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Vorwort:Alles mit Ä"? Ja. Ärger machte mein Herz!
Meinen Herzinfarkt habe ich gut überstanden. Um wieder richtig in die "Gänge" zu kommen, bekam ich eine ReHa Kur verpasst. Über eine Kur zuschreiben, wäre für mich kein Problem. Mir aber geht es um so einige Kleinigkeiten, die immer wieder zu kleinen Geschichten führten. Und da überwiegend ältere Patienten nur zu den Mahlzeiten zu sehen waren, fühlte ich mich persönlich ohne meine Geli sehr allein. Und deshalb habe ich mir einen Tag vor der ReHa Maßnahme ein Aldi Laptop zugelegt. Mein ganz großes Glück war dann die Möglichkeit per "WeilesLan" ins Internet zu kommen. Das allerdings nur in der Eingangshalle. Da saß ich dann häufig und per E-Mail gingen täglich kleine Geschichten nach Draussen. Und ich selbst konnte dadurch auch zu anderen Patienten etwas Kontakt pflegen.
Hier also meine Erlebnisse:~~~~~~~~~Neues aus BAD BEVI~~~~~~~~~~
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14.12.2007Hal lo lev Lüt,
ein weiterer Tag ist angebrochen. Voller sportlicher Aktivitäten beginnt für mich so ein Tag mit einer erfrischenden Gymnastik im dunklen Wald um 07:00 Uhr nicht weit vom Mittellandkanal. Nicht nur dunkel ist es, nein auch saukalt. Der Waldboden ist feucht und der Geruch des Waldes ist wirklich erfrischend. Heute allerdings war ich etwas genervt. Meine Nase ist ja Top in Ordnung und diese witterte etwas, was mir sehr unangenehm war. Irgendwo musste ein Haufen liegen. Immer wieder zieht der Duft in meine Nase. Schweißperlen bildeten sich. Ich könnte ja in einen Hundehaufen getreten sein?
Egal, jetzt ist Gymnastik dran. Das Programm: einfach klasse. Der "Vorturner" ist mit einem Wort, super!Nachdem wir nun unseren Frühsport beendet hatten, zog unsere kleine Truppe zurück zum Gebäude. Ca. 30 Meter vor dem Gebäude dann ein neues Erlebnis. Ein Unterstand steht dort. Und ein schwaches Licht leuchtet. Es sieht aus, wie ein Stall.
Und zwei Menschen sind in gebeugter Haltung sitzend zu sehen. Wie in einem Krippenspiel! Und ganz still ist es. Ja, weihnachtlich Stimmung kommt auf. Als wir nun ganz dicht vor dem Unterstand kommen, sehen wir, was wir vorher nicht sahen: Zwei Raucher sitzen dort und geben ihrer Sucht nach. Kein Krippenspiel.
Nun aber zum Frühstück. Mit frischer Luft in den Adern schmeckt es herrlich. Und der Kaffee Hag, naja! Herzliche Grüße und hol die fuchtig un kiek mol wedder in.
15.12.2007Moin liebe Lütt!
So ein Tag in Bad Bevi beginnt recht früh. Oder besser gesagt, dann, wenn ich meine, erwacht zu sein. Und das war genau vor 27 Minuten. um 05:00 Uhr. Den ersten Gang zur, nun das kennt Ihr alle, dann meine Wäsche vom Vortag (ich hatte "große Wäsche"!) zusammen legen. Danach die übliche Tages-Beginn-Zeremonie! Ja, und ein Tässchen Pulver Cappuccino! Und nun geht es los. Vom gestrigen Tag habe ich eine bestürzende Meldung bekommen. Zur Wassergymnastik treffen alle Senioren im Bad ein. Der Eine zieht sich verschämt in der Kabine um, die Anderen eben wie es Männer machen. Im Gemeinschaft Umkleideraum. Das Duschen vorher, bei Senioren etwas dürftig, dann ins Planschbecken.
Meine Position ist im tieferen Teil des Beckens. Von der Treppe schwimme ich die 25 Meter unter Wasser. Meine Luft hält prima. Als ich auftauchte, kam sofort unser Vorturner und nun bekam ich folgendes zu hören: "Das geht so nicht, Herr ............ Gestern hat sich ein Teilnehmer beschwert weil er sich bei ihrem unter Wasser schwimmen erschrocken hat! Nun machen sie das heute wieder! Ich möchte sie bitten, hier nicht zu tauchen!"
