Alle sagen: I love you

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Drew06: Laleluuu... I Love Youuuu!

4  06.03.2002 (03.04.2002)

Pro:
tolle Musik, tolle Besetzung, tolle Momente

Kontra:
alles sehr seicht und trivial

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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MarsellusWallace14

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:255

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Eines der größten Kritikpunkte, auf die der New Yorker Filmemacher Woody Allen bei jedem neuen Film unter seiner Regie, nach seinem Drehbuch und öfters auch mit sich selbst in der Hauptrolle stößt, ist der, daß der kauzige kleine Kerl mit der zappeligen Gestik, der wilden Mimik, der unvergleichbaren Hornbrille und dem traurigen Gesicht stets den gleichen Film immer und immer wieder drehen würde, lediglich in anderen Variationen. Denn ganz gleich welchen Woody-Allen-Film man sich anschaut (mal abgesehen von zwei, drei Ausnahmen wie „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“), man ist gut beraten, darauf zu tippen, daß es sich um eine New Yorker Beziehungskomödie bzw. –drama oder auch -tragikomödie handelt.

Und jetzt ratet mal, was für ein Film das von Allen 1997 in die Kinos gebrachte Schmankerl „Everyone Says I Love You“ ist? Natürlich spielt der Film unter anderem wieder in Woodys absoluter Lieblingsstadt, handelt von turbulenten Beziehungen zwischen exzentrischen New Yorker Einwohner und ist zudem ein Musical. Ja, genau, ein Woody-Allen-Musical, das zu Allens leichteren, amüsanteren und unbeschwingteren Werken gehört, zumal er jede Art von Beziehungsstreß, freudsche Fehlanalysen und tragische Figuren außen vor läßt. Die unter dem deutschen Titel „Alle sagen: I Love You“ leidlich bekannte Komödie ist ein heiterer Film, nicht mehr und auch nicht weniger. Also kein Meisterwerk, vielmehr hohle Unterhaltung.

Was den durchweg ansprechenden und unterhaltenden Film jedoch neben der stilvollen Ausstattung, den prachtvollen Schauplätzen wie New York, Paris und Venedig, der hübschen Garderobe besticht das Musical dadurch, daß die kolossale Star-Besetzung des Films, die für einen Woody Allen-Film nunmehr selbstverständlich ist, bei den gesanglich gefragten Sequenzen nicht gedoubelt werden, sondern selbst einige der hier verwendeten Klassiker wie „I’m Through With Love“ trällern. Das ist nicht immer schön, aber stets charmant.


Im Zentrum der eigentlich überflüssigen Handlung steht eine exzentrische Großfamilie, die über den Globus verteilt ist, ihren Hauptsitz jedoch in New York hat. Aus der Sicht der ältesten Tochter des Clans, die clevere DJ (Natasha Lyonne, bekannt als das erfahrenste Mädchen aus den „American Pie“-Filmen), wird die turbulente Geschichte der High-Society-Familie erzählt. Alles begann mit der Ehe von DJs Vater Joe (Woody Allen) und ihrer Mutter Steffi (Goldie Hawn), die sich scheiden ließen und Steffi Joes besten Freund Bob (Alan Alda, der Star der kultigen „MASH“-TV-Serie) heiratete. Das Verhältnis jedoch ist perfekt, zumal Joe, der sich in eine schöne Unbekannte (Julia Roberts) verguckt, seinen Liebeskummer bei diesem Paar ausheult. DJ versucht den in Paris lebenden Autor zu überreden, sich an die Rothaarige während ihres Urlaubs in Venedig heranzumachen. Doch Joe ist sehr unsicher...

Parallel dazu wird die Geschichte von DJs Stiefschwester Skylar (Drew Barrymore) erzählt, die mit einem sensiblen Jüngling (Edward Norton) verlobt ist, jedoch sich sexuell zu einem rauhen Ex-Knasti (Tim Roth) hingezoge fühlt. Der Stiefbruder Scott (Lukas Haas) streitet sich indes ständig mit dem Vater über seine politische Einstellung. Und die zwei Halbschwestern Lane (Gaby Hoffman) und Laura (Natalie Portman aus der neuen „Star Wars“-Reihe) versuchen ihren ersten Jungen aufzureißen. Belanglos? Ja. Uninteressant? Jein. Gut? Ja!


Diese diversen Handlungsstränge nimmt der für seine fabelhaft konstruierten Geschichten respektierte Allen nicht sonderlich ernst und konzentriert sich lieber auf die Elemente, die das Genre des Musicals in den 30er und 40er Jahren auszeichnete: selbst singende Stars, eine locker-flockige Handlung ohne großen gedanklichen Ballast und fetzige Tanznummern mit eindrucksvoller Choreographie wie pompöser Ausstattung. Der Humor dazu ist entsprechend naiv-oberflächlich und kommt ohne den Zynismus und Satire eines üblichen Woody-Allen-Films aus. Entsprechend die Reaktion des Zuschauers, der unterhalten wurde, aber im nachhinein keine großen Gedanken an den anscheinend aus Zuckerwatte bestehenden Film verschwendet. Viel interessanter jedoch ist die bombastische Besetzung des Films.

Allen spielt einmal mehr sich selbst oder die Leinwandfigur, die wir als Woody kennengelernt haben. Interessanter und charakterstärker ist da schon Natasha Lyonne, die im lockeren und lässigen Ton die luftige Story erzählt. Goldie Hawn, die mit einer wahrlich goldigen Stimme gesegnet ist, versprüht die Art Charme und Star-Power, die die Leinwand aufblühen läßt. Alan Alda hat nicht viel zu tun und bedient die Rolle des guten Freundes. Talentierte Jungstars wie Lukas Haas (der kleine Junge aus „Der einzige Zeuge“, 1985), Gaby Hoffmann, Natalie Portman und in einem Kurzauftritt Billy Cudrup (der Rockstar aus „Almost Famous“, 2000) werden eher für ihre Fotogenität gebraucht, aber der sonst so intensive Edward Norton, der immerhin in „American History X“ (1998) und „Fight Club“ (1999) die Leinwand durch sein Spiel auseinandernahm, gibt hier sich selbst: ein singendes, tölpeliges Hemd.

Die süße Drew Barrymore, die nie zuvor so gut aussah, wollte als einzige Schauspielerin nicht selbst singen, was jedoch nicht sonderlich auffällt. Dahingegen brilliert Tim Roth als plumper, aber anziehender Knastbruder. Lediglich Julia Robert erscheint völlig überflüssig und blaß.

Alles in allem also eine weitere Fingerübung des einstigen Meisters Allen, der lange keine wahrlich meisterliche Arbeit abgeliefert hat. Stattdessen dreht er Jahr ein, Jahr aus seinen Woody-Allen-Film: amüsant, nett anzusehen, stargespickt, letztlich jedoch trivial.

Meine Bewertung: ***
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
yesup

yesup

06.12.2005 20:17

ach ? ich fand woody allen noch nie so wirklich gut. aber die tage habe ich das filmchen im fernsehen gesehen fand ich gut gespielt und im detail liebevoll gemacht und man konnte sogar lachen. also ich fand den gut. lg curd

Sid6.7

Sid6.7

07.04.2002 16:54

War noch nie ein sympathisant von Woody Allen... Sid6.7

Pandoolio

Pandoolio

07.03.2002 12:11

Ich mag Woody Allen, keine Frage, aber dieses Pseudo Musical war mir, wie sagtest du, zuuuu trivial...! Grüße Pandoolio

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  1. yesup
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