-Computerspiele und Amokläufe-

4  03.04.2008

Pro:
Einer der Sinnigsten Texte, die ich je Verfasst habe

Kontra:
voller Räschdschraibfehlär

Empfehlenswert: Ja 

psycho-papa

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(Dieser Text entstand während meiner CIAO-Abstinenz im GroFaFo bzw. Tanelorn-Forum zum Thema "Amoklauf in Emsdeten" . Ich Persönlich finde ihn gut und halte ihn für einen meiner besseren Texte, die ich mal zu einem Ernsthafteren Thema geschrieben habe. Daher nun auch auf Ciao:)

Da ist es Wieder! Das Monster von Lochness!

OK, eigentlich die Diskussion um Gewallt in Computerspielen und dem zusammenhang zur realen Gewalttaten. Aber die Ählichkeiten sind Gravierend:

Alle X-Jahre taucht es auf, Tausende haben es gesehen, jeder kann es Bezeugen, Experten halten es für möglich, aber Empirisch beweisen kann und/oder will es scheinbar keiner.

Es wird langsam Langweilig, zumal Inzwischen einige Leute monster sehen, wo gar keine sind. Mir ist bisher nicht ein glaubwürdiger Bericht zu dem aktuellen fall in die Hände gekommen, in dem Klipp und Klar gesagt wird, das der Täter mit "Killerspielen" in irgendeiner weise jemals in berührung gekommen ist. Wir haben also einen Killerspiele-Spieler-Amokläufer, der keine Killerspiele gespielt hat... Paradox ? Nein, jedenfalls nicht wenn man sich anssieht, was sonst noch so abgeht.

Wiedermal war der Täter ein vereinsamter Junge, der "Unauffällig, unnahbar und einzelgängerrisch" war. Da fallen mir wirklich ähnlichkeiten mit früheren fällen auf. Und selbst (einmal angenommen) das er "Killerspiele" gespielt hat, welche schlüsse kann man daraus ziehen ?

Das Einzelgängerische, am rande der Gesellschaft stehende, vereinsamte Jungen, die Killerspiele Spielen ein erhötes Amoklauf-Risiko haben ?

Das die "Killerspiele", zumindest nicht gänzlich, alleine Schuldig sind, zeigen doch eigentlich die X-Millionen Spieler, die Tagtäglich zocken und trotzdem NICHT Amok laufen...

Da fällt mir jetzt apontan ein Argument ein, das in einer ähnlichen Diskussion mal genutzt wurde:

Aus "Bowling for Columbine", übersetzung frei von mir aus dem Gedächtniss

Zitat:
"Ich wurde einmal gefragt, ob jeder, der die Musik von Marilin Manson hört, einen Menschen Töten wird. Die Antwort ist Nein.

Aber, so Frage ich, wird jeder, der einen Werbespott von Lexus sieht, einen Lexus Kaufen ? Auch hier die Antwort: Nein, ABER EINIGE SCHON!"

Ersetzt Marilin Manson durch Killerspiele, und schon haben wir DAS Haupt-Argument, das gegen diese "Killerspiele" vorgebracht wird.

Das schöne an dem Argument ist: es beinhaltet Tatsachen. Leider werden die Tatsachen, die Pro-Killerspiele eingesetzt werden könnten, gänzlich unterschlagen:

Sicher, nicht jeder der einen Lexus-Werbespot sieht, wird auch einen Lexus Kaufen. Sicher, einige werden es Trotzdem tun. Sehen wir uns nun mal die Personen an, die sich den Wagen kaufen würden...

Einmal haben wir die, die sich sowieso ein neues Auto kaufen wollten. Die wurden durch den Lexus-Spott auf ein Angebot aufmerksam gemacht und haben sich für dieses Angebot entschieden.

Die Nächste Gruppe hat Geld wie Heu und Kauft sich das Auto aus Spaß an der Freud.

Wei sieht das ganze auf Killerspiele übertragen aus ?

Amok laufen entweder die, die das schon seit langem vorgehabt haben und sich durch ein Spiel dazu Inspiriert sehen, oder eben die, die es "sich leisten" können, mal kurz duch die Stadt Amok zu Laufen...

Ich denke, wir können beide gruppen zusammenfassen:
Beide sind auch ohne Killerspiele ganz schöne Spinner!

Und so wie sich der Autokäufer früher oder später auch ein Auto gekauft hätte, (und da bin ich mir ziemlich sicher), genauso wäre auch der Junge irgendwann Amok gelaufen, wenn er keine Killerspiele gehabt hätte. Evtl. früher, evtl. später, evtl. mit anderen Mitteln. Jemand, der sich von einem Spiel derart beeinflussen lässt (wie die Medien behaupten), das er Ausrastet und um sich Ballert, der ist IMHO so gestört, so Psychisch krank und Seelisch im Eimer, das da spätestens beim nächsten Zwischenmenschlichen Stress die Sicherrung geflogen wäre.

Und jetzt kommen wieder die Politiker, die Experten schlechthin:
Jetzt kommen sie und wollen die Bösen, Bösen Killerspiele verbieten (wiedermal). Das macht sich gut, ein Bild in der Blöd BILD vom Minister X, der mit einer Axt auf eine Counterstrike™-Verpackung eindrischt, darüber fett die Meldung: "Aus für Killerspiele! Bild und Herr X gegen gewalt am PC!"... Hört ihr es schon? Nein, nicht den Aufschrei der "normalen" Zocker. Ich meine das Kratzen von Bleistifften auf Wahlzetteln, ausgelöst von Leicht- und Gutgläubigen Wählern, die jeden Scheiss fressen, den die Regenbogenpresse ihnen vorsetzt...

