Mein Gentleman-Agreement m. dem Borderline-Syndrom
16.07.2004
Pro:
Das Leben kann unbeschreiblich schön sein
Kontra:
Es gibt manchmal Rückschläge und es wird nie ganz heilbar sein
Empfehlenswert:
Ja
 KleineKrabbe1
Über sich:
16.03.2012 ... es ist vollbracht! Herzlich Willkommen Babymädchen!
Mitglied seit:21.06.2003
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Nachdem ich kürzlich bereits meinen „Borderline-Bericht-Tei 1“ endlich geschrieben hatte, will ich mich nun an Teil 2 wagen. Dieser Teil soll (noch) mehr über mich persönlich sein – nämlich über mein Leben mit dem Borderline Syndrom oder vielmehr: wie es mir heute geht – und wie ich das geschafft habe. Es ist kein Rezept und enthält keine „Bedienungsanleitung“.... denn jeder Bordie hat eine andere Vorgeschichte und andere Lebensbedingungen. Vielleicht kann aber die ein oder andere Nützlichkeit herausgefiltert werden. Ich werde hier NICHTS darüber schreiben „Was ist das Borderline Syndrom?“ oder „Wie stellt sich das BLS dar?“ Interessierte bitte ich an dieser Stelle erstmal „Teil 1“ zu lesen, um es zu verstehen. Für den „Laien“ muß ich einleiten, dass das Boderline Syndrom (BLS) meist durch frühkindlichen, sexuellen Mißbrauch oder Mißhandlungen ausgelöst wird/wurde. Dies ist die häufigste Ursache. Ein zweiter Auslöser ist die „starke, emotionale Vernachlässigung und Überforderung in der Kindheit“. Darunter kann man sich viel oder gar nichts vorstellen. Gemeint ist damit nicht eine physische Verwahrlosung eines Kindes in einem „lodderigen Elternhaus“. Im Gegenteil. Bei dieser Form des Auslösens steht meist ein „gutes Elternhaus“ dahinter, mit intelligenten Eltern, die erfolgreich und kultiviert sind. Aber durch die Persönlichkeit der Eltern und bestimmte Lebenssituationen in der Kindheit, kann eine starke emotionale Vernachlässigung und emotionale Verkrüppelung stattfinden. Bei mir lag kein sexueller Mißbrauch vor (zumindest nichts, wovon ich wüßte). Bei mir wurde das BLS im Alter von etwa 4-5 Jahren ausgelöst und nahm seinen Lauf. Meine Eltern waren gebildet, kultiviert und nicht unerfolgreich im Job. Ich wuchs idyllisch mit Haus und Garten auf und oberflächlich betrachtet hatte ich eine wunderbare Kindheit. Wenn man davon absieht, dass meine Eltern beide ein gestörtes emotionales Verhältnis hatten und nicht in der Lage waren, sich gegenseitig zu lieben und dies womöglich auch noch zu zeigen und es mir vorzuleben. Ich habe nie gesehen, wie meine Eltern sich küßten oder sich in den Arm nahmen oder Hand in Hand gingen oder sich mal anlächelten oder etwas Liebes zueinander sagten oder das Bild einer Einheit bildeten. Sie konnten es nicht. Da ich es nicht anders kannte, was das für mich völlig normal. Auch war für mich normal, dass ich im Alter von 4 Jahren einen Bruder bekam – Philipp. Normal war auch, dass sich herausstellte, dass mein Bruder schwerstbehindert war (Hintergründe etc. entnehmt bitte meinem separaten Bericht zu meinem Bruder). Normal war für mich auch, dass meine Mutter fortan jede freie Minute im Krankenhaus bei Philipp verbrachte. Dass sie mitunter 3x täglich die Strecke von Hamburg nach Lübeck (Krankenhaus) hin und her fuhr. Normal war für mich, dass ich viel meiner Zeit bei Bekannten, Nachbarn oder bei Kindern aus dem Kindergarten verbrachte, weil meine Mutter sich um meinen Bruder kümmern mußte. Normal war auch, dass ich nach der Einschulung fast immer nach der Schule zu Klassenkameraden ging (gehen mußte), dort meine Hausaufgaben machte, spielte und meine Zeit verbrachte. Normal war es, dass meine Mutter am frühen Abend dann dort ankam um mich abzuholen und erstmal vor Erschöpfung zusammenbrach und weinte. Normal war auch, dass meine Mutter einfach keinerlei Energien mehr übrig hatte, um sich mit mir zu beschäftigen. Ihr Geist war so tot, dass sie keine Aufnahmefähigkeit mehr hatte, um sich anzuhören, was ich am Tag alles erlebt hatte, was in der Schule los war und welche tollen oder traurigen Sachen ich erlebt hatte. Doch - gefragt hat sie mich danach – aber als Kind spürt man intuitiv, ob diese Frage aus echtem Interesse herrührt oder geistesabwesend und müde aus Pflichtgefühl ist. Also erzählt man als Kind nichts mehr. Man spürt, dass es ohnehin nicht ankommt. Ich kann zu Recht sagen, dass meine Mutter sich wirklich bemüht hat und mich ehrlich und aus vollem Herzen geliebt hat – und es