G wie die GESCHICHTE v. Rodeo Rolf u. Broiler K.

5  25.07.2006

Pro:
Spannend und aufwühlend zugleich !

Kontra:
Viel zu kurz .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

aayman

Über sich:

Mitglied seit:03.08.2001

Erfahrungsberichte:19

Vertrauende:2

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Rodeo Rolf und Broiler Klaus

Guten Tag, mein Name ist Broiler Klaus. Ich habe eine lustige Geschichte zu erzählen. Es geht um das Fleischfachverläuferseminar, dem ich dieses Wochenende beiwohnte. Dort fand ich viele Anregungen für mein Metzgerei-Internet-Café, welches ich seit einiger Zeit mein Eigen nennen darf. In Selbigem finden sich jeden Tag allerhand nette Jugendliche ein. Einer dieser Jugendlichen heisst Rodeo Rolf. Er macht bei dem familiären Fleischereibetrieb seiner Sippe einen Nebenjob als DJ. Gabba ist sein Spezialgebiet. Er kann alle Sänger sagen. Auswendig, ohne Fehler.

Rodeo Rolf ist mein bester Freund. Gute Freunde sind schwer zu finden. Ich bin froh, dass ich ihn kenne.

Seit geraumer Zeit wohne ich in einem alten Stiefel. Doch jetzt ist mir meine Bleibe zu klein geworden und ich muss umziehen. Außerdem riecht es. Ich finde also diesen Karton in einem exklusiven Schuh Fachhandel. Ich nehme ihn mit und richte mich häuslich ein. Leider passt nichts rein. Noch nicht einmal ich selber. Deshalb muss ich immer draußen schlafen. Doch das macht mir nichts aus. Ich bin ein Kind der Natur.

Das alles hat leider sehr wenig mit meinem besten Freund Rodeo Rolf zu tun. Warum er Rodeo Rolf heißt? Weil es ein schöner Name ist selbstverständlich. Doch mein Name Broiler Klaus gefällt mir auch sehr gut. Ich stehe auf ihn drauf.

Wir gehen fett shoppen. In der Kaufhalle gibt es alles. Wir probieren Nahrungsmittel an. Sie kleiden uns gut. Wir gehen ohne zu bezahlen raus. Die Polizei kommt direkt. Wir kommen ins Gefängnis. 10 Jahre sitzen wir ein. Das ist sehr langweilig. Doch weil wir es nicht mehr aushalten flüchten wir einen Tag vor unserer Entlassung.

Bei der Flucht kommen wir um. Aber eigentlich tun wir nur so. Wir stellen uns bewustlos, so dass die Justizvollzugsbeamten uns nicht mehr beachten. Sie ignorieren uns gänzlich. Mir scheint, es sind keine menschlichen Wesen. Wie Roboter agieren sie.

Eine lange Zeit verging. Mindestens 2 - 2 ½ Stunden harrten wir in unserer Stellung aus. Dann rannten wir der geölte Blitz in die Kneipe "Zum krakelten Rabbadu". Unsere Lieblingskneipe. Dort war immer Ladys Night. Wir kamen umsonst rein. Jeden Tag war Ladys Night. Nur einmal war Gay Evening. Dort mussten wir den vollen Preis bezahlen. Rodeo Rolf hat langes, blondes Haar bis zum Arsch. Oft kämme ich ihn. Das gefällt ihm immer so gut. Er liebt mich deshalb dafür. Doch auf einmal kommt Edvard mit den Scherenhänden und mit seiner tollpatschigen, behenden Art schneidet er Rodeo Rolf's Schopf ab. Er denkt an sterben. Doch ich muntere ihn mit einer lustigen Perücke aus Kartoffelschalen auf. Manchmal habe ich gute Ideen. Nachdem er die Perücke aufgesetzt hat denkt er, es sei alles nur ein Traum gewesen. So echt sieht die Perücke aus. Täuschend echt. Ich erfinde daraufhin eine Firma, die Perücken aus Kartoffeln herstellt. Sie läuft sehr gut. Ich habe das Monopol, denn keiner weiß den Herstellungsprozess einer solch exklusiven Perücke. Manchmal trage ich selber eine dieser prächtigen Haarimitationen. Ich bekomme dann immer sehr viele Frauen ab. Mehr als mir lieb ist. Manchmal werde ich von 200.000 Frauen verfolgt. Fischgestank macht sich breit, als ich mir plötzlich im Fischereibetrieb des Fischwirts einen dicken Karpfen genehmige. Gute Fische sind die Leibspeise von mir. Leibspeisen sind wie gute Fische. Sie schmecken einfach supergeil. Rodeo Rolf isst auch einen Karpfen. Doch die Fischvergiftung die er dadurch erleidet ist nicht optimal.

Das Krankenhaus ist überfüllt. Alles Menschen mit Fischvergiftungen. Es ist Saison. Die Ärzte sind total überfordert mit den vielen Kranken. Das Elend ist nicht zu ertragen. Deshalb gehe ich raus. Aus den Augen, aus dem Sinn sag ich immer. Und ich hatte recht. Ich habe auf einmal keine Sorgen mehr. Ich bin komplett sorgenfrei. Jetzt habe ich sehr gute Laune. Es riecht so nach Weihnachten draußen. Doch es ist Sommer. Naja, es verschiebt sich immer nach vorne. Vorne ist eine Präposition. Ich kenne dieses Wort aus dem Deutsch-Unterricht. Frau Katmyrtschack, die Alte. Ich wollte sie immer. Doch immer wenn ich mich ihr näherte verschmähte sie mich. Doch jetzt ist diese schlimme Zeit der Schmach überwunden. Sie lebt lange schon nicht mehr. Traurig. Aus den Augen, aus dem Sinn sag ich immer. Und es bewahrheitet sich schon wieder. Mir ist sie egal.

Mandarinen sind lecker. Das kann doch nicht Wahr sein. Darf man denn keine Mandarinenschalen in den Mülleimer werfen?! Ist es denn die Möglichkeit?

Rodeo Rolf kommt wieder aus dem Krankenhaus hinaus. Ich hole ihn mit meinem dicken Benz ab. Besagter Benz ist meinem Vater gehörig. Ich klaue ihn ab und zu, wenn er nicht guckt. Er denkt dann immer, dass er voll schlau und sehr schön ist. Er ist einfach der Beste und der Coolste auf der ganzen Welt. Und die Frauen stehen darauf! Sie sind entzückt. Come on baby! Und das beste daran ist, er kommt immer umsonst in die Wachsfigurenausstellung.