Nehmen wir einmal an, das "Killerspiele" wirklich verboten werden... und dann ?
Der Aktuelle fall hatte eine WAFFE und SPRENGSTOFF!!! Glaubt ihr ernsthaft, das sich so jemand von einem allgemeinem Verbot aufhalten lässt? Ich nicht. Eher lernt mein Staubsauger Eislaufen. Was erreichen wir noch mit so einem verbot? Die Normalen und Rechtschaffenden Zocker müssen von ihrem Hobby lassen und sich ein neues Suchen. Die weniger Rechtschaffenden Saugen sich das ganze per E-Mule einfach für lau aus dem Netz. Geld, das sowohl der Deutschen wirtschaft alls auch der Steuerkasse Fehlt. Von den Privaten festplatten wandert es auf CD´s und von dort über den Schulhof in die Hände von Minderjährigen. Juchu! Konnten wir früher noch halbwegs Kontrollieren, was unsere Kinder spielen (da Klein Hugo ja Pappa fragen musste, ob er ihm das Spiel kauft), entzieht sich die Kontrolle jetzt gänzlich dem Elterlichen einfluss. Da man nurnoch und ausschließlich über Illegale umwege an den angesagtesten Shooter kommt, wird die Zahl derer, die Raubkopieren, sprunhaft ansteigen (meine Prognose). Unbescholtene Bürger werden so durch ein sinnfreies Gesetz zu Straftätern. Hurra, Hurra! Hasch mich, ich bin der Frühling! Spinner!

Desweiterren:
Ich muss zugeben: "Killerspiele" machen Agrresiv. Einige Tastaturen sind mir schon zu Bruch gegangen, als meine gebalten Fäuste auf dem Weg zur Tischplatte ihren weg kreuzten, weil ich schon wieder an Endgegner X-Y mit nur 2 Lebenspunkten Unterschied gescheitert bin.

ABER:
Ich kenne Leuten, bei denen hat das Schachbrett regelmäßig Flugtag. Bei wieder anderen ists das Mensch-Ärger-dich-nicht-Spiel.

Halten wir also fest: Killerspiele können ein auslöser für Agrressionen sein. Das können andere Sachen aber auch. Und der Durschschnitsmensch kann im normalfall mit seinen Agrressionen umgehen.

Aber wer sind die Menschen, die Amok Laufen ? gewiss keine Durchschnittsmenschen. Sie sind die "Versager". Die Randgruppe unserer Gesellschaft. Warum sind sie die Randgruppe ?

Magelnde erziehung? Weil die Eltern von morgens um 6 bis Abends um 8 Arbeiten müssen, damit Mampf auf den Tisch kommt?

Mangelnde Bildung? Weil die Lehrer in der Schule Restlos Überfordert, unterbezahlt und dementsprechend Motiviert sind?

Mangelnde Soziale Kontakte? Weil er sich nicht die neusten Klamotten leisten konnte wollte keiner aus der Mainstream-Gruppe mit ihm was zu tun haben? Die IG-Metal mochte ihn nicht, weil er Kurzhaarschnitte bevorzugt? Die Teker mochten ihn nicht, weil er ab und an auch Schlager mochte ? So oder so, es gibt immer Menschen, denen einige Eigenschaften eines anderen nicht Passen und die ihn daher lieber Meiden. Und die Sozialen Randgruppen vereinen leider eine ganze menge davon in sich, so das sie im ungünstigsten fall immer alleine sind. So wie der aktuelle Amokläufer. So wie die letzten Amokläufer. So wie die Zukunftigen Amokläufer (?)

Hui... da kommt ganz schön was an Sozialem Zündsstoff zusammen. Und Killerspiele sollen jetzt der Auslöser, quasi der "Zünder" dafür sein, das diese Bombe Platzt ? OK...

... Ich Akzeptiere, das Killerspiele ein "Zünder" sein können... aber was macht man mit Bomben, die man findet ?

Zünder Abschneiden und den Sprengstoff liegen lassen ? In der stillen Hoffnung, das kein zweiter Zünder da ist ? *Augenverdreh*

Genau das machen unsere Politiker. Der Zünder "Killerspiele" soll abgeknippst werden. Den Sprengstoff Bildung + Gesellschaft lässt man offen rumliegen.

Da sag noch einmal einer, unsere Politiker wissen, was sie Tun... >:-(

Mit besorgten grüßen:
Psycho-Dad
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
E-pro

E-pro

04.04.2008 10:45

Ähnliches findet derzeit in den Medien stattt. Zurzeit wird bundesweit die Holzklotz-Terror-Bande gesucht. Auf Grund eines Phantom-Bildes werden hier Jugendliche verurteilt, obwohl sie erst einmal als mögliche Zeugen gesucht werden.

Miamibeach-Mike

Miamibeach-Mike

04.04.2008 06:04

Schwierig, sehr schwierig. Ich habe hier mal ein interessantes Kurzprofil gelesen, was einem zum nachdenken bringen sollte: "98% aller Amokläufer essen Brot - verbietet Brot"

psycho-papa

psycho-papa

03.04.2008 22:47

Danke für deinen Kommentar :) Ich stimme dem zu: wir alle sind die Gesellschaft. Auch stimmt es, das Computerspiele eher eine identifikation mit der Spielfigur fördern. Ob und wie weit das ausschlaggebend ist, sei einmal dahingestellt. Ich denke aber auch, das Killerpsiele ein Symthom, aber nicht die Ursache sind. An Symthomen herrumschustern hilft aber leider nur selten. Daher finde ich es Wichtig, das das Thema aktuell bleibt und nicht erst dann wieder hitzköpfig aufgewärmt wird, wenn es für den einzelfall schon wieder viel zu spät ist.

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