Bum, das saß! Man hat sich beschwert! Erschrocken! Für mich war die Wassergymnastik gelaufen. Als ich diesen skandalösen Vorfall an meinem Tisch erzählte, beide Herrschaften Ü-65, haben die nur mit dem Kopf geschüttelt. Mein Nachbar, Herr Seuin de (der Nachname ist noch schlimmer) lachte herzhaft. Immerhin ist er 71 Jahre und ist wirklich beschissen dran, jeden 2. Tag Dialyse und andere wirklich schicksalhafte Behinderungen.
"Herr ............., was sind das für blöde Menschen. Sie sind zweimal getaucht und man hat sich beschwert. Ich begreife das nicht" und die ehemalige Postlerin, Frau Pohl am Tisch schüttelte nur den Kopf und raunzte: " Haben die nicht anderes zutun?"
Ja, und dann gibt es eine Gestalt, die wird von anderen Gästen so beschrieben. "Dem wurde Bauch und Buckel diagonal vernäht!" Also: der hat einen Kugelbauch (witzig anzuschauen, und durch seine gebeugte Haltung einen Buckel). Wie ein Urang Utan schleicht er durch das Gebäude und meckert ständig rum. Gestern kam er in Erdgeschoß mit dem Fahrstuhl an und meckerte los:
" Ich steige in den Fahrstuhl ein und das alte verschleierte Kanackenweib will mit einsteigen. Unerhört, die blöde Kuh soll die Treppe nehmen. Ich fahre nicht mit so einen Weib im Fahrstuhl!" Ja ja, auch das ist Bad Bevi. Jeden Tag etwas Neues.
Ich bleib am Ball
16.12.2007 / 05:13 UhrMoin Moin aus Bad Bevi.
Ab heute habe ich endlich einen Anwendungsplan der Spitzenklasse. Bisher war die Zeit sehr langweilig gewesen, jetzt geht's los!
Sechs Termine, überwiegend der sportlichen Kategorie reihen sich aneinander. Wobei der sportliche Teil mehr Senioren gerecht gestaltet ist. Soll bedeuten: bisher war ich unterfordert. Aber was soll's, es bringt auch so Spaß. Und zum Spitzensportlicher soll ich nicht gemacht werden. Langweilig wird es am abends. Da verschwinden alle Patienten auf ihre Zimmer (eine kleine Gruppe geht dann gleich nach dem Abendessen zum saufen, das soll für Herzkranke besonders gut sein!). Ich selbst begebe mich immer in die große Halle. Dort treffen sich immer drei ältere Herren und dreschen Skat. Hin und wieder kommt noch ein weiterer Spieler dazu.
Ich selbst sitze mit dem PC einen Tisch weiter und surfe ein wenig im Internet rum oder genieße die wunderbare Art der Spieler. Die Spieler spielen und es bringt wirklich Spaß, zu sehen, welche Ruhe die Drei haben. Wunderbar die kurzen knackigen Sprüche, Aber vor allem die Ruhe der Spieler. So bin ich also immer beschäftigt. Langweile kommt nur auf, wen ich nichts mache. Aber ich mache was. Wobei der Fernseher nicht zum Mittelpunkt am Abend wird! Die drei oder vier Herren machen es vor. Ansonsten wäre es einsam.
Übrigens, meine ReHa endet am 27.12. Um 08:00Uhr muss das Zimmer geräumt sein.
Ganz herzliche Grüße aus Bad Bevi. Hol di fuchtig und kik mol wedder in!
18.12.07 /06:12 Uhr Moin Moin Moin,
ach, was bin ich doch aufgeweckt. Und das ganz von alleine! Etwas länger konnte ich schlafen. Jetzt duftet mein Pulverkaffee und eine lausige Kälte strömt von geöffnetem Balkon. Frische Luft, frischer Kaffee. Herz, was willst Du mehr.
Nachdem mich gestern der Kostenträger, die "Deutsche Rentenversicherung" auf die Palme gebracht hatte, ist wieder Ruhe eingekehrt. Eine Menge an Arroganz vom Schreibtisch und keine Spur von der Zusage:
"Über den Transport brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen, wir holen und bringen sie", war gestern nichts mehr zu hören.
"Ja, wenn sie noch Krank wären, aber durch die ReHa sind sie ja wieder gesund". Ganz ehrlich? Eine blöde Kuh! Das schlimmste und vor allem perfide war, die neue Servicenummer 0800100048002 o.ä. nahm den Anruf an und tröstete genau 2 Minuten und neun Sekunden den Anrufenden mit der:" der nächste Mitarbeiter...bla bla bla!" Dann war Schluss und der Anrufende stand wieder im Regen.
