Wie einigen von euch vielleicht bekannt ist, ist die Idee, Aliens gegen Predatoren antreten zu lassen, nicht wirklich neu. Im Jahr 2000 erschien unter der Flagge von Electronic Arts das erste Spiel mit dem sinnigen Namen „Alien vs. Predator“. Irgendwie passend :). Damals übernahm der Spieler wahlweise die Rolle eines Marines, Predatoren oder Aliens, jeder hatte seine Vor- oder Nachteile. Wegen der heftigen Gewalt im Spiel wurde es bald mal in Deutschland indiziert, trotzdem war es ein großer Erfolg. Darum dauerte es kein Jahr bis zu einer Fortsetzung, Ende 2001 war es dann Zeit für „Alien vs. Predator 2“, diesmal im Vertrieb von Vivendi. Nicht mehr ganz so erfolgreich erschien trotzdem noch ein Add-on für das Spiel, dann wurde es leise um die Serie. Bis zum Jahr 2003, da erschien exklusiv auf Konsole (PS2 und XBOX) das sehr gute Strategiespiel „Alien vs. Predator: Extinction“ Keines der Spiele ist heute noch erhältlich, gerade das Strategiespiel dürfte noch privat zu bekommen sein. Mit diesem „Vorwissen“ kann man sagen, daß der Regiseur und Drehbuchautor frech geklaut hat und auf der Grundlage der Spiele eine sehr hauchdünne Story gebastelt hat.
So, jetzt aber zum Film.
Bevor jetzt einer Sagt: „Ich habs dir ja gesagt“, ich habe die Warnungen vernommen und gelesen, aber ignoriert. Die Vorschau des Streifens war doch zu verlockend, und nachdem die ALIEN-Filme immer eine Faszination auf mich ausübten (Alien, war das tatsächlich 1979?) und Predatoren an sich auch kein übles Thema sind war ich jetzt auch im Kino, was es dort zu sehen gab lest ihr jetzt.
• Die Story
• Die Effekte
• Die Darsteller
• Zusatzinfos
• Meinung und Fazit
DIE STORY
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Die ist schnell erzählt. Ein ehrgeiziges Forscherteam, finanziert vom noch ehrgeizigeren Millionär und Geschäftsmann Charles Bishop Weyland (Lance Henriksen) entdeckt in der Antarktis in 600 m Tiefe eine Pyramide, die auf einmal auf den Schirmen der Anlagen aufgetaucht ist. Irgendeine Energiequelle hat offensichtlich für Bewegung unter dem Eis gesorgt, die Mauern der Pyramide zeichnen sich als wunderschönes Muster auf den Monitoren ab, und der Forscher- und Pioniergeist schlägt zu.
Beim Anblick vom zielsicheren Geschäftsmann Wayans hatte ich ein kleines De ja vu ( ich hoffe, das schreibt man so). Denn der wird von keinem geringeren gespielt als Lance Henriksen, für alle dies nicht wissen, er verkörperte in den ersten Alien-Teilen den Humanoiden Bishop, der Sigourney Weaver mehr als nur einmal den Arsch rettete :). Eine kleine Hommage an den ersten Teil wurde auch eingebaut: Dem aufmerksamen Beobachter ist das flinke Kugelschreiberspiel des Geschäftsmanns in einer kurzen Szene nicht entgangen, denn das selbe machte er im ersten Alienteil, nur eben mit einem Messer, das er blitzschnell zwischen den Fingern auf einer Tischplatte hin und her stach, ohne sich zu verletzen (fast). Das fand ich cool.
Auf jeden Fall ist Weyland schwer krank, und möchte mit dem Fund dieser Pyramide quasi in die Geschichte eingehen. Darum scheut er auch keine Kosten und Mühen und stellt ein Team der besten Forscher der Welt für eine einmalige Expedition zusammen.
Darunter finden sich auch die amerikanische Forscherin Alexa Woods und der italienische Archäologe Sebastian de Rosa, die für dieses Projekt aus ihren aktuellen Aufgaben gekommen sind. Diese beiden sind auch die einzigen, die man zu Beginn näher kennen lernt. Hmm, wer da wohl am ehesten eine Überlebenschance hat???
