Ich wollte mal etwas ganz anderes schreiben als Filmberichte und habe mich generell in den letzten Wochen etwas rar gemacht bei Ciao da ich noch sehr viele andere Hobbies habe und diese sehr unter meiner Aktivität bei Ciao leiden.
Eines dieser anderen Hobbies ist das Zinnminiaturen bemalen und in den letzten Wochen verspürte ich starke Sehnsucht danach diesem mal wieder nachzugehen, also mußte Ciao auf mich verzichten. Nun dachte ich es wäre doch mal schön darüber zu schreiben, da dieses Hobby auch nicht sehr populär ist und man ja auch immer gerne mal was Neues lernt bei Ciao also werde ich euch ein bißchen einweihen in die Kunst des Miniaturen Bemalens.
Gliederung: 1. Einleitung
2.Zinnminiaturen bemalen
3.Die Techniken
4.Vobereitungen
5.Die Bemalung
-1:Inking
-2:Drybrushing
6.Profitechniken
-3:Blending
-4:Layering
7.Allgemeines
8.Hobby oder Berufung
9.Die Kosten
10.Fazit
11.Links zum Thema
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1.Einleitung:
***************Wie viele vielleicht schon wissen arbeite ich in der Behinderten und Krankenpflege. Ich arbeite in einem Wohnprojekt in Hamburg was eine sehr schöne Sache ist für Menschen, die zwar behindert sind aber dennoch mithilfe von Zivis ein eigenständiges Leben in ihrer eigenen Wohnung führen können.
D.h unser Wohnprojekt befindet sich in einem ganz normalen Mietshaus mitten in der Stadt und wird von nichtbehinderten sowie von behinderten Menschen bewohnt. Alle Wohnungen, die von unseren Klienten bewohnt werden sind über eine Notruf und Gegensprechanlage mit unserem Büro im Erdgeschoss verbunden.
Die Bewohner haben feste Pflegezeiten zu denen wir sie versorgen. Sollten außerhalb dieser Pflegezeiten Bedürfnisse der Klienten auftreten können sie uns das über diese Rufanlage mitteilen.
Dieses ermöglicht ihnen ein hohes Maß an Sicherheit, Versorgung und gleichzeitig Selbstbestimmtheit. Dieses nur als Erklärung damit der intressierte Leser sich vorstellen kann wie so ein Wohnprojekt in der Praxis aussieht. Zurück zum Thema Zinnfiguren. Eine unserer Bewohnerinnen, die Querschnittsgelähmt ist und ihre Hände nur noch bedingt gebrauchen kann, kam mal irgendwann auf die Idee sich ein Fantasy Rollenspiel bei Ebay zu ersteigern.
Es handelte sich um ein Kultspiel aus den Achtzigern. TALISMAN. Ein Brettspiel mit verschiedenen Fantasy Charakteren. Als das Spiel da war stellte sich heraus, daß es keine Spielfiguren enthält. Genau genommen brauchte sie noch 64 Spielfiguren, für jeden Charakter eine. Sie versuchte also bei Ebay Fantasy Zinnminiaturen zu ersteigern da solche Rollenspiele mit derart Figuren gespielt werden. Bald stellte sie fest, daß solche Figuren sündhaft teuer sind und meist unbemalt oder sehr schlecht bemalt sind.
Sie versuchte ihr Bestes gute Figuren zu bekommen doch war vieles dabei was sie dann nicht recht gebrauchen konnte. Einige dieser Exemplare sprachen mich jedoch sehr an und ich wollte sie ihr abkaufen. Bis dato wusste ich noch nicht mal das es sowas überhaupt gibt. Sie lehnte Geld ab und bat mich statt dessen ihr im Gegenzug für Figuren welche zu bemalen, da sie das selbst ja nicht kann.
Ich fragte sie ob sie verrückt geworden sei. Diese Figuren messen ungefähr 2,6 bis 2,8 cm!!!! Sie sind sehr detailliert und fein gearbeitet mit Details die kleiner sind als 1mm!!!
