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2 Mal Schweden bitte

5  29.03.2006

Pro:
hatte ein erfülltes Leben

Kontra:
nur kurze Dauer das glückliche Leben,viele Schicksalsschläge

Empfehlenswert: Ja 

mirjana23

Über sich: Ich glaub der Tag müsste 36 h haben und das wäre noch zu wenig, kann mir nicht einer einen Sack voll...

Mitglied seit:21.02.2002

Erfahrungsberichte:155

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Nun meine lieben Ciaoleser,ich wage mich mal an eine andere Biographie heran,als sonst immer nur bei Künstlern.Leider gibt es dafür eh keine Kategorie,schade eigentlich.

Diesmal geht es um die erste Geliebte und auch erste Verlobte
von Napoleon,dessen schöner Name Désirée lautet.Ich habe das Buch schon absolut total verschlungen und so dachte ich
mir,so eine starke Frau,die ich bewundere,dessen Leben nehme ich doch gerne einmal genauer unter die Lupe.

Fangen wir an mit ihrer Geburt.Eugenie-Bernardine-Désirée wurde laut meinen Informationen,die ich mir über google


eingeholt habe am 8ten November 1777 in Marseille geboren.
Désirée stammt aus der Familie Clary und ist das jüngste von

13 Kindern,des Marseiller Reeders und Kaufmanns Francois

Clary.Sie stammt aus zweiter Ehe mit Francoise-Rose Somis.

Der Vater Francois Clary erblickte am 24. Februar 1725 das Licht der Welt. Er ist wie erwähnt ein reicher Marseiller Reeder und Kaufmann,dessen Reichtum sich durch seine geschickten Import- und Exporthandelstätigkeiten angehäuft haben. Die Familie Clary genoss deshalb hohes Ansehen in Frankreich. Francois Clary war insgesamt zweimal verheiratet. Seine erste Ehefrau war Gabrielle Flechon, die er am 13. April 1751 heiratete. Aus erster Ehe stammen die vier Kinder François-Joseph,Marie-Jeanne,Marie-Thérèse-Catherine und Etienne-Francois. Gabrielle starb vier Monate nach der Geburt des letzten Kindes,am 3. Mai 1758.Schon im folgendem Jahr,am 26. Juni 1759,gibt es aber die zweite Ehe mit Francoise-Rose Somis durch die im Laufe der Jahre neun weitere Kinder hinzukamen und so die Familie um die Mitglieder Nicolas-Joseph,Joseph-Honoré,Rose,Lucie, Justinien,Honorine, Julie,Basile und Désirée erweiterten.

Leider ist über Désirées Jugendzeit wenig bekannt.Soweit ich rechachieren konnte wurde sie wohl in einem Marseiller Kloster erzogen (arme Frau,ich glaube ich wäre abgedreht).Laut ihrer eigenen Aussage hat sie nur noch sehr schwache Erinnerungen an ihr Elternhaus.
Als Désirée 17 Jahre alt ist,verstirbt ihr Vater am 20ten Januar 1794.

Ihr ältester Bruder Nicolas wird während der Schreckensherrschaft von Robespierres verhaftet und eingesperrt (obwohl man sich da nicht sicher ist ,weil in anderen Biographien die Rede von Etienne ist und nicht von Nicolas).Zwischen dem 17ten und 19ten September 1793 ging seine Frau zum Volksrepräsentanten Albitte und nahm Désirée mit.Désirée schläft im Vorzimmer ein und wird von ihrer Schwägerin vergessen.Jemand der ihr fremd ist weckt sie und begleitet sie nach Hause.Es handelte sich um Joseph Bonaparte.

So kommt es zum ersten Mal zu einer Bekanntschaft mit einem Bonaparte. Diesen stellte sie ihrer älteren Schwester vor,weil sie noch immer nicht verheiratet ist.Joseph heiratete dann ihre Schwester unter anderem wegen der hohen Mitgift.

Désirée verliebte sich in seinen Bruder Napoleon und beide werden ein Paar.In der Zeit vom April 1795 bis 1796 war Désirée mit dem jungen noch unbedeutenden General Napoleon verlobt,dem späteren Kaiser von Frankreich und im August 1794 heiratete Désirées Schwester Julie Joseph Bonaparte,den späteren König von Neapel bzw.,danach folgend, König von Spanien. Napoleon wusste damals schon genau was er wollte und hatte sich vorgenommen einmal in die Weltgeschichte einzugehen. Dies alles erzählte er unter anderem Désirée.