Die Wachsfigurenausstellung haben wir selber gemacht. Es befinden sich dort einige Klumpen aus Wachs, die beinahe aussehen wie echte Menschen. Zum verwechseln ähnlich sieht zum Beispiel eine Figur aus. Ich weiss zwar nicht ganz genau wie wer, aber ich glaube ich kenne die Person.

Rodeo Rolf und ich fahren also auf dem Highway gen Süden. Genauer gesagt nach Osten. Doch dann müssen wir eine andere Sprache lernen. Wir fangen ein ganz neues Leben an. Es wird uns ein Vergnügen sein. Das Vergnügen ist auf meiner Seite. Ich danke recht herzlich.

"Maul"! So schallt es aus dem Radio. Einer hat was gesagt, was jemand anderes nicht gut findet. Wir lachen uns den Arsch ab. Doch nur bildlich gesprochen. Der Arsch ist noch dran. Wir fahren immer weiter und schon sind wir am Ziel.

Der Strand aus Sand, wo der sagenumwobene vergoldete Silberschatz liegen soll.

Ich träume schon seit meiner Jugend von diesem wundersamen Ort. Allein der Name dieses Gebiets klingt wie Musik in meinen Ohren. Kaum vorstellbar, nicht? Gerne würde ich euch mehr von diesem Ort erzählen. Aber kaum als wir das gleißende Licht erblicken welches von diesem magischen Ort ausgeht werden wir von einem großen Vogel geholt. Er trägt uns weit, weit weg. Fliegt mit uns über Berge und Täler und Flüsse und Auen und Lichtungen und Wäldern und Städte und alles was es noch gibt drüber. Nach einem langen Flug über all diese Sehenswürdigkeiten lässt uns der Greif fallen. Er grinst uns noch hinterher. Hatte er uns doch eigentlich schon ganz vergessen. Wir sagen höflich danke. Und heimlich denken wir "Arschloch"!.

Wir wissen nicht wo wir eigentlich sind. Wahrscheinlich in einem Ganz anderen Land. Bestimmt kennen wir uns hier noch nicht einmal aus. Und komische Menschen verschanzen sich hier. Ganz bestimmt! Aber so ist nun mal das Leben, hart und ungerecht!!! Aber die Blöden haben ja immer Glück, obwohl sie so blöd sind. Namen können jetztl leider nicht genannt werden. Aber es ist wahrlich wahr.

In der großen Steppe in der wir jetzt zu gegen sind ist allerhand los. Die Eingeborenen tanzen Tänze den ganzen Tag und die Gnus trinken und blöken. Der Löwe isst ein Tier auf. Danach läuft er nach hause zu seiner Familie und isst alles vor deren Augen auf. Schelm. Die Nachkommen haben doch auch ein wenig hunger. Aber der Löwe ist ja nicht so und lässt seinem Klan noch ein bisschen Fettschwarte über. Die mag er nicht gern.

Und wir beide sehen das alles mit an. Rodeo Rolf fügt sich direkt in die neue Umgebung ein und ahmt schon die Geräusche der Savanne nach. Das kann er gut. Er kann schon einen Hund nachmachen. Wau! Wau!

Doch jetzt müssen wir auch mal etwas essen. Wir bauen uns eine gute Ausrüstung. Ich finde im Gebüsch eine alte Ritterrüstung in gutem Zustand. Wahrscheinlich wurde sie durch die große Hitze, die an dem Ort vorherrscht vorzüglich konserviert.

Wir versuchen einige Tiere zu erlegen. Doch das ist schwerer getan als gesagt, denn die Tier rennen immer weg. Wir versuchen es am Nachmittag noch einmal, wenn die Tiere Siesta machen. Und tatsächlich finden wir einen schlafenden Ochsen. Wir schleichen uns vorsichtig an ihn an. Er zittert mit den Ohren, um einige Fliegen, die sich auf ihm breitgemacht haben zu vertreiben. Wir erschrecken. Doch vom Hunger getrieben pirschen wir uns immer weiter an. Dann in Schlagreichweite ziehe ich dem Ochsen eins mit der vorzüglich erhaltenen Ritterrüstung über.

Wir braten das Tier am Stamm über offener Flamme. Wir sitzen gemeinsam um ihn rum und reißen uns ab und an mal ein rumpfgroßes Stück ab um es mit einem Happen zu verspeisen. Die Schlange von nebenan guckt auch zu. Doch hatte Sie nicht mit unserer vorzüglich erhaltenen Ritterrüstung gerechnet.

Die Schlange nehmen wir als Proviant. Wir ziehen die Haut ab und würzen das Schlangenfleisch mit viel Salz, um es zu pökeln. Das Pökeln kenne ich nicht. Rodeo Rolf brachte es mit bei. Er brachte mir sehr viele Dinge bei. Ich danke ihm heute noch dafür.

Es ist spät und wir schlafen ein. Am Morgen werde ich wach und sehe einen FKK Badestrand, den eine große TV-Sendeanstalt mit gutem Namen dort aufgebaut hatte. Ich sehe den Nackten beim Tummeln zu. Sie sehen aus wie eine großer Pulk aus Fleisch. Ich bekomme wieder hunger. Doch als ich mich mit der Rüstung anschleichen will, hält mich Rodeo Rolf fest. Er sagt, dass wir noch einkaufen müssen. Wir gehen in den Laden rein und ich sehe...

Die Frau an der Kasse ist wunderschön. Ich drehe mich verschämt weg und tue so, als würde ich einen guten Soßenbinder suchen. Ich finde schnell einen. Mist.

Wir kaufen einfach weiter ein. Milch, Pommes, Schaschlick, Wurst, Leber, Ei, Salat, Corned Beef und einen Messerblock ohne Messer drin. Wir gehen an die Kasse dran, wo die schöne Frau ihr täglich' Brot verdient.