Ich fragte sie WOMIT ich die Figuren anmalen soll, mit einer Stecknadel vielleicht!!!!Sie schlug einen angespitzten Zahnstocher vor. Sie bestellte die Farben, die dafür benötigt werden und ich ließ mich, wahnsinnig wie ich bin, auf diesen Versuch ein.
Ich bemalte meine erste Zinnminiatur mit einem Zahnstocher und brauchte ungefähr 8 Stunden dafür. Die Figur wurde besser als die meisten bemalten Figuren die meine Klientin bei Ebay ersteigern konnte. Sie hatte sogar richtige Augen. Später fanden wir heraus, daß diese Figuren mit speziellen, extrem feinen Rotmarderhaarpinseln bemalt werden. Es blieb also zum Glück nicht bei dem Zahnstocher.Ich hatte Blut geleckt und war bereit mich in die Materie zu vertiefen. Mit dieser Klientin, die inzwischen eine richtige Freundinn von mir geworden ist, stürzte ich mich in die Welt der Zinnminiaturen.
Wir besorgten uns via Internet alle Informationen über Farben, Figuren, Maltechniken und Rollenspiele im allgemeinen. Inzwischen kreiren wir sogar eigene Spielpläne und Spielkarten am PC. Ich bin die Hand und sie ist Kopf und Manager. Eine herrliche Symbiose die beide Seiten sehr befriedigt und fördert und natürlich spielen wir auch mit unseren Kreationen. ******************************
2.Zinnminiaturen bemalen:
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Wie bereits erwähnt sind diese Miniaturen ungefähr 2,8 cm groß, das ist zumindest der Standard. Es gibt auch Figuren, die nur 1,5 cm groß sind oder Sondermodelle die bis zu 5,0 cm messen aber die Regel sind 2,6 - 2,8 cm. Die Figuren sind sehr detailliert und verlangen ein extrem hohes Maß an Sorgfalt und Genauigkeit bei der Bemalung da sie sonst schnell verschmiert und unansehnlich werden.
Desweiteren muß man aufgrund der geringen Größe starke Kontraste und Schattierungen anbringen da die Figur sonst flach und leblos wirkt.
Bei dieser geringen Größe entfällt der natürliche Schattenwurf z.B in Mantelfalten und wird durch die Bemalung imitiert.
Dieses ist sehr kompliziert da wasserlösliche Acrylfarben für die Bemalung verwendet werden, welche in dieser geringen Menge sehr schnell trocknen. Das Schattieren verleiht der Figur Tiefe und Lebendigkeit. Das Prinzip ist nicht anders als bei 2 dimensionalen Bildern, dort werden die Farben von innen nach außen heller z.B bei einer Blumenblüte. Beim Figuren Bemalen befindet sich die dunkelste Nuance einer Farbe in den Vertiefungen und die hellste auf den erhabenen Stellen der Figur.
Nehmen wir als Beispiel einen Mantel mit vielen Falten den wir in Blau bemalen möchten. Dunkelblau bis Schwarzblau würde in die tiefste Stelle der Mantelfalte aufgetragen und würde immer heller werden bis zur obersten Kante der Mantelfalte und dort fast weißblau sein. Das hört sich simpel an ist es aber ganz und garnicht bei einer Figur mit den Maßen 2,8 cm. Eine Mantelfalte bei so einer Figur mißt ja im besten Fall grade mal 2mm.
Außerdem sollte man die Übergänge in möglichst vielen Nuancen von diesem dunklen Blau bis zu diesem sehr hellen Blau gestalten und die Übergänge in
Bilder von Alles mit F...
den Nuancen sollten auch sehr weich sein, damit alles ganz echt und natürlich aussieht.Da diese Acrylfarben sehr dünn aufgetragen werden, damit sie keine Details verkleben, trocknen sie im nu und ein Verwischen mit der nächsten Farbe, wie es bei Wasserfarben möglich ist, scheitert. Also haben sich im Laufe der Jahre diverse Techniken entwickelt wie man diesem Problem begegnen kann.