noch heute tut. Aber wenn erstmal das Band gerissen ist und sich ein junges Kind in sich gekehrt hat und „erlernt hat“, dass man mit seinen Nöten, Ängsten, Sorgen und auch Freuden allein zurecht kommen muß und schon sehr früh allein für sich verantwortlich ist (ohne aber die Fähigkeit dafür schon zu besitzen), dann kann man das nicht mehr rückgängig machen. Warum ich meinen Vater nicht erwähne? Tja, da gibt es nicht viel zu erwähnen. Mehr fällt mir dazu nicht ein – soll nicht böse klingen – ist einfach so.So lange ich mich zurückerinnern kann wurde ich von Menschen als verhaltensgestört, sozial inkompetent, schwierig, schwer erziehbar, emotional vekrüppelt, kalt, kühl, unnahbar, undurchsichtig und distanziert beschrieben (und kritisiert). Ich habe mein ganzes Leben darunter gelitten und mich gefragt, warum ich so anders bin... warum ich so „scheisse“ bin, warum ich die Welt nicht verstehe, warum die Welt mich nicht versteht, warum ich anders bin als andere.... den Begriff „Borderline Syndrom“ gab es damals noch nicht. Beziehungen hatte ich einige – nichts berührte mich wirklich – niemand kam mit mir klar. 1997 mit ca. 24 Jahren lernte ich einen Mann kennen, der mich vergötterte und mich mit Haut und Haaren liebte – so wie ich war! Unausstehlich... aber er lebte damit. Wir waren so unterschiedlich, wie es mehr kaum ging. Ein liebevoller, sensibler, weicher, verständnisvoller Mann. So ganz anders als alle vorigen Männer. Aber er war der erste, der mich so liebte, wie ich war. Ich dachte, es sei auch bei mir Liebe! Das MUSSTE Liebe sein – da war ich sicher. Heute weiß ich, dass ich selber Liebe mit Dankbarkeit verwechselte.... Dankbarkeit, dass es einen Mann gab, der mich emotional ertragen und aushalten konnte. 1999 heirateten wir. Ich dachte: Jetzt wird alles anders! Ja, wurde es... ohne ins Detaill zu gehen: Es wurde eine Katastrophe und letztendlich ging mein Exmann dabei vor die Hunde – es zerstörte ihn. Langsam Tag für Tag. Er verbog sich und brach daran irgendwann. Trennung 2002 und Scheidung 2003. Wenn ich ihn heute sehe wünschte ich, er wäre mir nie begegnet – es tut mir leid um ihn – ich wollte ihm das nicht antun. Seine Seele ist krank geworden – aber er lehnt eine Therapie ab. Aber dafür kann ich nichts – ich und andere haben es ihm oft genug geraten. Aber ich habe ihm etwas Entscheidenes zu verdanken: Noch in der Trennungszeit recherchierte er verzweifelt im Internet... er recherchierte, ob andere eine ähnliche Erfahrung gemacht hatten, wie er. Ob es andere Frauen gab, die ähnlich waren, wie ich. Und er wurde fündig – eines nachts stand er kreide-weiß vor mir und sagte mir zittriger Stimme: „Ich weiß jetzt, was los ist... Du leidest am Borderline Sydrom!“Ich lachte ihn aus und erklärte ihn für total bekloppt – ich bin nicht krank und von so einem Dingsbums-Syndrom hatte ich sowieso noch nie gehört. Ich dachte er sucht nach einem Strohalm für unsere Ehe. Ich ließ ihn stehen. Zwei Tage später lag ein Buch auf dem Tisch – über das Borderline Syndrom. Mein Exmann bat mich inständig, mir daraus vorlesen zu dürfen – ich gab ihm 5 Minuten! Er las – wahllos mitten aus dem Buch – Passagen – Ausschnitte. 5 Minuten später saß ich ihm kreide-weiß gegenüber. Ich zitterte. Ich fror. Ich fürchtete mich. Er las aus meinem Leben vor. Er las ein Buch, worin meine vorher unbeschreibaren Gefühle, Ängste und Verhaltensweisen in Worte gekleidet wurden. Er las weiter... er las und las... mir schoß das Wasser in die Augen... ich weinte und weinte.... konnte nicht fassen, was ich hörte. Das war ICH, wovon er vorlas. „Es“ bekam plötzlich einen Namen... all meine Probleme, meine Schwierigkeiten, mein Irrsinn, ... mein Leben bekam einen Namen: Borderline Syndrom. Ich war außer mir – ich rannte aus dem Haus und fuhr die halbe Nacht ziellos durch die Gegend. Ich wütete und heulte. Aber es war so erleichternd – endlich wußte ich, was mit meinen Leben und mit mir nicht stimmte – und es gab andere wie mich. Ich begann mich über BLS zu informieren – zu lesen – mit anderen im Internet auszutauschen. Es schockierte mich, was ich las und hörte... sollte es so mit mir enden? NEIN! Ich wollte so nicht sein und nicht so enden wie einige andere Bordies! Aber was sollte ich tun? Es hatte einen Namen, aber ich wußte nicht, was ich nun tun sollte – aber ich begann mich in kleinen Teilen plötzlich zu