Wir bezahlen und gehen raus. Als wir auf der Straße sind, sehen wir, dass sich dort ein großes Fest breitgemacht hat. Mit Riesenrad und alles. Wir gehen in die Geisterbahn rein. Gruselig ist das. Flott fährt der Wagen los und schon kommt der erste Geist. Hui! Hui! Rote Augen. Gelbe Zähne. Grüner Schleim. Das nächste Gespenst ist sehr klein. Kaum zu sehen. Wir erschrecken uns gar nicht. Auf einmal hält der Wagen an. Stromausfall. In 500 km Entfernung hat jemand aus versehen das Kraftwerk außer Kraft gesetzt. Wir steigen aus und laufen den ganzen Weg zu Fuß. Dabei treffen wir Andere, die auch noch von dem Vorfall betroffen sind. Wir verabreden uns mit denen zum Essen. Vom Ochsen ist noch allerhand übrig, deshalb laden wir sie zu uns ein.

Abends kommen sie pünktlich. Es ist ein Mann und eine Frau. Sie heißen Robert und Astrid. Astrid ist sehr häßlich. Doch das ist nicht schlimm. Sie ist sehr nett. Robert ist auch sehr nett. Wir reden den ganzen Abend über Politik und Erdkunde. Erdkunde ist ein sehr gutes Thema. Es geht hier um Gebirge aller Art und Dinge, die sich ein Mensch aus der Entfernung kaum vorstellen kann. Wir plaudern bis spät in die Nacht. Doch dann müssen sie leider gehen. Das ist aber nicht schlimm, denn sie wurden uns schon sehr überdrüssig.

Schon wieder war ein Tag vergangen. Ich sage zu Rodeo Rolf, dass wir uns wohl einen Job besorgen müssen um wieder dieser Gegend zu entfliehen. Wir fragen bei der Börse nach.

Ab sofort arbeiten wir als "Mensch mit Anzug und Krawatte". Das ist ein sehr guter Job. Wir verdienen an einem Tag so viel, dass es für die Flugtickets reicht. Der Tag dauert abzüglich Pause und Golfen insgesamt Minus 8 Stunden. Wir sind froh, dass wir diesen Beruf gewählt haben.

Im Flugzeug sitzen wir 1st Class. Und als wir landen steigen wir aus. Wir wollen jetzt schleunigst zum lang ersehnten Ziel hin.

Der Strand aus Sand, wo ja wie gesagt, der sagenumwobene vergoldete Dingens sich befindlich zeigt.

Wir sind von großer Freude umschäumt als da auf einem Schild steht: Strand aus Sand: 100 m. Wir nehmen uns kein Taxi, denn den kurzen Weg schaffen wir auch mit dem Fahrrad. Wir nehmen uns schnell zwei Fahrräder aus dem Ständer und radeln los. Auf der Hälfte des Weges habe ich einen Platten. Schnell repariert kann es weiter gehen. Doch als wir nur noch um die Ecke müssen werden wir von einer uns nicht bekannten Gruppe von Menschen entführt. Sie verwechselten uns wahrscheinlich, denn was wären wir ihnen zu Nutze. Für uns würde niemand ein Lösegeld bezahlen. Uns würde niemand vermissen. Wir bringen denen einen Arsch. Doch entführt ist entführt und schon wird uns ein Sack über den Kopf gestülpt und mit einer dicken Kordel verschürt. Möglicherweise wollen die Nepper nicht, dass wir wissen wo wir hinfahren. Deshalb läuft auch laute Musik. Sie haben an alles gedacht. Noch nicht einmal als ich sie nach einer Zigarette fragte antworteten sie mir. Dann wurde ich sauer. "Ey sag mal Leute, hab ich euch was getan?!" keifte ich. Nichts. Kein Ton verließ ihre Münder. Rodeo Rolf wurde auch sehr sauer: "Jungs, redet doch mit uns. Wir sind doch Freunde, oder etwa nicht?!" Das nennt man wohl Helsinki-Syndrom. Daraufhin wurden wir mit Schlaggegenständen niedergestreckt.

Im Gangsterdomizil wurden wir wieder wach. Wir saßen in weißen Ledersesseln. Jemand raucht eine Zigarre. Es stinkt nach Dünnschiss. Das weiß ich, weil manchmal alte Männer immer Zigarre rauchen, dann riecht es auch immer nach Dünnschiss. Ich habe dann immer gedacht, dass jemand in die Hose gekackt hat. Doch das war nur der bestialisch stinkende Geruch der Zigarre.

Einer der Gangster fängt an zu reden. Er spricht komisch. Wir verstehen kein Wort. Möglicherweise liegt es an den Drogen die er kurz vorher einnahm. Langsam scheint die Wirkung nachzulassen, denn manchmal verstehen wir einige Fetzen der Sätze die er uns händeringend mitzuteilen versucht. Es geht dabei um Enführung. Na toll, dass hätten wir uns auch so aus dem Arsch ziehen können. Doch jetzt wissen wir es mit 100 prozentiger Sicherheit. Nach und nach meine ich zu verstehen, dass sie uns nicht aus Zufall entführten sondern damit beauftragt wurden. Es kam ein Vogel zu ihnen der ihnen zwitscherte, dass sie uns entführen sollten. Den Grund nannte das Federvieh aber nicht. Scheiß Vogel. Doch dann kam noch raus, dass der Vogel gar kein Vogel war sondern sie sagten nur Vogel, weil der Mann, den sie Vogel nannten aussah wie ein Komischer Kautz. Er sah halt komisch aus. Der Mann hätte ihnen wohl eine horrende Summe für unsere Ergreifung geboten, die sie dankend angenommen hätten. Sehr bizarr. Ich drehte mich zu Rodeo Rolf um und er zwinkerte mir zu. Ich wusste nicht was er meinte. Egal.

In den darauf folgenden Stunden erzählte der Mensch noch unwichtige Sachen und ich erzählte nebenbei noch einen Witz den ich mit mit jemand mal lustig ausgedacht hatte. "Fritzchen geht mit seiner Oma im Wald spazieren, da sagt der Mann, der hat gestern Putenbrust geschmaust!". Alle Gemüter gehen in schallendes Gelächter über. Ich glaube ich brauche ein bisschen Ruhe. Ich frage die Gangster ob ich mich nicht mal irgendwo frisch machen könne. Sie versagten mir es. Mist. Mein Fluchtplan ist nicht aufgegangen. Aber Rodeo Rolf hatte eine gute Idee. Er nahm die vorzüglich erhaltene Ritterrüstung aus seiner Hosentasche (er hatte diese neumodischen Baggy Pants an) und drohte den Gangstern mit Schlägen. Das machte ihnen sehr viel Angst. Sie ergriffen die Flucht und wir waren wieder die Gewinner. Das ganze Gangserdomizil gehörte fortan uns. Wir verkauften es jedoch für ein Appel und ein Ei. Den Appel aßen wir sofort und das Ei behielten wir uns für später auf. Möglicherweise benötigten wir es noch. Wir wussten wieder nicht wo wir sind, deshalb liefen wir in ein städtisches Naherholungsgebiet, wo eine Karte mit Standortangabe war. Wir sahen darauf. Da war ein roter Pfeil und daran stand: Sie sind hier. Leider hatte ein Schmierfink mit seinen Grafitty künsten "Fuck you" auf die Karte geschrieben. Deshalb konnten wir nicht das gesamte Areal sehen.