Désirée und Napoleon unterhielten einen leidenschaftlichen Briefwechsel,sie schrieben sich viel,da sie fast sofort voneinander getrennt wurden. Robespierres Sturz im Juli 1794 unterbrach die militärische Laufbahn des jungen Generals aus politischen Gründen. Er ging nach Paris,um eine neue Verwendung für sich zu suchen. Während dieser Zeit verfasste er einen kleinen Liebesroman,in dem er seine Liebesgeschichte in Marseille beschrieb. Désirée taucht darin kaltherzig auf. Die Entfernung voneinander tat ihr Werk und Désirée beantwortete immer zögernder seine Briefe.

Die Familie Clary wird in dieser Zeit vom Tod heimgesucht.Désirées Bruder Justinien verschwindet und wird später in einem Brunnen tot und mit einer Schussverletzung an der linken Kinnseite aufgefunden.Kurze Zeit darauf stirbt auch ihr Vater wohl an den Folgen einer Lungenentzündung. Désirée bleibt mit ihrer Schwester Julie bei ihrer Mutter im Marseiller Stadthaus wohnen.

Für Napoleon ergibt sich in Paris eine weit aus nützlichere Liebschaft und zwar handelt es sich um Josephine de Beauharnais,ehemalige Vertraute von Barras,Chef des Direktoriums. Durch diese Beziehung erhielt Napoleon den Oberbefehl über die Italienarmee. Napoleon löste am 05. September 1795 das Verlöbnis mit Désirée. Er hat im Briefwechsel mit ihr gebrochen. Am 03. März 1796 heiratete er Marie - Joseph - Rose Tascher de la Pagerie. Sie ist die Witwe de Beauharnais (ihr erster Mann, General de Beauharnais,starb auf der Guillotine). In die Weltgeschichte ging sie als Joséphine ein,wie sie von Napoleon auch liebevoll genannt wurde.

Désirée fühlt sich verraten,lässt sich aber schnell ablenken,indem sie ihre Schwester Julie nach Rom begleitete,wo Joseph Bonaparte (Julies Ehemann) zum Botschafter ernannt wird..Sie lernte dort General Duphot kennen und verlobte sich 1797 mit ihm. Noch bevor er ihr Ehemann werden sollte, wurde er fast vor ihren Augen bei einem Aufruhr getötet.

Sie geht dann wieder nach Paris und lernt dort einen dritten General kennen,Jean Baptiste Bernadotte.Obwohl es nicht die absolute Liebe auf den ersten Blick ist,hält Bernadotte 14 Tage nach ihrer ersten Begegnung um Désirées Hand an.Die elternliche Einverständnis wird gegeben(also von Mutter und da kein Vater mehr da ist fragt er auch bei Joseph an,also dem Schwager von Désirée)und so wurde am 24ten Mai 1798 die Verlobung gefeiert und am 16ten August 1798 erscheint das Paar um 19 Uhr auf dem Standesamt und die standesamtliche Trauung wird vollzogen.

Auch wenn Désirée diese Verbindung eingeht,weil sie gehört hat,dass er Napoleon die Stirn bieten kann,so ist es dennoch eine Verbindung aus Liebe und nicht aus Trotz.Désirée verliebte sich in Jean Baptiste Bernadotte mit der gleichenLeidenschaft,wie einst in Napoleon. Bernadotte erwiderte ihre Leidenschaft,doch die zahlreichen Trennungen,durch das Soldatenleben,trugen zur Beruhigung bei und sind eher entgegenwirkend der Liebe.

Viel lieber wollte seine Frau in der Nähe von Julie bleiben, als ihrem Mann in seine Garnisonen zu folgen. Sie beantwortete seine Briefe nicht häufiger als einst die von Napoleon. Und das aus gleichem Grund,denn Bernadotte,der ihre Bildung für die Rolle,die sie an seiner Seite einzunehmen hatte,für unzureichend hielt,erteilte ihr brieflichen Unterricht,ganz wie sein Vorgänger. Etwa ein Jahr später, am 06. Juli 1799 ( 8:30 Uhr), wurde ihr einziges Kind geboren,ein Sohn.Er bekommt den Namen Francois- Joseph-Oscar.

Am 19ten Mai 1804 wird Désirées Mann zum Marschall von Frankreich ernannt.
Am Krönungstag des Kaisers steht er als Träger eines Halsschmuckes genau neben dem Thron von Napoleon.Nicht nur das er bei der Verleihung der Adler an die französischen Regimenter einen Ehrenplatz erhält,nein,er bekommt auch das Stadthaus Moreaus und natürlich nebenbei noch seine ziemlich hohen Einkünfte.Da dieses Haus in der Nähe des Hauses von Julie liegt,freut es Désirée natürlich,aber sie mochte das Haus auch so.

