Alien vs. Predator (2004)

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Alien vs. Predator (2004)

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... Aber nachdem erstmalig ein Alienschädel in der Trophäengalerie des Predators [in „Predator 2“] zu sehen war, wurde der Markt vermehrt mit „Alien vs. Predator“-Comics und Computerspielen überschwemmt und die Gerüchteküche Hollywoods war verständlicherweise am Brodeln. ... Bericht lesen





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1-6 von 44 Erfahrungsberichten    
> Alle 44 Alien vs. Predator (2004) Erfahrungsberichte anzeigen
Es ist unser Planet... Und ihr Krieg...
Erfahrungsbericht von ZordanBodiak über Alien vs. Predator (2004)
16.11.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Die bösesten Filmmonster gehen auf einander los .  .  .
Kontra: .  .  . und werden dabei von Menschen gestört !

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Vielleicht hätte man Sigourney Weaver vertrauen sollen, die schon vor Ewigkeiten sagte, dass sich die Idee eines Aufeinandertreffens zwischen den beiden Filmmonstern grausig anhört. Aber nachdem erstmalig ein Alienschädel in der Trophäengalerie des Predators [in „Predator 2“] zu sehen war, wurde der Markt vermehrt mit „Alien vs. Predator“-Comics und Computerspielen überschwemmt und die Gerüchteküche Hollywoods war verständlicherweise am Brodeln. Nun also sollte auch der erste Krieg zwischen den außerirdischen Bestien auf der Leinwand erfolgen. Gänzlich ohne Staraufgebot vertraut man einzig auf die Zugwirkung der namhaften Monster und erhofft sich so die Kassen zum Klingeln zu bringen.


Dummerweise sitzt bei dieser Ausschlachtung des vielversprechenden Franchising-Produktes mit Paul W. S. Anderson aber einer der überflüssigsten Menschen Hollywoods auf dem Regiestuhl. Schon seine anderen Computerspiel-Adaptionen [„Mortal Kombat“ und „Resident Evil“] wirkten wie lustlose Genrewerke, die allerhöchstens mit eigenen Interaktionsmöglichkeiten [sprich: mit einem Joystick] Spaß bereitet hätten. Und auch bei „Alien vs. Predator“ stoppelt sich Anderson schnell ein Drehbuch zusammen, in dem eine Truppe von wissbegierigen Menschen von einer Pyramide in der Antarktis angezogen werden, die 600 Meter unter dem Eis errichtet worden ist. Ein fataler Fehler wie sich noch herausstellen wird, denn dies war nur das Lockmittel einer außerirdischen Rasse [der Predators], die in der Pyramide alle einhundert Jahre ihre Jagdgelüste auslebt und für ihr Hatzobjekte [die Aliens] noch Wirte zum Ausbrüten benötigt – und der menschliche Körper scheint eine perfekte Brutstätte dafür zu sein.


Lieblos ist die Story zusammengestückelt und obwohl in der ersten Hälfte krampfhaft versucht wird die Figuren als etwas Einzigartiges darzustellen, wirken diese nur wie gewöhnliche Schablone, die die Genreklischees zu erfüllen haben. Dass hierbei mit Alexa zwar eine weibliche UND schwarze Person die zentrale Rolle übernimmt, mag in einem Hollywood-Blockbuster noch immer eine Neuerung sein – hilft aber in der Gesamtbetrachtung auch nicht weiter. Denn Alexa werden die gleichen Charaktereigenschaften zugesprochen, die ein neuer Actionheld scheinbar haben muss, um von den Studiobossen Hollywoods abgesenkt zu werden: Kritisch hinsichtlich der Mission und mindestens genauso kritisch gegenüber dem Einsatz von Waffen. Dass sie aber zumindest ihre pazifistische Ader im Verlauf des Filmes verlieren wird, dürfte selbstverständlich sein.

