Herzlichen Glückwunsch - Spanien II
10. Jul 2008
Pro:
tolle EM, gute Spiele, viel Tempo, super Fans
Kontra:
4 . Offizieller, Turniermodus
Empfehlenswert:
Ja
 hr.biernot
Über sich:
"Suchst Du nach einer hilfreichen Hand in Deinem Leben, schau zuerst auf das untere Ende Deines...
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Deutschland: Schwungvoll begann die deutsche Mannschaft die Partie gegen Polen und hätte schon nach wenigen Minuten durch Gomez in Führung gehen müssen. Diese Aktion war symptomatisch für das Spiel des Stuttgarters bei der gesamten EM. Es war aber derselbe Gomez, der das 1:0 für Deutschland einleitete - nach tollem Pass auf Klose und dessen uneigennütziger Vorlage auf Podolski, musste dieser nur noch vollstrecken. Statt zu versuchen den Vorsprung nun auszubauen, zogen sich die Deutschen aber zurück und mussten ein paar bange Momente überstehen, bis erneut Poldi sie erlöste. Vorausgegangen war ein Zweikampf, bei dem Schweinsteiger einen schon verloren geglaubten Ball bravourös zurückerkämpfte. Das Match gegen Kroatien sah eine komplett andere Mannschaft. Geschickt stellte der Gegner die Räume zu und nutzte seinerseits die sich bietenden Chancen, die meist auf Abwehrfehler der Deutschen zurückzuführen waren. Im Spiel nach vorne ging zuviel schief. Hart erkämpfte Bälle wurden leichtfertig wieder hergegeben. In fast allen Bereichen fehlte es an Sicherheit, einzig Frings konnte halbwegs an seine Normalform anknüpfen. Die wenigen Möglichkeiten, die man sich herausspielen konnte, wurden nicht genutzt. Eine eher durchschnittliche Leistung reichte, um gegen Österreich mit 1:0 in die nächste Runde einzuziehen. Wiederum tat man sich viel schwerer als unbedingt nötig. Statt früh in Führung zu gehen, versemmelte Gomez mal wieder eine 100 prozentige Chance. Insgesamt lief es etwas besser als gegen Kroatien, aber erst ein Gewaltschuss von Kapitän Ballack sorgte für eine Beruhigung der angespannten Nerven. Ein zweites Cordoba muss also noch ein wenig warten. Eine gewaltige Steigerung war allerdings vonnöten, um gegen Portugal bestehen zu können. Und genau so kam es dann. Torwart Ricardo dürfte den Namen Schweinsteiger langsam nicht mehr hören können. Wie bei der WM 2006 spielte er auch diesmal überragend und war an allen drei Treffern direkt beteiligt. Zum ersten Male zeigte die deutsche Mannschaft richtig, zu was sie fähig sein kann. Sie ließen die starken Portugiesen nur schwer zur Entfaltung kommen und fingen viele Pässe schon im Mittelfeld ab. Die taktische Umstellung auf eine Spitze, Ballack direkt dahinter und zwei offensive Spieler mit Poldi und Schweini auf Außen machte sich bezahlbar. Da auch Friedrich und Lahm auf ihren Positionen in der Defensive ein gutes Spiel machten, konnten sie sogar ein paar Stellungsfehler ihrer Innenverteidigung kompensieren. Vorne wurden ungeahnte Schwächen der Portugiesen genutzt und endlich waren auch einmal heraus gespielte Tore zu sehen. Eine Kombination mit zwei Doppelpässen wie vor dem 1:0, habe ich von einer deutschen Nationalmannschaft schon lange nicht mehr gesehen. Im Halbfinale konnten sie sich das Team erst einmal bei den Türken bedanken, weil die mit ihren Chancen geradezu fahrlässig umgingen. Es hätte sich niemand beschweren können, wenn unser Team zur Halbzeit zurückgelegen hätte. Aller Warnungen zum Trotz, hatte man den stark ersatzgeschwächten Gegner wohl doch ein wenig unterschätzt. Obwohl es dieselbe Mannschaft war, die gegen Portugal so glänzen konnte, schien es eher, als