Linfield, Rangers, Liverpool – Achse des Bösen ?
31.03.2004
Pro:
diesmal wohl nicht allzu viel
Kontra:
800 Jahre voller Pein
Empfehlenswert:
Nein
 Londonfootball
Über sich:
Japanischer Kolega ist doch wieder da. Und der Kolega vom Kolega auch. Also ich.
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Wie Ihr ja wisst, befasse ich mich in unregelmäßigen Abständen mit der „Ulster“ (Nordirland)-Problematik, die natürlich in meinem Falle immer einen Bezug zum Fussball nehmen muss. So kam mir der Gedanke auf, als ich im Buch „Nordirland – Sozialismus und Republikanismus“ las, wie es denn nun sein mag, ein „Prot“ zu sein, der in den Straßen Belfasts aufwächst und schon von Kindesbeinen an davon träumt, für die Rangers zu spielen.Fangen wir aber nochmal ganz klein an... Irland liegt in der Nähe vom United Kingdom und wurde vor grob 800 Jahren von den Briten eingenommen und besetzt. Da die Iren (Kelten etc.) ein ziemlich heftiges und widerstandsfähiges Volk waren, konnte man es nie ganz schaffen, die (mittlerweile) katholisch angehauchten Iren zu unterdrücken – immer wieder waren sie extrem widerspenstig – ein Faktum, dass dem imperial eingestellten Großbritannien natürlich ein Dorn im Auge war. Die Engländer führten in ihrer langen Geschichte schon immer Unterdrückungs-Kolonial- und Imperialkriege. In Irland, in Schottland und auch den allseits bekannten USA – überall waren sie so etwas wie Besatzer und okkupierten jedes Land, nur um ihr Commonwealth groß und stark erscheinen zu lassen.Was macht man also, wenn man ein Land einnimmt, dass ständig aufbegehrt ? Richtig, man verteilt Ländereien an einheimische und beginnt, gewisse Landstriche zu besiedeln – so lief es in Schottland (mit großem Erfolg – denn trotz ihres offen dargestellten Widerstandes sind die Schotten heute teilweise englischer als London es je war). Nun denn, vor allem im Norden Irlands siedelte sich nach und nach protestantisch-loyale Bevölerung nieder und sollte alsbald grob 60% der Bevölkerung Ulsters betragen. Als es im Jahre 1912 zur „Gründung“ der Republik Irland kam, wurden 3 Grafschaften Ulsters gerne an die Republik abgegeben, schliesslich waren in den eigentlich neun Grafschaften Ulsters (heutzutage sind nur 6 davon das allseits bekannte Nordirland) beinahe 50% der Menschen national-irisch eingestellt – und so hätte der somit entstandene Staat „Nordirland“ kaum eine Überlebenschance gehabt.Heute ist Nordirland immer noch ein Staat, der repressiv gegen die katholische Minderheit vorgeht, was Arbeitspl#tze etc. angeht – teilweise sind in den protestantischen Hochburgen 80% der katholischen Bevölerung arbeitslos und 35% leben auf der Straße etc. Was schliessen wir daraus ? Lieber lässt der Brite zigtausende von Menschen vor die Hunde gehen, als einen eh schon verlorenen Krieg zu beenden und dem Volk zu geben, was es will. Mit dieser Taktik versucht man also sinnlos, den Iren aus Nordirland zu vertreiben – natürlich geht er nicht – also lässt man ihn leiden, nur um sagen zu können, dass Ulster bis heute noch zum United Kingdom und dem Commonwealth gehört...Schwachsinn...und wir leben tatsächlich im 21ten Jahrhundert ? Stellen wir uns also vor... Ich wär ein 16hjähriger unionistisch-loyaler Nordire, der Katholiken hasst, der den Union Jack jeden morgen hisst und der sich daran ergötzt, dass sein Lieblingsverein, der FC Linfield, durch jahrzehntelange Bevorzugung und das verschieben von Spielen 47facher Titelträger und somit Rekordmeister ist:„Ich stehe jeden morgen auf, singe „God save the queen“, schlage die Tageszeitung auf und lese, wie dir RUC (die Sicherheitspolizei) am gestrigen Abend wieder 5 widerständige Republikaner, die „Brötchen holen waren“ auf offener Straße erschossen hat. Ich höre, wie mein Vater erzählt, dass auf dem letzten Parteitreffen die UVF (Ulster Volunteer Front) bekanntgegeben hat, die heldenhafte Tat beging, im letzten Jahr 150 katholische Zivilisten erschossen zu haben. Nun ja, ich suche einen Job, aber leider haben es auch „Prots“ reltiv schwierig, denn London hat die Subventionen für die Werften wieder ein klein wenig zurückgefahren. Nun ja, ich könnte einen Job bei Firma „xy“ bekommen, aber die gehört einem Katholiken - und für den werde ich nicht arbeiten – dabei hat doch Firma „xy“, die einem „prot“ gehört, tatsächlich „Fenns“ (Katholiken) eingestellt – also, ganz ehrlich, die machen auch wirklich jeden Drecksjob.Klar, ich hätte wirklich bei Cliftonville spielen können – aber das ist ein Katholikenclub – da werde ich nicht hingehen – warum nur spielen die Katholiken dann für MEINEN Verein ? Sollen sie doch in ihren Slums