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3.Die Techniken:
*******************Diese Spezialtechniken tragen allesamt englische Bezeichnungen, vermutlich weil es in England populärer ist sich solch einem Wahnsinn wie dem Miniaturen bemalen auszusetzen. Auch sind die besten Tipps zum Thema Miniaturen Bemalen auf englischen Websites erhältlich.
Die Basis für eine gute Bemalung ist sich erst einmal darüber klar zu werden wie die Figur aussehen soll wenn sie fertig ist. Da ist Vorstellungskraft und Kenntnis in Farbenlehre gefragt. Es sollten möglichst nicht zuviele verschiedene Farben verwendet werden als Grundfarben. Maximal 3-4, weil die Figur sonst ziemlich chaotisch aussieht wenn sie fertig ist.
Ich entscheide mich zumeist für Grün, Braun und Grautöne oder Blau bis Violet oder Gelb, Orange, rot. Diese können dann selbstverständlich in den manigfaltigsten Schattierungen gebraucht werden.
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4.Vorbereitungen:
********************Bevor es losgeht muß die Figur erst einmal bearbeitet und grundiert werden.
zwischen den beiden Hälften der Gußform bildet sich zumeist ein Gußgrat der sorgfältig mit einem guten, scharfen Bastelmesser entfernt werden muß. Den Grat kann man auch mit einer halbrunden oder runden Schlüsselfeile entfernen. Manche Figuren müssen zum Teil montiert, d.h. zusammengeklebt werden. An der Verbindungsstelle der beiden Teile entsteht meistens eine kleine Lücke die man mit spezieller Modelliermasse verschließen muß. Ist die Modelliermasse nach ein paar Stunden durchgehärtet, muß man die Stelle mit einer Schlüsselfeile glätten und bearbeiten.
Grundiert wird entweder mit Schwarz oder mit Weiß. Schwarz wird benutzt wenn die Figur viele Rüstungsteile, z.B Kämpfer, Ritter oder dergl. , besitzt.
Weiß hat den Vorteil das die Farben später sehr kräftig und leuchtend sind. Ich bevorzuge Weiß als Grundierung.
Die Grundierung ist sehr wichtig, da sonst die danach aufgetragenen Farben sehr leicht abblättern würden. *******************
5.Die Bemalung:
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Die Figur wird mit erst einmal mit den Basisfarben bemalt. Ein blauer Mantel also, um bei unserem Beispiel zu bleiben, würde mit einem mittel hellem Blau bemalt werden. Braune Lederstiefel mit einem mittel hellem Braun, das Gesicht mit einer weder zu dunklen noch zu hellen Hautfarbe usw. Ist Dieses alles sorgfältig geschehen ohne zu kleckern und zu schmieren kommen die Spezialtechniken zum Einsatz:
1. Inking: Dieses Wort kommt von Ink was zu Deutsch Tinte heißt. Beim Inking wird ein etwa um 3 Nuancen dunklerer Farbton der Basisfarbe mit einer dreifachen Menge Wasser angemischt und entweder über die ganze Figur oder nur in die Vertiefungen aufgetragen. Durch die Transparenz der so angemischten Farben sammelt sich die Farbe in den Vertiefungen der Figur und schont die Erhebungen. Damit ist das Problem der dunklen Vertiefungen schonmal einfach gelöst. 2. Drybrushing: Heißt auf Deutsch "Trockenbürsten". Hierzu verwendet man einen Farbton der in etwa 2-3 Nuancen heller ist als die Basisfarbe. Die Farbe wird unverdünnt auf einen Pinsel aufgetragen und man malt solange Kringel auf ein Papier bis sich keine Farbe mehr von dem Pinsel ablöst. Man kann den Pinsel auch mit einem Küchentuch abtupfen bis er trocken ist.
