Alles mit H...

Erfahrungsbericht über

Alles mit H...

Gesamtbewertung (1012): Gesamtbewertung Alles mit H...

 

Alle Alles mit H... Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Von Herrschern, Hunden und Hofnarren

4  18.12.2008 (17.12.2008)

Pro:
siehe Bericht

Kontra:
siehe Bericht

Empfehlenswert: Ja 

lillystern

Über sich: .|||. Bin ca. im Spätsommer wieder da - Grüße an alle Vertrauten und an die ,die inzw. ihr wahres G...

Mitglied seit:08.04.2005

Erfahrungsberichte:99

Vertrauende:43

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 170 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

leider habe ich unter Reisen - Tipps & Tricks nichts passendes gefunden, dort hätte dieser Bericht besser
hingepasst.

Ich hatte schon einmal einen Bericht über dieses Thema geschrieben - habe diesen aber wieder löschen lassen, da bestimmte Personen sich wiedererkennen könnten und damit vielleicht nicht einverstanden sind.Wobei ich mich auf eine bestimmte Person beziehe. Die andere Person die hier in diesem Bericht auftritt kann / soll sich ruhig erkennen. Denn Selbsterkenntnis ist meistens gut...*g...besonders im Falle dieser Person!

Ich schreibe hier nochmals über meine Erfahrungswerte mit dieser hier zur Sprache stehenden Institution (Wwoof - siehe Anhang).
Da ich bisher nur Rücksicht auf ein Tier genommen habe das sich auf diesem Hof befindet- über den ich hier berichte- habe ich bisher noch nichts unternommen. Möchte aber andere davor warnen einfach
ins Blaue sowas anzugehen.
Auf die Bewertung - das kann ich jetzt schon sagen - wird das keinen Einfluss nehmen, da die Organisatoren dieses Projektes ja nichts dazu können und ich das Ganze auch als sehr sinnvoll ansehe.


||VORGESCHICHTE
---------------------->


Aufgrund eines Todesfalls im Jahr 2005 in der Familie - zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mit mir fertig
d.h. ich war rundum glücklich und zufrieden und habe in meinem privaten Umfeld alles geregelt, was es zu regeln und geradezubiegen gab - beschloß ich 2006 im November eine Auszeit zu nehmen. Einmal, um das Gedankenchaos und die Pläne - die ja durch so eine Situation zwar keine Richtungsänderung erfahren aber dennoch ziemlich über den Haufen geworfen werden - neu zu ordnen. Eine nahestehende Person zu verlieren erfordert nun mal erneute Auseinandersetzung mit sich selbst, um zu verstehen und zu begreifen was überhaupt passiert ist und daß die Person
in diesem Leben jedenfalls nicht mehr anzutreffen ist ( nicht auf unserer Schwingungsebene). Ich erwähne dies nur um meine Motivation zu erklären, die mich letztendlich zu diesem Projekt geführt hat - nicht um irgendwelche Anteilnahme-Bekundungen zu erhalten. Damit muß jeder selbst fertig werden zumal es ja auch ein Thema ist, was ein gewisse Hemmschwelle bei anderen hervorruft- was verständlich ist. Es geht hier um die Erfahrungen und Verhaltensweisen trotz meiner damaligen Situation auf einem Hof und eben darum, daß man sich dringend vorher Infos einholen sollte, da man sonst nicht weiß wo man landet.

Zuerst hatte ich auch in Erwägung gezogen eine Zeit in einem Kloster zu leben ( aufgrund des o.g. Falles).Mittlerweile gibt es ja div. Klöster in denen man gegen Arbeit entgeltlos probeweise wohnen und am Alltagsleben dort teilnehmen kann. Ich dachte mir, daß ich evtl. da innerlich mit den Vorkommnissen abschließen kann. Dieses Vorhaben habe ich bald wieder verworfen, da ich nicht glaube für derartige eingeschränkte Lebensweisen geeignet zu sein.

Ich suchte also im Web nach einer anderen Möglichkeit und kam mehr durch Zufall auf dieses Projekt um das es hier geht. Vielversprechend daran war - neben der inneren Einkehr in ländlicher Umgebung - sich nützlich machen zu können - die Aussicht auf Arbeiten und Aufenthalt im Freien - und etwas über die ökologische Lebensweise zu lernen / zu erfahren. Also beschloß ich, da ich noch einige Arbeitsstunden gut und auch noch keinen Urlaub
für jenes Jahr genommen hatte, einen Termin auf solch einem Hof fest zu machen.
Aus Datenschutzgründen werde ich ( evtl. noch!)keine Namen und keinen Ort nennen. Gedacht, getan! Die Termine standen fest - zuerst eine Woche auf einem Hof im rheinischen Land - danach sollte es zum o.g. Projekt weitergehen. Ich freute mich auf ein bonanzamäßiges Farmerleben.