Alexa, oder auch nur kurz Lex genannt, sträubt sich zu Beginn, da das Team keine Zeit hat, ausgebildet zu werden. Sie will nicht in unerforschtes Gebiet, hunderte Kilometer von Hilfe entfernt, ohne die Leute richtig geschult zu haben. Doch der Italiener (wie sollte es auch anders sein) überzeugt sie, mit zu kommen. Sie hätte nach Hause fahren sollen. Die Pyramide befindet sich unter einer alten Walfänger-Basis, die wie von Geisterhand im Jahre 1904 von einem Tag auf den anderen leer war. Doch keiner wundert sich oder hat all zu große Bedenken, der Entdeckerdrang ist einfach zu groß.
Während sich das Team also in mehreren Schneemobilen auf den Weg macht, beobachten Predatoren aus einem riesigen Schiff aus der Ferne des Alls das Geschehen, und begeben sich schließlich auch auf den Weg zu dieser Pyramide. Aus großer Distanz feuern die Predatoren auf die Walfängerstation, noch weiß man nicht, wozu. In der Nähe der Erde werden drei bemannte Raketen von den Predatoren abgefeuert, zu Fuß und gut getarnt begeben sie sich zu den Menschen und auf den Weg zur Pyramide.
Das Team der Menschen findet auch schon bald einen Eingang zur Pyramide, der plötzlich aufgetaucht ist, 600 m tief, exakt im Winkel von 30 Grad gebohrt, und was passiert? Genau! Keine Sau wundert sich, sondern alle freuen sich über die Abkürzung! Da muss man schließlich nicht selber bohren! AAARRGG! Das war der erste Moment, in dem ich mir dachte, daß ich vielleicht doch auf die Warnungen hätte hören sollen, aber jetzt saß ich schon mal da. Naja, der Abstieg begann, und recht unspektakulär erreicht man das Ende der 600 m Röhre, während das oben verbliebene Bohrteam munter von den Predatoren aufgemischt wird. Frei nach „Wir töten nur, was für uns eine Bedrohung darstellt“ müssen die Menschen natürlich feste ballern, um flott zu sterben. Nach dem das erledigt ist, machen sich auch die Predatoren an den Abstieg, noch immer weiß man nicht, was hier los ist.
Am Eingang der Pyramide wird schließlich ein Boden-Mechanismus ausgelöst, der die Pyramide wirklich zum Leben erwachen lässt: Im untersten Bereich der Pyramide erwacht eine gefangene Alien-Mutter, die sofort mit dem Legen von Eiern beginnt.
Die Pyramide selbst beginnt, sich alle 10 Minuten zu verändern. Sobald die Menschen die so genannte Opferkammer gefunden haben, geht das Spektakel los. Schnell geborene Face-Hugger greifen sich die ersten Opfer, und schon bald schlüpfen aus den Körpern die ersten Aliens. Die Schlacht kann beginnen, und die Menschen stehen hier nur im Weg……..
DIE EFFEKTE
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Die Effekte sind sehr gut gelungen, in diesem Bereich erfüllte der Film meine Erwartungen voll. Noch nie konnte ich die Aliens wie die Predatoren so nah und so detailreich sehen, auch die Kämpfe der beiden Rassen (die Menschen sind wirklich nur Kanonenfutter) sind sehr spektakulär. Während die Predatoren von Schauspielern gespielt werden, stammen die Aliens wieder voll aus dem Computer, nur bei einigen Nahaufnahmen kam es mir so vor, als wären klassische Modelle verwendet worden. (Bei einer Beißattacke gegen „Lex“ war es sogar sicher so).
Die Effekte und die dadurch entstehende Action sind auch der Grund, warum der Film von mir keine totale Vernichtungs-Kritik erhält.
DIE DARTSTELLER
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Bis auf die drei genannten Darsteller von Weyland, Lex und dem Italiener De Rosa sind alle Kanonenfutter zwischen den Fronten der Aliens und der Predatoren, der Vollständigkeit halber möchte ich aber trotzdem ein paar Namen aufführen:
Sanaa Lathan (Lex)
Raoul Bova ( De Rosa)
Ewen Bremner
Colin Salmon
Lance Henriksen (Weyland)
Tommy Flanagan
Agathe De La Boulaye
Adrian Bouchet
Carsten Norgaard
Joseph Rye
Sam Troughton
Ian White
Tom Woodruff Jr.