Andere Figuren und deren charakterliche Eigenschaften? Das gibt es nicht wirklich. Für was auch? Weitere Charaktere werden nur eingeführt, um wenigstens ein bisschen das „10-kleine-Negerlein-Prinzip“ ausleben zu können. Aber auch wirklich nur kurz, denn so schnell wie der Bestand der Menschen in „Alien vs. Predator“ dezimiert worden ist, wurde wohl schon lange keine Schauspielerriege mehr ausgemerzt. Bereits nach dem ersten Auftauchen der fiesen Außerirdischen geht es heiß her und die Hälfte der Menschen muss ihren Körper als Brutstätte für die Aliens hergeben. Die restlichen Überlebenden haben aber genauso wenig Spaß bei ihrem weiteren Trip durch ihre Todesstätte und müssen bereits kurze Zeit später Bekanntschaft mit Face-Huggern [vgl. Bild 1] oder mit den Speeren der Predators machen.

Äußerst nachteilhaft ist hierbei, dass bei dieser Hatz so gut wie keine Spannung aufkommt. Dank der mangelnden charakterlichen Entfaltung und dem viel zu hektischen Zuschlagen der außerirdischen Monster werden jegliche Spannungsansätze im Keim erstickt. Man entwickelt keinerlei Gefühle für die Figuren und interessiert sich somit auch keineswegs für deren Schicksal – hofft insgeheim höchstens, dass selbiges etwas kreativer ausgestaltet wird. Besonders ärgerlich ist dieser Spannungsmangel jedoch, wenn man sich der sich bietenden atmosphärischen Möglichkeiten bewusst wird. Überwiegend enge und schwachbeleuchtete Gänge, die willkommene Erinnerungen an den ersten „Alien“-Auftritt auf der Nostromo hervorrufen. Und dann noch die (von „Cube“ geklaute) Idee der sich verschiebenden Wände. Ausgenutzt wird diese klaustrophobische Atmosphäre leider zu keinem Zeitpunkt. Nie wird die Enge der Räume für ordentliche Schockmomente gebraucht, immerzu kündigt sich das nächste Auftreten der Bösewichter bereits meilenweit im Voraus an. Gerade mal in den „Anfangsminuten“ der Jagd rotieren die Wände so, dass die Figuren in aussichtslose Situationen gebracht werden. Aber selbst wenn einmal ein Gruppenmitglied von den anderen getrennt worden ist, sorgen die schnellen Stakkatoschnitte [welche auch in der Kürzung für das Kino begründet sein könnten] dafür, dass sich das Grauen zu keiner Sekunde entfalten kann.

So verbleibt „Alien vs. Predator“ ein Schnellschuss-Produkt, das so gar nicht in das Universum der hochspannenden „Alien“-Filme passen will. Überhaupt, abgesehen vom Auftreten der Monster bietet der Film nur wenige Hinweise darauf, dass das Ganze auf zwei äußerst erfolgreichen Filmserien beruht. Einzig der kränkelnde Expeditionsleiter Charles Bishop Weyland schließt die Lücke zu den späteren Alien-Kämpfen mit Sigourney Weaver – so wurde doch dessen Aussehen für die Prouktionsreihe der Bishop-Cyborgs [„Aliens“ und „Alien³“] gebraucht. Ansonsten wirkt Andersons Arbeit aber äußerst eigenständig und lässt sich nicht seine Filmverwandtschaft anmerken. Dennoch ist diese Eigenständigkeit nicht als sonderlich positiv zu werten, denn was bringt ein Film, der zwar eigene Wege beschreiten will, hierbei aber keineswegs ein stimmiges Gesamtbild abliefert?

Zwar muss man sich eingestehen, dass die vom Filmtitel versprochenen Kämpfe der Außerirdischen zunächst äußerst gefällig daher kommen – aber dies ist einer der wenigen Pluspunkte im Gesamtbild. Denn im Gegenzug wirkt die gesamte Schauspielerriege so pomadig und unmotiviert wie ein aus dem Kälteschlaf geweckter Raumfahrer. Aber wen wundert’s? Abgesehen von dem „Alien“-erfahrenen Lance Henriksen [Charles Bishop Weaver] wurden überwiegend nur No-Names gecastet. Zwar wurde Sanaa Lathan [Alexa; u.a. „Brown sugar“ und „Out of time“] der Aufstieg in besserdotierte Gehaltsregionen prophezeit, mit ihrem uninspirierten Auftritt als Heroin wird sie sich aber wohl selbst den Aufwind aus den Segeln genommen haben.