Napoleon versucht alles,um Bernadotte von sich fernzuhalten,denn er sieht ihn als gefährlichen Revalen,aus diesem Grunde befördert er ihn auch immer so hoch,dass er weit weg muss,doch als Bernadotte 1818 zum Kronprinzen von Schweden gewählt wird hat er seine Hände nicht

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Desiree
im Spiel.Natürlich ist es nicht dem Zufall zu verdanken,aber er ist ja auch mit dem Herrscher Europas verwandt.Trotz alledem ist es für ihn eine glorreiche Revanche,denn es ist eine Tatsache,dass er seit Jahren einer ungnädigen Behandlung zuteil wurde.

1806 erhält Bernadotte das Fürstentum Ponte Corvo, wird es aber nie zu Gesicht bekommen.Désirée ist ziemlich in Panik,weil sie der Auffassung ist,sie müsse nun Frankreich verlassen,beruhigt sich aber wieder als sie erfährt,dass es sich mit dem Fürstentum nur um eine Ehrung handelt,aber abgesehen davon ist Désirée der Titel sowieso egal.Ihr Mann allerdings betrachtet dieses mit anderen Augen,weiss er doch nicht das Napoleon es nur getan hat aus Hochachtung vor seiner Frau,wie er seinem Bruder später darüber schreibt.

Am 5ten Juni 1807 wird Bernadotte durch eine Kugel am Kopf verletzt,aber nicht lebensgefährlich,dafür sehr schmerzhaft.Seine Frau kümmert sich um ihn,als er nach Marienburg gebracht wird.Sein Aufenthalt dort beträgt 3 Wochen,dann ist er wieder genesen und wird auch gleich wieder weggeschickt.Dieses Mal nach Königsburg.

Bernadotte wird am 14ten Juli 1807 zum Gouverner der Hansestädte ernannt von welchen das Hauptquartier Hamburg ist und im März 1808 reisen seine Frau und sein Sohn ihm nach Hamburg nach.

Auch wenn bisher noch mal alles gutgegangen ist und Désirée nicht aus Frankreich fort musste,so tritt doch nun eine ganz andere Wendung in ihre Familie ein,denn 1810 fand in Schweden eine Revolution statt und durch den Tod eines Prinzen kommt es zu einem ganz bestimmten Wendepunkt.

Napoleon wird der Tod des schwedischen Thronfolgers am 20ten Juni gemeldet in Form von Karl Otto Mörner und Baron Ankarswärd.Sie waren der völligen Überzeugung das ein französischer General den schwedischen Thron als Nachfolger besteigen sollten und baten so bei Napoleon,er möge doch veranlassen das sie Bernadotte vorgestellt werden.Sie wollten ihn überzeugen,dass er als Kandidat willkommen wäre.Doch so einfach gestaltete sich die Sache nicht,denn Bernadotte stellte 2 Bedingungen,die ihm unerlässlich schienen.Er wollte sowohl das Einverständnis des Königs von Schweden (Karl XIII.) ,als auch das von dem Kaiser der Franzosen,also Napoleons.Diese wurden erfüllt.

In der Zwischenzeit hatte aber der König von Schweden schon einmal den Bruder des verstorbenen Prinzen vorgeschlagen.Nur dem Einfluss von Graf Wrede und General Suremain war es zu verdanken,dass auch Bernadotte dem Ausschuss vorgestellt wurde.

Am 21ten August 1810 kam es dann zu besagter Wende im Leben der Familie Bernadotte,denn Bernadotte wurde mit 10 zu 2 Stimmen gewählt.Alle vier Stände des schwedischen Reichstages,ob nun Bauern,Bürger,Klerus oder Adel sprachen sich für ihn aus.Bernadotte erfuhr die frohe Kunde über Graf Gustav Mörner und Napoleon?

Napoleon tobte vor Eifersucht und Wut darüber,dass sein Plan nicht gelungen war,denn er hatte Bernadotte die Kandidatur antreten lassen in dem Glauben,er würde nicht gewählt,was ja auch eine ziemliche Demütigung für Bernadotte gewesen wäre,aber nun war sein Plan nicht aufgegangen und das ärgerte ihn mehr als alles andere,denn Bernadotte war ohne sein Zutun zum Kronprinzen von Schweden gewählt worden und seine Frau wurde Königin.Napoleon konnte so gut wie gar nicht damit umgehen,machte aber letzten Endes gute Miene zum bösen Spiel.Er übergab Bernadotte ein Patent,entband ihn und seine Familie von seiner Nationalität und seiner Treue zum Kaiser.Doch wollte er auch eine Bedingung stellen,sogar mehr als das.Er wollte Bernadotte verpflichten niemals die Waffe gegen Frankreich zu richten.Bernadotte erklärte ihm daraufhin,er würde diese Klausel nicht akzeptieren,notfalls die Wahl ablehnen.