wäre sie in Lethargie verfallen. Erst mit der Hereinnahme von Torsten Frings schaffte man es langsam, im Mittelfeld Paroli zu bieten. Daraus resultiert ein hektischer Kampf, der mit Kloses Kopfballtor zu Gunsten der deutschen Mannschaft zu kippen schien. Wieder einmal schafften die Türken aber nach zahlreichen Stellungsfehlern der Abwehr den Ausgleich, um dann in der Schlussminute den endgültigen KO durch Philipp Lahm zu kassieren. Dieser hatte sicherlich eine Mitschuld am 2:2, doch auch Metzelder und insbesondere Mertesacker und Lehmann sahen bei diesem Tor ebenfalls alles andere als gut aus. Im Finale gegen Spanien hatte ich zunächst den Eindruck, als könne die Mannschaft an das Match gegen Portugal anknüpfen. Mutig ging es nach vorne und man kam durch Podolski und Klose zu zwei Ansätzen einer Chance. Danach mussten sie sich allerdings einem an diesem Tage übermächtigen Gegner beugen. Sie kamen nie richtig ins Spiel und verloren folgerichtig völlig verdient. In der zweiten Halbzeit flackerte zwar kurzzeitig etwas Hoffnung auf. Nach dem ihnen ein berechtigter Handelfmeter versagt blieb und die Spanier weiterhin ihre Chancen nicht nutzen konnten, kam die Mannschaft mit einigen sehenswerten Kombinationen zu ein paar Torchancen, die sie leider nicht nutzen konnten. Offensichtlich hatte Deutschland damit aber ihr Pulver verschossen, in der Folgezeit waren es wieder die Iberer, die sich die besseren Chancen heraus spielen konnten… Im Vergleich mit der WM 2006 und vor allem mit der EM 2004 hat sich die Leistung der Mannschaft erneut stabilisiert und weiter verbessert. Das Mindestziel Halbfinale wurde übertroffen und es wurde recht ansehnlicher Fußball gespielt. Vielleicht nicht immer der offensive Fußball wie bei der WM, aber das hängt ja auch vom Gegner ab. Abgesehen von dem Match gegen Kroatien wusste das Team aber auf jeden Fall in kämpferischer Hinsicht zu überzeugen. Spiele wie gegen die Türkei, vielleicht auch gegen Österreich wären vor zwei, drei Jahren noch verloren gegangen. Der Willen zu überzeugen war bei allen Spielern spürbar, manchmal war es wohl auch ein wenig zu viel des Guten. Um allerdings das Niveau der Brasilianer, Argentinier und Spanier zu erreichen, bedarf er noch einmal eines weiteren Sprungs. Dem Team muss es gelingen, Leistungen wie gegen Portugal und teilweise auch gegen Polen über einen längeren Zeitraum, sprich fünf bis sechs Spiele zu bestätigen. Das ist vielleicht noch ein wenig früh. Bei der nächsten WM 2010 sind Lahm, Poldi, Schweini und Mertesacker gerade mal Mitte 20 und haben das beste Fußballeralter dann immer noch vor sich. Dass sie auf dem Weg dazu ist, zeigt der Blick auf die Weltrangliste - hier liegt man nun auf Platz 3 hinter Spanien und Italien, aber vor Brasilien. Im Kern wird die Mannschaft wohl für die nächsten beiden Jahre weiter zusammen bleiben, einzig Jens Lehmann und Oliver Neuville dürften ihre Karriere im Nationaldress beenden. Frings und Ballack bleiben weiterhin die wertvollen Stützen im Mittelfeld, mit denen unser Spiel steht und fällt. Vor allem beim Kapitän wird es langsam mal Zeit, dass er einen großen Titel gewinnt. Wieder einmal war er im Finale unterlegen. Er hat sicherlich keine überragende EM gespielt, war aber immer die wertvolle Anspielstation im Mittelfeld, über die vieles nac vorne lief. Darüber hinaus ging er keinem Zweikampf aus dem Wege, schonte sich nicht, stopfte so einige Löcher in der Abwehr, um dann im Gegenzug vor dem gegnerischen Tor gefährlich zu werden. Die beiden Tore