One of these days.......
21.03.2004
Pro:
ein Tag wie jeder andere . . . . . .
Kontra:
ein Tag wie jeder andere . . . . . .
Empfehlenswert:
Nein
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 326 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es ist 6.30h als der Wecker schellt und mich aus süßen Träumen von südlicher Sonne, feiner Hopfenkaltschale und Hula-Mädchen reißt. Die Morgenlatte zeigt nach Westen – das verheißt schon mal nichts Gutes. Ohne lange nachzudenken entscheide ich, noch eine Stunde liegen zu bleiben. Das ist bei dem an die Scheibe prasselnden Regen aber nicht so erbauend und ich habe schon gediegen die Schnauze voll, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Frei nach dem Motto "Bevor der Ärger anfängt, erstmal eine Wurst“, stehe ich ein paar Minuten früher auf und besteige den Thron. Hmm, der Morgenschiss, er kommt gewiss……. – heute irgendwie nicht und das passt verdammt zum heutigen Tag. Komischerweise ist aber Mittwoch und nicht etwa Montag. Unverrichteter Dinge stehe ich wieder auf und begehe den Rest der Morgentoilette. Verdammt und ausgerechnet heute hätte ich so ein flauschiges, schönes Klopapier zur Hand gehabt.Das Haar ist garstig und die Krawatte passt auch erst nach dem dritten Binden mehr schlecht als recht. Ich stürze aus dem Haus, schlage die Tür zu und Volltreffer! Ich trete vorzüglich gezielt in den frischen Hundehaufen des Dackels von nebenan. Klasse, die Schuhe waren zwar nicht frisch geputzt, aber es ist trotzdem ärgerlich. Am Bordstein versuche ich schnell das Malheur zu beseitigen, als ich schon den Bus herannahen sehe. Ich verpasse ihn natürlich und muss – um meinen Zug zu bekommen – den Wagen zum Bahnhof nehmen. Doppelter Ärger, da nun die Hundekacke sicherlich fein an Kupplung und Fußmatte kleben wird und ich anderweitig die restlichen Spuren diskret hätte im Bus am gegenüberliegenden Sitz verschwinden lassen können. Ich starte den Wagen und Küblböck dröhnt mir entgegen. Spätestens jetzt gibt es keinen plausiblen Grund mehr dafür, dass ich heute morgen überhaupt aufgestanden bin. Ich erreiche den Bahnhof rechtzeitig, werde aber vor der Grundschule geblitzt. Geil, alle kleinen Pisas sind schon im Klassenzimmer und die Bullen stehen immer noch da……., aber das passt verdammt zum heutigen Tag.Im Zug bekomme ich gerade noch einen Notsitz am Klo. Eigentlich strategisch günstig, aber ich kann noch immer nicht. Ich fühle mich gefüllt und betrete trotzdem das Klo. Manchmal stellt sich ja auch der Hunger erst ein, wenn man direkt über dem Trog hängt. Heute aber nicht, ein faszinierendes Exemplar eines deutschen Zugklos verdirbt mir den letzten Appetit oder wie auch immer, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Kurz nach 9.00h betrete ich das Bürogebäude. Es ist schon jetzt ein Tag, den die Welt nicht braucht und den keiner so gewollt haben konnte, als mir Kollege Meyer fröhlich "Mahlzeit“ entgegen trällert. Wie ich das hasse, nur weil er schon jeden Morgen seinen Arsch um 5.00h aus dem Bett wälzt bzw. von seiner Frau, der alten Fettel, gewälzt bekommt, muss er mich nicht immer dumm anmachen, nur weil ich einen normalen Tagesrhythmus habe.Ich lasse Meyer links liegen und beginne im nächsten Büro die obligatorische "Guten-Morgen-Polonaise“. Das nächste Büro ist auch schon das Schönste, nämlich das meines Chefs. Wie er da schon sitzt und sich verstohlen am Sack kratzt. Ich quäle mir ein "Guten Morgen, Herr Kraus“ raus und bekomme keins zur Antwort. Stattdessen teilt er mir mit, dass es ihm nicht so gut gehe und er – O-Ton – heute schon gekotzt hätte. Ja geil, er hat schon gekotzt und ich noch nicht geschissen. Ich sollte ihm meinen Finger in den Hals stecken und er mir seinen in den Arsch, dann können wir beide noch mal bzw. erst einmal. Was für eine Welt – ich atme tief, ongggg, der Fuchs mit dem buschigen Schwanz streift durchs Feld, ongggg. Im nächsten Zimmer sitzt Herr Kurz. Der Vorteil des Erscheinens kurz nach 9.00h ist, dass die Hälfte der Kollegen zum Frühstück ist. Kurz trägt heute wieder seinen fettstuhlfarbenen Anzug. Ich tue mir schwer, nicht zu lachen und gehe zum nächsten