Dark Poetry: "Der Weiher"
12.12.2003
Pro:
seit längerem endlich wieder ein von mir verfasstes Gedicht, dass mir vor allem gleich auf Anhieb gefällt, so wie es mir spontan eingefallen ist
Kontra:
düstere inhaltliche Grundhaltung, daher vielleicht Geschmackssache
Empfehlenswert:
Ja
 Augury
Über sich:
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Erfahrungsberichte:37
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 15 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Einsam lagen des Weihers Wiesen, von fahlem Mondenlicht nur beschienen. Alles von eisigen Nebeln umhüllt, als ob vergessen vom Rest der Welt. Kein Laut war zu hören, kein Getier, der Schatten Dunkel endlos hier. Arme irrende Seele, die du umherziehst an diesem Ort, wirst Ruhe nie finden und kannst doch nimmer fort. Denn schon als du einst an des Weihers Gestaden geboren, warst von Beginn an bereits dem Lichte verloren und zu trauriger Wanderschaft auserkoren.Du gingst hinweg, brachst auf zu neuen Ufern, zogst in die Weiten der Welt hinaus. So verrannen die Jahre Tag ein, Tag aus. Doch noch immer konnte er dich erreichen, denn in deinen tiefsten nächtlichen Träumen, rief der rauschende Weiher dich zu sich heim. Niemals konntest du ihm entweichen.Trotz verzweifelter Warnung hattest du dann hier gestanden, an jener gottvergessenen Stätte. Warst längst schon auf ewig vom Dunkel umschlungen, angelangt an deines Lebensabends Dämmerung. Die Klinge war silbern, blitzte im Mondenschein. Rot benetzte den Klee auf den seegrünen Wiesen. Des Weihers Wasser umfingen dich, Er gab dir seinen ewigen Kuss, ließ dich langsam deine Augen schließen.Doch ach, er brachte dir keine Erlösung, denn obgleich du nun nicht mehr ein menschliches Kind, ist deine weinende Seele an jenem Orte gefangen, als einzige Begleiter nur Weiher und Wind. + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + +Auch wenn obige Zeilen sicher den meisten sehr düster & hoffnungslos anmuten, so war mir dennoch danach, sie online zu stellen. Entstanden sind sie am 12. Dezember 2003, einen besonderen Hintergrund kann ich gar nicht genau benennen - ich setzte mich einfach an den Schreibtisch und begann zu tippen... Gedichte verfasse ich seit einigen Jahren ohnehin gerne. Nachdem ich nun vor dem Schreiben dieses Textes eine Weile bei ciao.com inaktiv war (größtenteils zeitliche Gründe - leider), verspürte ich plötzlich wieder die Lust, mich in einer ruhigen Minute ein bisschen "kreativ" zu betätigen.Teilweise habe ich wohl einen Hang zum "Düsteren" in meinen Werken, wie sicher der eine oder andere feststellen wird, wenn er meine weiteren Rezensionen durchblättert. Ich interessiere mich (ein bisschen) für Themen wie Vampire, Mystik, Gothic und ähnliches - ich denke daher stammen Inspirationen dieser Art. Also, lasst meine Poesie doch einfach auf euch wirken... ich bin auf eure Ansichten diesbezüglich gespannt!
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12.12.2003 14:13
ja, das ist richtig, das gedicht wirkt sehr düster und in einem bestimmten sinne auch verloren und hoffnungslos - aber das kommt immer drauf an, von welcher seite aus, man das betrachtet. sehr gut gefällt mir auch deine wortwahl - hast also auch nach so langer abwesenheit nichts an kreativität und wortgewandtheit verloren!!!
12.12.2003 14:13
Es ist wirklich düster, traurig, erschreckend, beängstigend, aber sehr schön. Danke, Karo