Es ist an der Zeit
09.03.2002
Pro:
Möchte ich nicht entscheiden
Kontra:
Möchte ich auch nicht entscheiden
Empfehlenswert:
Ja
 kluk
Über sich:
Bald findet hier die ultimative Abschiedsfeier statt. Dazu die Bitte ans QM: "MACHT MICH BRONZE...
Mitglied seit:22.01.2001
Erfahrungsberichte:516
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 118 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich denke dass es mal wider am der Zeit ist mich der offenen Kategorie zu widmen und dies zu einem leider aktuellen Thema. Der Tod der Soldaten in Afghanistan hat mich doch sehr berührt und auch nachdenklich gemacht. Immer wieder muss ich mir die Frage nach dem Sinn stellen, für so einen Scheiß zu sterben. Eine politische Diskussion möchte ich jetzt nicht starten sondern euch vielmehr bitten euch den anschließenden Text von Hannes Wader durchzulesen. Hannes Wader ist ein Liedermacher, den ich sehr schätze und vor Jahren diesen Text gesungen hat. Das Lied handelt von einem Soldaten, der sein junges Leben sinnlos wegwerfen muss ... Weit in der Campagne im Mittsommergrün dort, wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht auf deinem Kreuz finde ich, toter Soldat deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen so wie sie es mit uns heute immer noch tun und du hast ihnen alles gegeben deine Kraft, deine Jugend, dein Leben Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt? sicher nicht denn nur dort, wo es Frieden gibt können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihen warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein vielleicht dachtest du dir, ich falle schon bald nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann vor dir selber geschämt und es doch nie getan Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen so wie sie es mit uns heute immer noch tun und du hast ihnen alles gegeben deine Kraft, deine Jugend, dein Leben Soldat, gingst du gläubig und gern in den Tod? oder hast du verzweifelt, verbittert, verroht deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluss? ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuss oder hat ein Geschoss dir die Glieder zerfetzt hast du nach deiner Mutter geschrieen bis zuletzt bist du auf deinen Beinstümpfen weitergerannt und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand? Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen so wie sie es mit uns heute immer noch tun und du hast ihnen alles gegeben deine Kraft, deine Jugend, dein Leben Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur von deinem Leben, doch hör meinen Schwur für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein dann kann es geschehen, dass bald niemand mehr lebt, niemand, der die Milliarden von Toten begräbt. doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit, diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit. Gruss vom einem traurigen Kluk P.S.: Die Bewertung ist mir vollkommen egal! Wichtig wäre mir das ihr den Text auch lest.PP.S.: Meine Bewertung bezieht sich auf den Künstler
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
18.02.2004 23:11
Schon wieder einer ... wenn das so weitergeht kann ich dich ja gleich Gold machen ;-)
12.07.2002 16:52
ein sehr nachdenklicher, teilweise provokanter liedtext... mit sinn. Webgreetings HombreV
11.04.2002 18:58
ich kenne Hannes Wader recht gut, und demnach auch den Text. Trotz alledem stimmt er bei erneutem Lesen wieder nachdenklich...