Zwischen den Pinselhaaren befinden sich nun trockene Farbpigmente. Nun führt man Pinsel entgegengesetzt der Verlaufrichtung der Mantelfalten oder kreisend über Gesicht und Muskeln. Die getrockneten Farbpigmente setzen sich nun auf den Erhebungen der Figur ab und wir haben einen sehr plastischen Effekt mit recht einfachen Mitteln erreicht.
Das war Miniaturen Bemalen im Grundkurs. Profis benutzen ausgefeiltere Techniken, die aber nur denen zu empfehlen sind, die es ernst meinen mit ihrer Leidenschaft für dieses Thema.
Mit der oben aufgeführten Technik erreicht man eine Schattierung von 2 Nuancen. Also Dunkel und hell. Das reicht für eine ansehnliche Figur, die man als Spielfigur verwenden möchte. Möchte man allerdings zum Profipainter oder Sammler avancieren reichen diese Techniken nicht mehr aus. *******************
6.Profitechniken:
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3. Blending: Das heißt auf Deutsch Verlaufen oder Verwischen und soll dazu dienen die Farbverläufe zwischen den verschiedenen Nuancen möglichst weich zu gestalten. Mit Wasserfarben ist dieses Blending oder Verwischen überhaupt kein Problem. Man macht den Pinsel einfach nass und wischt. Es gibt sogar Leute, die Wasserfarben eben aus diesem Grunde bei Zinnfiguren anwenden, aber das ist mit Verlaub Stümperei, da die Bemalung einer Zinnfigur jahrelang haltbar und strapazierfähig sein soll und dieses Ziel kann nie und nimmer mit Wasserfarben erreicht werden.
Bleiben wir also bei den Acrylfarben. Diese sind zwar wasserlöslich aber eben nur im feuchten Zustand. Ist man schnell genug mit dem Verwischen kann man die Farben auf der Figur ineinander mischen. Das nennt sich Wetblending, aber ich habe das noch nie geschafft. Es soll Leute geben, die das können. Eine andere Methode ist die grade frisch getrockneten Farben mit einem feuchten Pinsel zu verwischen. Das habe ich ausprobiert und es funktionierte auch, aber ich brauchte ewig bis sich da mal etwas in Richtung Verwischen ereignete. Kurz : mir riss der Geduldsfaden.
Die Methode meiner Wahl ist das4.Layering: Lay von legen. Bei dieser Technik fängt man mit der dunkelsten Farbe in den Vertiefungen an und legt Schicht auf Schicht immer hellere Farben auf bis zur höchsten Stelle des Details. Die Farben werden verdünnt und mehrfach aufgetragen indem man sich immer weiter von der Grenze entfernt wo die dunklere Farbe aufhört. Das ist auch eine rechte Sissiphus Arbeit aber man sieht den Fortschritt schnell. Profis die Wettkampf Figuren bemalen tragen in dieser Weise 6 verschiedene Nuancen auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist zu recht als Kunst zu bezeichnen. Solcherart bemalte Figuren bringen ungefähr 60 - 250 Euro ein wenn sie verkauft oder versteigert werden.
Ich übe mich grade in dieser Technik aber mehr als 3-4 Nuancen vermag ich noch nicht zu erreichen. Auch sind die Übergänge bei meinen Figuren nicht so fein, wie bei den Meistern dieses Handwerks. Man benötigt in etwa 4-10 Jahre Praxis im Miniaturbemalen bis man dieses hohe Ziel erreicht. Ich selbst male jetzt sehr unregelmäßig seit etwa einem Jahr und dafür sehen meine Figuren schon recht gut aus, ich bin guter Dinge meine Fähigkeiten noch erweitern zu können, da ich auch sehe, daß ich beständig Fortschritte mache.
Ich werde diesem Bericht Fotos von meinen eigenen Figuren sowie Fotos von Profimalern hinzufügen, da kann man die Unterschiede dann sehr deutlich sehen.