sprechen deutlich für ihn, Ballack war da, als die Mannschaft ihn brauchte. Vor allem beim Tor gegen Österreich schien ihm eine Zentnerlast von den Schultern zu fallen. Über die Besetzung im Tor mache ich mir am wenigsten Gedanken - mit Enke, Adler, Neuer, Hildebrand und auch Rensing ist für genügend hochklassige Konkurrenz gesorgt. Darüber hinaus gibt es noch so einige junge Spieler im Kreise der U20 und U21, die über kurz oder lang nachdrängen werden. Beck, Hummels, Khedira, Kroos, Heller, Hennings, Özbek, Grote, Özil sowie Marin, Jones und Helmes werden ihren Weg in der Nationalmannschaft machen… Spanien:Vorab mal folgendes: Spanien ist vollkommen zu Recht Europameister geworden! Über das gesamte Turnier gesehen, stellten sie die mit Abstand beste Mannschaft, die am wenigsten unter Leistungsschwankungen zu leiden hatte. Sie haben kein einziges Spiel verloren - nur gegen den Angstgegner aus Italien musste das Elfmeterschießen den Sieg bringen. Es sagt eigentlich fast alles über die offensiven Qualitäten der Iberer aus, dass ein Spieler wie Cesc Fabregas nur im unwichtigen Spiel gegen Griechenland und dann im Endspiel gegen die deutsche Mannschaft von Anfang an spielte. Dort war er auch nur dabei, weil Villa verletzt ausfiel! Das die Spanier Fußball spielen können, ist ja bekanntlich nichts neues. Zu selten stellten sie es aber bei den letzten Welt oder Europameisterschaften unter Beweis. Meist waren es gute bis sehr gute Vorrundenspiele und spätestens im Viertelfinale war dann aber Schluss. Diesmal zeigten sie von Anfang an, wer der Chef im Hause ist. Durch sicheres Kurzpassspiel mit sehr hohem Tempo wirbelten sie zuerst die Russen durcheinander. David Villa erzielte allein drei Tore und legte den Grundstein zum goldenen Schuh als bester Torjäger der EM. Die Schweden hatten lange Zeit ein verdientes Remis vor Augen, bis erneut Villa in den Schlusssekunden zuschlug. Mit ein wenig mehr Glück und Mut hätten sie das Match sogar gewinnen können. Im letzten Gruppenspiel gegen die Griechen zeigten die Spanier, dass auch ihre B Mannschaft Fußball spielen kann. Das Viertelfinale gegen die Italiener entwickelte sich zu einem taktischen Geduldsspiel. Iniesta, Xavi und Silva erspielten zwar ein optisches Übergewicht und hatten die etwas gefährlicheren Chancen, man hatte aber auch hier nur selten den Eindruck, dass sie die Handbremse lösen würden. De Rossi und di Natales Elfmeter wurden von Iker Casillas gehalten, der damit den Grundstein zum ersten Sieg Spaniens in einem Pflichtspiel über Italien seit über 88 Jahren legte. Im Halbfinale warteten erneut die Russen auf Torres, Villa und Co. Nach ausgeglichener erster Halbzeit, öffnete Xavi kurz nach der Pause auf Vorlage von Iniesta das Tor zum Finale. Guiza und Silva machten mit ihren Treffern den hoch verdienten Sieg perfekt. Gegen die Deutschen dauerte es eine Weile, bis die Spanier zu ihrem gewohnten Spiel fanden. Als dann der Ball wie am Schnürchen in den eigenen Reihen lief, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Tor fallen würde. Die tolle Vorarbeit von Xavi nutzte Fernando Torres zum goldenen Tor. Einziges Manko am Spiel der Iberer war eigentlich, dass sie ihre hochklassigen Chancen nicht effektiver nutzten. Von einer kurzen Drangphase in der zweiten Hälfte abgesehen, war Spanien war einem 2:0 deutlich näher, als die Deutschen dem Ausgleich…Schiedsrichter: Für meine Begriffe haben sie bei der EM einen exzellenten Job gemacht. Es ist für sie ein ganz schmaler Grad zwischen Himmel