Wir klauten ein Auto und fuhren los. Das Auto war ein silberner Wagen mit Motor und Lenkrad. Ich lenkte ihn geschickt durch die Stromschnellen des Rinnsaals, weil wir von der Straße abkamen. Jemand hatte uns von hinten voll in die Seite gerammt. Ich wollte gerade hupen und schon befanden wir uns in der schäumenden Gischt. Das Autotelefon war leider außer Betrieb. Der Besitzer hatte wohl den Vertrag nicht bezahlt. Ich konnte also auch keine Hilfe zur Hilfe rufen. Nach einigen Stunden der Angst strandete unser Gefährt an einem weißen Sandstrand. Dort ahlten sich einige Urlauber im gleißenden Sonnenlicht. Wir legten uns dabei. Vor Erschöpfung schliefen wir sofort ein.

Am anderen Tag wollten wir Golf spielen gehen, es war kein Golfplatz weit und breit zu sehen. Und selbst wenn wir wollten. Wir sahen heruntergekommen aus und hatte kein Geld mehr bei. Das war ärgerlich. Deshalb mussten wir in der nahegelegenen Fußgängerzone um etwas Geld betteln. Aber Rodeo Rolf hatte mal wieder eine viel bessere Idee. Er wollte eine zwei Mann Boygroup bilden und acapella singen. Sehr gute Idee. Wir sangen den ganzen Tag lang. Die Menschen jubelten uns zu und wollten Autogramme. Ein fetter Plattenboss kam auf uns zu uns wollte einen Vertrag machen. Wir lasen ihn durch uns unterschrieben sofort. Es war ein Vertrag über 5 Alben. 1 Milliarde Dollar. Das gefiel uns gut. Wir begannen sofort unser erstes Album einzusingen. Die erste Single sollte "I love you" sein. Ein Hammersong. Der Text:


Baby... oh baby... your ass is so good.

Baby... oh baby... your tits are good, too.

Baby... oh baby... I want you

Baby... oh baby... I need you


Es wurde der Smashhit des Jahres. Wir traten auf den großen Bühnen der Welt auf. Die High Society war unser Milieu. Ich war auf du und du mit den Stars. Und Rodeo Rolf auch. Doch ein Leben als Prominenter zu führen ist nicht immer leicht. Man hat immer zu viel Geld. Und alle sind Neidisch. Und Neid ist eine gefährliche menschliche Eigenschaft. Und wenn es um Geld geht ist es noch viel schlimmer. Aber wir leisteten uns einen privaten Sicherheitsdienst. Sie beschützen uns in brenzligen Situationen. Ein Muss für einen Star.

Nach einem Monat des Ruhms lösten wir uns wieder auf. Für viele junge Mädchen war eine Welt zusammengebrochen. Aber wir mussten an unser Ziel denken. An den geheimnisvollen Ort. Den Ort unserer Träume.

Der scheiß Strand aus Sand mit dem Silberdingens.

Wir charterten uns einen Jet und flogen schnurstracks zum Strand aus Sand hin. Auf halbem Weg wurde jedoch unser Flugzeug entführt. Ein Mann mit Fallschirm landete auf dem Dach der Maschine und schnitt mit einem Bunsenbrenner ein faustgroßes Loch in den Stahl. Durch das Loch hielt er eine Waffe und sagte: "Tür auf! Oder ich schieße!" Wir öffneten die Tür und der Unbekannte schlüpfte hindurch. Er sagte freundlich: "Hallo!". Oh... das ist aber ein netter Flugzeugentführer. Er fesselte uns an die Sitze und meinte, dass das nur zu seinem Schutz wäre, weil wir ihn sonst überwältigen würden. Wir sagten "Nein" und daraufhin band er uns wieder los. Er vertraute uns sehr. Die Rüstung kam zum Einsatz. Mit exhorbitantem Geschrei fiel der Mann in sich zusammen. Er ward von uns gegangen. So ein Pech, denn er war sehr nett gewesen. Schluri.

Da der Jet jetzt aber durch das faustgroße Loch im Dach der Chartermaschine eine instabile Fluglage bekommen hatte und das Flugzeug abzustürzen drohte schnallten wir uns die Fallschirme um und sprangen raus. Der Flug machte uns sehr viel Spaß. Ich jauchzte vor Freude. Juhaijuchuuu!

Wir schlugen auf einem Feld eines alten Huberbauern auf. Leider hatten wir vergessen, den Fallschirm zu öffnen. Jetzt lagen wir 300 Meter unter der Erde. Das Licht der Welt war kaum noch zu erkennen. Zum Glück war ich weich gelandet. Rodeo Rolf war das nicht. Er landete auf den fossilen, versteinerten Knochen eines Tyrannosaurus Rex Skellets. Es war das erste vollständig erhaltene Skellet eines solchen Sauriers. Sogar sein Schwanz war komplett vorhanden.

Wir gruben es aus und wurden Weltbekannt durch das Skelett. Es wurde in einem bekannten Londoner Museum ausgestellt. Wir bekamen 30 Milliarden Dollar für das. Genug um uns einige Konsumgüter anzueignen. Doch wir spendeten es dem deutschen Finanzminister. Er war sehr froh, dass er dieses Jahr zum ersten mal keine Schulden machte. Hervorragend.

Als der Winter hereinbrach wurde es kalt. Eiszapfen bedeckten unsere eisigen Körper. Wir froren. Wir gingen in ein Geschäft wo man sich warme Kleidung kaufen konnte. Jetzt schwitzten wir wie sau. Doch das war besser als zu erfrieren. Wir bauten Schneemänner und liefen Schlittschuh. Mit einem mal brach ich in den See ein. Ich wurde geschwind von einem sich in dem Gewässer befindlichem Seeungeheuer in die Tiefe gezogen. Ich kämpfte um mein Leben. Rodeo Rolf war auch sehr besorgt um meine Gesundheit.