bleiben. Und wenn ich zudem bedenke....bei Celtic spielt tatsächlich ein nordirischer Katholik – und der ist wirklich bis vor kurzem noch Kapitän der NORDIRISCHEN Nationalmannschaft gewesen ! Man muss sich das mal vorstellen ! Gut, dass meine Freunde von der UVF und der UFF (Ulster Freedom Fighters) ihn mit Morddrohungen dazu gebracht haben, zurückzutreten ! Ein Katholik als Kapitän einer protestantischen Nationalmannschaft !!! Wir sind Prots, wir bleiben unter uns – da kann er Maradona persönlich sein, soll er doch nach Dublin gehen und nicht in „unserem“ Belfast spielen. Wo kommen wir denn hin, wenn die Fenns tatsächlich mit uns zusammen leben wollen ? Nein, wir bleiben unter uns – mit den Fenns als Sklaven – oder noch besser – die Fenns hauen direkt gleich ab nach Galway oder DublinMein Onkel, der lebt in Schottland – er erzählt mir, dass er damals seine Rangers-Dauerkarte verbrannte, als Maurice Johnston (Anm. der erste Fenn bei den Rangers) bei den Rangers unterschrieb. Das machten damals alles so. Ich wunder mich nur, dass von den Fenns keiner sowas machte, als einer von „uns“ für sie spielte....die haben wirklich kein Selbstwertgefühl, die Iren.... Aber wenn ich älter bin, dann spiele ich für Linfield – oder noch besser – für die Rangers ! Ja, und bis dahin haben wir auch Cliftonville aus der Liga gejagt – das haben wir auch schon mit Derry geschafft ! Jetzt spielt tatsächlich ein Uister-Team in der irischen Liga – die haben es gar nicht anders verdient, dass wir damals Handgranaten in ihre Fankurve geworfen haben.Wie sagte schon mein Opa stets bei jedem Orange-Marsch ? „A protestant country for protestant people“Da können sich die Fenns noch so anbiedern, wir werden sie nicht teilhaben lassen an unserem gesellschaftlichen Leben, sie werden bis ans Ende alle Tage in ihren Slums leben... ...es sei denn, London nimmt die schützende Hand von uns und die UVF-Trainingslager in Schottland liefern uns keine Kämpfer mehr – dann werden uns die Iren überrennen – eins muss man ihnen ja lassen – sie mögen wie Ratten sein, aber sie sind nicht unterzukriegen.“ Wenn das ganze nicht so traurig wäre, könnte man über die tausend Vorurteile lachen und schmunzeldn weiterblättern, aber ich denke, ich habe das Denken eines Loyalisten ganz gut getroffen, der jeden morgen ein Loblied auf die Queen singt und bei jedem Marsch der Prots hofft, dass ein paar Fenns der RUC vor die Panzer laufen.Doch kommen wir zurück zu... Linfield, Rangers, Liverpool Linfield habe ich bereits erwähnt – die Inkarnation des Betrugs im Weltfussball. Kaum ein Verein (ausser vielleicht Dynamo Berlin) hat wohl so viele Spiele verschoben und Meisterschaften erklaut.Die Rangers sind das ganze in blau, nur drei nummern größer – denn Schottland ist mittlerweile ein Birtannien-loyaler Staat, der gerne die UVF und die UFF nach Leibeskräften unterstützt – so sind die Rangers wohl der Club, der den Begriff Sektierertum (Rassimus auf Religion bezogen) neu erfunden hat – man schaute damals, wie die Celtic irische Zuschauer ohne Ende zog und beschloss, ab sofort nur noch „Prots“ spielen zu lassen, um die unionistisch eingestellten Bürger in den Bann zu ziehen – es gelang. Erst so kam es zu den Glasgow-Kriegen – die eine Seite bekam es durch Zufall, die andere Seite arbeitete gewillt darauf hin, sektiererisch zu sein – schade.... Als das englische Gegenstück gilt (trotz der multimedialen Auftritte des Spion Kops mit eingebauter Gänsehautgarantie) der FC Liverpool. Ich weiss nicht genau, wie es dazu kam (ich schaue gerne nach), aber selbst dem dümmsten unter uns dürfte aufgefallen sein, dass die Fan-Lager von Liverpool und den Rangers die in England unübliche Beziehung der Fan-Freundschaft seit Jahren pflegen.Man könnte so vieles ändern – es müsste so vieles nichts ein – auf beiden Seiten – aber keine Sorge – sobald London merkt, dass ihnen Ulster entgleitet, lassen sie sich was neues einfallen – nur um das längst zerstörte Commonwealth irgendwie am Leben zu erhalten – mit Nordirland als Partner. Gibt´s für uns Alternativen ? Cliftonville FC, Derry City FC, Everton FC und Celtic Glasgow ;o)
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05.07.2007 18:15
wenn man nur immer bhs hätte............schade, denn hätte ich eines, hättest du es bekommen..........lg eva
14.02.2006 01:08
Liverpool hat eine Fanfreundschaft zu den Rangers-Fans - sorry, aber da bist Du ja mal ganz falsch informiert!
29.09.2004 11:31
Hey, ich fand den Bericht schon sehr eindruckend und habe auch einige Dinge dazu gelernt. Ich hoffe du schreibst weiterhin solche Berichte. Also ich warte schon auf deinen nächsten.