Egal in KW 29
31.07.2007
Pro:
. . .
Kontra:
- - -
Empfehlenswert:
Nein
 Thioula
Über sich:
“There are times when the enunciation of the most elementary common sense has an aspect of eccentric...
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Dem nächsten, der mir die diesjährige Tour de France als "Tour de Farce" andient, werde ich einen Fahrradreifen über den Kopf stülpen (mitsamt den Speichen, versteht sich), denn daß im Radsport gedopt wird, hat so ungefähr denselben Neuigkeitswert wie die Feststellung, daß der Papst in Rom wohnt, Schockschwerenot. (Auch so ein Mißstand, der dringend öffentliche Empörung erheischt.) Die werten Pedalisten taugten nun nicht mehr als Vorbilder für die Jugend? Das mag wohl sein, aber mir konnte noch keiner erklären, wieso sie das überhaupt jemals hätten tun sollen. Besser Lance Armstrong als Dieter Bohlen, wohl wahr, aber was heißt das schon? Was so erstrebenswert daran sein soll, mit 40 Sachen auf Zweirädern die Pyrenäen hochzupreschen, erschließt sich mir ohnedies nicht - daß allerhand Selbstquälerei dazugehört, ist zwar sachlich korrekt, gilt aber auch für den Verzehr von fünfzig rohen Regenwürmern ohne Ketchup-Beigabe. Vielleicht könnte die ARD ja stattdessen so etwas vor reizvoller Kulisse - dem Baggersee in Kirchentellinsfurt etwa - übertragen? Mit dem Anglerzug "Hechtsuppe 1906 e. V." als Sponsor? Aber bei Licht besehen ist mir das denn doch egal. Egal ist mir auch, was Thea Gottschalk in Bayreuth trägt; leider sah ich mich gezwungen, es zur Kenntnis zur nehmen, ebenso wie den Umstand, daß Frau Merkel vor ein paar Jahren dort mit aprikosenfarbener Seide und Schweißflecken in den Achselhöhlen glänzte. Dieses Jahr trug sie lila, eine Farbe, die meine Mutter zuverlässig mit den Worten "letzter Versuch" kommentiert. Die Deomarke hat sie - Frau Merkel, nicht meine Mutter - offenbar auch gewechselt, und die Frage, welches Produkt sich heuer ihrer Kanzlerinnengunst erfreut, brennt mir immer noch stärker auf den Nägeln als die Erbfolge-Erwägungen eines oberfränkischen Dynasten, den seinerzeit noch Onkel Adolf auf den Knien schaukelte. Immerhin ist es zu begrüßen, daß die Pietät gegenüber dem illustren Ahnherrn den ganzen Clan dazu bewegt, sich die Nase nicht richten zu lassen, obwohl es dafür, vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, mehr als genug Anlaß gäbe. Vom ästhetischen Standpunkt aus mißlungen finden einige Rezensenten das bieder-versöhnliche Ende des möglicherweise tatsächlich letzten Harry-Potter-Romans: eine Dame der FAZ hätte den jungen Magier lieber tot oder wenigstens seiner Zauberkräfte beraubt gesehen, wohingegen die "Süddeutsche" das Ausbleiben eines politischen Systemwechsels bemängelt. Die Kritiker gehen, finde ich, nicht weit genug: es gebricht dem Buch deutlich an Globalisierungskritik, Selbstreflexivität, Auseinandersetzung mit dem Ökonomismus, Unterminieren des postmodernen Paradigmas, Dekonstruktion der Narration und Erwähnung des Umstands, daß Bobby Ewing alles nur geträumt hat. Aber jemandem, der sich von den Tantiemen locker Mecklenburg-Vorpommern kaufen könnte (mit Frau Rowlings Phantasie fällt ihr vielleicht sogar etwas ein, was man damit anstellen könnte), können Kritikerstimmen glücklicherweise herzlich egal sein. In diesem Sinne!
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17.12.2011 10:42
Ich würde mir Mecklenburg-Vorpommern gerne kaufen können, ich wüsste nämlich was damit anzufangen. Leider werde ich es mir nie leisten können, denn mir fehlt Frau Rowlings Fantasie. Von Verkaufstalent ganz zu schweigen. Mir würde sogar Hiddensee schon reichen, aber selbst dafür reicht es nicht. Schade. Deine ketzerischen Gedanken über den letzten Potter-Film würden mich brennende interessieren, Verehrteste. Hier gilt, was auch auf den Besitz Hiddensees zutrifft: Wünschen ist erlaubt.
25.08.2009 21:28
In Kirchentellinsfurt am Baggersee wurde gedreht? Das habe ich gar nicht mitbekommen.
30.11.2008 21:17
Schon Bismarck wusste: "Wenn die Welt untergeht, geh' ich nach Mecklenburg -- dort geht sie 100 Jahre später unter." Als gebürtiger Mecklenburger, der Spanien emigriert ist, sende ich auf diesem Wege einen Gruß an die Ostsee (wenn's recht ist)...