verstehen – Zusammenhänge meiner Reaktionen und Handlungen zu verstehen. Es wurde Licht. Ein bißchen jedenfalls. WÜRDE ICH MICH OHNE BLS EINFACH IN LUFT AUFLÖSEN?Gleichsam hatte ich Angst – Angst, etwas zu verändern... denn ich hatte schnell begriffen, dass Borderline zu mir gehörte... das BLS meine gesamte Persönlichkeit steuerte und jede Faser meines Geistes, meiner Seele und meines Körpers durchzog. Und das sollte ich beginnen „weg-zu-therapieren“ oder es zu mindern? Dann bleibt ja nichts mehr von mir übrig!!! Denn ich bin Borderline – Borderline ist ich. Ich hatte große Angst, dass von mir und meiner Persönlichkeit nichts mehr bleiben würde und ich zu einer leeren Hülle werden würde – der Bordie kennt ja keinen anderen Zustand, als den Bordie-Zustand. Er hat keine Fähigkeit, sich auch nur ansatzweise vorzustellen, wie man sich ohne BLS fühlt... welche Gefühle es gibt, zu welchen Emotionen nicht-Bordie fähig sind... der Bordie kann sich nichts darunter vorstellen – die Erde ist eine Scheibe! Und dann passierte etwas in meinem Leben! Schicksal? Glück? Auf jeden Fall ein Geschenk! Ich war körperlich und seelisch ein Wrack. Tingelte mal hier und mal dort herum – chattete viel im Internet... Nähe zu Menschen.... aber mit Distanz. Ich probierte einige neue Dinge aus und entdeckte urplötzlich (mit immerhin ca. 28 Jahren), dass ich eine Frau bin... ein sexuelles Wesen mit entsprechenden Begierden... das hatte ich vorher nie gehabt und nie empfunden. Gähn! Ich begann mir neue Menschen zu erschliessen und neue Lokalitäten zu entdecken. Etwas erwachte in mir, was meine Neugierde und Begehrlichkeiten weckte. Ich lernte so viele neue Dinge kennen und war innerlich in Aufruhr. Meiner Mutter paßte meine Entwicklung nicht. Sie sah Gefahren darin für mich und meinen Gesundheitszustand (BLS). Sie versuchte mich latent (wie mein ganzes Leben lang) unter Druck zu setzen. Als ich nicht reagierte, kam es zu dem Tag, der in meine persönliche Geschichte einging. Der 21.11.2002 ! Sie bestellte mich hoch offiziell zu einem Treffen und Krisengespräch in ein Restaurant. Ich wußte: Jetzt wird es heiß! DONNERSTAG, 21.11.2002 – DAS SCHICKSAL MACHTE MIR EIN GESCHENK Mit mulmigen Gefühl fuhren wir gemeinsam hin. Als die Vorspeise bestellt war, fragte ich, was los sei und was sie mit mir besprechen wolle. Ich wollte nicht lange drum herum reden. Von mir konfrontiert kam sie auch direkt mit der Sprache raus. Sie sagte, dass ihr nicht schmecken würde, wo ich mich mich seit einiger Zeit „rumtreiben“ würde, mit welchen Leuten ich mich umgeben würde, welche Vorlieben ich entwickeln würde und wie ich mein Leben gestalte. Und ich hätte dies SOFORT einzustellen! Punkt! Ich fragte sie, was das heißen solle. Sie eröffnete mir, welche Lokale ich zukünftig besuchen dürfe und welche nicht. Welche Filme im Fernsehen und Kino für mich gesund seien und welche nicht. Welche Menschen für mich zuträglich seien, und welche nicht. Wann ich abends ins Bett zu gehen habe, damit ich ausgeruht sei. Wie lange ich im Internet surfen solle, damit es mir nicht schadet und wo ich nicht surfen solle. Und als Krönung: Welche Sexualpraktiken ich haben solle und welche auf keinen Fall. Das ist jetzt kurz und knapp zusammen gefaßt gewesen. Der geneigte Leser fragt sich jetzt: Mit welchem Druckmittel kann jemand all das verlangen? Tja... darüber kann ich nicht ins Detaill gehen – das wäre zu privat. Aber ich kann nur sagen, dass meine Mutter mein ganzes Leben in der Hand hielt. Ein Fingerschnipp von ihr und ich hätte meinen Job verloren, hätte mein Auto verloren, hätte mein Zuhause verloren, hätte meine finanzielle Absicherung verloren.... ich hätte mein ganzes Leben verloren. Eine unglückliche Verkettung von Umständen, die in „guten Zeiten“ sehr schön ist, aber eben eine absolute Abhängigkeit geschaffen hat, seitdem ich denken kann. Ich war und bin kein Schmarotzer, der sich von Mama aushalten läßt/ließ. Ich arbeite für mein Geld... aber wenn alle wichtigen Lebensbereiche in die Zuständigkeit einer Person fallen, ist das sehr schlecht. Meine Mutter stellte mich vor das absolute Ultimatum.... entweder ich führe mein Leben nach ihren Vorstellungen oder sie nimmt mir alles.... und jeder Versuch meinerseits, ihr zu erklären, dass nichts von dem was ich tue schlecht für mich sei, scheiterten im Ansatz. Ich wollte ihr sagen, dass ich mich mit