Alice im Wunderland (2010)

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Alice im Wunderland (2010)

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... aber immerhin weiß ich, dass ich der derzeitig neuesten Verarbeitung der altbekannten Idee Alice im Wunderland nicht allzu viel abgewinnen darf. Hauptgrund dafür, dass ich mir jenes überhaupt ansah, war neben Tim Burton bzw. Johnny Depp und einem UCI-Kinocentergutschein vor allem der ... Bericht lesen





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1-6 von 13 Erfahrungsberichten    
> Alle 13 Alice im Wunderland (2010) Erfahrungsberichte anzeigen
....wir sind hier ja schließlich nicht bei "Flash forward".
Erfahrungsbericht von Cosmay über Alice im Wunderland (2010)
17.03.2010


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Welpen .  .   !  !  !  absolut gelungene Optik; Johnny Depp holt das beste aus seiner (kleinen) Rolle raus
Kontra: kaum spannend, Mischmasch aus mehreren Alice - Geschichten, irgendwie zu platt

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Wer Tim Burton einmal in seiner Filmdarbietungskunst bewundern konnte, der wird daraufhin entweder völlig fasziniert, definitiv abgeschreckt oder, wie ich, erstmal völlig verwirrt sein. Lange hat es gedauert, bis ich mir auch nur eine Meinung über „Nigthmare before christmas“ gebildet hatte ~ spätestens seit Burton jedoch stetig auf Johnny Depp zur Verfeinerung seiner skurillen Filme zurückgriff, gucke ich mir eigentlich jede dieser Veröffentlichungen an. Nach wie vor bin ich mir zwar mit mir selbst noch nicht einig, ob ich „Corpse Bride“ oder doch „Sweeney Todd“ besser finde... aber immerhin weiß ich, dass ich der derzeitig neuesten Verarbeitung der altbekannten Idee

Alice im Wunderland

nicht allzu viel abgewinnen darf.

Hauptgrund dafür, dass ich mir jenes überhaupt ansah, war neben Tim Burton bzw. Johnny Depp und einem UCI-Kinocentergutschein vor allem der Umstand, dass sich diese Gelegenheit zu einem Date mit meiner SumSum1986 ausnutzen ließ. Welche(s) mir eindeutig mehr zusagte, als der Film selbst... wobei ich gerne vorneweggreife und sage, das die nunmehr 28. (!!!) Verfilmung der guten Alice-Geschichte gar nicht mal sooo schlecht war.

Aber eben auch nicht so überragend bzw.“zumindest gelungen“, wie ich mir das ganze vorgestellt hatte.

Zwar ist es schon arg lange her, dass ich erstmalig mit der „Alice im Wunderland“ story Kontakt hatte (in Zeichentrick, übrigens; welcher nun genau das war... keine Ahnung), doch an gewisse Eckpfeiler konnte ich mich noch sehr gut erinnern. Ich sag nur: Kaninchenbau, kindliche (!!) Alice, abstruses eierförmiges Zwillingspaar, Grinsekatze, „tierquälerisches“ Kroketspiel, rote Königin, groß- und kleinmach-Zaubermampfi, der verrückte Hutmacher, eine rauchende Raupe sowie ein hektisches Karnickel.

Während ich mich anfänglich noch damit anfreundete, dass die gute Alice hier bereits teil-erwachsen ist und obendrein verlobt werden soll, wunderte ich mich im weiteren Verlauf des Filmes mehr und mehr.

Jabberwocky? Weiße Königin?

Ooookay... ich bin ja offen für neues und konnte mich somit auch auf die story einlassen, dass Alice aus der „richtigen Welt“ durch den berühmten Kaninchenbau in die Wunderland-Gegend gelangte, wo ein Sammelsurium an schrägen Gestalten quasi seit Anno tobak auf die richtige Alice (Mia Wasikowska) wartete, die jenes Wunderland vor der bösen Königin (Helena Bonham-Carter) erretten soll, indem sie ihrem Jabberwocky den Kopf abschlägt. Sodann soll die Weiße Königin (Ann Hathaway) wieder zurück an die Macht gelangen und alles wird gut und Ende.

