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Eltern und andere Storys

5  11.05.2001

Pro:
Dieter

Kontra:
Erzeuger

Empfehlenswert: Ja 

Jandira

Über sich: Was wird eigentlich immer soviel drum herum gequatscht? Hersteller, Inhalte, etc. pp. .. Überflüssig...

Mitglied seit:15.08.2000

Erfahrungsberichte:417

Vertrauende:68

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist Ewigkeiten her, da hatte eine Frau, nennen wir sie "Mom", festgestellt, daß sie (mal wieder) schwanger ist.
Nach 2 Töchtern, so die Gedanken, wäre ein Sohn ja nicht schlecht. Und sie und ihr Mann wollten auch den Knaben dann einen tollen Namen geben: Björn Benjamin.

Sie ging zum Arzt und der schimpfte mit ihr: Das Kind ist zu klein.. Haben sie geraucht und getrunken? Mom verneinte.
Dann war der Tag der Geburt soweit. Es war der Tag der 3 heiligen Könige im Jahre 1982.
Das Kind wurde geboren.. es war ein Brocken von ca. 54cm und knapp 5 Kilo und, ÜBERRASCHUNG, ein Mädchen.

Nun konnte ein Mädchen ja schlecht so einen männlichen Namen wie Björn bekommen, und die Mutter von Mom´s Mann hatte eine Idee: Nennen wir sie doch Nicole. Die Frau wollte immer eine Tochter so nennen, gebar aber nur 2 Söhne.

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Das Mädchen wuchs auf in einer Welt mit großer Familie und vielen netten Tieren. Auf dem Hof war eine Voliere mit hunderten von Vögel und paar Kleintieren. Die Wohnung im 2-Familien-Haus wurde bevölkert mit 2 Eltern, 3 Kindern und Standard 2-3 Katzen und einigen Vögeln und Nagetieren.

Nicole war zufrieden; wuchs sie doch glücklich mit Tieren auf, nebenan auf einer Weide standen 3 Ponys zum streicheln, es gab Wald gleich um die Ecke und sonstiges Grünzeug, sogar ein Baggersee und einige Teiche. Und sie hatte viele Freiheiten wie schmutzig machen dürfen, laut sein können, spielen und anderen Kinderkram.

Wären da nicht die beiden älteren Schwestern immer am nerven gewesen, es wäre super gewesen; so war es aber bis kurz vor ihrem 17. Geburtstag nur toll.

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Braucht ein Kind seinen Vater?

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Nein, sondern eine Vaterfigur.

Wär es bis dahin nicht gemerkt hat, dies ist meine Geschichte.

Ich wuchs auf mit Tieren, Geschwistern und viele Freiheiten, die viele Kinder nicht hatten und haben.
Doch je älter ich wurde, umso weniger kümmerte sich mein "Erzeuger" um seine Töchter.
Kam ich mit einer Frage, was selten war, zu ihm, sah er mich noch nichtmal richtig an, sondern saß nur über seine Kreuzworträtsel und brummelte: Ja ok.

Irgendwann so ab Mitte 14 fing es langsam an, daß ich zickig reagierte, wenn er was wissen wollte. Ich war mitten in der Pubertät, und in dieser Phase kapseln Kinder sich sowieso von den Eltern langsam ab, aber bei mir war es extrem.

Ich hatte, kurz gesagt, die Schnauze voll von ihm. Er hörte mir nicht zu, wollte aber, daß ich eine brave Tochter bin.

Kurz vor meinem 17. Geburtstag dann trennten sich meine Eltern; meine Schwestern waren schon längst ausgezogen und bekamen die Szenen, die sich dort dann abspielten, nicht mit. Ich werde sie auch hier nicht widergeben, denn ich denke, ihr könnt euch vorstellen, daß es kein Zuckerschlecken war.

Bis dahin konnte ich meinen "Erzeuger" noch einigermaßen leiden, was bei einem Vater ja eigentlich lieben heißen sollte. Dann sagte er jedoch etwas, was meine Mutter treffen sollte, jedoch uns beide traf, da es etws über mich war.
Seitdem ist dieser Mensch für mich nicht mehr existent. Er darf für mich Unterhalt bezahlen, was übrigens weniger ist als es sein müßte, aber ansonsten nichts mehr.

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Ein Vater wie kein 2.