netten, kultivierten und seriösen Menschen umgebe, dass ich seriöse und keinesfalls zwielichtige Lokalitäten besuche, dass ich weder stehle, noch Alkohol oder gar Drogen konsumiere oder „herum-hure“, sondern alles ganz brav, legal, kultiviert und geordnet in meinem Leben verläuft... und dass sie völlig irrige Vorstellungen habe. Ich konnte keinen Satz auch nur zur Hälfte zu Ende bringen. Schnell merkte ich, dass es sinnlos war. Und dann geschah etwas in mir. Ich wußte zum ersten Mal in meinem Leben, dass ich ihre Bedingungen nicht erfüllen konnte... was ich vorher immer versucht habe, damit ich ihr Wohlgefallen habe. Aber DIESE Bedingungen KONNTEN nicht erfüllt werden – ich hätte mich und mein Leben vollständig aufgeben müssen. Ich legte mein Besteck der Vorspeise zusammen, bat den Kellner um meinen Mantel und zog mich an. Ich war äußerlich die Ruhe selbst. In mir tobte alles. Ich verabschiedete mich noch vor der Hauptspeise ordentlich von meiner Mutter und ging. Ich GING EINFACH! Unglaublich. Ich hatte noch keine Ahnung, was das für meine Zukunft bedeutete und welche Tragweite dieser Moment für mich haben sollte. Ich stieg in einen Bus – hatte ich ja kein Auto dabei. Im Bus klingelte das Telefon – meine Mutter! Sie suspendierte mich mit sofortiger Wirkung aus der Firma! Aber statt wie früher in Panik zu verfallen sagte ich ruhig: „In Ordnung“ und dann war das Gespräch beendet. In mir tobte alles.... Panik.... Angst... orientierungslos... planlos... fragend... was jetzt... ich werde alles verlieren... alles! Ich hatte das Gefühl, plötzlich völlig abgenabelt zu sein, wie ein Boot, dass sich losgerissen hat... das machte Angst – aber es war auch so scheisse GUT! Ungewohnt aber toll! Zuhause suchte ich planlos für den nächsten Tag Adressen heraus... Anwalt für Arbeitsrecht... Notar... Ein Freund riet mir in der Nacht allerdings, ich solle nichts überstürzen – solle versuchen, mit meiner Mutter zu reden – zu viel stünde auf dem Spiel. Aber ich wollte keine Kompromisse mehr... mich nie wieder verbiegen oder selbst vergewaltigen! Ich hatte Freiheit geschnuppert – zum ersten Mal. Ich wollte endlich tun, was ich tun möchte – mein eigenes Leben führen – mir fiel erst zu dem Zeitpunkt auf, dass ich das noch nie getan hatte. AN MIR IST NICHTS FALSCH, VERDAMMT NOCH MAL! Einige Tage später schrieb ich meiner Mutter einen langen Brief und sagte ihr alles, was ich ihr sagen wollte. Ich erzählte ihr von mir. Ich erzählte ihr, was ich mag und was ich nicht mag. Was mir Spaß macht. Wo ich gern hingehe und was das für Lokale sind. Was ich in meiner Freizeit mache. Mit welchen Menschen ich mich treffe. Wer diese Menschen sind. Ich erzählte ihr, wer ICH bin. Ich ließ sie zum ersten Mal an meinem Leben teilhaben und hineinsehen. Aber ich bat nicht um Milde oder Verständnis, sondern erzählte ihr einfach Fakten und Informationen. Sie sollte und konnte es akzeptieren oder es sein lassen – und das hat sie daraus wohl auch lesen können – ich gehe keine Kompromisse mehr ein – egal womit sie mir droht. Ich will MEIN Leben leben. Und ich schrieb ihr, dass ich ganz und gar nicht unzulänglich bin, dass ich nicht „falsch“ bin, sondern „richtig“, dass ich mein Leben gut mache, dass ich aus mir was gemacht habe, dass ich alles ganz gut im Griff habe und sie sachlich keinerlei Gründe zur Beanstandung habe.... aber sie mich MEIN GANZES LEBEN LANG beanstandet hat und mir impliziert hat, dass nichts an mir „richtig“ oder ausreichend oder gut oder zulänglich oder einfach okay sei.... NUR weil ich nicht so bin wie SIE. Nur weil ich eine andere Vorstellung von einigen Dingen habe, als SIE. Aber ist mein Leben deshalb FALSCH oder UNZUREICHEND???? Bin ICH deswegen NICHTS WERT??? NEIN! Und wenn sie das trotzdem denkt – dann muss es so sein. Ich würde mir wünschen, sie wäre einfach mal stolz auf mich, würde mir nur EINMAL Anerkennung vermitteln und mich loben... ja, loben... loben für das was ich tue und bin... und würde MICH so akzeptieren wie ich bin... auch wenn ich nicht so bin wie SIE! Einige Tage später hatte ich meinen Job wieder! MEINE FÜHRUNG INS LEBEN UND ZUM VERSTEHEN Nur 3 Wochen später stolperte ein Mann in mein Leben – erst wenige Wochen nach dem Auszug meines Exmannes. Ich wollte gar keine neue Beziehung. Alles war noch so frisch und die Lage mit meiner Mutter nicht stabil – ich war komplett