Doch über diese Mängel könnte man eigentlich noch getrost hinwegsehen. „Alien vs. Predator“ wäre einfach nur ein zufriedenstellender Actionreißer, der trotz aller Klischees und verschenkter Möglichkeiten unterhalten würde. Wäre da nicht die letzte halbe Stunde, die dem Fass wahrlich den Boden ausschlägt.

[SPOILER]
Alexa erweist sich erwartungsgemäß als die letzte Überlebende und sieht ihre einzige Überlebensmöglichkeit darin sich gemeinsam mit dem letzten Predator auf die Jagd nach der Alienbrut zu begeben. Nicht nur, dass Alexa für diese seltendämliche Zweckgemeinschaft einen Schild aus einem Alienschädel erhält (und wo ist da das Säureblut der Aliens?). Auch das halbe Grinsen des Predators nach der vollbrachten Metzelei wirkt irgendwie lächerlich. Neben diesen unfreiwillig komischen Momenten wird der an den Haaren herbeigezogene Höhepunkt des Filmes gänzlich ohne Spannung inszeniert – und reiht sich somit bestens in die vorangegangene „Handlung“ ein. Man kann sich schon ausmalen, dass es noch ein Aufbäumen der Alien-Queen geben wird und dass Alexa als scheinbar schwächstes Glied in der Kette der drei Rassen diesen Kampf als einzige überleben wird. Es sind die simpelsten Genre-Regeln die Anderson krampfhaft und in aller Strenge anwendet, ohne dabei auch nur annähernd ironisch wirken zu wollen.

Dass letztlich der tote Predator von seinen weiteren Gefährten zurück auf das Raumschiff geholt wird, dürfte nach dem Betrachten der Vorgängerfilme selbstverständlich sein. Dass dieser Predator aber ein Alien in sich trägt, sollte wohl ein Abschlussgag sein – der nicht so richtig zünden will. Einerseits stößt da die Dummheit der Predators sauer auf, die zufälligerweise ihren körperscannenden „Röntgenblick“ bei ihrem Artgenossen nicht angewendet haben, um ein Sequel zu ermöglichen. Andererseits wirkt die Geburt des Alien auch nicht sonderlich überraschend, schließlich bekam man die „Befruchtung“ durch den Face-Hugger äußerst direkt im Verlauf des Filmes zu sehen. Der einzige interessante Aspekt, der an dieser Schlüpfung verbleibt, ist somit das Aussehen des Alien-Babys, welches auch Züge der Predators angenommen hat. Was es mit dieser Brut aber auf sich hat, wird man erst in der Fortsetzung erfahren, die dank des guten Abschneidens an den US-Kinokassen wohl schon als abgesichert gelten dürfte.
[SPOILER-ENDE]


*Fazit – Whoever wins... We lose!*

Vielleicht hätte der Film noch durch eine Prise Selbstironie gerettet werden können, in diesem Zustand ist „Alien vs. Predator“ aber einfach eine große Enttäuschung. Zwar bereitet die erste Stunde etwas Spaß und das Gekloppe der beiden Biester ist durchaus als ansehenswert zu bezeichnen – jedoch verflacht der Film nach gut einer Stunde auf einem Niveau, das einer unfreiwilligen Selbstparodie gleicht. Daher lieber auf die DVD warten und hoffen, dass Paul W. S. Anderson sein Versprechen hält und auf selbiger einen Director’s Cut präsentiert, der wenigstens noch mit ein paar blutigen Einlagen auf Blickfang geht.

In der Kinofassung ist „Alien vs. Predator“ einfach eine doofe Ausschlachtung einer interessanten Grundidee. Die Schauspieler sind erschreckend schwach. Die Spannung kommt zu kurz. Und selbst der Beschuss mit Alien-Zweikampf-Action kann nicht über die Spielzeit von gut 100 Minuten retten. Spätestens nach der ersten Stunden guckt man gelangweilt auf seine Uhr und erhofft sich, dass einer der Predators seine alles vernichtende Bombe zündet und dem Spuk ein schnelles Ende bereitet...

Wertung: 3 kopfjagende Punkte auf meiner 10er-Skala
Internet: www.avp-movie.com
   
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