Es ist absolut unglaublich was so mancher Miniaturenbemaler vollbringt. Manchmal sitze ich Kopfschüttelnd vor einem Foto und kann nicht begreifen, wie der Maler dieses Werk geschaffen hat. Ist die Figur fertig bemalt wird sie in 1-2 Schichten durchsichtigen Matt oder Klarlacks aus der Sprühdose versiegelt.
Soweit zu den wichtigsten Techniken.*****************
7.Allgemeines:
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Es gibt in der Profiliga noch die Non-Metal-Metallic Technik bei der mithilfe von Layering Metal imitiert wird indem man auch von der Mitte einer Klinge aus bis zu ihrer Schneide immer heller schattiert. Es gibt auch Metallic Acrylfarben, die auch meistens benutzt werden, aber diese Non-Metal-Metallic Technik sieht wesentlich besser aus. Es gibt diverse Tipps und Tricks wie man sehr schwierige Klippen in der Miniaturmalerei umschiffen kann wie z.B Augen oder Haut bemalen. Wie man Knochen bei Skeletten, Waffen, Leder oder Rüstungen echt aussehen lassen kann. Dieses alles aufzuführen würde allerdings den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Sollte sich unter meinen Lesern ein Hobbymaler befinden, der diesbezüglich Intresse hat so möge er sich vertrauensvoll an mein GB wenden. Ich teile dann gerne meine Email Adresse mit für einen intensiveren Austausch zu diesem Thema.
Ich kenne niemanden, der diesem Hobby auch frönt und würde es schön finden mich mal auszutauschen. Die Figuren, Farben, Pinsel und Werkzeuge können entweder in Onlineshops oder in Spezialgeschäften erworben werden.
In Hamburg kenne ich 2 Geschäfte, die solche Artikel führen, aber die Preise sind gesalzen und auch liegen sie sehr weit von meiner Wohnung entfernt so daß ich den Online Einkauf bevorzuge bei dem man auch ein weitaus größeres Angebot vorfindet. Ich kaufe am liebsten bei Dragonworld ein, weil man ab einem Bestellwert von mindesten 20 Euro schon Versandkostenfrei geliefert bekommt, weil die Preise niedriger sind als anderswo, das Sortiment sehr vielfältig ist und ständig ausgebaut wird und der Service sehr gut ist. Ein Link zu Dragonworld befindet sich am Ende des Berichtes.
Die Palette der Figurenmodelle ist schier unendlich. Da gibt es:
Zauberer, Hexen, Monster, Geister, Skelette, Untote, Zombies, kurioseste Auswüchse der menschlichen Fantasie, Barbaren, Ritter, Gladiatoren, Tiere aller art und Tiermenschen, Aliens, Roboter, Futuristische Gestalten aller Art, Fahrzeuge, Wunderschöne, sexy Frauenfiguren, Dämonen aller Art, Orks, Goblins, Engel, Feen, Elfen, Elben, Elementarwesen, Zwerge, Drachen, Gargoyles, Harpien, Flugmonster, morbide Gestalten a la Hellraiser, Horrorfiguren und und und......Bemalt werden die Figuren mit Rotmarderhaarpinseln. Man kann auch Nylonpinsel verwenden, jedoch ich würde dringend davon abraten da die Borsten nicht elastisch genug sind.
Rotmarderhaar ist elastisch und weich genug bei einer ausreichenden Festigkeit. Die kleinsten Pinsel, die in Modellbau Geschäften oder Schreibwaren Geschäften erhältlich sind tragen die Bezeichnung 2, 1, 0 wobei 2 größer ist als 0.
Gute Geschäfte haben Pinsel die bis 5/0 gehen; also 5 Größen kleiner als 0.In Fachgeschäften für Rollenspiele (Tabletops) und Miniaturen erhält man Pinsel bis 10/0 diese Größe verwende ich für Augen und sehr kleine Details.
