer Oscar nominierung bedacht wurde. Liebe Grüße Bine
17.09.2005 16:40
Mir hat der Film sehr gut gefallen, die Dokumenation "When we were kings" war aber eindrücklicher und artifizieller
12.08.2005 14:17
Hört sich toll an.Schöner Bericht. LG