Sage und schreibe Achtmal habe ich diese "Schei... mitgemacht. Dann habe ich mir die "normale" Nummer besorgt. Und da kam das Drama.
Umso mehr freue ich mich wieder auf den heutigen Tag. Die Anwendungen sind reichlich. Ich selbst hatte den Wunsch gehabt. So bleibt kaum eine Pause. Und das ist Gut so! Alles Gute Euch und: hol di fuchtig un kiek mol wedder in.
19.12.07 /05;26 Uhr Guten ..Moin Moin!
Und wieder ist ein neuer Tag angebrochen. Wie immer beginnt der Tag mit viel Luft. Frischer Luft. Der Balkon ist weit geöffnet: Heute habe ich anstatt Cappuccino, mir einen Fencheltee zubereitet. Das tägliche Herz-Kreislauf-Training beginnt in zwei Stunden. Der erste Termin im angrenzenden Wald ist der Einstieg. Dann das leckere Frühstück und weiter geht's. Das Programm ist Super. Aber auch für die Entspannung wird gesorgt. Entspannung durch Atemtherapie ist eine super Sache. Richtig atmen will gelernt sein. Und das ermüdet. Regelmäßig schlafe nicht nur ich dabei ein. Ein Zeichen, das es wirklich gut tut!
Und noch etwas gibt es: Die "Progressive Muskelentspannung nach Jacobson". Und das um 13 Uhr. Schon vor vielen Jahren bin ich dabei fast wie auf Befehl tief und fest eingeschlafen und habe davon recht wenig mitbekommen. Und auf die Frage der Therapeutin: "Wer von Ihnen kennt die "Progressive Muskelentspannung nach Jacobson?"
Konnte ich mit ruhigen Gewissen von meinen Erfahrungen berichten. Nämlich, das ich alles verschlafen hatte. Aber heute soll es ganz anders werden! Vorher wird noch ein DIN 4 Zettel mit allen anstehenden Übungen verteilt. Zum Nachlesen! Und schon beginnt die Muskelentspannung.
Mit ruhiger, beschwörender Stimme fängt alles an: "Legen Sie ihre Aufmerksamkeit in den rechten Unterarm. Ballen Sie die rechte Hand zur Faust......"
Dann geht es Stück für Stück weiter. Die Entspannung setzt ein. Herrlich die beginnende Ruhe im Körper zu spüren. Ganz Plötzlich ein schriller Klingelton. Erschreckt wache ich auf, und greife zum Übeltäter. Scheis..., mein Handy!
Mein Handy! Naja, nun hat Bad Bevi ein neues Thema! Und ich wünsche Euch einen beschaulichen Tag ohne Handy Geklingel. Es stört manches Mal.
20.12.2007 / 05:39 Uhr Moin!
Es ist lausig kalt. Aber nur bei geöffneter Balkontür. Und das lässt sich ändern. Meine erste Anwendung vor dem Frühstück wird eine sportliche Gymnastik sein. Natürlich im angrenzendem Wald. Das weckt alle Lebensgeister und ist eine tolle Angelegenheit. Danach das Frühstück. Danach wird weiter der Kreislauf angeregt. Und das tut Gut. Und wie es mir Gut tut, merke ich jeden Tag auf ein Neues. Gestern zum Beispiel beim Belastungs- EKG. Zufällig war die Ärztin dabei und während der "Belastung" haben wir uns unterhalten können. Ohne Keucherei! Und die Belastung war nicht Ohne!
Ich merke also selbst, der "Alte" ist fast wieder da. Und das will ich auch. Ich denke mal, der eingesetzte Stent sorgt wie ein vor geschalteter "Turbo" für eine gleichbleibende Leistung meines Motor`s. Bei der morgendlichen Gymnastik wirkt sich diese Leistungssteigerung schon aus. Denn als kleine Beschwerlichkeit gibt es so wunderbare Erschwernisse wie umgeschnallter Gewichte. Ja, an den Füssen dürfen wir uns Gewichte schnallen und dann hoch das Beinchen pendeln. Zuerst ist das zusätzliche Gewicht spürbar, dann aber wird es zur Gewohnheit.
Ja, und da fällt mir ein Vergleich ein. Soviel wie die umgeschnallten Gewichte wiegen, soviel Gewicht hat mein Körper seitdem 23.11. (Meinen Glückstag dank super Kollegen und einer Super Geli und Maike) verloren. Und diesen Ballast habe ich mit rumschleppen müssen! Fast unglaublich. Aber ganz ehrlich? Es ist beschwerlich, bei dem Essensangebot auch mal "nein" zu sagen. Da ich Dank meiner Geli mich mit sinnvoller und nahrhafter Kost auskenne, funktioniert es ganz gut, die etwas kritischen Nährmittel eben nicht zu nehmen.
