Es war einmal eine Liebe...
29. Mar 2005
Pro:
- - -
Kontra:
- - -
Empfehlenswert:
Ja
 himmelssurfer
Über sich:
Das Leben ist ... trotz aller Widrigkeiten ... das Beste, was Dir passieren konnte...
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Der folgende Text entstand im Zuge einer Schreibaufgabe. Vorgegeben war lediglich ein Bild. Man stelle sich vor: eine Winterlandschaft, blauer Himmel mit ein wenig festliegendem Schnee und im Vordergrund zwei sich berührende Bäume, durch deren Äste die Sonne scheint.Anhand dieses Bildes sollte jeder, der an dieser Aufgabe teilnimmt, seiner Phantasie freien Lauf lassen. Hier können diejenigen, die es interessiert, das Ergebnis meiner bescheidenen Bemühungen lesen. Ich hoffe, es gefällt Euch. Es war einmal eine Liebe...Chiara war eine echte Prinzessin. Denn ihr Vater war der König und ihre Mutter war die Königin des kleinen Landes, in dem sie lebte. Schon von Chiaras Geburt an war immer jemand da, der sich um sie kümmerte. Der sie fütterte, wickelte, sie in den Schlaf sang, mit ihr spielte, mit ihr laufen übte, mit ihr sprach und all die vielen Dinge, die man so mit einem Kind machen kann und sollte. Später dann kamen die Lehrer hinzu, die sie einiges über die Geschichte ihres Landes lehrten. Über Diplomatie und was es bedeutete, eine Königstochter zu sein. Aber auch ein wenig Algebra und Lesen standen auf dem Programm.Meistens fand Chiara es toll, daß immer jemand um sie war. Und wenn es nur die Wache des Königs war, die auf sie aufpassen sollte. Aber es gab auch Momente, in denen sie viel lieber alleine gewesen wäre. Momente, in denen sie traurig war und einfach nur weinen wollte, ohne daß jemand gleich angerannt kam, um sie zu fragen, was sie hat. Augenblicke, in denen sie einfach in Ruhe nachdenken wollte, über Dinge, die sie noch nicht so recht verstand. Über Dinge, deren letzten Grund sie noch nicht erkannt hatte, aber gerne verstehen wollte. Kleine Abschnitte ihres Lebens, wo sie einfach nur alleine sein wollte. Aber diese Momente gab es so gut wie nie. Bis auf eine Ausnahme: Am Hofe des Königs lebte auch Johannes, der Sohn des Schmieds. Da es nur ein sehr kleines Königreich war und es dort am Hofe auch nicht allzu viele Kinder gab, war es Chiara erlaubt, mit Johannes, der etwa das gleiche Alter hatte wie sie, zu spielen und ihre Zeit zu verbringen. Später kamen dann lange Spaziergänge hinzu, welche die beiden sehr genossen, weil sie dadurch einmal aus ihrem Alltag ausbrechen konnten.Johannes hatte eine wundervolle Eigenschaft: Trotz (oder gerade deswegen) seines doch etwas aufbrausenden und oberflächlichen Vaters hatte er die Fähigkeit, immer genau zu erkennen, ob Chiara gerade in Redelaune war oder ob sie einfach nur in Ruhe gelassen werden wollte. Meist spazierten sie fröhlich plaudernd durch die, das Königsschloß umgebenden, Wälder und die dazugehörige Seenlandschaft, aber manchmal, wenn Chiara wieder diese Gefühle verspürte, wo sie gerne alleine weinen und grübeln wollte, zog sich Johannes immer genau soweit von ihr zurück, wie sie Freiraum brauchte. Er half ihr damit sehr, sich über ihre Gedanken und Gefühle klar zu werden, die sie doch normalerweise unterdrücken mußte. Oft saßen sie in solchen Momenten an einem der Seen und schwiegen gemeinsam vor sich hin. Manchmal weinten sie sogar zusammen... Und niemand kam sofort angelaufen, um Chiara ihre Sorgen abzunehmen. Was ja in diesen Fällen ohnehin nicht funktionierte. Aber ihre Umwelt wollte sie halt lieber fröhlich sehen. Und so mußte sie die Augenblicke, in denen sie traurig sein durfte, sehr sorgfältig vorbereiten. Die Jahre vergingen und Chiara und Johannes wurden so langsam erwachsen. Noch immer spazierten sie voller Freude durch die Wälder und an den Seen entlang. Ihre Gespräche waren tiefgründiger geworden und inzwischen wußten sie so gut wie alles übereinander. Und das gemeinsame Schweigen und Weinen klappte noch immer. Sich an den Händen haltend schwiegen sie ihren Schmerz in die Seen hinaus und umfingen einander in ihrer Traurigkeit, die sie so normalerweise nicht leben durften. Es entstand ein inniges Band, welches immer breiter und schließlich zu Liebe