und Hölle. Sie und ihre Linienrichter müssen binnen Zehntelsekunden Entscheidungen fällen. Das sie dabei ab und zu mal Fehler machen, dürfte vollkommen klar sein. Wir haben im Fernsehen meist vier, fünf Zeitlupen und dazu jede Menge Zeit um eine Situation beurteilen zu können. Selbst dabei kann man nicht immer sagen, ob es nun die richtige oder falsche Entscheidung war. Daher ziehe ich meinen Hut vor den gezeigten Leistungen. Natürlich kann man über die ein oder andere Karte, einen Abseitspfiff oder die nicht gegebenen Elfmeter diskutieren. Für Schweinsteigers Aktion hätte eine gelbe Karte vollkommen ausgereicht, auf der anderen Seite wurden Ohrfeigen und Kopfstösse gar nicht geahndet. Da fehlt es ein wenig an der Verhältnismäßigkeit. Ich will damit nicht Schweinis Verhalten rechtfertigen, bin aber dennoch der Meinung, dass hier der Täter (Leko) auch mitbestraft werden müsste, weil ich an der gegnerischen Torauslinie den Gegenspieler nicht so attackieren muss. Leko sah zwar gelb, aber das war wohl eher für den Disput mit Lehmann. Stichwort Elfmeter: es gab hier ja mehrere Situationen, über die lange gesprochen wurde. So z.B. diverse Handspiele im Strafraum, die unterschiedlich bewertet wurden. Zum einem das Match zwischen Holland und Frankreich, als Schiedsrichter Fandel zu Recht weiterspielen ließ, da Oojers Handspiel keinei Absicht zu Grunde lag. Andererseits kann ich die Franzosen gut verstehen, denn mit Hilfe des Elfmeters hätten sie den Ausgleich erzielen können. Zum zweiten war da noch eine Szene im Endspiel, als Capdevilla kurz nach der Pause der Ball an die Hand sprang. Das war für mich ein berechtigter Elfmeter, eine der wenigen falschen Entscheidungen von Schiri Rosetti. Wer weiß, wie das Finale gelaufen wäre, wenn Ballack und Co. den Strafstoss verwandelt hätten? Noch einmal zu Schiedsrichter Fandel: im Spiel gegen Italien hat er den Spaniern in der ersten Halbzeit zwei Elfmeter verweigert. Zumindest bei der Aktion David Villa stimme ich ihm zu. Der Spanier hob nach dem Foul von Ambrosini doch etwas zu theatralisch ab. Oder Michael Ballacks Foul vor dem 3:1 gegen die Portugiesen. Sicher hat er seinen Vereinskollegen Ferreira in dieser Situation ein wenig geschoben, aber das sind genau die Aktionen, die seiner neuer Vereinstrainer Scolari in Zukunft von ihm sehen will! In der Premier League hätte man über dieses Foul einmal müde gelächelt und gut war's… Negativer Höhepunkt war sicherlich die beiden "Feldverweise" gegen die Trainer Löw und Hickersberger. Was sich da der vierte Offizielle erlaubt hat, das kann er sich wohl nur selber erklären. Schließlich ist er es gewesen, der die "Vergehen" der beiden Coaches ja an den Schiedsrichter weitermeldete. Dem blieb ja im Endeffekt gar nichts anderes mehr übrig, als die zwei auf die Tribüne zu schicken. Für Ruhe an der Seitenlinie sollte der vierte Mann sorgen - hier schien mir das Gegenteil der Fall zu sein. Geradezu lächerlich wurde diese Aktion, wen man sieht, wie in anderen Spielen gar nicht eingegriffen wurde und die Partien einfach weiterliefen. Entweder handele ich überall gleich, oder gehe hin und entschuldige mich und lasse die Trainer im nächsten Spiel wieder auf die Bank. Aber selbst einen Fehler einzugestehen, geht bei der UEFA wohl nicht…Modus: Meiner Ansicht nach, sollte die Tabellenberechnung der Vorrunde wieder grundlegend überdacht werden. Es kann irgendwo nicht sein, dass in allen Gruppen nach zwei Spielen schon die Gruppensieger feststehen. Ich möchte damit keineswegs die