Man sollte auch nur Farben verwenden die speziell zum Bemalen von Zinnminiaturen hergestellt werden, da nur diese den hohen Anforderungen genügen, welche hierfür benötigt werden. Da wären zu nennen Game Color und Citadel Color.Game Color wird von Vallejo hergestellt und Citadel Color von Games Workshop.
Ich selbst bevorzuge Game Color, weil diese Farbe sich in praktischen Tropffläschen befindet welches einen sparsamen Gebrauch gewährleistet, gut vor Austrocknung bewahrt, leicht zu dosieren ist, 17ml anstatt 12ml, wie zum Beispiel bei Citadel Color für den gleichen Preis, enthält und auch in der Verarbeitung flüssiger bei besserer Deckkraft ist. Außerdem bleibt einem der Ärger erspart sich die ganze Farbe über die Hand zu gießen, beim öffnen des angeklebten Topfdeckels wie es bei älteren Citadel Farben ständig vorkommt. Inzwischen haben sie daraus gelernt und den Verschluss wenigstens geändert sind aber leider nach jahrelanger Praxis und Konkurrenz durch Game Color immer noch nicht auf die Idee gekommen ihre Farben auch in Tropfflaschen abzufüllen. Nun ja das soll nicht das Problem des Hobbybegeisterten sein es gibt ja zum Glück Game Color. Ein weiterer Aspekt des Figurenbemalens ist die Gestaltung der Base. Base für Basis. Das ist ein kleines, rundes oder viereckiges Plastikplättchen in das, die Figur eingefügt wird und worauf sie steht.
Diese Base kann mit kleinen Steinchen, Kunstgras oder Sand beklebt werden. Es gibt auch dort sehr kunstvolle Gebilde mit Moos, Ästen oder selbstmodellierten Minipilzen.
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8.Hobby oder Berufung? :
*****************************Es gibt sehr viele Leute, die gerne diese Rollenspiele spielen die Altersgruppe liegt zwischen 13 und 40. Es sind grade oft die Großen, also die Leute zwischen 25 und 35 die eine echte Leidenschaft für diese Spiele entwickeln.
Es gibt Rollenspiele bei denen sich die Leute selbst Kostüme nähen, im Wald rumlaufen und sich gegenseitig mit Holzschwertern bekriegen, aber das geht mir persönlich dann doch zu weit dafür bin ich nicht extrovertiert genug. Die meisten Rollenspiele finden zuhause am Wohnzimmertisch statt. Es gibt Regelbücher, die im Fachhandel erhältlich sind und im groben Charaktere, Lokalitäten, Regeln und Ereignisse (Abenteuer) beschreiben. Alles was zum Spielen benötigt wird, wird selbst gebastelt. Also z.B eine Landschaft, eine Burg oder ein Verließ. Auch Spielpläne und Spielkarten können selbst entworfen werden. Der Kreativität sind da absolut keine Grenzen gesetzt. Auch Abenteuer und Ereignisse werden von einem sogenannte Spielführer ersonnen.
Talisman ist das einzige Brett Rollenspiel das ich kenne, das sich in einem bereits sehr vorgefassten, festen Rahmen befindet und bei dem man bei jedem neuen Spiel einen neuen Charakter wählen kann. Die Regel ist allerdings daß man über Monate oder Jahre hinweg denselben Charakter spielt und diesen immer weiter ausbaut, sowie mit ihm in psychischer Hinsicht verschmilzt und sich im Spiel genauso gebärdet wie im richtigen Leben. Da gibt es Leute für die, dieses Zinnfiguren bemalen nur Hobby ist und die auch nur den Anspruch haben eine halbwegs gute Figur zum Spielen zu erhalten.
Dann gibt es andere welche solche Figuren sammeln und bereit sind einen Haufen Geld dafür auszugeben oder selbst ihre Fähigkeiten im Bemalen zu immer neuen Höhen aufschwingen möchten. Diese werde dann irgendwann sogenannte Profipainter. Für diese Leute gibt es auch die Möglichkeit an Wettbewerben teilzunehmen wie zum Beispiel dem Golden Demon Wettbewerb. Wer einmal richtig gute Figuren sehen möchte sollte sich unbedingt den Link zur entsprechenden Webseite ansehen.