Die Umsetzung

ist dann weniger Johnny Depp–lastig wie erwartet bzw. gar erhofft. Während dieser Darsteller es zweifellos immer wieder schafft, allein durch seine Mimik zu überzeugen, scheint dieses Können hier nicht wirklich ausgereizt worden zu sein.

Da der Film beinahe zwei Stunden andauert, ist es fast schon logisch, dass dieser stellenweise regelrecht dahinplätschert; wobei ich allerdings sagen muss, dass dieser einem auch nicht ewig lang vorkommt. Irgendwie „fehlt“ mir persönlich trotzdem zu viel von den absoluten Eckpfeilern der einstigen Geschichte; die Teegesellschaft wird genau wie das Krocketspiel nur sehr kurz angedeutet; bzw. nimmt Alice hier nicht wirklich an eben diesem Teil. Immerhin blieb mir so erspart, nochmal zu sehen, wie auf den „Igel-Ball“ eingedroschen wurde... bei sowas blutet mir ja doch immer das Herz.

Aber trotzdem: ich wage mal zu behaupten, dass genau diese Knackszenen es sind, an die sich die meisten „Alice-Kenner“ erinnern können, immer und immer wieder.
In der Burton-Umsetzung hingegen wirkt es fast so, als wäre dem Regisseur dieser Umstand bewusst gewesen und er hätte versucht, irgendwo noch eine minimalistische Erwähnung des ganzen königlichen Prozedere hineinzuquetschen. Was, logischerweise, nicht ganz so gelungen ausschaut.

Über den Umstand, dass Alice nun 19, aber dennoch kindlich genug ist, um das ganze Wunderland überhaupt noch wahrnemen zu können bzw. daran zu glauben, mag man sich vielleicht streiten... ich persönlich bin nunmehr olle 31 Jahre und glaub immer noch an Elfen und Einhörner, von daher habe ich hier keinerlei Einwände.

Einwände hingegen erhebe ich feierlich im dem Zusammenhang, dass viele Problemchen, denen sich Alice zwecks Happy-end-Erreichung stellen muss, zu glatt und einfach gelöst werden können. Natürlich habe ich hier kein Zelda mäßiges „kauf dir für 500 Taler ein paar Schwimmflossen, damit du durch den Wasserfall gelangst um deinen Bumerang anhand eines Zauberbeckens in einen besseren verwandeln kannst“ Gedöns erwartet, aber das Blondi hier fast erst vom merkwürdigen Hüte-Tier der Roten Königin zerfetzt werden soll, um nach nem buchstäblichen Augenaufschlag sich mit jenem zu verbrüdern (oder zu verschwestern?), war mir persönlich dann doch eher zu konstruiert und somit zum kritischen pfffff-ten.

Da „Alice im Wunderland“ eine Freigabe von FSK12 erhielt, zählt das Argument „jüngste Zuschauer müssen den Geschehnissen ja auch folgen können“ meiner Ansicht nach nicht.

Sicherlich sind die Barbie-Filme, die ich hin und wieder (okay: IMMER) wieder gerne gucke, nicht viel tiefsinniger als das, was Burton hier kredenzte ~ und doch zeugen diese zweifellos von mehr Herzblut. Diese Neuverfilmung von „Alice im Wunderland“ hingegen ist genauso mittelmäßig wie jener Barbiefilm mit den Tänzerinnen... Höhen- und Tiefenlos.

Über die Vorhersehbarkeit mag ich nichtmal moppern; was ja auch ein Witz wäre, eben weil halt. Doch bzgl. der Umsetzung... sie ist einfach nicht so richtig Burton-mäßig. Vielmehr scheint es, als wäre dem guten irgendwann eingefallen „hach, stimmt ja, den Film muss ich ja auch noch fertig stellen bis zum xy“ und er hätte hopplahopp alles zusammengebatscht, noch schnell versucht, den 3D-Effekt (und Hype) auszunutzen und tada.

Doch leider nix tada.