Ja, das war nicht viel "Neues aus Bad Bevi". Thema "Handy klingeln" während der "Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson", bekomme ich jetzt regelmäßig "aufs Brot" geschmiert. Damit bleibt das Thema in aller Munde. Schade nur, dass mir die Ausrede, das wäre mein Pillenwecker, nicht bei dem unglaublichen Vorfall eingefallen war. So aber kommt etwas Stimmung auf. Denn Senioren haben nicht viel zu lachen! Herrlich!!
Ganz liebe Grüße, hol di fuchtig und kiek mol wedder in!
21.12.2007 / 05:32 Uhr
Moin moin! Leider wache ich immer sehr früh auf. Wenn Andere sich noch umdrehen können, bin ich hellwach. So ein Kurtag ist fast Stress pur. Ein Termin jagt den anderen. Ausziehen, anziehen. Badezeug, dann wieder nach draußen in den angrenzenden Wald mit Mütze und warmer Kleidung. Es bringt aber Spaß und mein Herz Kreis Lauf dank es mir. Interessant dann die Gesundheitsvorträge. Über Ballaststoffe, Fette und Kalorien ( Kalorien sind kleine Käfer im Kleiderschrank. Jede Nacht nähen sie die Kleidung enger!). So werden wie "Senioren" auch noch mit Wissen vollgestopft.
Klar, dass ich meine Essgewohnheiten ein wenig danach richte. Als Diabetiker achte ich sehr auf das was ich essen werde. Und mein Blut dank es mir. Meine Blutzuckerwerte sind hier mehr wie super. Allerdings mit einer Ausnahme. Das ich mich für das Mittagessen in vegetarischer Form entschieden habe, liegen mir die wichtigen Angaben über Kohlehydrate nicht vor. Und bei vegetarischen Speisen kann ich dies auch nicht einschätzen. Die Folge ist, ich kann die wichtige Insulinmenge am Mittag nie auch nur annähernd bestimmen. Aus diesem Wichtigen Grund habe ich angeregt, für die vielen Diabetiker auch diese wirklich wichtige Angaben (Kalorien und Fett werden angeben) mit anzuführen damit ich eben keine Unterzuckerung oder Überzuckerung aufgrund der nicht vorhandenen Angaben bekomme. Denn bei Unterzuckerung muss ich zwingend zusätzlich Kohlehydrate (z.B. Zucker) zu mir nehmen und bei Überzuckerung entsprechend Insulin spritzen. Also ein Teufelskreis.
Die Antwort der Fachkraft: " Herr .............., sie sind sehr gut darüber informiert, wir können das nicht den alten Menschen beibringen. Die haben ihre Gewohnheiten, das war immer so und darum informieren wir nicht!" Meine Antwort: "Warum geben sie dann überhaupt Kalorien und Fettgehalt bei jedem Essen an? Die alten Menschen haben doch ihre Gewohnheiten und ändern ihr Verhalten nicht nach ihrer Aussage?"
Ja, die alten Menschen sind eben dumm. Warum sollten diese Menschen nicht besser leben können? Warum wird hier überhaupt Diabetiker Marmelade und Eis angeboten? Selbst die Fachkraft gibt zu, dass ein Diabetiker KEINE besondere Nahrung benötigt. Aber es war immer so und umlernen würden die alten Herrschaften mit Diabetiker Füssen und Schäden nicht. Nein, die Industrie will weiter die Diabetikerkacke verkaufen und das muss so bleiben. Da wird viel Geld verdient. Um es auf den Punkt zu bringen: "ES GIBT KEINEN GRUND BEI DIABETIKERN TYP II FÜR EINE BESONDERE NAHRUNG!" Das sagt auch die Fachkraft. Aber einen Vortrag darüber einzurichten, ist nicht möglich, die alten Menschen haben ihre Gewohnheiten.
Eigentlich ein Skandal! Wenn ich nicht selbst die erheblichen Probleme aufgrund der fehlenden Angaben hätte, wäre mir das alles völlig Egal, aber es geht auch um meine Gesundheit und da möchte ich gerne ein Egoist sein. Basta!
Ganz herzliche Grüße un hol die fuchtig und kiek mol wedder in.
22.12.2007 / genau 06:00 Uhr.