Dort stellen die Profis ihre Fähigkeiten zur Schau und können Pokale, Auszeichnungen und Medaillen erhalten.
Wenn man in derlei Hinsicht erfolgreich ist als Maler/Painter kann man sich eine Webseite einrichten, mit den Auszeichnungen für sich werben und für hohe Preise seine Figuren an Sammler verkaufen. Ein Amateur, also ich, kann seine Werke zwischen 5 und 50 Euro verkaufen je nach Qualität der Bemalung. Ein Profi verkauft selten ein Stück unter 100 Euro. Die Obergrenze liegt ungefähr bei 250 Euro für eine Figur. Also ein recht einträgliches Geschäft.
Die Dauer für eine gute Bemalung liegt mindestens bei 4 Stunden und maximal bei 12 Stunden pro Figur. Daraus ergeben sich diese hohen Preise und auch weil es wie bereits erwähnt jahrelange Übung braucht um gute Ergebnisse zu erzielen. ****************
9.Die Kosten:
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Die Figuren kosten im unbemalten Zustand zwischen 2,50 und 15 Euro. Im Durchschnitt zahlt man für eine gute Figur zwischen 5 und 9 Euro. Die Farben kosten 2,50 pro Stück, halten allerdings JAHRE, da man nur extrem geringe Mengen benötigt.
Man sollte sehr viele Farben besitzen. Man kann zwar jeden Farbton mit wenigen Farben selbst anmischen jedoch ist es schwer denselben Farbton nochmal zu erreichen, wenn man z.B gepatzt hat und korrigieren muß.
Die Pinsel kosten zwischen 2 und 5 Euro pro Stück und man hat einen hohen Verbrauch. Man sollte sie sorgfältig behandeln und stets sofort nach Gebrauch mit Wasser reinigen und mit Küchenpapier trocknen. **********
10.Fazit:
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Als ich mit dem Miniaturenbemalen angefangen habe, hätte ich nie gedacht daß ich irgendwann mal so verrückt danach sein könnte. Meine ersten Figuren brachten mich an den Rand des Wahnsinns und ich war mehrfach kurz davor den ganzen Krempel einfach zum Fenster raus zu schmeißen oder wütend drauf rumzuhüpfen. Der Trotz hielt mich bei der Stange, konnte ich ja im Internet sehen, daß andere Menschen es auch schaffen sowas Kleines schön zu bemalen.
Ich war früher sehr ungeduldig bis jähzornig. Das hat sich alles nun geändert und das Figurenbemalen hat einen großen Teil dazu beigetragen. Ein weiterer Grund weshalb ich dabei blieb. Ich habe schnell erkannt, das mich diese Tätigkeit in meiner Persönlichkeitsentwicklung fördert. Gut Ding will Weile haben, habe ich daraus gelernt. Man braucht sich garnicht erst zum Figurenmalen hinsetzen, wenn man im Stress ist und keine Zeit hat. Wenn ich nicht mindestens 3 Stunden Zeit habe, fange ich garnicht erst an.
Hektik und Ungeduld sind kontraproduktiv bei dieser Art Beschäftigung.
Inzwischen bin ich sehr ruhig, gelassen und geduldig beim Bemalen und empfinde dieses Hobby als Balsam für meine Seele. Auch haben sich die erworbenen psychischen Fähigkeiten auf andere Bereiche meines Lebens erstreckt. Ich bin nun auch in anderen Situationen gelassener als früher. Auch der Kick, das Hochgefühl wenn man wieder einen Schritt weiter gekommen ist in der Kunst des Bemalens ist nicht zu verachten.
