Jeff Noon erzählt Alices weitere Abenteuer im Wunderland und hinter dem Spiegel, vor allem aber ihren Kampf gegen die Schlangenkönigin.
Hinweis: In meinem Bericht setze ich die kenntnis der beiden ersten ALICE-Bücher von Lewis Carroll voraus.
Der Autor
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Der britische Schriftsteller ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von mima17 über Alice im Automatenland / Jeff Noon 31.01.2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
durchschnittlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
einfallsreich, humorvoll - hintersinnig, witzig, sprachlich originell, gut übersetzt
Kontra:
man sollte trotzdem das Original lesen; gibt's nur noch im modernen Antiquariat
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Jeff Noon erzählt Alices weitere Abenteuer im Wunderland und hinter dem Spiegel, vor allem aber ihren Kampf gegen die Schlangenkönigin.
Hinweis: In meinem Bericht setze ich die kenntnis der beiden ersten ALICE-Bücher von Lewis Carroll voraus.
Der Autor °°°°°°°°°°
Der britische Schriftsteller Jeff Noon, der sich in dieser Fortsetzung der zwei klassischen Alice-Romane "Zenith O'Clock, writer [= righter] of wrongs" nennt, ist der einfallsreiche Autor der phantastischen Romane "Vurt" (dt. "Gelb"), "Pollen" (dt. gleich) und "Nymphomation" (noch nicht übersetzt). Sie spielen alle in seiner Heimatstadt Manchester. Und dies ist auch zum großen Teil der Schauplatz der wundersamen Ereignisse in "Automated Alice".
Das Buch ist schwierig ins Deutsche zu übertragen: Die Anzahl der Wortspiele und Doppeldeutigkeiten ist nämlich derartig groß, daß eine Übertragung zwingend ein völlig anderes Werk hervorbringt - etwa so, als wollte man Lewis Carrolls berühmtes Nonsens-Gedicht "Jabberwocky" übertragen (was in der Tat getan worden ist).
Handlung °°°°°°°°°°
Eines Tages im Jahr 1860 fliegt Alices Papagei Whippoorwill in den Kasten der Großvateruhr und verschwindet. Die um ihren Liebling bangende Alice folgt ihm in das Uhrwerk und landet auf der anderen Seite im Jahr 1998 (wie sie sehr viel später herausfindet) - in einem Termitenbau. Die Termiten sind (wie weiland der weiße Hase) alle sehr in Eile - kein Wunder, sind es doch Computermiten! Sie stellen Berechnungen an, etwa zur Quadratwurzel aus -1 (die es nicht geben kann).
Wenig später landet Alice in einem Gartenschuppen, wo ein grobschlächtiger Mann Puppen aus altem Krempel zusammensetzt und dieses Gebilde mit Hilfe einer Handvoll Computermitenerde "belebt". So zum Beispiel eine Puppe namens James Marshall Hentrail, genannt "Jimi", der ein höllisches Gitarrengejaule auf einem Tennisschläger ("a terrible racket") veranstaltet... Auch ein gewisser Quentin Tarantula wird erwähnt und ein Trompetespieler namens Long Distance Davis, genannt Miles...
Auf der Jagd nach ihrem entflogenen Papagei trifft Alice auf ihre Zwillingsschwester, Automated Alice, genannt Celia. "Celia" ist ein Anagramm aus den Buchstaben von Alices Namen. Und Celia stammt aus dem Jahr 1998, aus Manchester. In der großen Stadt erleben die beiden verrückte und erschreckende Abenteuer. So wird Alice zum Beispiel des Mordes angeklagt und landet im Gefängnis. Sie kann entkommen und entdeckt eine Verschwörung der Bürokraten Manchesters, der "Civil Serpents" (statt civil servants). Die schlangenförmigen Serpents haben nämlich ein wissenschaftliches Experiment mit "Chrononen" an den nichtsahnenden Bürgern durchgeführt, um sie zu Gehorsam und Gesetzestreue zu bringen. Statt des erhofften Ergebnisses entstanden jedoch Mischungen aus Tier und Mensch, ja, aus Ding und Mensch. Alice trifft Zebramenschen und wandelnde Küchenspülen (und Zenith O'Clock).
