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DRITTE WELT: WAS WIR SO VERURSACHEN

1  12.07.2002

Pro:
billiger Kaffee

Kontra:
wir zermergeln Milliarden von Menschen !

Empfehlenswert: Nein 

Hoernchen15

Über sich: Ich bin auf panischer Suche nach richtig KRANKEN Kategorien! Wenn ihr irgendwo was gefunden habt, sc...

Mitglied seit:28.07.2000

Erfahrungsberichte:212

Vertrauende:19

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Auf "herkömmlichen" Wege funktioniert der Handel mit Waren aus Afrika und Südamerika so, dass der Preis dafür (zum Beispiel bei Aldi-Kaffe) immer weiter nach unten gedrückt werden sollen. Damit es mehr Leute kaufen, logisch! Funktioniert ja auch wunderbar.

Nun ist es aber nicht so, dass die handelsketten selber Gelder umschichten wenn sie die Preise senken sondern sie zahlen mit den schwachsinnigsten Begründungen den Menschen vom Plantagenarbeiter bis zum afrikanischen Großhändler viel weniger Geld.

Im Moment liegen die Durchschnittslöhne für einen Kaffeepflücker (eine Knochenarbeit!!!) bei etwa 20 Cent pro Stunde. Das alleine klingt schon mickrig. Damit ist es aber nicht zu Ende, das Elend. Denn beispielsweise in Brasilien herrschen Inflationsraten von 130%. Die Leute dort müssen also morgens ihr Brot kaufen weil sie es sich abends schon nicht mehr leisten können. Natürlich bringt die Inflation auch Probleme für die dortigen Arbeitgeber mit sich. Die bekommen monatlich ihr Geld und müssen es dann nach Ableistung der Arbeit verteilen. Wenn es also kaum noch etwas wert ist. Da können natürlich die Importeure und Exporteure behaupten, wie viel Geld sie umgerechnet in Us-Dollar oder Euro ausgezahlt haben. Nur ist das ja innerhalb der Zeit bis zur Lohnzahlung nichts mehr wert.

Tja und wozu führt das? Die Menschen arbeiten bis zu 18 Stunden am Tag, wobei der Begriff "Arbeit" dort einer völlig anderen Definition Bedarf als bei uns...

Diese lange und harte Arbeit verursacht verminderte Leistung und natürlich Krankheit und Tod, denn medizinische Versorgung gibt es kaum. Auf 35 000 Menschen kommt etwa ein Arzt. So werden die Menschen arbeitsunfähig oder sterben sogar. Versicherungen gibt es natürlich nicht dagegen.

Um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, werden Kinder von ihren Familien mit in die Arbeit eingespannt oder werden zum oft sehr gefährlichen Betteln geschickt. Dort werden sie oft in Reichenvierteln ihrer Städte angeschossen, von Hunden gebissen, verprügelt oder verhaftet und gegen eine für uns lächerliche aber dort unbezahlbare Kaution wieder freigelassen. Konsequenz von 30 Euro nicht bezahlter Kaution: 2 Jahre unmenschlicher Haft!

Wenn die Kinder dann aber das "Glück" haben, zu arbeiten, verdienen sie etwa 60% des Erwachsenenlohns und vielleicht noch etwas Essen dazu. In Indien herrschen etwas andere Zustände: Dort werden die Kinder "verkauft" und bleiben beim Arbeitgeber wohnen´, zum Beispiel zum Teppich knüpfen.

Die Kinder bringen dann ihr Geld mit nach Hause und tragen mit den Erwachsenen den Lebensunterhalt (nicht) zusammen.

In Europa ist Kinderarbeit ein Reizbegriff. Niemand will diese Art von Arbeit fördern und will Garantien dafür, dass keine Kinderarbeit gemacht wird. Und wer macht in dieser Hinsicht unsere Meinung des Volkes? Die Medien natürlich! Und wer steckt hinter den Medien? Genau! Die grossen Konzerne! Die ziehen nämlich Vorteile daraus, schlechte Stimmung gegen so etwas zu machen. Denn es lenkt den Konsumenten in Europa von der eigentlichen Sauerei dieses Teufelskreises ab und wer ihn verursacht!

Für die Familien in der so gennanten Dritten Welt ist Kinderarbeit meist aber unbedingt notwendig zum überleben! Das ist zwar nicht gut, aber sonst würden die Menschen verhungern!

Wir fördern durch den Kauf von preisbilligen Produkten wie von Milka oder Tchibo die Notwendigkeit dieser Menschen zur Kinderarbeit und auf der anderen Seite machen wir sie unmöglich!

Wir können dagegen ansteuern, indem wir Produkte mit dem TransFair-Siegel und/oder von der gepa kaufen. Von diesen Organisationen bekommen die Leute wie Plantagenarbeiter vernnftige Löhne, die ihnen eine Zukunftsplanung oder solche Kleinigkeiten wie das lesen lernen ermöglichen würden. Nur sind diese Produkte eben etwas teurer als die der grossen Marken.

Wenn mehr Leute unter uns Produkte kaufen würden, für die die wirklich hart arbeitenden Menschen einen gerechten Lohn bekommen, gäbe es alle diese Probleme nicht. Und auch viele Hilfsprojekte wären einfach nicht mehr notwendig. "Hilfe zur Selbsthilfe" heisst die Zauberformel, die wirklich alle Probleme lösen könnte! Es ist so einfach!

Aber wir wollen doch billigen Kaffee, oder?
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LEMMING52

LEMMING52

01.08.2002 20:42

hi dacht ichs mir das du einen bericht geschrieben hast über das ich find es lobenswert das unsere jüngere generation sich um solche dinge gedanken macht vieleicht könnt ihr ja etwas ändern an der situation wen die älteren unfähig dazu sind liebe grüße lemming52

mafiaschlumpfine

mafiaschlumpfine

20.07.2002 16:30

.. hmm, ich hatte das thema als abiprüfung und irgendwie ist das problem weitreichender als manch einer von uns annimmt.. das fängt schon damit an, dass wir normalerweise 3 felder wirtschaft haben, aber in drittweltländer kann man sich sowas nicht leisten und somit liegt das land irgendwann brach und kann nicht mehr genutzt werden.. dann wäre da noch die tatsache, dass wir billig kaufen, wie du schon sagtest, aber im gegenzug nichts exportieren.. dadurch können nicht mehr löhne gezahlt werden, die nachfrage steigt und durch die schlechten bedingungen werden es immer weniger arbeiter.. dann wäre da noch das beste beispiel der assuan staudamm: hilfe von aussen, aber nutzen brachte es für die bevölkerung keinen . land vertrocknete, ernte fiel aus und das, was man erntete blieb nur für die käufer .. somit muss man wieder teuer importieren und steckt in einer schuldenfalle. in einem geobuch war das damals sehr schön dargestellt und auch sehr plausibel, leider finde ich es nicht mehr wieder und muss somit aus meinem gedächntis kramen .. aber wenn wir diesen ländern helfen wollen, dann müssen wir aufhören zu kaufen - so hart es klingt! denn sie müssen zuerst sich selber versorgen und das können sie nicht... liebe grüsse mafi

Tigerlilie

Tigerlilie

16.07.2002 22:34

Tja, heikles Thema, allerdings hätte es mich mehr interessiert, was man konkret gegen die Armut in den 3. Welt-Ländern machen kann...und woher wollen wir denn wissen das sogenannte "Fair Trade"-Artikel wirklich auch faire Löhne garantieren???

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