Nachdem ich alleine in der letzten Woche hier in diesem Forum 4 Berichte samt Kommentaren zum " Kampf der Geschlechter" lesen konnte , war es trotz heftiger Gegenwehr des Gehirns nicht möglich, meine Hände davon abzuhalten, in die Tastatur zu hauen und ebenfalls ein Statement zu produzieren, welches die emotionalen Wogen tsunamiartig zu Wallung bringen wird.
Bei den entsprechenden Kommentaren bitte ich bereits am Anfang dieses Textes um Wahrung der Contenance und von Morddrohungen in meinem Gästebuch möglichst Abstand zu nehmen….das übernimmt dann schon meine Frau.Lange habe ich nach dem passenden Titel gesucht…… " Machoknigge " war in der engeren Auswahl ebenso wie " Denn sie wissen nicht, was sie tun " oder " Spiel mir das Lied vom Tod".
Ich verwarf alle wieder und nach wochenlangen Grübeln entschied ich mich dann , in Anlehung an die 10 Gebote und die 10 Punkte bei Mitbewerbern um den " Regst du mich auf, reg ich dich auf - Preis " auf obenstehende, recht harmlos klingende Überschrift.
Hier sind sie also : Die 10 essentiell unabdingbaren Vorraussetzungen zum harmonischen Miteinander der Geschlechter …1. Höflichkeit und Hilfsbereitschaft
Es fängt bei solch banalen Dingen an wie den morgentlichen Gruß. Wie freundlich beginnt doch ein Tag, an dem man seiner Liebsten , nachdem man die Spüle ausgeräumt hat, Brötchen holen war und die diversen Frauenzeitschriften aus dem Briefkasten geholt hat, ein hübsch mit Blümchen dekoriertes Tablett mit Espresso, Orangensaft ( frisch gepresst , natürlich ) , Hörnchen und Fünfminutenei an das Bett bringt, zusammen mit der Tageszeitung, und mit einem netten " Guten Morgen, Schatzi " seinem Unmut kund tut, nun leider zur Zwölfstundenmaloche in das Bergwerk zu müssen und so erst wieder gegen 22 Uhr für weitere Hausarbeiten zur Verfügung zu stehen.
Ganz falsch wäre hier eine dahingehende Erwartungshaltung, welche der Frau ein schlechtes Gewissen machen könnte mit Sprüchen wie " Könntest du mal so nett sein, den Kühlschrank aufzufüllen " oder zu erwähnen, das die Frau von Schafkopfkumpel Paul neulich unaufgefordert mit der Machete den Garten durchforstet hat.
Das kommt schlecht. Ganz schlecht. Knigge halt.Oder:
Wenn Frau gerade mal seit zwei Wochen dabei ist, den Gartenteich im Lehmboden des Gartens auszubuddeln: Es ist mehr als unhöflich, diese dem spartrieb anzulastende Aktivität mit Ignoranz zu würdigen.Es ist einfach ein netter Zug, eine freundliche Geste, sie zum Beispiel abends, wenn man vom Skat kommt, mit einer Blasen und Schrundensalbe zu überraschen oder auch mal einen flapsigen Klaps auf dem Po zu geben, mit der Bemerkung, wie straff das alles durchs Buddeln geworden sei….das kommt an und fördert die Zweisamkeit.
Jetzt fallen mir hierzu noch unzählige Beispiele ein, aber der Bericht wird zu lange und ich könnte eine Telefonseelsorge einrichten, um im Einzelfall wertvolle Tipps geben.2. Aktive Mithilfe bei der Kindererziehung
Auch dies sollte heutzutage eine Selbstverständlichkeit sein:Vorbei sind die Zeiten, in denen Man(n) pfeifend den Kinderwagen seiner freien Bergabfahrt überlies, weil ein Kollegen prustend mit dem Finger auf einem zeigte. Man(n) steht heute zu seinen Verpflichtungen als Familienvater und kauft seinem Sohn zum zweiten Geburtstag zur Förderung der Konzentration, der Geschicklichkeit und des Gemeinsinnes einen Gameboy, eine elektrische Autobahn, eine Palette FIFA Computerfußballspiele und ähnlich pädagogisch wertvolle Produkte.
Da diese natürlich erst einmal ausgiebig auf die kindgerechte Eignung zu testen sind, sollte man mit dem diskreten Hinweis auf sein Verantwortungsgefühl alle zwinkernden oder unter die Gürtellinie zielenden Bemerkungen des Partners zwar nicht aggressiv, jedoch durchaus gezielt mit der Ernsthaftigkeit eines Erziehungsberechtigten entgegen treten.
Völlig falsch wäre in diesem Zusammenhang übrigens die nonverbale Kommunikation; nur wirkliche Primitivlinge frönen der körperlichen Züchtigung , höchstens im Wiederholungsfall oder bei Renitenz.
3. Dem Partner Freiräume geben
Man sollte dem Partner durchaus die Möglichkeit geben, eine gewisse selbstständige Einteilung der täglich anfallenden Aufgaben vorzunehmen." Gut Schatz, hol das Bier , nachdem du mit dem Bügeln und Saugen fertig bist" , und schon vermittelt man dem Liebsten das Gefühl, völlig autark seiner Lebensaufgabe nachzugehen.
