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Menschen und ihre Ernährung.. Meine Tests

3  28.10.2010

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sisteeer

Über sich: ich mag das neue Design garnicht. Auch die Bewertungen der User war im alten Design einfach übersi...

Mitglied seit:28.01.2004

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Produktvideos:1

Vertrauende:80

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 110 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Aufgrund meines eigenen Essverhaltens und das meiner Eltern bin ich auf die Idee gekommen, zu testen, wie Menschen auf verschiedene Nahrungsangebote und verschiedene Lebensmittelpreise reagieren.

Dieser Test bezieht sich ausschließlich auf diese Erfahrungen, müssen sich also nicht mit eurer Erfahrung decken und eigentlich ist der Bericht auch nur dafür da, dass die Leute, die sich dafür interessieren etwas interessanten Lesestoff haben.
Eine definitive Kernaussage dieses Berichtes werdet ihr nicht finden.

Über Kommentare bin ich euch allerdings sehr dankbar, da mich diese Experimente viel Zeit, Geld und Mühe gekostet haben.

Projekt 1: All you can eat

Mein Freund isst normalerweise schon recht viel.
Als normal kann man eine große Portion Nudeln oder ein großes Schnitzel mit vielen Beilagen rechnen.
Ich gehe mit ihm zu einem Restaurant, in dem man für knapp 10 Euro so viel essen kann, wie man möchte.

Bestellt hat er als Vorspeise Schäfskäse (überbacken), eine Portion Spaghetti mit Bolognese und eine große Sprite.
Danach hat er eine große Pizza, ein Schnitzel Wiener Art und ein Schnitzel Romana verdrückt.

Zum einen unglaublich, er hat das alles in 3 Stunden gegessen. Zum anderen hat er mir schon während den Spaghetti erzählt, dass er eigentlich keinen Hunger mehr hat.


Jetzt frage ich mich hierzu, warum man trotzdem weiter isst, obwohl man schon lange keinen Hunger mehr hat.
Ginge es darum, den ganzen Mist zu bezahlen, hätte man(n) wohl nach Vorspeise die Pizza gewählt und wäre ebenfalls satt nach Hause gegangen. Und das ohne über Magenschmerzen zu jammern.

Projekt 2: Gemüse oder Bonbons

Auf der Arbeit steht in meinem „Mehrpersonen-Büro“ eine tolle Dose mit sämtlichen Bonbons und Gummibärchen. Diese ist sehr beliebt und sogar die Arbeiter aus dem Betrieb, welche einige hundert Meter entfernt ist, kommen zu uns ins Büro und tragen fleißig der Ausrottung der Bären bei.

Jetzt komme ich ins Spiel….

Nach langer Überlegung habe ich neben diese Dose, welche ja eigentlich ein tolles durchsichtiges Glas ist, zwei Schälchen mit Gurkenscheiben und Karotten gestellt. Daneben ein Kräuter-Dip.

Von 37 Leuten, die den Tag über vorbeigekommen sind um an der Massenvernichtung teilzunehmen hat eine (!!!) Frau eine Gurke und zwei Karotten genommen.
Von den anderen durfte ich Kommentare hören, wie „Gibt’s Morgen Schnitzel? Oder: Was soll das denn sein?!“.

So. Erschreckend. Die Mitarbeiter in unserer Firma wollen gar nicht gesund essen, auch wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Unserer Kantine macht das alle Ehre, denn Schnitzel und andere fettige Gerichte sind bei uns der Renner.
Ohne Fleisch- Ohne mich! heißt hier das Motto.

Projekt 3: Gemüse satt

Nachdem mein erster Tag mit der Gegenüberstellung von gesund und ungesund nicht besonders erfolgreich war, habe ich das Glas entführt und nur noch meine Schälchen hingestellt.

Siehe da. Nach ewigem Gemotze der Herren, konnten auch diese meine Karotten essen.

Projekt 4: Die Gegenüberstellung mit dem Preis

Nachdem ich nach einem Tag das Projekt Nr. 3 aufgrund des Meckerns abgebrochen habe, kam ich am nächsten Tag dazu, wieder beides anzubieten. Dieses mal allerdings kostete ein Griff ins Gummibärchen-Verließ 10 Cent.

Jetzt ratet mal, was unsere Mitarbeiter getan haben?
Nach einer kleinen Ausreden vonwegen, das sei um neue Bärchen zu bezahlen, zahlte jeder schön brav sein Geld und lies mein kostenloses Gemüse wieder links liegen.

Sogar wenn das Gemüse umsonst angeboten wird, essen die Leute um mich herum lieber etwas ungesundes. Erstaunlich.