ausgepowert. Aber dieser Mann... er war mein Glück. Die Grundlage, um das Borderlinesyndrom anzupacken wurde am 21.11. geschaffen. Und dann kam dieser Mann... ein Mann, der von Natur aus eine dominante Persönlichkeit hatte. Der Ruhe ausstrahlte. Der Sicherheit ausstrahlte. Der Überlegenheit ausstrahlte. Ein Mann, der männlich war. Ein Mann, der wie ein Felsen auf mich wirkte. Ein Mann, der mich mit starken Armen auffing, wenn ich fiel. Ein Mann, bei dem ich etwas konnte, was ich niemals vorher in 28 Jahren gekonnt hatte: Mich fallen lassen... fallen lassen in blindem Vertrauen, dass er mich auffängt. Ein Mann, in dessen Armen ich liegen konnte und mich geborgen und beschützt fühlte. Ein Mann, der allein durch seine Ausstrahlung und seine Ruhe und Konsequenz mir innere Ruhe schenkte. Der mich von unnötigen Alltagsbelastungen frei hielt und mich mit winzigen Kleinigkeiten so sehr entlastete, dass ich das erste Mal mich selbst spüren konnte und Zeit und Raum hatte, mich selbst wahrzunehmen. Ein Mann, der mich in der Kneipe an der Bar fragte, was ich trinken wolle und ich borderline-typisch hilflos vor der großen Getränkekarte saß und nicht wußte, was ich trinken sollte. Ich sagte ausflüchtig, ich ginge erstmal auf´s Klo und überlege mir dabei, was ich trinken wolle. Als ich wiederkam, stand ein Amaretto-Cola für mich auf dem Tresen... Toll... genau DAS war das Richtige... das hätte ich mir bestimmt auch ausgesucht.... oder vielleicht nicht? Egal... es war jedenfalls das richtige Getränk. Ein Mann, der mich nicht vor die Entscheidung stellte: „In welches Restaurant wollen wir essen gehen... Italiener, Chinese, Steakhouse, Bistro...?“ sondern ein Mann der sagte: „Wir gehen zum Chinesen essen, ist das okay für dich?“ JAAA, das ist prima!!! Chinese gefällt mir gut! Ein Mann, der mir Orientierungspunkte verschaffte. Ein Mann, der mir Hilfestellung gab, wenn ich wieder kopflos und frustriert 4 Dinge begann und nicht mehr wußte, wo ich nun weitermachen sollte, indem er sagte: „Schatz, warum bestückst Du die Kaffeemaschine nicht erstmal fertig, bevor Du jetzt zwischendrin anfängst den Tisch abzuwischen und den Hund zu bürsten... erst eine Sache fertig machen... dann die nächste.“ Ja, da hätte er ja so Recht! Ein Mann, der endlich mal in der Lage war, Entscheidungen zu treffen, der den Überblick bewahrte, der Ruhe ausstrahlte und ein bißchen „führen“ konnte. Ähnlich wie beim Tanzen. Früher mußte ICH das immer bei den Männern machen. Und ich kam doch nicht mal selber mit meinem eigenen Leben klar. Ein Mann, der von Anfang an wußte, dass ich unter dem Borderline Syndrom leide. Ein Mann, der sich im Internet darüber schlau las, um zu verstehen. Ein Mann, der viel nachfragte und unendlich viel Geduld, Ruhe und Langmut aufbrachte, wenn Borderline mal wieder tobte – ein Mann, der sich davon nicht entmutigen oder irritieren ließ, sondern mit Dominanz und Führung reagierte, ohne mich einzuengen oder zu drangsalieren!Ich lernte in rasender Geschwindigkeit. Mir eröffneten sich Dimensionen, die mir nie vorher bekannt waren. Ich konnte Dinge fühlen, von denen ich nicht mal eine Ahnung hatte, dass es sowas gab. Ich konnte plötzlich küssen... ich habe mein ganzes Leben küssen abgelehnt – es war mir zuwider! Ich liebte plötzlich Körperkontakt und konnte gar nicht genug davon bekommen – Körperkontakt war mir immer zuwider – bäh, kuscheln, in den Arm nehmen, Hand in Hand gehen... würg! Ich erfuhr, wie unendlich g... Sex sein kann – Sex war mir früher zuwider und grundsätzlich grottenlangweilig. Ich lernte, mich urplötzlich nicht mehr vor jedeweder Art von Körperflüssigkeiten zu ekeln.... selbst vor meinen eigenen ekelte ich mich mein Leben lang. Ich begann mich selbst zu spüren und zu entdecken. Ich fühlte. Mein Gott – war das fantastisch. FASZINATION UND ANGSTJeden Tag, jede Nacht stand ich wie ein kleines Kind zu Weihnachten vor mir selbst und dem Leben und konnte nicht fassen, wie bunt die Welt ist und wie großartig das Spektrum ist, was normale Menschen empfinden können. Nicht einmal 5% von alledem hatte ich mein Leben lang fühlen können. Ein gigantisches Maß an Informationen, Gefühlen, Emotionen, Erfahrungen, Farben und Empfindungen prasselte auf mich ein, dass ich damit gar nicht umgehen konnte. Ich weinte sehr oft, weil ich gar nicht wußte, wie ich darauf reagieren sollte. Alle paar Stunden sagte ich bei irgendeiner Gelegenheit zu meinem Freund: „Boh... ist das toll! Das kenne ich so gar nicht... das ist alles so neu... das ist alles so unfassbar! Mein Gott – ich kann´s nicht glauben!