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1. Monat nach der Trennung, wir lebten alle drei noch unter einem Dach, allerdings jeder in seinem Zimmer, in der Wohnung war es von der Atmosphäre her furchtbar, lernte Mom dann Dieter kennen.
Dieter hatte es selber nicht leicht in seinem Leben, aber trotzdem, oder gerade deswegen, ist er der liebenswerteste Mensch den ich kenne.
Vor knapp 7 Monaten heirateten die beiden, als endlich die Scheidung paar Monate vorher durch war.

Ich sag euch eins: Wäre Dieter mein biologischer Vater, ich wäre happy wie kein anderer.
Dieser Mann behandelt mich, als ob ich seine Tochter wäre: Lieb, er fragt nach wie es mir geht, er kümmert sich um mich, wenn ich Hilfe brauch und er redet mit einem!

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich es mich macht, nach all diesen "Vaterlosen" Jahren, endlich eine Vaterfigur zu haben, für die ich nicht einfach jemand bin wie "Steuernachlaß C".

Mit Dieter kann ich reden, wenn ich Probleme hab, mit ihm Witze machen oder einfach nur unterhalten.
Sowas hab ich vorher nicht erfahren und es war für mich etwas ganz neues.

Ich kann nur sagen: Wenn man Kinder hat, dann muß man sich auch als Vater um sie kümmern. Sie brauchen es.

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Ein Zusatz

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Ich bin ein Mensch, der selten über das spricht, was ihn persönlich widerfahren ist.
Mit anderen Menschen über dessen Probleme kann ich reden; diskutieren; viele kommen auch deshalb zu mir, weil sie Hilfe brauchen. Ich bin also der seelische "Mülleimer-und-Aufbereiter". Damit hab ich mich abgefunden, ja, ich brauch es fast sogar. Wenn andere leiden, die ich mag, das tut mir weh.

Über meine Probleme jedoch red ich nur, wenn ich nicht weiterweiß. Dann jedoch geh ich zu meinen Eltern, denn da weiß ich, sie helfen mir und es wird wieder gut.

Für viele Eltern mögen Kinder das kostbarste Gut sein, für alle Kinder jedoch sind es ihre Eltern. Vorallem junge Kinder brauchen ihre Eltern, die sie lieben.

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Das Ergebnis

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Das Ergebnis bin ich und mein Verhalten. Ich liebe Tiere und die Natur. Ich bin gerne, vorallem im Sommer, stundenlang mit meinem Hund draußen und laufe, spiele oder lieg nur so rum mit ihr oder auch Ausritte in die Natur sind das Größte für mich.

Mit Menschen bin ich auch gerne zusammen, solange es nicht zuviele sind; allerdings bin ich auch öfters gern für mich allein.
Ich denke viel nach; häng meinen Gedanken und Träumen hinterher und bin selten Mitteilssam.

Ich bin anders als alle anderen, schwimme gern gegen den Strom, mucke selten wirklich auf und wenn, dann aber richtig und sonst bin ich wie ich bin. Und darauf bin ich stolz!

Mein "Erzeuger" hat das nicht leiden können oder einfach nicht verstehen; Dieter jedoch tut es, meine Mutter und viele andere Menschen um mich herum, das sagt mir, daß ich nicht das falsche Ergebnis sein kann, oder?

Bis denne...

Jandira

P.S.: Bewertung bezieht sich auf Dieter

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
virginie2

virginie2

13.04.2002 14:26

Ich finde es toll, das du zu dem neuen Partner deiner Mutter ein so gutes Verhältnis hast. Außerdem finde ich, das immer nur derjenige ein Vater ist, der sich auch wie ein Vater kümmert. Mir scheint du hast in dieteer einen Vater gefunden. Der andere ist halt dein erzeuger und nicht mehr. Gruß virginie2

hoerby76

hoerby76

22.05.2001 19:11

Hi Jandira, finde Deinen Artikel echt spitze. Kann auf jeden Fall nachempfinden, was in Dir vorgeht. Hab auch eine seltsame Kindheit hinter mir. Wünsche Dir, das Du weiter glücklich mit Deinem "Neuen Vater" bist.

Schnecke999

Schnecke999

19.05.2001 10:02

Hmmm... die Geschichte kommt mir bekannt vor, nur leider war die Scheidung meiner Eltern schon, als ich erst 10 war, und bei mir war es die Mutter, die sich einfach aus meinem Leben davongeschlichen hat... Tja, shit happens, ich kann und will ihr heute nicht mehr hinterherrennen, außerdem habe ich die liebste Stiefmutter der Welt! Tschööö Schnecke999

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