Vorraussetzung für den Beginn dieses Hobbies sollte sein: Gute Augen oder wenigstens Kurzsichtigkeit. Ich bin kurzsichtig und kann deshalb ohne Brille oder Lupe sehr gut auf dieser kurzen Distanz arbeiten. Es wäre gut, wenn man auch sonst gerne malt und über ein geringes Talent und Kenntnis in Farbenlehre verfügt.
Leidenschaft ist auch wichtig. Ohne die totale Begeisterung für diese Sache steht man die Entwicklung vom Schmierfink bis zum Künstler nicht durch. Wenn man einfach nur mal testen will ob man sich für das Hobby eignet kann man sich 2-3 Figuren bestellen, die Grundfarben Rot, Blau, Gelb sowie Weiß und Schwarz. Weiß nimmt man dann als Grundierung. Ein bis Zwei Pinsel und das reicht für einen ersten Versuch. Die Materialkosten für einen Probelauf würden dann ungefähr 20-30 Euro betragen.
Sollte man feststellen das man sich nicht dafür begeistern kann, kann man die halb bemalten Figuren und die benutzten Farben bei Ebay wieder verkaufen und erhält so zumindest wieder einen Teil der Ausgaben zurück.
Man sollte auch einen Hang zur Thematik Sience Fiction und Fantasy haben. Es gibt Leute, die nur solche Figuren bemalen und Leute, die bemalen und auch damit spielen. Das Spielen ist ein weiteres Universum, welches sich öffnet wenn man beginnt sich mit Miniaturen zu beschäftigen.
Im normalen Leben trifft man selten Menschen, die sich dafür begeistern, aber im Internet findet man ohne Ende Informationen, Geschäfte, Foren, Hobbyseiten, Gleichgesinnte und und und.
Man braucht nicht viel Platz für dieses Hobby, ein paar kleine Kartons mit Farben und Figuren nehmen nicht viel Raum ein. Und wenn`s doch mal eng wird verkauft man die Modelle, von denen man sich trennen kann bei Ebay. Mir hat dieses Hobby viel Gutes gebracht und auch meine Klientin/Freundinn beklagt sich zwar daß sie eigentlich zuwenig Zeit hätte für unser Hobby, aber ich merke daß es ihr guttut.
Man sollte sich nicht so erschrecken lassen von der geringen Größe der Figuren. Es ist nicht unmöglich relativ schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Versuch macht klug.
Ich hoffe mir ist es gelungen einen guten Einblick in die Welt der Miniaturenmalerei zu gewähren. Man hätte noch mehr schreiben können aber sicher nicht weniger, zumindest nicht ich da ich sehr begeistert von der Sache bin, wie man sicherlich bemerkt. Ich freue mich über viele Kommentare und bin jederzeit offen für Fragen zu diesem Thema.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, daß einige der unten gezeigten Figuren grade heute ganz aktuell von mir bei Ebay angeboten werden. *************************
11.Links zum Thema:
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http://www.dragonworld-shop.de/catalog/default.php
http://perso.wanadoo.fr/demon-winners/
http://www.teugen.de/gallerien/start.html
http://www.freebooterminiatures.com/index-d.html
http://www.warpaintstudio.homestead.com/index.html
http://www.paintingclinic.com/
28.03.2006 00:13
ein supper hobby ich hätte dafür nicht das geschick
25.01.2006 09:46
P.S.: Die Figur auf dem letzten Foto ist tatsächlich besonders beeindruckend, wegen des schwer erreichbaren Buches. Toll. Aber Deine Sachen sind auch klasse.
25.01.2006 09:45
Ich hab letztes Jahr meine bemalten Figuren alle verkauft - eine, die nicht fertig war, habe ich mir aufgehoben, falls es mich doch noch mal packt. Dein Bericht ist sehr anschaulich und lebendig. Die Grundtechniken wandelt wohl jede/r letztlich für sich selbst ab, auch über das Bemalen von Augen, Fahnen und so weiter lässt sich noch ewig weitererzählen... Jetzt gucke ich mir aber erstmal die Fotos an. Viele Grüße von HilkMAN