“ Mein Freund konnte das nicht verstehen und stand ratlos daneben, wie ich die Welt entdeckte.... wie ein Kind habe ich mich gefühlt, dass zum ersten Mal die Sonne sieht. Aber ich hatte Angst – Angst, dass mich irgendwann die Dunkelheit wieder einholt. Ich wieder gefangen in mir selbst bin. Wie ein Autist in meiner eigenen geschlossenen Kugel leben muß. Ich hatte schreckliche Angst, mein Freund könnte mich verlasse – er war mein Schlüssel zum Leben. Wenige Monate später begann ich meine Therapie... ich wußte nicht, warum ich sie begann – es ging mir so unendlich fantastisch gut... seit fast 3 Monaten! Aber ich begriff, dass die Therapie mir helfen würde, mein neues Leben zu verstehen. Es zu begreifen, zu erhalten und irgendwann selbständig zu reproduzieren. In der Therapie mußten wir uns nur noch darauf konzentrieren, denn das was andere oft in jahrelanger Therapie nicht schaffen, HATTE ich schon geschafft. Ich weiß nicht wie und warum – es geschah einfach. Und heute? Ich habe meine Therapie vor 3 Wochen (vorerst) abgeschlossen. Ich bin noch immer Bordie! Aber ich habe es gut im Griff. Ich kann so viele Dinge fühlen und empfinden. Kann ein fast normales Leben führen. Meine letzte Selbstverletzung ist 7 Monate her. Ja, ich bin oftmals noch immer schwierig und manchmal wohl auch nur mit sehr viel Langmut zu ertragen... aber es sind nur kurze Phasen. Ich habe gelernt, mich selbst zu stabilisieren und mich „zusammen zu reißen“ und mir nicht selbst ständig alles zu vermasseln. Am 21.11.2002 legte ich die Grundlage... ich distanzierte mich davon, dass alle Welt (meine Mutter, Lehrer, Bekannte, Exmann, Verwandte, Ausbilder, Nachbarn...) mich für unzureichend und „falsch“ und durchgeknallt hielt. Ich trat für mich selber ein und stand zu mir selbst. Verteidigte meine Persönlichkeit und akzeptierte sie. Vertrat sie nach außen und versteckt mich nicht mehr oder versuchte nicht mehr, so zu sein, wie ich dachte, dass andere mich haben wollten. Ich traute mich erstmals, ich selbst zu sein – und entdeckte ganz nebenbei überhaupt erstmals, WER ich denn bin. Ich hatte so viel Energie darauf verschwendet, so zu sein, wie andere es für richtig hielten, dass ich nie entdecken konnte, was ICH denn WILL, WIE ich BIN, WER ich BIN! Ich bin ich – und ich bin gut so wie ich bin! Ich lernte mich zu mögen – nach immerhin 29 Jahren. Das Gefühl ist wunderbar! Und als ich begann mich zu mögen, keimte das zarte Pflänzchen Selbswertgefühl. Und als dies keimte, keimte etwas später das Pflänzchen Selbstvertrauen. Diese beiden Keimlinge nährten sich dann gegenseitig und gediehen. Mein Freund düngte die beiden zarten Keimlinge, indem er mich bestärkte in dem was ich bin und was ich tat und dass ich „als ich selbst“ wirklich gut bin. Und in den Sachen, wo ich nicht so gut bin, ergänzte er mich und verlangte mir nicht ab, dass ich in diesen Dingen auch noch gut sein müsse. Er gab mir die Sicherheit, dass es okay ist, nicht in allem perfekt zu sein und nicht jeden Anspruch erfüllen zu müssen (nur seine – grins). Er lehrte mich, dass man sich mal streiten oder sauer sein kann und 5 Minuten später ist alles vergessen – ohne dass die Welt untergeht oder man deshalb Endzeit-Phantasien haben müßte. Er lehrte mich die kleinen normalen Dinge des menschlichen Meiteinander auf eine Weise, dass ich sie verstehe.... ich sie nicht mehr imitieren und abspulen muß, sondern allmählich lerne, es aus dem Bauch heraus zu leben. Mich auf mich selbst zu verlassen – ich mach das schon richtig. Er lobt mich oft (manchmal auch sehr durchschaubar – aber das macht nichts – es tut trotzdem gut). Er zeigt mir mit seinen Reaktionen, dass er mich ernst nimmt. Er zeigt mir Anerkennung für das was ich tue – egal ob er es persönlich ebenso tun würde – er akzeptiert, dass ICH es so tue und es gut finde. Er steht hinter mir und bestärkt mich in dem was ich mache und wie ich bin. Er gibt mir dadurch Selbstvertrauen. Er vermittelt mir, dass ich gut bin, wie ich bin. WIE ICH MIT DEM REST VON BORDIE UMGEHE! Ich habe meine eigene Philosophie darüber. Ich betrachte Bordie mittlerweile als eine Art eigene Person/Persönlichkeit. Eine Person, die in mir lebt und