Büro. Der Rest plätschert dahin, niemand freut sich, mich zu sehen, ich freue mich über niemanden, den ich sehe.Als ich mein Büro betrete, ist Frau Großer erwartungsgemäß schon anwesend - körperlich anwesend. Ein fetter Knoblauchgestank schwallt mir entgegen. Als ich sie frage, ob es gestern Abend nett gewesen wäre, antwortet sie nur, dass sie beim Griechen gewesen seien, als ob ich das nicht schon gerochen hätte, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Ich öffne das Fenster und die Großer plärrt sofort wegen der Kälte. Ich habe so einen Hals, würde sie sich wärmer anziehen, müsste ich nicht nur ihren Ausschnitt samt halben Silikon-Titten den ganzen Tag ertragen, sondern hätte auch frische Luft.Nach einer halben Stunde spüre ich endlich Regung in meinem Darm und gehe auf den Pott. Als ich endlich hätte absallen können, betritt jemand anders die Nachbarbox und furzt genüsslich den Blues. Ich kann nun wieder nicht und ziehe von dannen. Die Großer hat zu allem Überfluss nun auch noch die Heizung angemacht. 25 °C im Büro, Knoblauchgestank und besagtes Dekoltee, nur am Ballermann könnte es schöner sein, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Das Essen heute in der Kantine würde man auf so manchem Hof nicht mal den Schweinen zum Fraß geben. Schröder, meine Begleitung, mampft trotzdem genüsslich, während ich in meinem Kotelett von einem Knorpel zum anderen wandere bzw. kaue. Ansonsten sitzen wir ungünstig und bekommen heute nichts Gescheites zu sehen in der Kantine, aber das passt verdammt zum heutigen Tag.Der Nachmittag plätschert dahin, Herr Kraus geht früher, da er noch mal gekotzt hat. Ich habe noch immer nicht gekackt und mache mir langsam Sorgen, so kenne ich meinen Darm gar nicht. Ich mache auch früh Feierabend. Beim Gehen sehe ich, dass sich die Großer irgendwo eine fette Laufmasche gezogen hat. Just in diesem Moment schönster Schadenfreude merke ich, dass ich wohl schon den ganzen Nachmittag mit offenem Hosenstall herumgelaufen bin, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Auf dem Weg zum Bahnhof gönne ich mir noch eine Bratwurst. Der Senffleck wird sicher aus dem Anzug wieder rausgehen, ich hoffe das zumindest. Die Dose Bier, die ich mir noch an der Bude kaufe, ist zwar lauwarm, aber sie ist darmunterstützend. Die 1,10 Euro im Bahnhof will ich nicht zahlen, also suche ich mir einen Zug, der noch ein bisschen Aufenthalt hat. Endlich geht’s und wäre auch knapp in die Hose gegangen, aber letztlich lasse ich alle Schläuche fahren und genieße in der Tat ein kleines Quäntchen Glück heute, als plötzlich der Zug losfährt. Fast schon logisch, dass alsbald der Schaffner aufkreuzt und mich saftig nachlösen lässt, aber das passt verdammt zum heutigen Tag.Irgendwann am Abend erreiche ich dann meinen Heimatort und gehe zum Auto. Dieses wurde während seines Aufenthaltes auf dem Park’n’Ride-Parkplatz außerordentlich freundlich von Tauben bedacht und ich sehe meinen Lack förmlich wegätzen, aber das passt verdammt zum heutigen Tag. Als ich nach Hause komme, höre ich schon vor der Wohnungstür lautes Geschnatter, was sich nach Öffnen der Tür konkret als Gegacker der Fraktion der schuhekaufenden Ehefrauen herausstellt und mir eine besonders schöne Heimkehr beschert. Die dummgeilen Kommentare gebe ich hier nicht wieder, sie regen mich aber an, schnurstracks zum Supermarkt rüber zu gehen, um mir noch etwas zu Essen zu kaufen. Dass mich dort die scharfe Kopottka an der Kasse erwartet, wundert wohl nach dem heutigen Tag niemanden mehr.Ich mache mir also mein Essen, kann sogar noch einmal kacken, gehe letztendlich ins Bett und fange an zu träumen………. ………… von südlicher Sonne, feiner Hopfenkaltschale und Hula-Mädchen.© Comte de Flandre – März 2004
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01.12.2004 23:53
Ich kann nicht mehr, ich muss noch immer lachen...habe mir diese Story bildlich vorgestellt...toller Büroalltag kommt mir irgendwie bekannt vor...wir sollten uns zusammentun...lieben Gruß von Manu
01.11.2004 23:23
Örks...danke für die Fotos...ein Bild sagt mehr als 1000 Worte :)))
29.09.2004 00:44
"The Craziest Day (!) Of Our Lives"