Bernadotte fragte Napoleon ob er ihn über sich selber stellen wollen würde,indem er ihn zwang die Krone abzulehnen.Noch bevor Napoleon auf die Klausel bestehen konnte.Nun war der Kaiser der Franzosen so verwirrt,dass er Bernadotte nur noch eine gute Reise nach Schweden wünschte und die Klausel wurde niemals auf Papier gebracht,geschweige denn unterschrieben.

Für Désirée bricht sozusagen eine Welt zusammen,als sie erfährt was nun folgen wird,denn dieses Mal ist es nicht nur eine Ehrung sondern ein Amt was vor Ort und Stelle ausgeführt werden muss und das heisst für sie Umzug nach Schweden.Der Titel ist ihr eh egal,aber nun auch noch fort aus ihrem geliebten Paris und weit weg von ihrer geliebten Schwester Julie und auch von den anderen Geschwistern.Diese Aussicht gefällt ihr ganz und gar nicht,noch dazu ist sie kälteempfindlich und verabscheut die Hofetikette,aber dies alles half ihr wenig,denn ihr Mann war eisern und forderte sie möge bald mit Oscar nach Schweden kommen.Am 9ten November war es dann soweit und sie reiste mit Sohn und in Begleitung,ausserdem noch im Schutz von zwei Offizieren Richtung Schweden ab.Am sechsten Januar kamen sie dann abends in Stockholm an.

Allerdings machte Désirée keinen wirklich guten Eindruck auf die Königin,denn sie notierte das Désirée nicht nur klein und alles andere als hübsch sei,sondern auch ohne Haltung und durch ihre Schüchternheit unhöfisch sozusagen.Désirée gäbe sich keine Mühe symphatisch zu wirken,zusammengefasst wirkte sie auf die Königin verzogen,aber auch sanft,gütig und mitfühlend.

Wesentlich besser gefiel der Königin Prinz Oscar,da er einen für die Königin aufrechten und geraden Charakter zu haben scheint und ausserdem merkt man das er seine Eltern liebt,dass gefiel.
So kam es wie es kommen musste.Désirée hatte von Anfang an keinen Gefallen an Schweden.Das Klima war zu kalt,die Küche nicht nach ihrem Geschmack,sie wollte sich nicht anpassen und das liess sie andere auch merken,denn sie benahm sich ganz anders als in Paris,sie war laut,spontan,unüberlegt und ohne Humor.So macht man sich halt unbeliebt,doch es war ihr egal.

Ihrem Sohn gefiel es in Schweden sehr gut und er lebte sich schnell ein und ihr Mann machte sich im Gegenteil zu ihr immer beliebter,denn durch seine höfliche Art,Klugheit und Ehrerbietung dem Königspaar gegebenüber und auch den Menschen von Schweden gefiel er.Da aber seine Frau durch ihre Art und ihr Benehmen beinahe alles zunichte gemacht hätte,hatte er auch nichts dagegen,als sie Mitte Juni 1811 nach Paris zurückwollte.Désirée hatte es einfach nicht geschafft sich bei Hofe Anerkennung zu verschaffen,aber das wollte sie ja auch nicht.
Die einzige Forderung aber die Bernadotte an seine Frau stellte,sein Sohn sollte in Schweden bleiben,damit er eine angemessene Erziehung bekommen könne.Für Désirée war es sehr schwer von ihrem einzigen Sohn loszulassen,aber auch hier blieb Bernadotte wieder hartnäckig.

Als Anlass Schweden zu verlassen wurde der Gesundheitszustand der Königin angegeben.Sie reiste ab als Gräfin von Gothland .Zuerst traf sie sich mit ihrer geliebten Schwester Julie in Plombiéres,danach nach Paris zurück.

1812 entstand dann ein Zerwürfnis zwischen Napoleon und Karl-Johan und Désirée stiess dann das erste Mal auf taube Ohren,denn Napoleon bat sie bei ihrem Mann vorzusprechen,damit er in seiner Allianz bliebe.Da sie sowieso nicht an Bernadottes königliche Zukunft glaubte und nicht glauben wollte,tat sie es auch aus Überzeugung und flehte ihn an Franzose zu bleiben,doch es brachte gar nichts.
Natürlich war es dünnes Eis für Bernadotte,weil würde Napoleon siegen,wäre seine Rache sicher absolut unumgänglich und würde er verlieren würden die Könige Europas ihn,Bernadotte,niemals akzeptieren,eben weil er aus einer Republik entstammte die sie verabscheuten.Wie auch immer es ausgehen würde,für Bernadotte so oder so schlecht,dachte zumindest seine Frau.Bernadotte hörte jedoch nicht auf sie und ging 1813 bei der Schlacht von Leipzig unter anderem als Sieger hervor gegenüber seinem alten Rivalen Napoleon.

