Götter in Weiß-Schwarz

3  04.07.2002

Pro:
Immerhin nicht Letzter .  .  .

Kontra:
.  .  . aber auch nicht Erster !

Empfehlenswert: Ja 

MacGyver_

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:5

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Na also,

da haben wir auch die bescheuertste Weltmeisterschaft 2002 erfolglos hinter uns gebracht.
Selbst unser Kanzler war sichtlich stolz auf den zweiten Versagerplatz, voll des Lobes, dass wenigstens die Ausbildung junger Fußballer in Deutschland noch funktioniert. Jetzt sind unsere Jungs zuhause, haben eine der größten Schlachten der letzten vier Jahre geschlagen, verletzt, gedemütigt aber doch erhobenen Hauptes.
Wie kann man seine Hochachtung besser zum Ausdruck bringen als mit jenem kleinen herzförmigen Zettel, der an der Wand einer U-Bahn Treppe hing, mit der Aufschrift: „Ballack du Gott!“. Sie sind mehr als einfach nur Helden.

Vergessen sind die kritischen Stimmen, die bangen Momente:

Je länger das Spiel dauert, desto weniger Zeit bleibt. (Marcel Reif)

Die unerträglichen Spannungen:

Halten Sie die Luft an, und vergessen Sie das Atmen nicht. (Johannes B. Kerner)

Und die Enttäuschungen:

Nein, liebe Zuschauer, das ist keine Zeitlupe, der läuft wirklich so
langsam. (Werner Hansch)

Und die warnenden Worte des Göttervaters Günter Netzer:

Da haben Spieler auf dem Platz gestanden, gestandene Spieler.

Und natürlich die letzte Frage der Menschheit, die wahrscheinlich immer offen bleiben wird:

Wie viel Franz steckt in Rudi?
Danke, J. B. Kerner!

Wird King-Kahn jemals die Schmach seines Versagens ausgerechnet im Endspiel überwinden können. Ist es nicht ein Hohn, dieses mit Geld, zugegeben viel Geld, vergessen machen zu wollen?

Das alles spielt keine Rolle für die Fans, die einfach nur glücklich sind, wieder einen guten Grund zum Ausrasten zu haben, in langen Autokorsos durch die Straßen fahren, Fahnen schwenken und hupen, auch wenn Brasilien gewonnen hat. Und die Fans hatten diesmal ein großes Opfer zu bringen. Durch die Zeitverschiebung zwischen dem Mitteleuropäischen Zentrum der Welt und dem Austragungsort irgendwo hinter Paderborn fanden die Spiele ja fast ausschließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es muss eine Überwindung sein, schon morgens eine Flasche Bier zu öffnen, aber es muss ja sein. So kann man vielleicht noch einen Meter Regenwald vor der Umfunktionierung zum Fußballfeld retten.
Soviel dazu erstmal...
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Eat_This

Eat_This

05.08.2002 22:12

Der einzige Grund für mich, sportliche Großereignisse anzusehen, sind letztendlich die Sportreporter, die uns mit ihren unendlichen Weisheiten erleuchten und uns mit ihren fantasievollen Rhetorikkunstwerken begeistern. "Sie standen an den Hängen und Pisten." Einfach schön *g*

Weedland

Weedland

23.07.2002 21:14

guter Bericht.greetz

Riggie

Riggie

14.07.2002 22:40

Frag nicht... ;-)

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