seinen Platz hat. Ich kann „Bordie“ nicht loswerden oder rausschmeißen. Also was macht man mit einem zwangsläufigen Mitbewohner? Man muss sich mit ihm arrangieren! Man muß ihn akzeptieren. Ich gestehe Bordie seinen Platz in mir zu. Aber dafür, dass er in mir existieren darf, muß er sich meinen Regeln fügen. Nicht Bordie bestimmt mich, sondern ich sage Bordie, wo es lang geht und wieviel Raum ich ihm zugestehe. Ich akzeptiere wiederum, dass er ebenso seine Berechtigung hat, sich ab und zu mal zu Wort zu melden und sich mal auszuleben – aber in einem Maß, dass er mir nicht zu sehr schadet und wie ich es ihm zugestehe. Wir bilden nun eine Einheit – Bordie und ich! Ich lasse Bordie in mir wohnen und er paßt sich mir an. Manchmal spreche ich mit mir selbst – im Stillen – wenn ich Ruhe habe – wenn mir der heiße Strahl der Dusche über den Kopf läuft – manchmal dusche ich sehr lange. Ich horche in mich hinein und spreche mit mir selbst – im Kopf. Ich versuche mit Bordie in Freundschaft und Frieden zu leben und Bordie dankt es mir, indem ER versucht in Frieden mit MIR zu leben. Ein Agreement – eine Art Zweck-Freundschaft. Aber indem ich Bordie akzeptiere, akzeptiere ich mich selbst und wie ich bin. Indem ich versuche, Bordie manchmal anzulächeln und nachsichtig mit Bordie zu sein, habe ich die Souveränität und Kontrolle... und Bordie lächelt zurück. Seitdem wir gut miteinander auskommen und nicht mehr ständig Krieg gegeneinander führen, ist es ruhiger und friedlich. Seitdem mag ich mich! Und das ist der Schlüssel zum Glück eines jeden Bordie – behaupte ich! PLOPP HAT´S GEMACHT... für die Bordies unter uns: ES IST MACHBAR! Und noch eine Sache halte ich für sehr, sehr wichtig... etwas, was sich noch in meiner vorletzten Therapiestunde ergeben hat... es machte einfach „PLOPP“... das sind Highlights in einer Therapie! Der Bordie grübelt meist sehr viel. Malt sich alle möglichen Situationen der Zukunft aus und versucht alle Varianten voraus zu kalkulieren. Meist denkt er so viel über das Leben und die Zukunft nach, dass er darüber völlig vergißt und verpaßt, das Leben einfach zu leben!!! Ich lebe jetzt nur noch heute, hier und jetzt! Natürlich habe ich Wünsche für die Zukunft (ich lebe jetzt gern), aber nicht mehr detailliert oder als festen Plan. Nicht so wie früher... wo alles in Stein gemeißelt war und es ständig Katastrophen gab, als sich das Leben plötzlich anders fügte, als von mir kalkuliert und mich dies in grundlegende Lebens-Konfusionen warf. Und was nun als PLOPP kürzlich hinzu kam ist, dass ich es plötzlich schaffe, an JEDER Lebenssituation noch etwas Positives zu finden. Egal wie ungünstig, mistig, verfahren oder aussichtslos eine eintretende Lebenssituation erscheint, in die man gerät (egal ob kleine, spontane Situationen oder aber große und zukunftsrelevante Dinge)... es läßt sich IMMER irgendetwas Positives herausfiltern. Man muß alles nur genau und objektiv betrachten.... von allen Seiten und manchmal auch etwas suchen... aber dann sieht man es plötzlich. Irgendein schöner Nebeneffekt einer kleinen oder großen Katastrophe gibt es IMMER... manchmal sofort... manchmal etwas später. Diese Lebenseinstellung ist so unglaublich hilfreich und verändert so viel. Und es ging bei mir (nach dem es PLOPP gemacht hatte) plötzlich wie von selbst. Ich ertappe mich jeden Tag dabei, wie ich beim kleinen Mißgeschick (z.B.volle Kaffeetasse samt vollem Aschenbecher fällt runter und klatscht auf den Teppich) nun völlig ruhig und gelassen bleibe – manchmal sage nach einem tiefen Seufzer leise mit einem Lächeln (!): „oh, scheiße!... egal – was soll´s“ Aber dann hake ich es ab und mache es weg. Früher wäre der ganze Tag(e) gelaufen gewesen und Katastrophen wären passiert – dramatischen Szenen hätten sich abgespielt und ich hätte daran ermessen, dass sich die Welt und das Leben gegen mich verschworen hat... warum bin ich selbst DAFÜR zu blöd? Bei uns Zuhause ist vor ca. 2 Wochen eine wirklich missliche Lage entstanden, die schwere Auswirkungen auf unsere kommenden ca. 6 Jahre haben wird und uns momentan einen grundlegenden Strich durch unsere Lebensplanung macht. Eine momentan ziemlich aussichtslose Situation... und was passiert mit mir? Ich rechnete mit schwersten Bordie-Attacken und womöglich gravierende Auswirkungen auf BLS und somit Beziehung etc. Aber was kam? Statt zu lamentieren „Warum mußte damals dies und jenes, so dass heute dies und das jetzt in eine Katastrophe führt...bla, bla...