1815 um genau zu sein am 28ten Januar stirbt Désirées Mutter im noch eigentlich nicht so hohen Alter von 70 Jahren.Einen Monat danach kehrt Napoleon aus seiner ersten Verbannung von Elba zurück nach Tuilerien und schafft es noch einmal 100 Tage zu regieren,doch dann kommt die entscheidene Schlacht von Waterloo.Ironischerweise reitet Napoleon in dieser eine Schimmelstute mit dem Namen Désirée.Nach seiner Niederlage kehrt Napoleon zurück nach Frankreich und dort wird dann die zweite Abdankung das Ende des Kaisers Napoleon . Anzumerken wäre hier noch,dass Désirée nichts mit der Schlacht zu tun hatte,sprich es gab die berühmte Säbelübergabe in Malmaison nicht.

Die ganze Familie Bonaparte wird ins Exil geschickt und zwar am 12ten Januar 1816.Désirée versucht erfolglos Julie davor zu bewahren,aber es hilft nichts,auch sie muss ins Exil und zwar im Juli 1816,eine Rückkehr nach Frankreich ist nicht möglich,später geht Julie mit ihren beiden Töchter weiter von Frankfurt nach Brüssel.

In der Zwischenzeit erhält Désirée immer wieder Nachricht aus Schweden von ihrem Sohn.Bernadotte möchte das er auf die Universität Upsala geht und dort in Staatsrecht und Jurisprudenz ausgebildet wird.Oscar interessiert sich eher für Musik und komponiert und möchte Komponist werden,es ist aber leider nicht belegt ob dieses auch jemals eintraf .Laut Aussagen von Bernadotte ist Oscar bei den Schweden sehr beliebt..Bernadotte versuchte wohlmöglich mit Lobreden über Oscar Désirée wieder nach Stockholm zu holen,aber nicht einmal als es ihm sehr schlecht geht,er Blut spuckt und schlimme Schmerzen hat kehrt sie zurück.Es bestand damals Lebensgefahr und auch einen Brief schrieb er ihr,indem er ein Versprechen gab von 6 Monaten im Jahr freies Reisen und das er den Aufenthalt in Schweden so angenehm wie möglich gestalten würde,doch damit stiess er auf taube Ohren seiner Frau,denn sie fuhr nicht zu ihm.

Ausserdem gab es eine neue leidenschaftliche Liebe,von der Désirée ergiffen wurde,diesmal zwar kein General,aber ein Herzog und zwar Herzog de Richelieu.Der Gute war damals 50 Jahre alt und der erste Minister unter Louis dem XVten.Laut seiner Aussagen lag ihm nicht soviel an den Frauen.Den grössten Teil seiner Laufbahn während der Emigration verbrachte er in Russland wo er auch die Stadt Odessa gründete und ausserdem alle Qualitäten eines Menschenfreundes,einer Führungspersönlichkeit und ebenso eines Mäzens entfaltete.Es war kein Geheimnis,dass er nicht zu den Schönsten gehörte,aber dafür kleidete er sich edel.

Désiree war aber mittlerweile selbst keine Schönheit mehr,denn sie hatte ordentlich zugelegt und auch von der Kleidung her war sie nicht die beste Erscheinung,denn sie kleidete sich noch wie zu Zeiten des Konsulates.Sie befand sich in einer sehr kritischen Phase und ihr Herz war von grosser Leidenschaft für den Herzog ergriffen.Sie begegnete ihm weniger durch Zufall,sondern eher durch pure Absicht.Sogar Blumen mit einer Karte die Désirée selber geschrieben hat in des Herzogs Namen und sich selber zukommen lies,soll es gegeben haben.Später,kurz vor seinem Tod soll er Barras erzählt haben,dass er sich von Madame Bernadotte verfolgt fühlte.Er glaubte nicht an Liebe oder Zuneigung,sondern eher an Spionage und daran,dass es ihr einzig und allein darum ging eine Milderung des Exils von Julie zu erreichen,genauso wie eine Berechtigung für Joseph ihren Mann ,sich in Europa aufhalten zu dürfen,aber das wollte sie nicht,sie empfand wirklich eine grosse Leidenschaft.Wie auch immer,da im Mai 1822 der gute Herzog leider verschied war es ihr nicht mehr möglich das Missverständnis aufzuklären.

1823 kehrte Désirée dann schliesslich doch zurück nach Schweden,aber auch nur,weil sie fast verzweifelte,denn Julie war ja im Exil,der Herzog tot und ausserdem wollte sie die Hochzeit ihres Sohnes Oscar ,den sie seit mehr als 11 Jahren nicht mehr gesehen hatte nun doch nicht verpassen.