Verfolgt von der Herrin der Schlangen landet Alice wieder im alten Häuschen, in dem sie 1860 lebte. Dort setzt sie alle zwölf Puzzlestücke, die sie bei ihren Abenteuern todesmutig gesammelt hat, zusammen - doch da bleibt ein Loch! In der Zooszene, die entsteht, fehlt ein Mädchen... Alice hüpft in das Loch hinein - und landet wieder im selben Moment, in dem sie das Jahr 1860 verlassen hatte - rechtzeitig zur Grammatikstunde mit Tante Ermintrude. Wo sie doch so viel zu erzählen hätte...
Fazit °°°°°°°°°°
Ich kenne nur wenige Bücher, die in gleichem hohen Maß wie "Automated Alice" geistiges Vergnügen am verrückten Abenteuer (auch sprachlich!) und emotionale Anteilnahme am Schicksal der Hauptfigur in jener genialen Weise zu verbinden vermögen, wie es Noon hier gelungen ist. Das Buch sprüht vor Einfällen, einer verrückter und doch plausibler wie der andere, ganz im Stil und Ton der Alice-Bücher. Selbst die Gedichte treffen den gleichen Esprit. Und es gibt eine ganze Reihe von Szenen und Sätzen, die den Leser über die eigene Beschaffenheit und Wahrnehmung der Wirklichkeit nachdenken lassen.
Kurz: Highly recommended! Nicht nur für junge Menschen. Für alle Alice-Fans ein Muß!
Pro: witziger, unterhaltsamer, verrückter Roman Kontra: nada
Ja, ihr hättet auch nicht gedacht, dass Lewis Carroll noch ein drittes Alice-Buch geschrieben hat, oder? Wurde gerade herausgefunden. Nein, stimmt so nicht ganz. Denn eigentlich hat ein gewisser Zenith O’Clock dieses Buch geschrieben. Er schickt ...
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Pro: spannend, unterhaltsam, grotesk-satirischer Humor, kühne Zukunftsvision, gelungene Übersetzung Kontra: hoher Preis für ein Paperback
...das Lesen leicht, doch sollte man dabei die zahlreichen intelligenten und mitunter witzigen Einfällen nicht übersehen, die dem australischen Autor eingefallen sind.
Statt an Philip K. Dick hat mich "Logoland" weitaus mehr an den Schotten Irvine Welsh ("Trainspotting") und den Manchester-Briten Jeff Noon ("Alice im Automatenland", "Gelb", "Pollen", "Nymphomation") erinnert: der gleiche Einfallsreichtum, der gleiche Mut zur Groteske, nur diesmal übertragen auf die Wunderwelt der Globalwirtschaft. Logoland, wir kommen!
Michael Matzer (c) 2009ff
Info: Jennifer Government, 2003; Heyne 07/2003, München; 400 Seiten, EU 12,00, aus dem US-Englischen übersetzt von Anja Schünemann; ISBN 3-453-86947-8...
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Pro: spannendes, unheimliches Buch mit guten Charakterzeichungen Kontra: für Noon-Neulinge etwas komplizierter zu verstehen
...Pollen war das erste Buch, dass ich von Jeff Noon gelesen habe, jedoch sein zweites großes Werk nach „Vurt“.
Es war der erste Schritt in meinem Jeff-Noon-Bewunderer-Dasein, welches sich im übrigen auch auf die Bücher „Pixeljuice“ (Pixelsalat), „Automated Alice“ (Alice im Automatenland), „Nymphomation“, „Cobralingus“ und „Needle in the Groove“(alle drei gibt es so weit ich weiß bisher nur auf Englisch) und – klar – „Vurt“ (Gelb) stützt.
Dabei finde ich Pollen im Nachhinein nicht ganz so grandios wie zum Beispiel „Vurt“ oder „Pixeljuice“.
Es fällt leichter, sich in dieses Buch hineinzuversetzen („Ein Roman voller Seltsamkeiten“ – The Times), wenn man sich zum Beispiel durch Gelb schon...
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