Leistungen der Niederlande, Spanien, Kroatien oder Portugal schmälern, sondern dafür plädieren, dass der direkte Vergleich eben erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Entscheidung ansteht. Zuerst die Punkte, dann die Tordifferenz, dann geschossene Tore und dann der direkte Vergleich - so wäre das der richtige Weg. Natürlich haben sich die jeweiligen Mannschaften diesen 1. Platz in der Gruppe durch zwei Siege "verdient" - ich finde es aber unfair gegenüber den anderen Teams, die auch noch im dritten Vorrundenspiel alles geben müssen, um weiterzukommen. So hätten z.B. Tschechien, die Türkei, Deutschland, Schweden oder Russland jeweils noch eine Chance auf den Gruppensieg gehabt. Die Schweiz, Österreich, Polen und Griechenland hätten auch noch im dritten Spiel eine Chance gehabt, um weiterzukommen. Ob sie diese genutzt oder verdient hätten, steht auf einem ganz anderen Papier. Im Interesse der Spannung, fände ich diese Lösung eben gerechter. Gleichzeitig ist es auch im Interesse der Zuschauer, die mitunter sehr viel Geld für ihre Karten bezahlt haben. Sie haben dies getan, um Spieler wie Ronaldo, Deco, Robben, Snijder, Torres oder Villa vielleicht einmal live zu sehen und sie dann nicht 90 Minuten auf der Bank zu erleben. Gleichzeitig ist das für mich auch so etwas wie Wettbewerbsverzerrung. Es kann nicht sein, dass die Teams im dritten Spiel mit einer "B" Mannschaft antreten. Wohlgemerkt, dies ist kein Vorwurf an Kroatien, Portugal, Spanien und die Niederlande. Sie nutzen nur die bestehenden Regularien und wollen ihre Stars ein wenig schonen. Klar kann ich auch das nachvollziehen, aber bitte nicht auf Kosten der Fans. Das sollte sich die UEFA vielleicht noch einmal überlegen… Andererseits: ein Blick auf die ersten drei Viertelfinale sagt eigentlich alles. Die ersten drei Gruppensieger waren frühzeitig zu Hause - einzig die Spanier "überlebten" diese Runde… Das Turnier hat aber auch deutlich gezeigt, dass man im Hurrastil nicht weit kommt. Man hat bis zu sechs Spiele in knapp drei Wochen und muss sich die Kraft ein wenig einteilen. Vor allem die Teams, die schon in der Vorrunde überragend spielten (Portugal oder Niederlande) konnten ihre Leistungen im Viertelfinale nicht mehr bestätigen. Die Trainer müssen dabei im Training aufpassen und die Einheiten richtig dosieren. Zu lange Pausen zwischen den Spielen bewirken manchmal das Gegenteil von dem, was sie eigentlich sollten. Den Akteuren gelingt es dabei oft nicht, schlagartig wieder auf die 100 Prozent zu kommen, die für so ein Spiel nötig wären. Sechs Spiele auf allerhöchstem Niveau zu absolvieren, wird keine Mannschaft der Welt schaffen, da sind immer wieder einmal ein paar Gurkendinger dabei. Keine Ahnung woran das hängt. Hier gilt es von Seiten der Coaches her, ihre Mannschaft vor jedem Spiel wieder richtig einzustellen. Gewisse Schludrigkeiten lassen sich hierbei niemals ganz vermeiden…Spiele: Insgesamt sahen wir eine sehr gute Europameisterschaft mit einem verdienten Sieger. Bis auf wenige Ausnahmen spielten alle Teams einen attraktiven und offensiv betonten Fußball mit teilweise atemberaubendem Tempo. Oftmals ging es hin und her, rauf und runter. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass man neben einem guten Angriff auch über eine gute Defensive verfügen muss. Mannschaften wie Portugal, Niederlande oder Russland mussten dies wieder einmal schmerzhaft erfahren und schieden relativ früh aus. Im Vergleich zu den Spielen bei der WM vor zwei Jahren, ist das allgemeine Niveau gestiegen. Es ist eben auch schwerer Europa als Weltmeister zu werden. Dort hat man zumindest in der Gruppenphase meist noch einen etwas schwächeren Gegner dabei. Bei einer Europameisterschaft kann fast jeder jeden schlagen. Hier ist in den meisten Fällen die Tagesform entscheidend. Bis auf England, Schottland und Bulgarien waren alle anderen zwölf Top 20 Teams der Weltrangliste bei der EM dabei! Einzig der Co Gastgeber Österreich bildet da die unrühmliche Ausnahme. Da man nur einen einzigen Punkt holen konnte, rutschte das Team Austria weiter ab. Hinter so namhaften Nationen wie Syrien, Trinidad und Tobago oder Guatemala liegt man nun nur noch auf Platz 105 der Rangliste - direkt vor Nationen wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Malawi, Äthiopien oder Mosambik… Fans: Cirka 1,13 Millionen Zuschauer konnten die 31 Spiele live im Stadion verfolgen, was einem Schnitt von ca.36.500 Fans pro Partie bedeutet. Rechnet man noch die zahlreichen Besucher dazu, die ohne Karten die Spielorte besuchten, kamen bei einigen Matches locker 200.000 Anhänger zusammen. Entgegen vorheriger Befürchtungen blieb es im Allgemeinen doch eher ruhig. Natürlich versuchten einige unverbesserliche Hohlköpfe sich diese Plattform zu nutze zu machen, meist wurden sie jedoch schnell von der Polizei unter Kontrolle gebracht. Der Respekt voreinander und untereinander und zeigten uns überwiegend die Bilder, die wir sehen wollen. Fans unterschiedlicher Nationalitäten, die miteinander feiern, statt sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Sehr positiv haben mich die Feiern nach dem 3:2 Sieg Deutschlands über die Türkei überrascht. Gerade die Appelle von Offiziellen an die Zuschauer bewirken bisweilen genau das Gegenteil. Hier hat der Fußball allerdings seine positiven Seiten bewirkt. Das mit den Autokorsos und Hupkonzerten nach gewonnen Spielen haben sich die Deutschen von den Südeuropäern abgeschaut und übernommen. Warum denn auch nicht? Eine EM/WM findet ja nur alle zwei Jahre statt und da sollte man das auch nicht überbewerten. Es sollte eigentlich nur den Einmarsch der Mannschaften während der EM untermalen - es entwickelte sich aber eine komplette Eigendynamik. Die Rede ist von dem Song "Seven Nation Army" von den White Stripes. Ich fand das gut, wie in fast allen Spielen dieses Lied gemeinsam angestimmt - na ja eher mitgesummt wurde. Mit dieser Meinung stehe ich wohl nicht ganz alleine. Vor der EM lag es auf Platz 709 der Charts eines recht bekannten Internetkaufhauses - mittlerweile steht es unter den Top 20 dieser Hitliste. Wie lautet eigentlich der offizielle EM Song von Enrique Iglesias??? Kennt den jemand??? Fazit:Insgesamt war es eine tolle EM, mit klasse Spielen, wunderschön heraus gespielten Toren, mit viel Tempo, meist fairem Einsatz sowie wiederum super gelaunten Fans. Von der Euphorie war es diesmal etwas weniger als bei der WM 2006 aber dadurch keineswegs schlechter. Mir hat vor allem der Umgang der Spieler und der Zuschauer untereinander imponiert. Statt sich gegenseitig zu bekämpfen feierten die Fans lieber miteinander - egal aus welchem Land sie stammten.
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02.01.2009 04:00
...warum sollte Teil 2 auch schlechter sein...Ich finde übrigens auch die Regelung, dass der direkte Vergleich vor Torverhältnis kommt ziemlich schwachsinnig. LG, Stefan
12.11.2008 22:51
Voila - das nächste Dessous für deinen Wäscheladen!
09.11.2008 13:43
dem ist nichts hinzuzufügen! lg mozarteum