Ebenso sollte der Partner nicht allzu streng auf die Uhr sehen, wenn es mal 4 Uhr nachts wird oder die paar Flaschen eine gewisse Gangunsicherheit verursachen. Mitgefühl ist angesagt : " Musstest du mal wieder mitziehen bei den Kumpels, du Ärmster " Freiräume halt….und schon klappts besser , das Miteinander.
4. Gemeinsame Aktivitäten
Natürlich ist es einfach praktisch ein Problem, seine 7 köpfige Familie im zweisitzigen Porsche unterzubringen…. Deshalb fährt man ja auch meist alleine in den Urlaub, gezwungenermaßen, sozusagen.
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Aber zeugt es nicht von Wertschätzung, so alle zwei, drei Jahre einen Familienausflug zu unternehmen ?
Mal eine Wanderung zum benachbarten Bauernhof, eine Butterfahrt mit dem Bus oder auch ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch….. Am besten mit der neuen Digitalkamera, damit die Familie noch lange von den Erinnerungen an die wunderbare Zeit zusammen zehren kann.5. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Wer kennt das nicht : In unserer mit Konsumartikeln übersättigten Gesellschaft , in der jeder Alles schon hat, bekommen kleine Dinge , die mit Liebe ausgesucht sind oder dem Hobbykeller entspringen, eine völlig neue Wertschätzung : Ich erinnere mich noch an unseren zehnten Hochzeitstag…. Meine Frau war fast den Tränen nahe, als ich ihr , natürlich edel verpackt, meine letzte Laubsägearbeit ( Tom und Jerry in Sperrholz ) übergab.
Ein Diamantencollier kann schließlich jeder kaufen, aber die persönliche Note macht s.( Ich bekam, glaube ich, weiße Tennissocken, 12 Stück von Tschibo…..habe geweint vor Freude….)
Oder die Kinder…. Es muß nicht immer ein DVD oder Computerspiel sein….einfach mal ein Gutschein über Rasenmähen unter Aufsicht, oder mal 15 Minuten länger aufbleiben dürfen….die Kids sind begeistert.
6. …in guten wie in schlechten Zeiten…..
Das Leben ist kein Zuckerschlecken.Selbstverständlich sollte es sein, dem Partner auch in schweren Stunden beizustehen.
Wenn man zum Beispiel für den nächsten `Morgen 28 Arbeitskollegen zum Brunch eingeladen hat, und die Frau es am Vorabend um 22 Uhr erfährt : Es sollte Ehrensache sein, dass man ihr die Zeit für die erforderlichen läppischen Vorbereitungen großmütig einräumt.
Keiner bricht sich einen Zacken aus der Krone, auch mal selbst sein Bier aus dem Kühlschrank zu holen.Oder im Krankheitsfall:
Ab und an ein liebes Wort dem dahinsiechenden Partner " Die Arbeit in der verwüsteten Küche läuft schon nicht weg " oder ähnliches ist gesundheitsfördernd und aufbauend.
7. Eigentlich selbstverständliche Anstandsregeln
Es ist einfach unhöflich, am liebevoll gedeckten Frühstückstisch unrasiert und zerlottert mit einer Fahne vom Vorabend den Sportteil der Zeitung als Barriere zwischen sich und den Partner zu halten ( außer vielleicht, es steht was über die Bundesliga drin….). Völlig out.
Ebenso sollte es selbstverständlich sein, bei begrenzter Sitzplatzzahl in einem überfüllten Lokal der Frau den letzten zur Verfügung stehenden Sitzplatz anzubieten. Auch wenn er am Nebentisch sein sollte…..
8. Haushaltsgeld
Dies sollte großzügig bemessen sein. Wer ist schon glücklich, wenn bereits am 15. des Monats die Kasse leer ist und ebenso der Kühlschrank? Ein diskreter Hinweis , welcher zur Nutzung der aktuellen Sonderangebote auffordern soll wird meist wohlwollend angenommen und fördert die " Wir sind ein Miniunternehmen Ideologie".
8. Akzeptanz der geschlechtertypischen hormonellen Schwankungen
Darüber schweige ich. Ich hänge am Leben. Irgendwie…..
9. Politik
Aus aktuellen Anlass muß man sagen : Nicht , dass man das alleinseligmachende Patentrezept im Koffer hat….. aber mal ein wenig die Hand geführt…..Zwei Stimmen sind mehr als eine.
PS : In Bayern gibt es eine Frauenpartei. Die wähle ich !!!!
10. Hab ich vergessen
So einfach ist es also, einer friedlichen Koexistenz alle Möglichkeiten zu geben.
Wer nun die einzelnen Punkte hier analysiert, zerpflückt und zu dem Schluss kommt : Es kann keine Harmonie geben....er / sie hat Unrecht. Es gibt sie. Und all das ist mit einem zwinkernden Auge geschrieben, wie man hoffentlich zwischen den Zeilen lesen kann. Was gibt es schöneres als eine Familie ?
28.03.2008 18:12
Habe mich echt amüsiert und lasse auch meinem männlichen Partner die Freiheit, Hausarbeit machen zu dürfen usw.
21.05.2006 18:49
Ja, lieber eine eigene Familie, als gar keine Feinde, da stimme ich dir voll und ganz zu ! ------- Der Geschlechterkampf ist wunderbar beschrieben, wenn es dann nicht die Versöhnung gäbe ....... Ein bh von mir ! ----------- Maria -------
27.11.2005 21:25
Soso, du meintest es also gar nicht ernst ..., mhm, jedenfalls ist deine boshafte Phantasie schon bemerkenswert ... *fg* cu dippche