Moin moin! Mein geliebter heißer Cappuccino, leider hier nur in Pulverform, hat mich freudig heiß begrüßt. Nun sitze ich fast an der Wand meines Zimmers. Etwas enger ist es geworden. Vorher stand der Tisch in der Mitte. Jetzt wurde er an die Wand aus Platzgründen geschoben.
Ein zweites Bett steht nun im Raum. Und ein Satz zusätzlicher Handtücher. Überraschung! Ja, meine Geli besucht mich über Weihnachten. Darauf freue ich mich sehr. Wir beide werden Weihnachten hier zusammen verbringen. Denn hier laufen die Anwendungen weiter und für mich beginnt dann der Endspurt. Am 26.12. ist mein Entlassungstag. Allerdings am Abend. Normal wäre es der 27.12. gewesen, dann allerdings hätte ich den ÖPNV nutzen müssen, so habe ich einen Tag vorher eine Mitfahrgelegenheit. Wie hier in der Klinik Weihnachten gefeiert wird, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe aber gehört, dass es den Patienten sehr schön gemacht wird. Ja, und ich habe meine Geli dabei. Unter anderem spielt der Posaunenchor Altmedingen (ob´s richtig geschrieben ist?) während eines Gottesdienstes. Der Pastor Kandel ist ein sehr angenehmer Mensch, ich hatte bereits letzte Woche das Vergnügen, ihm einer Geschichte zu zuhören. Er ist in der Lage, mit viel Körpereinsatz, alle Menschen, ob jung oder alt, anzusprechen. Das Weihnachtsfest, so berichten viele Patienten, soll hier so schön gestaltet werden, dass es viele alleinstehende Patienten extra zur Weihnachtszeit hier her bringt. Ich freue mich darauf, zu mal meine Geli hier sein wird. Sie hat es besonders schwer, sie hört zwar am ca. 19. Januar mit der Arbeit auf, um in die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit zu gehen. Leider macht ihr der Arbeitgeber "Post" es sehr leicht, diesen Tag herbei zu sehnen. Das Arbeitsklima ist dort Dank hirnloser Vorgesetzter, fast schon täglich kriminell geworden. Jeder Mitarbeiter hängt an seinem Arbeitsplatz und meint durch Kratzerei die Post retten zu können. Egal, für Geli ist es das letzte Weihnachtsfest als "Postlerin".
So, jetzt muss ich schnell zum wiegen und was wagen, dann Blutdruck messen und ab in die Vorhalle zum "Weiles Lan" drei Etagen tiefer zu Fuß über die Treppe.
Hol die fuchtig, kiek mol wedder in! Herzliche Grüsse.
22.12.2007 /13:46 Uhr Hallo in der ganzen Welt.
Jetzt bin ich müde, also die beste Zeit wieder aktiv zu werden. Auch heute sind einige Anwendungen gewesen. Zum Beispiel Skistockwandern. (Nordisch Dingsbums Neudeutsch genannt!). Einfach super. 1/2 Stunde stramm durch den Wald bei Eiseskälte wandern. Und bitte, es war schnell! Dann gab es eine große Pause. Und dann der super Hit. Bewegungsbad! Unser Trainer (warum Therapeut?) sagte uns vorher, wer Lust hat, kann 15 Minuten vorher kommen und selbst etwas für sich machen, dann aber ist nach seinen Anleitungen zu handeln. Okay, ich bin 15 Minuten vorher ins Wasser und habe das große Wassertanz -Programm abgespielt. Dann ging es in der Gruppe weiter. Die einzelnen Übungen waren super. Dann war nach 20 Minuten Schluss.
Unser Trainer hat dann selbst die Badehose angezogen, um für sich sein Programm zur Fitness abzuspielen (63 ist der Mann). Ja, und dann hat er Aqua Jogging für sich gemacht. Bedeutet, stramm durch das Wasser zu marschieren. Ich habe ihm Gesellschaft geleistet und gleiches Programm mit gemacht. Dabei haben wir uns prächtig unterhalten. Die 20 Minuten Aqua Jogging waren ganz schön anstrengend. Sind aber super für alle Muskeln. Ich habe mich natürlich bedankt, dass ich sein Programm mitmachen durfte und er meinte dann nur, dass ich ja wirklich noch Fit bin. Leute, er hat gesagt, ich bin Fit! Zum Essen bin ich dann etwas später gekommen und haben somit den Senioren Gehwagen Triathlon nicht miterleben dürfen. Aber ums so besser hat mir das Essen geschmeckt.