wurde. Was natürlich nicht bekannt werden durfte, denn Chiara war nach wie vor eine Prinzessin und Johannes nur der Sohn vom Schmied. Sobald ihre Liebe bekannt werden würde, durften sie sicherlich nicht mehr soviel Zeit miteinander verbringen. Und schon gar nicht alleine. Wo ihnen doch gerade das so wichtig war.Daß Chiara irgendwann einmal würde heiraten müssen, verdrängten die beiden, so gut es eben ging. Aber ein gewisser Schatten lag schon über ihnen und machte ihr Schweigen manchmal noch tiefer als es ohnehin schon war. Aber vorerst kam eine Zeit, in der sie sich auch körperlich entdecken lernten. Auch dort harmonierten sie wundervoll miteinander und die gegenseitige Rücksichtnahme machte vieles einfacher. Kurzum: sie kreisten immer enger umeinander und wollten voneinander nicht mehr lassen für den Rest ihres Lebens. Das fiel natürlich irgendwann auch dem König auf und wutentbrannt verbot er den beiden den weiteren Umgang miteinander. Kurz entschlossen sandte er seine Herolde in die Welt hinaus, um für seine Chiara einen Bräutigam zu suchen, der ihres Standes würdig war. Chiara und Johannes wiederum waren nun tieftraurig, obwohl sie diesen Tag ja hatten kommen sehen. Und auch jegliche Versuche aus Chiaras Umgebung, sie aufzumuntern, konnten sie nicht einmal zum Lächeln bringen. Nur im Dunkeln, wenn sie an ihren Johannes dachte, huschte regelmäßig ein wunderschönes Lächeln über ihr Gesicht. Mit diesem Lächeln schlief sie dann selig ein und ihre Zofe wunderte sich des Morgens, warum die Prinzessin morgens so wundervoll lächelte und den Rest des Tages dann so tiefunglücklich war.Auch Johannes war nur noch ein Schatten seiner selbst. Sein Vater brüllte ihn ständig an, er solle doch endlich mal von dieser Jugendromanze ablassen und sich auf den Ernst des Lebens vorbereiten. Es gäbe ja schließlich auch noch wichtige Dinge in der Welt. Und eine Prinzessin solle er sich als Handwerker ohnehin aus dem Kopf schlagen. „Aber ich liebe sie doch so sehr!“, sagte Johannes. „Was weißt Du schon von Liebe?!“, erwiderte der Vater und schickte ihn wieder an die Arbeit. Als die Traurigkeit der beiden so groß wurde, daß sie bereits das ganze Schloß überschattete, beschlossen der König und der Schmied, die Kinder auch räumlich zu trennen und der König schickte den Schmied fort in eine andere Stadt. Auf diese Weise, hofften die beiden Väter, würde die Verliebtheit ihrer Kinder sich schon geben. Irgendwann. So wurden denn die Reisevorbereitungen getroffen und der Wagen des Schmieds hatte schwer zu tragen. Johannes aber beteiligte sich an all dem nicht.Als Chiara von all dem erfuhr, beschloß sie, daß sie Johannes wenigstens noch ein letztes Mal sehen wollte. Und so überredete sie ihre Zofe, Johannes Bescheid zu geben und dafür zu sorgen, daß Chiara unerkannt aus dem Schloß kommen konnte. So trafen sich Chiara und Johannes also ein letztes Mal bei ihren geliebten Seen. Noch einmal gingen sie die geliebten Wege und plauderten fröhlich miteinander. Jedenfalls so gut wie es ging, ständig den endgültigen Abschied vor Augen.Während die Sonne unterging, weinten, schrien und schwiegen sie gemeinsam in den Sonnenuntergang hinein. Ihr Leben, wie sie es kannten und liebten, würde fortan für immer verloren sein. Aber ihre Liebe würde überleben, das schworen sie sich. Und so umarmten sie sich ein letztes Mal, um dieses Gefühl nie zu vergessen. Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, standen dort am See zwei prächtige Bäume, deren Zweige einander zärtlich umfingen und die einander streichelten. Das tun sie nun bereits seit vielen Jahrhunderten. Und wenn man ganz leise ist, kann man sie sogar miteinander flüstern hören...15.03.2005 by Himmelssurfer Kategorie: Die 8 für die Unendlichkeit.
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04.07.2005 12:10
Wunderschön............. LG Belluna
19.05.2005 11:44
... einfach schööön und romantisch... Diese Art von Geschichten sind wunderschön - Schreibaufgabe... mh... da fällt mir auch etwas zu einem alten Auto ein, welches zu beschreiben war... -
25.04.2005 17:04
Da hast Du ja mal wieder ein Glanzstück hingelegt. Einfach schöööööön!!! LG. Traudel