Oscar war mittlerweile 20 Jahre alt,eine schlanke,hochgewachsene Gestalt mit der gleichen Aldernase wie sein Vater und den gleichen grossen schwarzen Augen wie bei seiner Mutter.Das ganze Erscheinungsbild wurde mit einem hochgezwirbelten Schnurrbart abgerundet,kurzum gut sah er aus ( naja was man damals so als gut aussehend bezeichnete *g*).Er war ausserdem auch immer gut gelaunt und auch Selbstsicherheit gehörte zu seinen Eigenschaften.

Seine Zukünftige Ehefrau sollte Prinzessin Josephine von Leuchtenberg werden,die Tochter von Eugéne de Beauharnais und gleichzeitig Prinzessin Augusta von Bayern.Sie ist die Enkelin der Kaiserin Josephine.

Oscar verliess am 09ten Mai 1822 unter dem Namen Graf von Schonen Schweden.Désirée besuchte ihre Schwester Julie in Brüssel und reiste von dort aus weiter nach Aachen,traf dort zeitgleich mit Oscar ein,der sich in Aachen einer 14tägigen Badekur unterziehen wollte.Jener besuchte noch Amsterdam und Den Haag,dann kehre er zusammen mit Julie und Désirée zurück nach Aachen,wo sich ihre Wege auch erst einmal trennten.Während Mutter noch bei der geliebten Schwester blieb,reiste Sohn nach Eichstätt zum Herzog von Leuchtenberg und traf dort am 23ten August ein.Seine Zukünftige war damals 15 Jahre,ein bezauberndes Wesen mit guten Umgangsformen.Beide waren voreingenommen,fanden sich aber vom ersten Tag an symphatisch.Am nächsten Tag hielt Oscar dann beim Herzog vom Leuchtenberg um die Hand seiner Auserwählten an und setzte danach seine Reise fort.Anfang November kehrte er noch einmal zurück zu seiner Braut und verabschiedete sich endgültig am 19ten November,denn es ging zurück nach Schweden.

Ende Mai/Anfang Juni 1823 findet dann die Heirat von Oscar und Josephine,die durch Prinz Karl von Bayern vertreten wird statt.Tags drauf reist die junge Prinzessin zu ihren Grosseltern nach Würzburg um sich zu verabschieden,von dort geht es weiter nach Lübeck.Sie wird dort von ihrer Schwiegermutter und zahreichem Gefolge in Empfang genommen und am 13ten Juni 1823 findet die Überfahrt von Lübeck nach Stockholm statt.Das Volk feiert nun nicht nur die Hochzeit des Kronprinzen,sondern gleichzeitig auch die Rückkehr der Königin,welche durch das wunderbare Licht des Nordens ganz verzaubert wird.Ihre Stellung am Hof hat sich entschieden verändert.Immerhin ist sie nicht mehr die kleine,von engherzigen Anstandsdamen überwachte Ausländerin,sondern die Königin,damit und mit der südländischen Art der Königin musste das schwedische Volk nun erst einmal zurechtkommen.Unklar ist mir,wie das Königspaar dort klarkam,denn meiner Recherche zufolge sprachen weder König noch Königin ein Wort schwedisch.Bernadotte hatte es wohl versucht,aber angesichts des mühsam unterdrückten Gelächters seiner Gesprächspartner auch wieder schnell aufgegeben.Des Rätsels Lösung ist,es sprachen alle Schweden in seiner Umgebung eh französisch,also warum umständlich,wenn es doch einfach geht.Das einzige Wort was die Königin sich gemerkt hatte war kom,denn die gute Désirée stellte bald fest,dass sie bei diesem Wort immer von Kindern umringt wurde,die sie dann mit Bonbons überhäufte.

Durch die Verbindung Oscar und Josephine von Leuchtenberg bereichern 5 weitere Kinder ,den Stammbaum Bernadotte (Karl XV.,Franz-Gustav,OscarII.,Karl-Nikolaus und Charlotte-Eugenie).

Am 21ten August 1829 wurde Désirée zur Königin von Schweden und Norwegen gekrönt,in der Frühe um 9 Uhr leuteten in Stockholm die Glocken zur Krönungsfeier und um 11 Uhr verliess der Krönungszug das Schloss.Die Königin wurde vom Erzbischof im Domportal empfangen ,welcher das vorgeschriebene Gebet sprach.Nach dem Gottesdienst führte der Kronprinz seine Mutter zum Thron.Diese legte die Herzogskrone ab und erhielt von Gräfin Brahe den Krönungsmantel umgelegt,danach kniete sie nieder und der Erzbischof salbte sie mit geweihtem Öl.

