Mitesser - Mitläufer - Mitmacher
09.05.2004 (20.12.2004)
Pro:
Stärke
Kontra:
Schwäche
Empfehlenswert:
Ja
 pulsmesser
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:71
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
All Or Nothing Regisseur Mike Leigh Darsteller Timothy Spall, Lesley Manville, Alison Garland, James Corden, Ruth Sheen usw. Kamera Dick Pope Produktion Grossbritannien/Frankreich 2002 Drehbuch Mike Leigh
Dauer der Milieustudie 128 Minuten. Ein "WAHRhaftiges" Drama in einer anhaltenden Machtlosigkeit, oder in einer Wirklichkeit die pur konsumiert wird um über die Runden zu kommen. Alltagskram unverfälscht und reichlich präsent, durchgehend 24 Stunden geöffnet. Tristesse in Sozialwohnungen, Alkoholismus, Gewalttätigkeit, ungewollte Schwangerschaft, Magersucht und Fettleibigkeit, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und eine längst tiefgefrorene Liebe.
Halt! Es ist kein Film der nach Klischee riecht und Soziallehrer sich unerhört ereifern. Lebensnah beim "Leben" das sich auf Arbeiten, Schlafen, Essen minimiert hat, und Träume mehr Alltagsfrust, Sehnsucht oder Überleben sich betiteln können. Trotz Dunkelheit und innerer Verweigerung, ist die Zeit der Zärtlichkeit und der Hoffnung noch nicht vorbei. Es gibt ja auch noch einen Humor, der trotzig trotzt all den Widrigkeiten durchsickert. Mike Leigh der Macher dieses Films ist bekannt als ein Beobachter realistischer Charakterstudien. Mit dem nötigen Sarkasmus gelingt es ihm die Bitterkeit und Verzweiflung "weicher zu zeichnen". Arge karge armselige Zustände der Betonsiedlungen samt Inhalt an Menschen, als noch am Leben zu erwähnen.
Bewundernswert, sehenswert! All or nothing. Inhalt: Wenig gibt hier zu lesen, wenig wird verraten. Der Inhalt ist nicht neu erfunden. Wiederholungen am laufenden Band, banal alltäglich, bieder.
Mike Leigh schildert das unerfreuliches Zusammenleben, gemeinsame (H)aushalten von brüchigen Familienbanden. Menschliche Figuren, wie Rory (James Corden). Der Sohn von Penny und Bruder der Rachel. Sein einziger Bewegungsdrang basiert vom Tisch bis zum Sofa und in die Glotze glotzen, gut versorgt mit Hamburgern und Pommes.
Seine Schwester Rachel (Alison Garland) putzt schweigsam, verstummt in einem Altersheim. Penny (Lesley Manville) die Mutter von den zwei übergewichtigen Kindern, und Lebensgefährtin von Phil jobbt als Supermarkt-Kassiererin lustlos, frustvoll des Geldes wegen. Dazu privat Ärger mit ihren Kindern nebst vergessener Leidenschaft und erkalteter Liebe zu ihrem Partner.
Phil (Timothy Spall) der Lebenspartner von der Penny, Im Haushalt zwei linke Hände, treibt sich als Taxifahrer herum. Die emotionale Distanz zu Penny und ihren Kindern, nimmt er längst hin, wortlos geworden zimmert er sich seine eigene Lebensphilosophie zurecht. Den Freunden die der illustren Familien am Nächsten stehen, ergeht es eigentlich gleich, nur etwas verlagert die Probleme. Phil`s Freund Ron (Paul Jesson), nennt eine Frau sein eigen, die sich durch erheblichen Alkoholkonsum selbst aus der Realität befördert. Weitere Mitspieler, Mitläufer, Mittäter beiden Geschlechts erleben Bekanntes, Alltägliches, wie es in den besten Familien vorkommt, nur besser vertuscht und salopp unter den Teppich gewischt wird!
Mike Leigh Film: All or nothing auf einen Nenner zubringen; für mich eine Geschichte mit ausserordentlicher Wahrhaftigkeit. Angepackt, zugepackt und ausgepackt das dumpfe Totschweigen im Alltagsreigen.
pulsmesser`s Gedanken <:
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22.03.2006 00:52
Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.
02.02.2006 09:20
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.
25.11.2005 13:18
Dein Stil ist wirklich weltklasse!! Schönes Wcohenende!!!