An dieser Stelle sollte vielleicht erwähnt werden, dass wir uns den Film (zu meiner persönlichen Erleichterung, übrigens) nicht in jener 3D Fassung anschauten. Doch auch in 2D überzeugt das Treiben vom rein optischen Effekt, ist genauso quietschig und stellenweise bedrückend wie man es von Burton her gewohnt ist. Ich wage mal zu behaupten, dass man ferner von einer absoluten 3D Parade nahezu erschlagen werden würde... aber es soll ja auch Fans von diesem „mir fliegt da was ins Gesicht“ Effekt geben.

Zurück zum Inhalt:
Wer Burtons Filme kennt, der weiß dessen skurrilen Humor zu schätzen ~ und wird ihn hier somit latent vermissen. Sicherlich gibt es die ein oder andere Szene, in der ich die Menge, die den Kinosaal füllte (sprich: neben uns noch 4 weitere Personen) wie mich gaaaanz kurz kichern hörte... aber so gebellt (…) wie bei „Corpse Bride“ hab ich dann an keiner Stelle. Zwar hatte dieses stetige „aaaaaaab mit seinem Kopf!!!“ durchaus was kongeniales an sich; doch so richtig wuppen tat bei dem Film eigentlich nichts.
Außer die optische Erscheinungsform der weißen Königin; aber das ist so ne Art gothic-fetish in mir, das muss man also nicht verstehen. Genauso wenig wie der Umstand, dass die junge Dame im Film einen völlig anderen Lippenstift druff hatte als auf'm Filmplakat. Egal.

Fakt ist, dass auch diese Figur teilweise seltsam verloren wirkte... wer in der Regie sich ihre Jesus-ähnliche Körperhaltung ausgedacht hat, würde mich darüber hinaus ohnehin mal interessieren.

Nichtsdestotrotz will ich hier nicht so rüberkommen, als wäre der Film tatsächlich schlecht gewesen. Nein, ganz und gar nicht ~ er eignet sich wirklich wunderbar um ihn mal eben so zu gucken und sich an den optischen Gegebenheiten zu ergötzen. Man erkennt rasch, wie viel Idee, Arbeit und Liebe im Detail liegt und würde sich am liebsten ein Stück Leinwand als Fototapete anfertigen lassen.

Für mehr taugt der Film dann leider aber auch nicht wirklich. Szenen, die als „überraschende Wendungen“ geplant waren, wuppen nicht wirklich sondern werfen darüber hinaus eher Fragen auf ~ wobei einzugestehen bleibt, dass vermutlich ausschließlich ältere Zuschauer den Rest des Filmes mit der Grübelei verbringen, wieso es denn eigentlich ein Rätsel darstellen sollte, ob diese Alice die richtige Alice ist bzw. ob sie den Kampf verliert ~ eben weil es in dem ollen Orakel doch genauso geschrieben stand. Und wenn dem nicht so gewesen wäre, dann hätte da ja wohl was anderes gestanden... wir sind hier ja schließlich nicht bei „Flash forward“.

Wie dem aber auch sei; ein paar Denkanstöße Marke „bleib du selbst, ganz egal, was andere von dir erwarten“ fehlen bei „Alice im Wunderland“ keineswegs, was mir persönlich meistens zusagt. Und das tut's auch hier, zumal nicht allzu eindringlich auf eben jene Aussagen gepocht wurde, sondern diese sich dank der blauen Raupe einmalig (im doppelten Wortsinn, wohlgemerkt) ins Köpfchen des Zuschauers einnisten.

Was dieser dann daraus macht, sei mal wieder ihm selbst überlassen.

Summa summarum

musste ich erst ein wenig recherchieren, um überhaupt zu kapieren, dass es sich bei Burtons filmischer Umsetzung eigentlich um eine Verschmelzung diverser Alice-Geschichten handelt; was im Grunde ja kein wirkliches Manko sein sollte.

