Komm schon, bomb sie alle weg, George W.!!
12. Dez 2002
Pro:
Auf dem Weg zu einem Frieden?
Kontra:
Krieg und Vernichtung
Empfehlenswert:
Ja
 Daniel-Becher
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Manchmal schaue ich zu ziemlich später Stunde, nach der „Harald Schmidt Show“ noch die Sat1-Spätnachrichten. Die sind kompakt, ca. zwanzig Minuten lang und ich habe nochmal einen groben Überblick über die Geschehnisse des abgelaufenen Tages. In den meisten Fällen ist es so, dass kurz vor Beginn dieser Sendung noch ein Werbetrailer eingespielt wird und am unteren Bildschirmrand in einer Laufzeile ein paar Stichpunkte zu den wichtigsten und/oder interessantesten Themen angerissen werden, die in der nachfolgenden Sendung zur Sprache kommen.So war es auch gestern und als ich Folgendes las, stockte mir schon ein wenig der Atem. Sinngemäß: „Irak-Konflikt – USA drohen mit Atombombe“. Das erste, was mir dazu in den Sinn kam war: „Spinnen die jetzt total?!“. Natürlich muss so eine „headline“ auch etwas großspurig daherkommen, um das Interesse des Zuschauers zu wecken, dass er sich die Sendung auch anschauen will. Ansonsten gebe ich ja nicht viel auf diese kurzen „Anheizer“, da ich die Sendung ja eh schauen möchte. Doch gestern war ich, beim Lesen dieses einen Satzes, doch ganz schön geschockt, innerlich.Als dann das Thema während den Nachrichten behandelt wurde, habe ich natürlich ganz genau hingehört, weil, das hat mich wirklich sehr interessiert. So kam hier zur Sprache, dass US-Präsident George W. Bush wohl hat verlautbaren lassen, die Atombombe einzusetzen! Natürlich bedarf es einiger Erklärung zu diesem Sachverhalt, denn so etwas sagt man nicht einfach mal so. Aber eins nach dem anderen. Auslöser dieser Nachricht war, wie so oft in der letzten Zeit, natürlich der „Irak-Konflikt“. Im Zuge des Kampfes gegen den Terrorismus, den die Vereinigten Staaten ja gerne werbewirksam vorneanstehen wollen, will man natürlich Härte zeigen und dass man es mit dem Gegner USA (und gerade mit ihm) nicht zu bunt treiben sollte, man sich also mit dem Falschen anlegt.Grundsätzlich ist die Aufgabe natürlich eine wichtige, dem Terrorismus die rote Karte zu zeigen, um ihn zu bremsen. Denn, sind wir doch mal ehrlich, ausrotten wird er sich wohl eher nicht lassen. So traurig diese Tatsache auch ist. Wie unser Verteidigungsminister Peter Struck vor nicht allzu langer Zeit, als es um das Buget der Bundeswehr ging, sagte, steht unser Feind heutzutage nicht mehr hinter der nächsten Grenze, speziell nach Osten hin, sondern versteckt sich, territorial unabhängig, überall auf der Welt und findet auch immer neue Unterschlupfe. Dieses Problem stellt sich so gesehen für fast jedes Land der „westlichen“ Welt bzw. allen freien Demokratien dar. Nun ist es ja so, das der Irak, speziell sein Diktator Saddam Hussein, ein Dorn im Auge der Demokratie zu sein scheint. Unbestritten ist Hussein natürlich ein gefährlicher Zeitgenosse, den man nicht unterschätzen sollte, zumal in einer Diktatur. Man erinnere sich nur an den ersten Golfkrieg anfang der neunziger Jahre.Es geht Gorge W. Bush auch nicht darum, den Irak zu vernichten, sondern eben eher dieses Land von seinem „Herrn“ Saddam Hussein zu befreien. Das es dabei, im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung, unumgänglich ist, zumindest weite Teile des Landes in Schutt und Asche zu legen, hat wohl jeder vor Augen. Nebenbei „springt“ für die Weltmacht USA auch noch etwas dabei heraus. Denn wo ich erst einmal etwas zerstört habe, muss ich mich natürlich auch um den Wiederaufbau im Nachhinein kümmern. Was das bedeutet ist ja wohl klar. Leistet man irgendwo oder für irgendwen einen Wiederaufbau, braucht man schließlich bestimmte Güter und Mittel, um dieses zu bewerkstelligen. Und diese Mittel wollen bezahlt werden und vorher natürlich bereitgestellt und produziert. Das kostet sehr viel Geld, bringt Aufträge für die Industrie im eigenen Land und kurbelt somit die Wirtschaft an. Na, wenn da ein Krieg gegen den Irak, sorry Saddam Hussein natürlich, nicht legitim ist ...?! So gesehen tut man doch nur Gutes.Nicht zuletzt braucht ja Mister President auch einen positiven Aufhänger, das er nach seiner Amtszeit als „Weltmachtführer“, in die Analen der Geschichte der Welt und besonders der USA eingeht. Also hat er dann, wenn es so kommt, zwei gute Werke getan. Zum einen hat er die Welt von Saddam Hussein befreit, oder wenigstens unseren Erdball wieder ein klitzekleines bißchen sicherer gemacht. Zum zweiten hat er die amerikanische Wirtschaft angekurbelt und sie aus einer Rezession herausgeholt. Denn bei seinem Vorgänger Bill Clinton sahen die Staatsfinanzen ganz anders aus und in seiner Präsidentenzeit konnte er auch einen Überschußhaushalt vorlegen. Ganz nebenbei kann George W. Bush so auch noch in die ruhmreichen Fußstapfen seinens Vaters treten, der damals als Präsident der Vereinigten Staaten den Golfkrieg mit auf den Weg gebracht hat und natürlich