Am Tisch habe ich eine neue Nachbarin zugesetzt bekommen (unser Vierertisch und 3 Gehwagen parken am Tisch!). Wie ein Bauarbeiter (liebe Leute vom Bau verzeiht mir!) sitzt sie am Tisch. Beine breitbeinig, linken Arm aufgestützt und langen wollene Leggins an. Kopf übergebeugt, einen Meter ab vom Tisch. So muffelt sie das Essen in sich rein. Schon der breiten Beine wegen, habe ich nur noch ein drittel des Tisches. Das schlimmste aber, sie sprächt son schlesisches Kauderwelsch.
Mir gegenüber sitzt ein Herr Mayer aus der Husumer Gegend. Und Frau Petersen, eine ältere Dame ist ebenfalls ein fröhlicher Vogel. Gehbehindert aber mit einem Charme besonderer Art. Gestern sah sie meinen Saft und ich fragte sie, ob sie auch einen Schluck möchte.
Klar wollte sie. Und ich bot ihr mein Glas an."Aber den Rand abwaschen!".
Naja, ich bin aber losmarschiert und habe ihr ein eigenes Glas geholt. "Son Schiet, ich hab mir mein Daum geprellt, aber zum Kühlen war der Saft in Ihren Glas Super!" und gab ihr das Glas. Herrlich, die Dame kann kontern. Heute früh hat sie mir etwas mitgebracht und mir mit einer entsprechenden Bemerkung gereicht. Und Herrn Clausen fällt dann fast die Prothese aus dem Mund. Denn auch er kann herrlich lachen. Nur die Bauarbeiter Walli ist son bisschen daneben. aber was soll´s auch die wird erzogen!
Mal sehen, was ich heute noch erleben kann. Herzliche Grüße und hol di stief (danke Klaus!)
23.12.07 / 06:38 Uhr
Moin moin! Jeder Morgen beginnt fast gleich. Heute allerdings etwas später. Warum? Ich hatte das Vergnügen des etwas längeren Schlafes. Nun aber bin ich wieder gedanklich voll dabei. Ein leichtes Grinsen und schon öffnet sich eine Gehirnschublade für neue Gedanken. Ganz besonders aber möchte ich heute Marcel an dieser Stelle begrüßen.
Du bist das erste Mal in diesem Verteiler. Auch wenn Dich hier keiner Kennt, möchte ich doch Jeden einzelnen Bitten, Dich mit einem "Toi toi toi" zu bedenken.
Ich habe alles geschafft mit Hilfe meiner Familie und meiner Kollegen. Du schaffst es auch! Und das "Toi toi toi" meiner Begleiter soll auch Dir helfen. Ganz herzliche Grüße auch von einem Patienten aus Mc Pom. Ein Fritz. Er erinnert sich sehr gut an Dich. Warum ich das an dieser Stelle schreibe, hat ein einfachen Grund. Ohne meiner Familie und meiner Kollegen hätte ich nie so schnell wieder dem tiefen Loch entsteigen können. Diese Hilfe hat mir sehr geholfen. Und wenn Dich alle mit einem Gedanken einbeziehen, kommt auch bei Dir etwas von dieser Hilfe an.
Damit ist mein leichtes Grinsen heute in den Hintergrund getreten. Und damit möchte ich für heute das "Neues aus Bad Bevi" beenden. Nur eine Bitte noch an meine Familie und meine Kollegen: Denk JETZT an Marcel und bedenkt ihn mit einem "Toi toi toi!"
Ich danke Euch! 07:09 Uhr
24.12.2007 / 04:53
Guten Morgen!
Jetzt ist Weihnachten! Ganz klar, dass ich mich freue. Meine Geli wird mich für 2 Tage besuchen. Meine Anwendungen werden weiter durchgezogen, auf das ich Topfit ab 27.12. wieder zur Verfügung stehe.
Heute werden viele Patienten abreisen und es kann passieren, dass ich mit einem Therapeuten allein meine Anwendung der sportlichen Art machen werde. Dann besteht auch die Möglichkeit, etwas mehr an Belastung "zu erbetteln". Denn hier wird mehr für Senioren das Programm durchgezogen. Und da bin ich weit unterfordert. Ehrlich! Egal, wir werden sehen.
Mein Zimmer befindet sich im 3. Stock. Und direkt davor ist der Hubschrauber Landeplatz. Hin und wieder kommt der "Gelbe Engel" (Für die kolumbianische Familienseite: das ist der Rettungshubschrauber (helicóptero)). Gleich dahinter ist der Wald ("Busch", liebe Ina!). Da es seit Tagen eisig kalt ist, sind die Bäume alle ganz weiß durch den Raureif. Und nun ist Weihnachten. Das passt!