Tatsächlich bedauerlich ist hingegen, dass die Charaktere so unausgefeilt wirkten; der Umstand, dass die „Fans“ der Roten Königin mittels Plastiken suggerieren, als hätten sie wie ihre Herrscherin ebenfalls körperliche Macken, kommt hier nur am Rande zum tragen und dürfte von jüngeren Zuschauern nicht in der gesamten Komplexität der dargebotenen Unterwürfigkeit erkannt werden. Ebenso verpufft der Seitenhieb auf die gütige, reine, hübsche und liebliche Weiße Königin; die hier ein wenig eingebildet daherkommt.

Ohnehin ist der Film zwar „erst“ ab 12 Jahren freigegeben, vermutlich eher wegen der „Augen-ausstech-Szene“.... aber ich schätze, dass „Alice im Wunderland“ in dieser Altersgeneration noch weniger Fans finden wird, als er es ohnehin lediglich tut.
Ergo des Ergos: rein optisch ein absoluter Hochgenuss, Burton- und Depp-Fans kommen darüber hinaus zumindest ansatzweise auf ihre Kosten; während „Alice im Wunderland“ Fanatiker wohl eher ähnlich enttäuscht sein dürften wie ich es bzgl. der Schlusssequenz war.

Im Gegenzug zu der guten Frau Sumse hab ich allerdings meinen gekauften Kinogutschein nicht zu hause verschluddert gelasssen, so dass ich so gesehen immerhin nur 1€ Eintritt bezahlen musste. Und nein; das war kein Hartz IV Rabatt.

Aber egal für welchen Eintrittspreis:
Keine wirkliche Empfehlung, drei Sterne und ein Blick auf die bis dato erschienenen Verfilmungen; nur so als Anreiz:


1903 – Alice in Wonderland als Kinofilm von Cecil Hepworth (Stummfilm)
1910 – Alice in Wonderland als Kinofilm der Edison Studios (Stummfilm)
1915 – Alice in Wonderland als Kinofilm von W. W. Young (Stummfilm)
1931 – Alice in Wonderland als Kinofilm von Bud Pollard
1933 – Alice in Wonderland von Norman McLeod
1949 – Alice in Wonderland als Kinofilm von Dallas Bower, der erste Alice-Farbfilm
1951 – Alice im Wunderland (OT: Alice in Wonderland) als Disney-Trickfilm
1955 – Alice in Wonderland als Fernsehfilm von Maurice Evans
1965 – Alice in Wonderland als Fernsehfilm von Dennis Potter
1966 – Alice in Wonderland in Paris, als Trickfilm
1966 – What's A Nice Kid Like You Doin' In A Place Like This? als Trickfilm
1966 – Alice in Wonderland als Fernsehfilm von Jonathan Miller
1966 – Alice Through the Looking Glass als Fernsehmusical von Alan Handley
1972 – Alice's Adventures In Wonderland als Musical von Willian Stirling
1976 – Alice in Wonderland als Pornomusical von Bud Townsend
1981 - Alica w Strone Tschjudess (russische Zeichentrickserie))
1981/82 - Alice at the Palace als Musical von Elizabeth Swados
1982/83 – Alice In Wonderland als Musical von Kirk Browning
1982 – Alice in Wonderland als Theaterstück von John Driver
1983 – Alice im Wunderland (Fushigi no Kuni no Arisu), Anime-Serie
1985 – Alice in Wonderland als 2-Teiliger Fernsehfilm. 1. Teil "Alice in Wonderland" 2. Teil "Alice trought the looking glasses" mit Natalie Gregory als Alice.
1988 – Neco z Alenky als Fernsehfilm von Jan Svankmajer
1999 – Alice in Wonderland als Fernsehfilm von John Henderson
1999 – Alice im Wonderland als Fernsehfilm von Nick Willing
2000 – Alice Underground als Fernsehfilm von Robert E. Lee
2004 – Alice’s Misadventures in Wonderland als Fernsehfilm von Robert Rugan
2009 – Alice, als Mini-Serie im Fernsehen
2010 – Alice im Wunderland (OT: Alice in Wonderland) als Kinofilm von Tim Burton

(vgl. Wikipedia)
   
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01.01.1970
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