Als dieses vonstatten gegangen war konnte Désirée wieder auf dem Thron Platz nehmen.Gemeinsam setzen Graf von Rosenberg und der Erzbischof ihr die Königskrone aufs Haupt,nachdem sie diese vom Altar genommen hatten.Gleiches geschah mit dem Szepter,welcher ihr von Graf Löwenhjelm in die Hände gelegt wurde und zum Schluss noch den Reichsapfel ,diesen erhielt sie von Baron von Loewenshoeld.Der Vollzug der Krönung wurde daraufhin vom Reichsherold verkündet,der Erzbischof erteilte seinen Segen und danach begab sich die Königin zum Thron ihres Mannes und empfing seine Glückwünsche und als sie wieder an ihrem Thron angelangt war kamen auch das Kronprinzenpaar,die Standesherren des Königsreiches,der Adelsmarschall und die Sprecher der anderen Orden,weiterhin die Damen und Herren des Adels und die Hofdamen um die Königin zu beglückwünschen.Tags drauf gab es einen grossen Empfang am schwedischen Hof für die Gratulanten und am 30ten Augus fand ein Fest zu Ehren der Königin statt auf Schloss Drottningholm,welches das Kronprinzenpaar ausrichtete.

Das Jahr 1844 war dann wohl eines der schwersten für Désirée,denn nach einem Schlaganfall,einem Blutsturz der für 24h das Bewusstsein nahm,einer heftigen Gehirnentzündung mit starken Symptomen( unter anderem andauerndes Delerium ) und einem schmerzenden Fuss der von Brand befallen war,ausserdem anhaltender Appetitlosigket fiel ihr Mann ins Koma,aus dem er nicht mehr erwachte und starb so am 8ten März 1844 um 15 Uhr 30.Laut Aussagen sollen seine letzten Worte gewesen sein "Oscar,Oscar, wir werden uns wehren."

Erst am 26. April 1844 wurden die sterblichen Überreste von einem langen Trauerzug begleitet. Sie ruhen in einem Porphyrgrabmal,welches der Schlichtheit entsprechend einem antiken Sarkophag ähnelt.Graf Brahe stand während des Trauergottesdienstes neben dem Sarg,er war der treuste Freund von Bernadotte.

Oscar bemühte sich, seiner Mutter diese schwere Zeit leichter zu machen. Er benahm sich ausgesprochen rücksichtsvoll. Désirée konnte ihre vertrauten Gemächer weiter bewohnen, obwohl diese dem König und dessen Gemahlin zugestanden hätten. Für die Sommermonate stand ihr auch weiterhin Schloss Rosenberg zur Verfügung.

Leider wurde es auch in Désirées gesamten Umfeld immer leerer,da viele ihrer Familienmitglieder in der Zwischenzeit verstorben waren.Es war eine schwere Zeit für sie,denn sie wurde immer einsamer,doch ihr Sohn und seine Familie schafften es immer wieder sie doch etwas aufzumuntern und die Königin führte mit den wenigen Familienmitgliedern die ihr noch geblieben regen Briefwechsel.So auch mit Julies Tochter Zénaide,mit ihrer Nichte Rosin und mit ihrer Nichte Marcelle Tascher.Ausserdem gab es auch noch die grossen Bälle,die zur Beschäftigung beitrugen und die Memoiren Josephs,eine achtbändige Ausgabe,mit der sich die Königin ausgiebig beschäftigte.

Auch ihrer geliebten Schwester Julie ging es nicht besser als Désirée,denn sowohl einer ihrer Schwiegersöhne,als auch eine ihrer Töchter starb.Kurz darauf starb auch noch ihr Mann.Désirée erfuhr später in einem Brief,dass ihre geliebte Schwester eh nichts für die beiden Schwiegersöhne übrig gehabt hatte.Julie war in der Zwischenzeit von Brüssel nach Rom übergesiedelt und später nach Florenz..Leider kam es auch nicht mehr zu dem ersehnten und über alles gewünschten Treffen von den Schwestern,denn auch Julie verstarb kurze Zeit nach ihrem Mann.Aber desssen nicht genug verstarb kurze Zeit später auch noch eine weitere Tochter von Julie und zwar Zénaide infolge einer eitrigen Mandelentzündung,heute wäre so was eine Lapalie gewesen,Krankenhaus,Mandeln raus fertig,damals war man noch nicht so weit und so wurde es rund um die schwedisch-norwegische Königin sehr still.