Schon seit 20 Stunden kämpfte ich Unterwasser mit dem hässlich dreinschauenden Tier. Ich hatte zum Glück einige hundert Sauerstoffflaschen in den See nachgeworfen bekommen. Dem DLRG sei dank. Auch einige Flinten waren dabei, doch ich konnte mit diesen Unterwasser leider nicht schießen. Auf einmal kam die vorzüglich erhaltene Ritterrüstung geflogen. Damit tötete ich das Monster.

Als es geborgen wurde staunten alle Beteiligten nicht schlecht. Es war 150 Meter hoch und 1 Meter lang. Die Gliedmaßen waren verkümmert, aber dennoch vorhanden. Wahrscheinlich eine Laune der Evolution.

In all dem Trubel vergaßen wir fast gänzlich unser Ziel, den vergoldeten Silberschatz zu finden. Doch das war uns egal, denn wir hatten es ja schließlich vergessen.

Der Walfang ist ein sehr heikles Thema, wenn es um Walfang geht. Ich bin dagegen solche schönen Tiere zu fangen, zu töten, auszunehmen wie eine Weihnachtsganz und dann Lippenstift für die feinen Herrschaften zu machen. Aus Protest benutzen Rodeo Rolf und ich seit Jahren schon keinen Lippenstift mehr. Aus das Trinken von Lebertran verkneifen wir uns. Um ein Zeichen gegen den Fang dieser dickhäutigen, fettleibigen Säugetiere zu setzen kaufen wir ein Schiff und fahren mit selbigem auf die hohe See hinaus. Dort finden wir auch direkt die Wale, die uns freundlich mit einem Schlag aufs Wasser mit ihrer Schwanzflosse begrüßen. Die Welle schwappt über das Boot hinweg. Doch ein bösartiger Haifisch wird mit der Woge auf unser schwimmendes Hotel geschwemmt. Er beißt alles kaputt. Sogar die schönen Ledersitze an der Bar. Die Ritterrüstung leistet ganze Arbeit. Wir wollen sie nicht mehr missen. Ein Glück, dass sie uns der Zufall gab. Ohne sie wären wir längst des Todes. Deshalb beschließen wir zu Ehren der vorzüglich erhaltenen Ritterrüstung ein Fest zu geben. Es werden alle eingeladen. Sogar der deutsche Finanzminister trifft pünktlich ein. Er hat auf Staatskosten einen Learjet gekauft, mit dem er Rasch zur Party aufgekreuzt kommt.

Es gibt allerhand deliziöse Dinge zu essen. Da gibt es gebratenen Molch, wo die Mehrzahl übrigens Mölche ist. Das sagt zumindest Rodeo Rolf. Ich glaube es ihm. Außerdem gibt es Nachtisch. Den Nachtisch essen wir direkt auf. Wir essen den die gesamte Nachspeise, damit die anderen nicht merken, dass er so gut schmeckt.

Die Party ist der Hit. Alle haben Laune. Viele tanzen Walzer. Einszwodreieinszwodrei usw. Wir feiern alle durch bis morgens um 10 Uhr. Ohne Drogen oder andere Dinge. Nur der Alkohol fließt in Strömen in einem Springbrunnen, den wir extra für die fette Fete haben anfertigen lassen von einem bekannten und sogar berühmten Springbrunnenhersteller. Alle trinken aus dem Brunnen. Manchmal kommt Bier raus und manchmal Colabier. Manchmal auch Sekt. Aber meistens fließt der Absinth. Viele lassen sich im Rausch piercen oder sich eine Tättowierung machen.

Wilde Orgien werden gefeiert und die Dealer machen ein gutes Geschäft. Schön, dass man ohne Drogen noch Spaß haben kann.

Irgendwann gehen die Leute nach Hause. Es wurde auch endlich Zeit. Sie wurden uns mal wieder überdrüssig. Beinahe hätten wir die Rüstung eingesetzt, doch das wurde glücklicherweise nicht nötig.

Rodeo Rolf fällt wieder mal ein, dass wir noch diesem vergoldeten Silberschatz finden müssen. Also machen wir uns ein weiteres Mal zum Strand aus Sand auf. Aber irgendwas stimmt nicht. Möglicherweise befindet sich ein zu starkes Magnetfeld an diesem Strand. Egal was wir auch versuchen. Wir werden immer wieder abgestoßen. Doch dann wache ich aus meinem schläfrigen Schlaf auf. Ich habe das nur geträumt. Doch jetzt wurde ich wieder an den Strand erinnert und an den Schatz insbesondere. Ich wecke Rodeo Rolf. Er kommt auch mit. Noch so eine Schlappe wie die letzten Male wollen wir nicht erleben. Deshalb entwerfen wir einen guten Plan. Wir brauchen eine gute Ausrüstung und selbstverständlich auch einige Mitstreiter, die uns auf unserer Expedition begleiten. Ich kenne niemanden, der dafür prädestiniert sein könnte. Doch Rodeo Rolf hat Verbindungen zu einer Söldnertruppe aufgebaut, die er jetzt kontaktiert. Sie sind dabei. Alle sagen ja. Lediglich die Bezahlung ist ein wenig überzogen. 95 % des Schatzes wollen sie ihr Eigen nennen.

Doch das gefällt uns nicht. Wir handeln und sie machen es für 2 %. Alles klar. In einem Waffengeschäft kaufen wir uns einige Schießeisen. Alle sehen gut aus. Wir kaufen das ganze Geschäft leer. Die Söldner sind begeistert. Alle sind zufrieden. Dann brauchen wir noch ein Transportmittel, welches uns so nah wie möglich an den Strand bringen soll. Ich schlage ein Jetski vor. Alle sind einverstanden. Dann brauchen wir noch einige Bagger und Proviant. Alles was man eben für solch ein schwieriges Unterfangen benötigt.

Wir fahren mit dem Jetski auf der Straße mit alle Mann drauf und mit dem Zeug was wir sonst noch gekauft haben. Wir haben kaum Platz. Schrecklich. Wir hätten uns doch einfach einen Wagen kaufen sollen. Außerdem kommt man mit dem dämlichen Jetski auf der Straße gar nicht vorwärts. Das hätte mal jemand sagen sollen. Naja, ich glaube diese Tötungsmaschinen denken nicht an solche Belanglosigkeiten. Es sind noch 2 beschwerliche Meter bis zum Strand aus Sand. Einer fällt auf der Hälfte des Weges den Löwen zum Opfer. Wir begraben ihn und es geht weiter. Auf einmal sehen wir den Strand aus Sand vor uns.