ZUSATZINFOS
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Herstellungsländer:
Deutschland
Grossbritannien
Kanada
Tschechische Republik
Erscheinungsjahr:
2004
Regie und Drehbuch:
Paul Anderson, unter anderem auch zuständig gewesen für Filme wie: Resident Evil, The Sight, Soldier, Event Horizon Mortal Kombat oder Shopping.
Trat selbst als Darsteller in dem Film Beach House aus dem Jahre 1979 auf.
Vertrieb:
20th Century Fox
MEINUNG UND FAZIT
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Tja, wo fange ich an? Bei der quasi nicht vorhandenen Story? Bei den vielen Logik-Fehlern?
Bei den schlechten Darstellern (bis auf wenige Ausnahmen, der Rest stirbt sowieso *lol*)?
Es geht auf jeden Fall alles viel zu flott, keiner stellt Fragen, es bleibt auch keine Zeit selber Fragen zu stellen. Bestes Beispiel für das Vorhaben des Regisseurs , soviel Film wie möglich in die vorhandene Zeit zu stopfen, ist der Umstand, daß vom Zeitpunkt der „Befruchtung“ der Menschen durch die Face-Hugger bis zum Schlüpfen eines Aliens nur knappe 5 Minuten (wohlgemerkt Filmzeit, nicht Echtzeit!!) vergehen! Dieser Vorgang dauerte in den Alien-Filmen viele, viele Stunden. Anderson hatte es eben eilig. Im Großen und Ganzen haben wir es hier mit einer Materialschlacht zu tun, zusammengehalten durch eine so abstruse Story, daß es schon weh tut.
SPOILERWARNUNG!
Die Predatoren haben die Pyramide nämlich erschaffen (und somit auch die Aliens) um jungen Kriegern die Chance zu geben, sich zu beweisen. Alle hundert Jahre kommen drei ausgewählte Predatoren um zu jagen. Lange von Menschen als Götter verehrt, opferten sich vor Jahrhunderten die Menschen freiwillig den Face-Huggern, um den Predatoren die Aliens für ihre Spiele zu geben. Das konnte ja nicht gut gehen. Als die Aliens überhand nahmen, zogen die Predatoren die Notbremse und zerstörten eine gesamte Zivilisation durch eine einzige Bombe, und die Pyramide mitsamt ihrer Alienmutter verschwand im ewigen Eis.
SPOILERENDE!
Mein Fazit zu diesem Film ist eindeutig: Wer auf anspruchslose Kost steht (also wirklich anspruchslos) und nur auf Action aus ist, der wird hier auf seine Kosten kommen. Allen anderen sei gesagt: LASST ES! Es würde euch leid tun. Der Film hat es bei mir nie geschafft, Spannung aufzubauen oder so was wie Panik oder Angst aufkommen zu lassen, und ich bin eher der ängstliche Typ (der sich dann vertrauensvoll in die Arme seiner Frau flüchtet, hehe).
Nur aufgrund der doch gelungenen Effekte und Darstellungen der Aliens wie der Predatoren bekommt der Film von mir 2 Sterne, also macht nicht den selben Fehler wie ich, es gibt tausend bessere Möglichkeiten, 90 Minuten rum zu bringen :).
Wie immer Danke Fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren
©TheNMN für CIAO, am 12. November 2004
26.06.2006 16:01
Super Bericht! LG Gany
22.02.2005 02:48
Na dann Danke für die Warnung ich wollte ihn mir nämlich ansehen, aber ich habe vorhin schon einen negativen Bericht zu dem Film gelesen. Den spar' ich mir also mal.
30.12.2004 15:02
Vorsicht: Ich bin kein eingefleischter fan; aber trotzdem: Heisst nicht die Gesellschaft, die im 2ten teil den Alienplanten koloniesiert Weyland-Yutani oder so ? Ausserdem; die Idee ist schon viel älter, Alien versus Predator wurde einfach von einem Comicautoren erfunden, vor etlichen (10 ?) Jahren. Nur deswegen gab es dieses Computerspiel nebst Fortsetzung nebst Addon und nur deswegen gibt es diesen Film. ( Und natürlich wegen der 2. Villen der Foxproduzenten, denn die brauchen auch Pools). Werd mir den Film auf DvD anschauen.