Immer einmal wieder wollte Désirée gerne nach Frankreich zurück,doch es gab immer weniger Gründe dafür.Ihre über alles geliebten Menschen in ihrem Familienkreis waren nicht mehr da,aber trotz alledem unternahm sie letzte Anstrengungen um noch einmal ihr geliebtes Paris zu sehen.1853 kurz nach dem Tod ihres Mannes traf sie ernsthafte Vorbereitungen,schiffte sich sogar ein.Als Grund gab sie eine Reise nach Vichy ins Bad an.Ihr Sohn jedoch war dagegen und wollte sie im Lande halten,also sprach er mit dem Fregattenkapitän,damit dieser daraufhin das Barometer auf der Brücke manipulierte und es blieb bei blast (Sturm) stehen.Der Kapitän soll laut Aussagen Désirées Enkelsohn Oscar II gewesen sein.Sobald sie die Sturmwarnung bemerkte,war sie so in Schrecken versetzt,dass sie bat an Land gehen zu dürfen und kehrte dann beschämt heim nach Stockholm.Seit dem war nicht mehr die Rede von einer Reise oder Rückkehr nach Paris.

Oscar I erkrankte im Juni 1857. Seine Ärzte verlangten,er solle sich ins Ostseebad Tullgarn begben.Ende September 1858 übernahm sein Sohn Carl die Regierungsgeschäfte.Doch ging es Oscar von da an immer schlechter,anstatt besser. Sein Körper wurde durch ein Rückenmarksleiden stark geschwächt.
Am 08. Juli 1859 starb Oscar I. nach einem langen Todeskampf.

Désirée erholte sich nicht wieder von diesem Kummer.Zuviel war in den letzten Jahren geschehen.Nun war ihr kaum noch jemand geblieben und sie vereinsamte zusehens.Was war aus der einst so rebellischen starken Frau geworden? Ihr fehlten ihre Geschwister und sonstige Verwandte,die wenigen schwedischen Damen mit denen sie sich angefreundet hatte,waren auch alle schon gestorben. Die Hoffnung auf einen Besuch in Paris hatte sie aufgegeben. Auch vermochte ihre Schwiegertochter ihr keinen Trost zu spenden,hinzu kam noch das hohe Alter.

Am 17. Dezember 1860 unternahm Désirée eine Wagenfahrt. Als sie zurückkehrte, überkam sie eine große Übelkeit. Eine Viertelstunde später verstarb sie.Sie wurde stolze 83 Jahre alt.Platz ihrer letzten Ruhe fand sie in der Riddarholmskirche zu Stockholm. Désirées Grab,eine einfache Porphyrplatte,in die ihr schwedischer Name "Desideria" eingemeißelt wurde,befindet sich zu Füßen des Sarkophags, in dem ihr Gatte ruht.

Zum Ende bleibt mir nur zu sagen, diese Frau ist einfach unglaublich gewesen.Sie hatte so viele berühmte Männer,doch immerwieder,hat sie ihren eigenen Kopf durchgesetzt,sei es gegen Napoleon oder sei es auch gegen ihren Mann Bernadotte.Sie hat viel durchgemacht,schon viel zu früh geliebte Menschen verloren,was sich im Laufe der Zeit weiter fortsetzte bis schliesslich und letztendlich nur noch sie übrig geblieben ist.

Sie hat erst ganz zum Schluss den Mut verloren,sie hat immer weitergemacht und sich von nichts erschüttern lassen.

Sie hat sehr viel Mut bewiesen,sich für andere eingesetzt und hatte ein sehr erfülltes Leben.Sicher,es kam ihr zugute,dass sie immer mit Männern zu tun hatte,die in die Geschichte eingegangen sind,so wie später sie selbst,aber nie ist sie arrogant geworden und nie hat sie sich um irgendwelche Titel geschert,denn sie wollte immer nur glücklich und zufrieden leben.

Leider war es ihr aber erst zu einem späteren Zeitpunkt vergönnt und auch nicht wirklich lange,denn am Anfang war ja Schweden für sie die Hölle,doch schliesslich und letztendlich konnte sie sich damit anfreunden,aber dann kamen ja so viele schreckliche Schicksalsschläge auf einmal auf sie zu,dass konnte sie einfach nicht verkraften.

Es ist immer schlimm geliebte Menschen zu verlieren,aber zu erleben wie Kinder vor einem gehen,dass ist denke ich die Hölle.Ausserdem muss es schlimm sein,wenn kaum noch jemand da ist ,ich selber wäre glaube ich auch durchgedreht und hätte mich nach so vielen Schicksalsschlägen nacheinander auch nicht mehr erholen können.

Eure NINE
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ZIMT-ZICKE

ZIMT-ZICKE

09.08.2008 09:55

Sehr informativ und ausführlich.

Arisa19

Arisa19

18.10.2007 04:04

Na also die arme Frau hat echt viel hinnehmen müssen und ist doch so stark gewesen alles zu verkraften.

engeldnacht

engeldnacht

24.06.2007 21:41

Na, dass scheint dich ja sehr interessiert zu haben hm?

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