Es ist unbeschreiblich. Diese wärme, die wir alle in unseren Herzen fühlen. Dieses helle Licht, welches unsere Körper in einem zarten Braun belichtet. Die Magie, die uns umhüllt wie ein Handschuh die Hand. Solch ein Gefühl der Glückseeligkeit. Der Strand aus Sand ist wunderschön. Der Sand ist weich und weiß. Er ist sehr feinkörnig und man kann ihn kaum in der Hand halten. Der Wind trägt ihn augenblicklich davon.

Der Köter eines Söldners scheißt in den Sand und scharrt die Scheiße mit seinen Hinterpfoten zu. Die Stelle schimmert braun durch den Sand. Ich frage Rodeo Rolf, ob er möglicherweise jetzt weiß wo der scheiß Schatz versteckt ist. Er ist immernoch wie in Trance. Ich ziehe ihm die Öhrchen lang. Daraufhin scheint er zu erwachen. "Wo ist der scheiß Schatz?", frage ich ein zweites Mal. Er weiß es nicht.

In diesem Moment verdunkelt sich der Himmel. Die Sonne scheint in einem Meer von Dunkelheit versunken. Ich blicke auf den Punkt am Himmel von wo sie gerade noch unsere Rümpfe briet. Eine helle Korona leuchtete Kreisförmig in unsere angewiderten Gesichter (immernoch von der Hundekacke). Doch ich wußte, es war keine Sonnenfinsternis. Oh nein. Es waren Wesen aus dem All, die uns heimsuchten um uns zu vernichten. Ein heller Strahl aus Licht zeigte gerade auf die Erde. Langsam fuhr ein fremdes Geschöpf aus dem Transportmittel vor unsere Expeditionsmannschafft in den Lichtstrahl getaucht. Als es angekommen war eröffnete es zu unserem Erstaunen nicht sofort das Feuer. Es harrte einen kurzen Moment lang aus und begann ein seltsames Gerät aufzubauen. Es dauerte 2 Stunden bis es nach Anleitung (in einer komischen Sprache) das Gerät aufgebaut hatte. Wir standen in dieser Zeit nur da. Keiner bewegte sich. Man konnte nur den Herzschlag der versammelten Gesellschaft hören. Er schlug im gleichzeitig und gleichmäßig. Dann plötzlich beginnt das Wesen das Reden. Zu unserem Erstaunen verstehen wir jedes einzelne Wort. Das ist wohl ein Effekt, der durch das wundersame Gerät verursacht wird. Es sagt, dass die Sippe von dem Wesen sich aufgemacht hat um fremdes Leben zu vernichten und dass wir gleich sterben müssen. Das war das Stichwort. Ich hole die Ritterrüstung hinter meinem Rücken hervor und halte sie dem Wesen hin. Es reagiert nicht. Ich versuche ihm klar zu machen, dass diese Rüstung gefährlich ist und dass es Angst haben müsse vor ihr. Das Wesen lacht laut. Mit einer Stimme nicht von dieser Welt. Es lacht immer lauter. Ich höre nichts mehr. Alle stehen einfach nur da. Keiner traut sich wegzugehen. Jetzt wird es mir zu bunt und ich haue zu. Das Wesen zerfällt auf der Stelle zu Staub. Möglicherweise unterscheidet sich die Molekularstruktur dieser Geschöpfe grundlegend von der Unsrigen.

Jetzt sind wir die, die lachen. Der Alien ist Geschichte. Doch plötzlich schallt es aus dem Raumschiff von denen raus: "Wir kommen euch gleich, aber erst holen wir Verstärkung!". Mit diesem Satz entfleucht das Schiff.

Der Himmel wird schlagartig wieder hell. Wir erblinden beinahe. Als wir uns besannt haben, wollen wir weiter nach dem sagenumwobenen Schatz suchen, doch die plötzlich aufgetauchte Dunkelheit hat viele Schaulustige angeschleppt und die Behörden auf den Plan gerufen. Wir müssen unser Vorhaben wohl verschieben. Auf dem Rückweg holen wir uns Döner.

Als Rodeo Rolf und ich nach hause wollen, bemerken wir, dass wir gar keins besitzen. Wir kaufen uns ein Haus und jetzt haben wir ein Zuhause. Ich machen uns dort breit.

Abends sitzen wir gemütlich vor dem Kamin und lesen Bücher, unterhalten uns angeregt über weltpolitische Themen oder schauen Fern. Es ist einfach schön, wenn man sich auf alte Dinge besinnen kann. Außerdem fühle ich mich in Gegenwart von meinem besten Freund Rodeo Rolf sehr wohl.

Es ist die Nacht hereingebrochen. Wir gehen schlafen und schlafen ein. Ich wache von einem Geräusch auf. Es hat mich etwas beim Schlafen gestört. Ich wecke Rodeo Rolf. Er zeiht seine Schlafmütze ab und hält sie so, als würde er ein Messer in der Hand halten. Es ist eine schweizer Schlafmütze. Wir öffnen langsam die Tür des Schlafsaals in dem wir in getrennten Betten nächtigen. Da legen wir sehr viel wert drauf. Vor uns liegt der dunkle Flur. Das Licht scheint nur sporadisch durch die Fenster. Ein Schatten huscht von links nach rechts über den Flur von einem Zimmer in das Andere. Wir zucken zusammen. Ein eiskalter Schauer überkommt uns, als wir die blutige Spur sehen, die der Schatten hinterlassen hat. Mit zittriger Stimme flüstere ich Rodeo Rolf ins Ohr. Ich habe nichts gesagt ich wollte ihn nur meine Angst fühlen lassen. Es war mehr ein Hauch. Wir gehen den Flur entlang, auf die Blutspur zu. Das rechte Zimmer ist nur noch wenige Meter entfernt. Aus ihm vernehmen wir plötzlich ein immer lauter werdendes Scharren und ein Sägen. Knochen splittern. Das Adrenalin überschwemmt unsere Leiber. Nur noch einen Schritt entfernt hören die Geräusche auf und etwas schauft auf die Tür zu. Die Tür ist offen. Ich werfe mich vor Rodeo Rolf und ziehe im lezten Moment die schwere Holztür zu. Ein lauter Knall. Der Schatten ist gegen die Tür geschmettert. Jetzt herrscht Stille vor. Ich versuche mich zu erinnern wo ich die Rüstung im Haus versteckt hatte. Es fällt mir ein. In dem Zimmer wo der Schatten jetzt sein dasein fristet. In einem Wandschrank. Das schien mir ein gutes Versteck zu sein. Wir sind verzweifelt. Das Schlüsselloch. Wir sehen ängstlich hindurch, mit der Angst, unsere Augen könnten durchbohrt werden. Doch wir sehen nichts. Der Raum ist leer. Vorsichtig öffne ich die Tür und werfe einen kurzen aber bestimmten Blick in das Zimmer. Es scheint wahrhaftig leer zu sein. Gebeutelt von dieser Erfahrung legen wir uns wieder ins Bett. Die Nacht verläuft weiter ruhig.