Den gestrigen Abend wurde hier nach bekannter Art verbracht. Die 3 Skatspieler haben still und leise ihren Skat gespielt und schräg gegenüber saßen (ich war erstaunt!) 2 ältere Damen und unterhielten sich. Das Gespräch war herrlich. Schade, eine Kamera dabei und ein schöner Fernsehabend würde es werden. Ohnsorg Theater pur. Und dann mein "geliebtes schläsäsch" dabei! Ich selbst habe etwas im Internet gesurft. Aber auch den herrlichen Sprüchen der Skatbrüder gelauscht. Klar, zwischendurch haben wir uns natürlich unterhalten. Ansonsten ist hier wirklich "Tote Hose"! Selbst die Säufer sind heute nicht auf die Pirsch gegangen. Im wahrsten Sinne: ein Tag vor Weihnachten. Liebe Familie, liebe Kollegen, liebe Kolumbianer und lieber Marcel!
Ich wünsche Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit in Ruhe und Frieden. Mögen sich alle Eure Wünsche erfüllen. Dir Marcel JETZT ein "toi toi toi" von uns allen und vor allem weiter Deine Willenskraft. Euch allen alles alles Gute
Ina amor, querido David.
Familia amor
Sí, A ......Name.........es fuerte. Cuando se vino a mí con el corazón que ocurrió, me En la sede de la policía. Usted Ina, lo saben. Porque cuando se hizo la huellas dactilares Hast. Mis colegas tienen para mi Rescue inmediatamente atendidas. Solo 2 minutos Más tarde, un helicóptero (helicóptero) para mí naves espaciales. Y podría incluso En Krankenhasu ya 50 minutos más tarde en un monitor, incluso el roto Parte de mi de motor (corazón) sehen. Ich estoy muy feliz de estar saludable de nuevo
.
Mi familia, mis colegas me han ayudado mucho.
Saludos amor para todos ustedes.
Jens
24.12.2007 / 20:56 Uhr
Liebe Familienangehörige und liebe Kollegen.Jetzt ist der heilige Abend fast beendet. Der Tag war sehr schön. Meine Geli ist hier und der Klinikalttag wurde so besonders schön. Um 15 Uhr war eine christliche Weihnachtsfeier, auch Gottesdienst genannt, für die Gäste und Patienten. An diesem Gottesdienst nahmen auch viele Kinder daran Teil. So wurden alle Altergruppen angesprochen. Auch viele schwerkranke Menschen in Rollstühlen konnten teilnehmen. Für Geli und mich das erste Mal ohne unsere Tochter Maike. Ja und ohne Schwiegersohn Götz und Julie und Mads. Klar, unsere Kleine Sippe haben wir am heutigen heiligen Abend vermisst.
Das gemeinsame Abendessen war eine besondere Überraschung. Die Tische waren zu einer großen Tafel zusammen gestellt. Vor jedem Platz (freie Platzwahl) stand eine Kerze, der Teller war mit herrlichen Aufschnitt, Fisch, etwas Obst und vielen kleinen Zutaten sehr schön angerichtet. Ein wahrer Genuss für Patienten und Gäste. Der Küchenmannschaft ein Bravo!. Sie haben wirklich alles sehr schön gestaltet. Wir haben wirklich getafelt!Und beim rausgehen bekam Jeder Teilnehmer der wunderschön dekorierten Tafel ein kleines Lebkuchenhaus mit einem lieben Gruß überreicht.
Im Anschluss gab es ein gemütliches Zusammensetzen mit Musik und Geschichten. Alles "handgemacht". Dazu wurden Punsch, Tee, Säfte und Kekse gereicht.Und wie soll es anders sein? Dieser tag ist auch für mich ein besonderer Tag. Genau vor 40 Jahren war ich beim BGS als junger Beamter auf Wache in Neutramm bei Dannenberg. Und an diesem Tag gab es damals drei Ereignisse, die ich nie vergessen werde.
Das erste: Ich bekam gegen 13 Uhr einen Befehl, mich umgehend beim OVD zu melden. Oje, was habe ich falsch gemacht. Nichts. Ich bekam ein Paket aus der DDR mit einem echten Dresdener Stollen. Von einer damaligen Brieffreundin.Das zweite. Ein Kamerad wurde zum OVD gerufen. Nach 5 Minuten kam er wieder, lief an uns vorbei und sagte nur: "Mein Vater ist tot!" Dann verschwand er im Nebenraum.