gewonnen. Nun aber zurück zum Inhalt der Nachrichten, von denen ich hier berichten möchte. Wie ja jeder wissen wird, „empfängt“ ja momentan der Irak diverse UNO-Sicherheitsinspektoren, denen man gern den friedlichen Hof präsentiert. Das Hauptziel ist es den Irak den Vorwurf des Besitzes von Massenenvernichtungswaffen bzw. die Möglichkeiten der Produktion derer nachzuweisen.Und so kam es wie es eigentlich kommen musste, die Vereinigten Staaten demonstrieren Stärke. Sie fahren ihre Flotte in unmittelbarer Nähe des Krisenherdes auf, klopfen bei den NATO-Mitgliedern an die Tür, um für ihre Unternehmung zu „werben“ und um Unterstützung zu bitten. Laut unserem in der letzten Zeit viel gescholtenen Bundeskanzler Gerhard Schröder, ist ja ein Krieg mit der Beteiligung Deutschlands überhaupt gar nicht denkbar!! Wer´s glaubt?!! Bin ja schon gespannt, wie sich Gerd im Falle des Irak-Krieges da wieder rausredet. Denn die Bereitstellung der deutschen Aufklärungsflugzeuge wird sicher nicht ohne eine zum Teil deutsche Besatzung vonstatten gehen können. Wenn der Irak also nicht einlenkt, wird er halt dafür die Quittung präsentiert bekommen. In Form einer kriegerischen Auseinandersetzung eben. Dies alles wird dann natürlich auch unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung laufen. Und diesem Terrorismus hat Bush nun zum ersten Mal ganz rigoros die Pistole auf die Brust gesetzt.Denn im Gegensatz zu sonst, ist diese Nachricht mit der Drohung mit einem Atomschlag, nicht ausschließlich über die diplomatischen Kanäle gekommen, sondern über deren öffentliche. Wenn man dieses so in die Öffentlichkeit hinausposaunt, hat der ganze Vorgang natürlich gleich noch mehr Gewicht. Alle Welt hat es vernommen und alle Welt wird ganz bestimmt genau hingehört haben und dies die nächsten Tage auch vermehrt tun. Sinngemäß lautete der Inhalt dieser Nachricht, dass Präsident George W. Bush sich und Amerika und die ganze freie Welt nicht vom Terrorismus und Konsorten sein Leben und Handeln diktieren lassen wird. Wenn es also die Umstände erfordern sollten, wird er sich mit einem atomaren Gegenschlag zu wehren wissen. Also alles nach dem Motto: Feuer muss man mit Feuer bekämpfen. Nur wird der Brandherd mit jedem Mal größer, heißer und vernichtender werden, als er es sowieso schon war!Das hat mich ganz schön betroffen gemacht. Eigentlich sollte jedem ja klar sein, dass Atomwaffen nur Sinn machen, wenn man sie NICHT einsetzt und stattdessen mit ihnen droht. Denn wenn sie einmal zum Gebrauch kommen, ist es eh zu spät. Wenn aber, wie jetzt geschehen, die Androhung eines atomaren Schlages laut gesagt wird und dieses dann noch in aller Öffentlichkeit, wird mir schon ein wenig mulmig zumute. Und das Allerletzte, was ich mir wünschte, wäre ein Krieg, der grenzübergreifend die ganze Welt entzweit und auch vor meiner Haustür nicht halt machen würde. Da habe ich echt Angst vor. Als ich mir so meine Gedanken darüber machte, formte sich in mir immer wieder eine Frage: Wer schützt uns eigentlich vor den USA?? Denn man kann doch nicht bestreiten, dass von ihr auch ein gewisses Gefahrenpotential ausgeht. Einerseits will man genau über alles informiert sein und lässt den „Laden“ Irak auf den Kopf stellen, um an Hinweise auf Massenvernichtungswaffen zu kommen, andererseits ist man nicht bereit, selbst mit offenen Karten zu spielen, auch, was ihr Waffenprogramm angeht. Ich kann also nur hoffen, dass ein Krieg, wie er im Irak bevorsteht, doch noch abgewendet werden kann. Augenscheinlich lenkt ja Saddam Hussein ein, aber was er hinter dieser Fassade wirklich treibt, weiß wohl keiner wirklich. Ein gefundenes Fressen fü die „Weltpolizei USA“. Das Schlimmste dabei ist in meinen Augen die Antwort. Denn die Rache wird nicht allzu lange auf sich warten lassen und sie wird furchtbar sein. LEIDER! Kurz noch zur Empfehlungsaussage. Ja! Zum Gedanken machen. Ein Stern für die Problematik und deren Potential.Würde mich natürlich freuen zahlreiche Kommentare von euch zu lesen, was ihr so denkt, über die ganze Situation. PS: Ich möchte mich jetzt nicht als Gegner der USA falsch verstanden wissen. Überhaupt nicht. Das ist halt nur meine Sicht der Dinge. Momentan.
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19.02.2009 19:03
Allein schon die Androhung die fürchterliche Vergeltungswaffe als Erster einzusetzen, verdient, dass jener Präsident auf der Stelle seines Amtes enthoben wird. Aber die Amerikaner verehren nunmal ihren alten Kriegsproklamierer Abe, genauso wie die Iraner ihren Khomeini...
03.04.2006 18:10
Würde Bush erneut kandidieren können, wäre der Irak-Krieg höchstwahrscheinlich sein Genickbruch gewesen, aber so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die amerikanische Bevölkerung einfach über die fast täglich sterbenden Soldaten hinwegsieht. Grüße von basti
25.12.2005 13:52
Eigentlich löst man ja mit Gewalt nie etwas, vielleicht auch ein Zeichen warum die Menschheit letztlich nicht klüger wird.