Morgends besitze ich eine, etwa 40 cm große Narbe in meinem Gesicht. Es schmerzt fürchterlich. Beinahe muss ich erbrechen. Ich habe Schwierigkeiten mich zu artikulieren. Ich gehe zum Arzt.

Beim hiesigen Doktor schildere ich die Probleme. Er gibt mir Medikamente. Ich nehme sie ein und die Narbe in meinem Gesicht vergrößert sich noch. Und das nicht unerheblich. Sie bedeckt jetzt mein gesamtes Gesicht und ich kann nicht mehr sehen. Meine Augen sind nicht mehr zu erkennen und sie erkennen auch die Außenumgebung nicht mehr. Ich kann nichts mehr sehen. Der Arzt scheint ein Scharlatan zu sein. Ich gehe mir meiner häßlichen Fratze zu ihm in die Praxis und vertreibe die restlichen Patienten. Ich knöpfe mir den Arzt vor. Er erkennt mich nicht. Ich lasse ihn hören, wer ich eigentlich bin. Jetzt erkennt er mich. Er wehrt sich mit Händen und Füßen gegen meine Anschuldigungen, er sei schuld an meinem Aussehen. Ich drücke mein blutiges, vernarbtes Gesicht an seines. Er kotzt. Ich auch. Wir kotzen. Rodeo Rolf kommt auch rein und kotzt auch. Die Sprechstundenhilfe kommt auch rein und kotzt auch. Alle kotzen. Überall Kotze. Von der ganzen Kotze, die in meine ekelhafte Visage gelangt bekomme ich einige Infektiöse erkrankungen. Ich bin des Todes nah, doch Rodeo Rolf pflegt mich gesund. Er weicht ein Jahr nicht von meiner Seite und kocht mir Essen immer. Ich bin froh, dass ich ihn kenne.

Ich bin wieder gesundet. Doch just in diesem Moment kommen bei uns wieder alter Erinnerungen hoch. Auf einmal werden uns telepathisch Gedanken zugespielt, die uns das Ende der Menschheit voraussagen. Wir können uns diese Gedankenströme nicht erklären. (Was die beiden nicht wissen: Ein Alien steht hinter Ihnen dahinter). Sie drehen sich um und erschrecken sich dolle. Was sie da sehen ist nicht mehr im menschlichen Vorstellungsvermögen zu verzeichnen. Ein bösartiger Alien stand hinter Ihnen dahinter und spielte ihnen diese kranken Gedankengänge zu. Mit einem reflexartigem Reflex nahm ich in reflexartiger Weise die Ritterrüstung aus meinem Portemonnaie und versuchte den Außerirdischen damit zu erwischen. Er wich aus. Ich schug nochmal. Schon wieder wich er aus. Es ging Schlag auf Schlag. Ich bekam ihn nicht zum erwischen dazu dran. So ein Mist. Doch Rodeo Rolf hatte wieder mal die zündende Idee. Ich konnte nicht glauben, was ich sah. Dazu muss ich eine kleine Vorgeschichte erzählen. Als Rodeo Rolf noch ein kleiner Junge war, bekam er von einem Schmanen aus einem anderen Land einige interessante Kräfte geschenkt. Er konnte sogar mit dem kleinen Finger eine Einkaufstüte halten. Ja. Solche Kräfte hatte er bekommen. Also jetzt geht's weiter. Was Rodeo Rolf da tat verschlug mir glatt die Sprache. Er nahm diese schwere Einkaufstüte und wirbelt sie mit seinem kleinen Finger hoch in die Luft. Dann schießt er mit einer zufällig gefundenen Strahlenkanone des Aliens die Tüte in der Mitte durch. Die ganzen Einkaufsgegenstände fallen aus dem Beutel auf das Alien drauf. Es kann sich nicht mehr bewegen weil eine Dose mit Dosenfisch darin auf seinen Schädel fiel. Rodeo Rolf und ich freuen uns und wir schauen kokett. Das Wesen ist besiegt.

Es sieht gar nicht aus wie ein Außerirdischer. Mehr wie ein Pudel mit Halbglatze und Sonnenbrille. Ist es möglicherweise ein abgerichtetes Tier? Nein. Es konnte unsere Gedanken manipulieren. Möglicherweise wurde diese Gedankenmanipulation aber auch durch eine andere Macht hervorgerufen. Wir untersuchen das Ding auf dem Küchentisch. Schneiden alles raus. Wir finden nicht den kleinsten Beweis für außerirdische Formen. Alles ist an seinem Platz dran. Zur Sicherheit nehmen wir einen Pudel von einer Leine vor einem Einkaufsmarkt weg und nehmen ihn mir Heim. Wir schneiden diesen zum Vergleich auch auf und sehen jetzt doch einige ungereimtheiten. Beispielsweise hat der Köter vom Markt keine Schläuche und Schaltkreise und auch keinen Akkumulator. Das fällt uns aber erst nach näherem Hinsehen auf. Auch steht bei dem komischen Pudel: Made in Taiwan drauf. Bei dem geklauten nicht. Das sind schon einige Fakten, die wir präsentieren können.

Wir denken darüber nach. Doch das ergibt alles absolut keinen Sinn. Wieso sollte jemand einen Roboterhund auf uns hetzen. Wie wurden unsere Gedanken manipuliert? Fragen über Fragen. Vielleicht könnte es etwas mit dem vergoldeten Silberschatz zu tun haben. Möglicherweise will jemand nicht, dass wir ihn finden. Oder ist das alle einfach nur Einbildung?