Das dritte: Es war genau 20:00 Uhr. Plötzlich hörten wir helle Kinderstimmen. Sie sangen. Wir schauten damals zum Schlagbaum und erstarrten. Es standen etwa 20 Kinder vor dem Schlagbaum und sangen wunderschöne Weihnachtslieder. Sie sangen für uns, für den Kameraden, der kurz zuvor vom Tod seines Vaters erfahren hatte. Wir waren natürlich etwas verwundert, dass uns der Gesang galt. Und irgendwie mochte keiner von uns die Dankbarkeit offen zeigen. Aber ich denke wohl, jeder hatte eine kleine Träne im Auge. Das schönste aber kommt noch. Wir bekamen alle einen riesigen bunten Teller mit Äpfel, Nüssen, Schokolade und viele andere Dinge überreicht.
Ja, das ist nun genau vor 40 Jahren gewesen. Und heute nun auch ein Besonderer heilige Abend. Was bin ich doch froh, So eine Geli zu haben!
Ganz herzliche Grüße, Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit.
25.12.2007 /05:13Guten Morgen.
Wir wünschen Euch allen eine Frohe Weihnacht.
Heute ist nun der 1. Weihnachtstag. Die Anwendungen gehen ihren gewohnten Gang. Deshalb geginnt für mich der Tag auch ganz normal. Allerdings mit einem Unterschied. Meine Geli ist dabei. Das aber hält mich nicht von meinen Schrullen ab. Mein Cappuccino nach der Morgentoilette. Und etwas ist heute auch anders. Dies ist mein letzter "Neus aus Bad Bevi". Morgen ist Abreise, Allerdings erst am Abend.
Für mich heißt es: Morgen bin ich den letzten Tag auch arbeitsunfähig. Dann wieder bin ich gesund. Und das ist Gut so. Lange genug habe ich für diesen Tag trainiert und ich hoffe erfolgreich. Mein Motor läuft, der kleine Turbo funktioniert. Ich bekomme Luft wie nie. Die Motivation ist einfach da. Ich freue mich! Und neben mir meine Geli und besonders auch Maike. Beiden habe ich sehr vieles zu verdanken. Eigentlich alles! Und ganz besonders möchte ich hier auch meine Kollegen erwähnen. Ich bin stolz auf Euch alle.
Jetzt ganz kurz: Eine Frohe Weihnacht, . "Neues aus Bad Bevi" ist hiermit beendet und wird nie wieder erscheinen. Das Verspräche ich.
30.12.2007
Hallo liebe Leute, jetzt was vom ..........25Jetzt bin ich wieder Daheim. Meine Geli hat mich am 26.12. abgeholt. Mit Rosi und Wolfgang per Auto. Ohne Probleme. Ich bin arbeitsfähig lt. Arztbericht und denke mal, das geht auch in Ordnung.
Probleme sind allerdings die vielen Pillen, die ich schlucken soll. Nu, solange sie mir helfen, geht auch das in Ordnung.Ach ja, da war doch noch was mit meiner Rolle als Weihnachtsmann. Am 24.12. Ist der "Gute" ja bei Julie und Mads nicht aufgetaucht. So viel hatte er in diesem Jahr zu erledigen. Bei beiden Kindern hat er nur schnell seinen Sack leeren können, während die Kinder in der Kirche waren.
Am 29.12. waren Geli bei unseren Enkelkindern. Ich selbst war noch unterwegs. Plötzlich klingelte es an der Haustür sehr stürmisch. Und was soll ich Euch sagen? Der Weihnachtsmann stand vor der Tür. Mit einem riesigen Sack. Klar, das die beiden, Julie und Mads und die Eltern sehr überrascht waren. Da der Weihnachtsmann in diesem Jahr besonders viel zu tun hatte, hielt er sich auch nur kurze Zeit auf. Und so schnell wie er gekommen war, verschwand er dann wieder.Schade, ich konnte dieses Jahr (2007) wieder nicht dabei sein. So aber brauchte ich auch kein Gedicht aufzusagen.
Merkwürdig nur, Julie sagte so nebenbei zu Geli:
"Komisch, der Weihnachtsmann roch wie der Opa!". Ganz herzliche Grüße
Jens
20.03.2008 14:54
Super Bericht! LG
19.03.2008 21:34
boah, soviel text !? ..ich schreibe immer kurz & knapp aber wuihhh, du nicht ^^ Grüße Xah
11.02.2008 17:20
Alles Gute!