Erschreckend

Wenn ich in der Berufsschule einen Apfel essen möchte, dann muss ich dafür genauso viel bezahlen wie für ein Twixx.
Klar, dass ich mir einbilde für mein Geld mehr zu bekommen, wenn ich das Twixx nehme, anstatt einen Apfel (die gibt’s ja bei Oma im Garten gratis).
Das ich natürlich nachmittags meine Oma nicht mehr um einen Apfel erleichtern werde, ist von vorn herein klar.
Ich gehe davon aus, dass wir Menschen immer versuchen das meiste aus dem eigenen Geld heraus zu holen.
Warum tun wir das?

Ich denke, weil wir von Kindesbeinen an lernen, dass man mit Geld sorgsam und bedacht umgehen muss.
Das Gegenteil allerdings ist der Fall, wenn ich etwas haben will, was mich Geld kostet und etwas anderes, was ich nicht möchte umsonst ist.

Mein Gedanke dabei geht jetzt in Richtung Lebensmittelindustrie.

Die Lebensmittelindustrie

Natürlich hat die Industrie diese Verhaltensweisen von Menschen auch schon entdeckt, weshalb wir auch viele Lebensmittel zu spott Preisen bekommen, während unsere Landwirte es immer schwerer haben, sich gegen die übermächtigen Rießen-Konzerne zu behaupten.

Ob in meinem Schnitzel 100% Schweinefleisch steckt oder noch andere Zutaten und einige Gewürze, das werde ich schon nicht merken. So funktioniert der Grundsatz.

Die Änderung

Wie ich zuletzt im Fernsehen gesehen habe, gibt es eine belgische (?) Stadt, die donnerstags nur noch vegetarische und gesunde Mahlzeiten anbietet.
Dies gilt für Schulen, Kantinen und Restaurants.
Natürlich ist man nicht dazu gezwungen mitzumachen, denn die üblichen Gerichte sind auch noch zu erstehen.
Allerdings ist die Stadt davon so begeistert, dass sie als Vorbild für ein ganzes Land ins Rennen ziehen.
Es heißt, wenn das ganze Land mitmachen würde, wäre es eine CO2 Einsparung von 18.000 Autos, die man einen Tag lang still legen würde. (Gemeint ist damit der Ausstoß der verursacht wird, von der Züchtung über die Schlachtung über den Transport der Fleischwaren bis hin zur Lagerung im Supermarkt.)

Also mit etwas Nachdenken, kann man seine Ernährung schon bewusst Ändern.

Aber was gibt uns dazu den Anstoß?
Muss es unbedingt die Umwelt sein, die man schützen muss und deshalb die Ernährung umstellt oder kann es auch einfach nur mal „Man selbst“ sein, dem man einen Gefallen tun möchte?

Restaurants

Warum ist es in Restaurants eigentlich so einfach so viele Kalorien auf dem Teller zu sammeln und in sich zu schaufeln?
Warum kostet ein Salat so viel wie ein Schnitzel und warum ist die Qualität oft nur mäßig??
Sind wir hier wieder bei dem Grund, den ich vorhin versucht habe zu erklären, dass wir möglichst VIEL für unser Geld bekommen wollen, anstatt gut und gesund?
Wo bleibt hier das rationale Denken zwischen Ausgabe und Qualität??

Arbeitslos und gesundes Essen

Wie ich schon festgestellt habe, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht unbedingt die günstigste. Jetzt stellt sich die Frage, was machen unsere „armen“ Mitbürger, die von Hartz 4 leben müssen?
Hier habe ich schon oft gehört, dass es viel Nudeln mit Ketchup oder ähnliches gibt, da sie sich das Geld am Ende des Monats nicht mehr so gut einteilen können und kaum etwas für wichtige Dinge wie die Ernährung beiseite liegen haben.

Was kann ich tun?

Was kann man selbst tun, um sich einigermaßen gesund und bewusst zu ernähren?
Ich denke, dass dies am leichtesten geht, wenn man sich sein Geld einteilt und öfter auf Fleisch verzichtet.
Dass Menschen auf das vielfältige Angebot unterschiedlich reagieren und in meinen Projekttagen seltsam aber doch absehbar reagiert haben, wundert hier aber wieder nicht.

sisteeer

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
FEUERFEE_PFALZ

FEUERFEE_PFALZ

21.12.2010 17:59

BH

KleineSonnenblume

KleineSonnenblume

12.12.2010 20:36

Super Bericht!

Die-Xanadu

Die-Xanadu

09.12.2010 12:13

SH :)

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