Der Urologe pisst in das Becken aus Keramik. Ich sehe zu, wie er das macht. Er steht breitbeinig vor dem Pissoir und schaut auf seine Füße. Plötzlich überkommt mich der starke Wille, ihn von hinten ein wenig anzustubsen, so dass er auf seine Hose uriniert. Ich tue es, obwohl ich nicht weiß wieso. Der Urologe pinkelt auf seine Hose. Er brüllt: "Scheiße. Die blödes Arschgesicht. Willste ein Paar auf die Glocke?" Darauf sage ich, ohne dass ich es eigentlich will: "Ja! Komm doch her! Ich bin eh stärker wie als du!"

In der verlassenen Seitenstraße werde ich mit Kopfschmerzen wach. Wahrscheinlich hat der Urologe mich verprügelt. Ich schaue auf die Uhr. Ich habe keine Uhr. Schön, dass ich das jetzt auch weiß. Rodeo Rolf kommt angerannt und hilft mir hoch. Er putzt mir das Blut aus dem Gesicht. Es scheint aber nicht mein Blut zu sein. Es ist grün. Wahrscheinlich ist es gar kein Blut. Oder doch? Wir geben es zur Untersuchung in ein Labor. Es ist ein renomiertes Labor, welches sehr gut ist.

Dann, nach einigen Tagen bekommen wir das Ergebnis nach Hause geschickt. Es ist definitiv Blut. Aber nicht von einem Menschen. Das ist sicher. Denn wer hat schon grünes Blut. Selbst wenn man zu viel Spinat oder so ist wird man nie in den Genuß von grünem Blut kommen. Es ist zu 100 Prozent von einer außerirdischen Lebensform verloren worden. Es muss einen Volumenmangelschock davongetragen haben. denn ich habe bestimmt 20 Liter grünes Schleimblut von meinem Körper gespachtelt.

Mit dieser Gewissheit, dass es wohl doch die Außerirdischen sind, die uns jagen wollen, gehen wir in eine Kneipe rein. Wir trinken Bier. Leckeres Bier. Fast so lecker wie Schnaps. Doch wir haben unsere Ausweise vergessen. Wenn man nicht nachweisen kann, dass man die Altersgrenze von 18 Jahren schon überschritten hat, ist leider kein Ausschank von hochprozentigem Leckeren nicht möglich. Damit müssen wir uns wohl abfinden. Im Kneipeneigenen Fernsehapparat sehen wir uns Musikvideos an. Wir sehen, dass sich ein neuer Stern ab Popstarhimmel auftut. Wir sitzen mit offenen Augen da und lauschen der lieblichen Musik. Esmiralda Biersack ist wunderschön und elfengleicher Gesang verlässt ihre aufgespritzten Lippen. Alles ist perfekt. Ich bin sofort verliebt. Mensch welch ein Augenschmaus die Alte ist. Ich kann kaum atmen vor Lust. Mit aufgerissenem Maul gehen Rodeo Rolf und ich nach Hause. Ich will einen Brief aufsetzten um meine Liebe zu Esmiralda Biersack zu gestehen. Ich nehme einen Füller und ein Blatt aus Papier und schreibe in Schönschrift:


Sehr geehrte Frau Biersack,


ich sah Ihren neuen Musikvideoclip im Fernsehapparat. Welch' eine Wonne es ist, Ihnen bei Ihrem Gesang zu lauschen.


Jetzt muss ich Ihnen etwas gestehen. Ich liebe Sie. Ich verzehre mich nach Ihnen. All meine Glieder werden starr vor der Motivation nach Ihnen. Bitte, erwidern Sie meinen Brief. Über ein persönliches Gespräch mit Ihnen würde ich mich sehr freuen.


Mit freundlichem Gruß


Broiler Klaus


Anlage

1 Ganzkörperportrait


Mit diesen lieblichen Zeilen beendete ich mein Schriftstück. Ich schickte es sofort ab. Die Adresse verrate ich nicht.

Ich wartete jetzt eine lange Zeit, doch keine Antwort auf meinen Brief sollte mich erreichen. Doch auf einmal. Eines Tages. Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet bekam ich Post. Ich sah sofort, dass sie von meiner angebeteten Schönheit stammte. Mit Vorsicht riss ich den Brief auf. In dem Umschlag war ein rosaner Zettel drin auf dem Stand, dass sie sich auch direkt verliebt habe. Ich jauchzte vor Freude. Esmiralda Biersack hatte sich in mich verliebt. Ich beschloss die Telefonnummer anzurufen, die auch in dem Brief stand. Nach 1 mal klingeln ging sie ran. Sie hatte wohl schon sehnsüchtig auf einen Anruf von mir gewartet. Wir plauderten einige Stunden. Dann wurde unsere Spannung aufeinander so groß, dass ich meine Beine in die Hand nahm und zu ihr hinging. Nach 1 Minute stand ich vor ihrem gut gesichertem Anwesen. Ein automatisch zu öffnendes Tor öffnete sich für mich und ich trat ein. Ich rannte die lange Einfahrtsstraße bis zur Villa entlang, an einem mächtigen Springbrunnen vorbei. Da stand sie in der Tür. Splitternackt. Nur mit einem Hosenrock und einem Pullover und Schuhen, Hut, Schal, Daunenjacke bekleidet. Wir gingen hinein und unterhielten uns den ganzen Abend. Man konnte sich so gut mit Ihr unterhalten. Es war einfach erste Sahne. Wir tranken alkoholische Getränke und besauften uns. Als ich fast nichts mehr spürte wurde ich von hinten versucht erdrosselt zu werden. Ich erschrak so sehr, dass ich nicht einmal merkte, wie Esmiralda lachte als ich im Todeskampf mich befand. Sie hatte di

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
berthl

berthl

26.10.2006 23:15

super sache ich habe mich köstlich amüsiert.grüße norbert

rosequeeny

rosequeeny

01.10.2006 16:56

Ein Knaller! Ich hab mich köstlich amüsiert.

Almstaad

Almstaad

28.09.2006 06:54

Für das Lesen diese GENIALEN BEITRUGS erhebe ich eine Gebühr von € 50,00 !! Wenn Du nicht zahlst , machst wieder Bekanntschaft mit JVA - Angestellten !!!

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