“ Nein, statt dessen drehte ich es um und sage... „Tja.. große Scheisse... Kacke am Dampfen... Problem beseitigen unmöglich... ABER... wenn das damals alles anders gelaufen wäre und heute somit diese mittlere Katastrophe nicht eingetreten wäre, dann wäre dies und das nicht passiert und wir (mein Freund und ich) hätten uns nie kennengelernt und DAS wäre eine wahre Katastrophe – wer weiß, wo wir beide heute stünden... also eigentlich können wir ganz schön FROH sein, dass es ist, wie es ist!“ Lächel. Ich will damit sagen, dass ich nur jedem Bordie empfehlen kann, diese Taktik des Denkens zu erlernen... und DAS ist etwas, was wirklich ziemlich einfach geht – wirklich. Ich behaupte, das kann jeder Bordie erlernen... etwas Übung gehört dazu und am Anfang heißt das Arbeit und quälendes Suchen nach einem kleinen positives Aspekt... aber ganz schnell geht dieses Denkmuster in Normalität über! Und es bringt einen ein riesiges Stück voran! Es verändert das Leben gravierend. Man kann vom grübelnden Pessimisten zum geistig beflügelten Optimisten werden!!!!! Und schon ist die Welt ein ganzes Stück bunter, wärmer und LEICHTER!!!! NOCH EIN PAAR PRAGMATISCHE ANTWORTEN Ja, ich habe auch heute noch meinen Job, mein Auto und mein Zuhause. Meine Mutter und ich sehen uns job-bedingt fast täglich über viele Stunden und wir kommen besser miteinander aus, als es jemals zuvor der Fall war. Wir mögen uns mittlerweile und meine Mutter akzeptiert mich mittlerweile so wie ich bin – das bedeutet mir sehr viel! Sie vermittelt mir nicht mehr, dass sie mich oder mein Leben unzulänglich findet - wohl deshalb, weil sie es nicht mehr so empfindet. Sie hat tatsächlich nach 30 Jahren begriffen, dass nicht alles schlecht ist, nur weil es anders ist als sie selbst. Ich spüre mittlerweile oft, dass sie stolz auf mich ist! Dass sie sich freut, dass ich mein Leben so gut meistere. Sie redet mir nicht mehr in mein Leben, meine Entscheidungen oder meine Handlungen. Sie läßt mich mein Leben leben und zeigt sogar ihre Einsicht, dass sie sich in großen Teilen der letzten 30 Jahre wohl geirrt hat. Sie unterstützt und bestärkt mich sogar in dem was ich bin und tue. Sie sieht, dass es mir gut tut, so zu sein und so zu leben, wie ich es für richtig halte. Sie hat verstanden, dass ich glücklich bin ... und das ist das einzige, was für sie zählt. Dass ich glücklich bin – sie freut sich sehr darüber – und es grähmt sie gar nicht mehr, dass ich kein Abziehbild von ihr bin. Mein Freund und ich sind nun seit über 1 ½ Jahren zusammen (und leben auch exakt so lange zusammen) und es ist nach wie vor wunderbar. Wir reden und planen in die Zukunft und haben dort viel vor! Lächel! Wir denken, dass wir uns zwar nicht gesucht, aber trotzdem gefunden haben.... denn nicht nur er hat MEIN Leben komplett verändert, sondern auch umgekehrt. Aus dem „rastlosen, umherstreifenden, einsamen Wolf“ und bekennendem, glücklichen Junggesellen und Lebemann ist unerwarteterweise ein beständiger und ruhigerer Mann geworden, der sagt, er habe seinen Platz gefunden und ist glücklich. *glücklich lächel* Und ganz zum Schluss möchte ich hier etwas für diesen Mann anfügen (auch wenn er nie bei Ciao liest)... einfach weil es mir ein Bedürfnis ist. Einen Auszug aus einem Liedertext einer Frau, deren Namen ich leider nicht weiß: - Du hast mich lahmgelegt und aufgeputscht ... wie ein Dornröschen wachgeknutscht!- Du beißt mir sanft die Lippen rot... ... und mein Herz rast sich bald tot! - Und ich bin wie beim ersten Mal... ... so aufgeregt und sentimental!- Du bist ein Mann, dem man den Mann ansieht... ... der sich gern selbst im Spiegel sieht! (Anmerkung: liebevoll gemeint) - Bist ein Versuch der süchtig macht.... ... während der Teufel sündig lacht!- Dein Aussehen ist mein Schicksal... ... der Rest ist Energie! - Nur ein einziges Wort von Dir und ich fall Dir vor die Knie... ... nur ein einziges Wort und ich fall Dir... und ich fall Dir vor die Knie. - Du hast ne Ladung Dynamit ... ... und wenn die losgeht flieg ich mit – oh – oh!
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06.04.2010 22:17
Ein wirklich aufschlussreicher Bericht
01.01.2010 14:59
Mehr als nur BH-wert! Liebe Grüße Helmut
25.07.2009 10:37
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