||DIE ERFAHRUNG
--------------------------------->

Nachdem ich auf dem ersten Hof eine Woche gewohnt hatte und der Tag des Abschieds gekommen war begab ich mich gegen Mittag auf die Reise Richtung Norden. Als ich den zweiten Hof am Abend erreichte war es schon dunkel - es war Anfang November - und ich nahm noch nicht viel von der neuen Umgebung wahr in der ich die nächsten zwei Monate verweilen sollte. Es war der Jahreszeit entsprechend ziemlich finster. Die spärliche Straßenbeleuchtung - der Hof lag zwischen zwei Landstraßen - wurde von Bäumen und einem Haus davon abgehalten den Innenhof zu erreichen auf dem ich mittlerweile mein Auto abgestellt hatte. Nur der Lichtschein aus div. Fenstern - die ich noch nicht eindeutig zuordnen konnte- erhellte etwas den Kiesweg. Jemand mußte das Geräusch des ankommenden und parkenden Autos wahrgenommen haben, denn eine Minute später erschien die Shilouette einer größeren, schlaksigen Figur in der Eingangstür eines Hauses das sich etwas abseits der übrigen Häuser auf dem Hof befand. Ich bewegte mich auf die Shilouette zu und konnte nun im Lichtkegel der Außenleuchte einen Mann mittleren Alters erkennen. Ich wurde bereits erwartet - klar ich hatte einen Termin - und in Innere des Hauses gebeten. Es war ein Dreifamilienhaus in dem die obere Etage leer stand - wie ich später gewahr wurde. Durch einen kleinen Flur gelangte man rechts zum Reich des Herrschers - links ging der Flur weiter und führte zum übrigen Teil des Hauses zu dem ich später komme. Auf diesem Teil des Flures gab es auch zwei Türen hinter denen sich jeweils eine Toilette und ein kleiner Raum mit Dusche befand. Vorne am Eingang gab es noch mal einen Raum mit Waschmaschinen.

Das Reich des Herrschers war eine Art Zweiraumwohnung im EG. Im hinteren Raum von dem man aus auf die Straße blicken konnte befand sich der Wohn- und Schlafbereich. Eine Wand trennte diesen Raum vom vorderen Raum ab. Die Tür die diese beiden Räume verband war ein im Türrahmen provisorisch angebrachter Vorhang.
Im vorderen Zimmer - das zum Hof lag - befand sich rechts von der o.g. Tür
ein Schreibtisch auf einem etwas erhöhtem Podest ( wie es sich für einen Herrscher geziemt...*g)...und im Anschluß daran eine kleine Küche die eher eine Küchenzeile war. In diese wurde ich
zu Tisch gebeten
(in diesem Fall eine Art Ausziehtisch die sich unter der Spüle befand). Mir wurde etwas zum Essen und eine Kanne Tee offeriert. Daß man nicht nur so da sitzt und sich bemüht ein Gespräch anzufangen dürfte zu den normalen Verhaltensregeln gehören. Man kam von einem zum anderen Thema, wobei sich schon am ersten Abend ein gewisser Dogmatismus seitens des Hausherrn herauskristallisierte, den ich bei meinem weiteren Aufenthalt noch zu spüren bekommen sollte. Dieser machte sich bemerkbar durch Äußerungen auf Meinungen wie
Das ist doch Quatsch oder Die spinnen doch u.a.. wobei die eigene Meinung ( seine) als die einzig richtige angesehen wurde
( worum es genau ging, weiß ich nicht mehr).

Ich dachte mir noch nichts großartiges dabei nur, daß dies vielleicht so seine Art ist und nahm es nicht weiter ernst. Ich war auch viel zu müde und froh, daß ich mich eine Stunde später auf einer provisorischen Matraze ausbreiten konnte. Ich wurde zunächst in die leerstehende Wohnung einquartiert, da der Bauwagen noch nicht gästefertig war.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück betrat ich den Hof zum ersten mal bei Tageslicht und konnte mir die Umgebung mal genauer ansehen. Rechts vom Haus ging es zu einer alten stillgelegten Wassermühle an der ein kleiner Bach entlang plätscherte. Gegenüber gab es eine Scheune, daneben ein kleines Zweifamilien-Haus - der Clou an diesem Haus war ein Rundfenster. So ziemlich in der Mitte des Hofes befand sich gegenüber diesem Haus ein schnuckliger Rundbau der wohl vollständig aus Lehm bestand. Der Mittelbereich des Hofes mit der Wassermühle, dem Drei- und Zweifamilienhaus + der Scheune bestand teilweise aus Kies und war teilweise normal asphaltiert. Der Rundbau ragte inmitten der grünen Wiese hervor. An diesem vorbei führte ein Trampelpfad in die Wildnis, man hatte also ein gehöriges Stück zu laufen bevor man sein neues Heim erreichte. Und da stand es: Mein Refugium für die nächsten zwei Monate. Der Bauwagen inmitten der Natur....*g...Räder waren natürlich abmontiert worden und er stand ca. 50 cm erhöht. Über eine provisorisch angebrachte Eisentreppe konnte man die Behausung nun betreten. Nachdem noch ein alter Kanonenrohr-Ofen ( oder wie die Dinger heißen), der in der alten Scheune lagerte - in den Bauwagen
transportiert wurde ( was man natürlich selbst machen mußte) konnte man es sich nun dort wohnlich machen.

Die Einrichtung war als funktionell
zu bezeichnen und beschränkte sich auf eine kleine Bank neben einem kleinen Fenster im hinteren Bereich die wohl als Ablagemöglichkeit gedacht war - einem Tisch - zwei aufeinandergestapelten Matratzen - einem Hängeschränkchen und einem kleinen Schränkchen vorn am Eingang. Links und rechts konnte man durch jeweils ein Fenster auf die idyllische und
( scheinbar) friedliche Landschaft blicken. Ich beschloss erstmal etwas sauber zu machen und einige Dinge umzustellen.

Als ich das Schränkchen zwecks Erreichbarkeit der dahinterliegenden Fläche abrückte machte ich Bekanntschaft mit einigen Mitbewohnern. An der Rückwand des Schränkchens hatten sich ca. 100 Fliegen
( zum Glück die dünneren Exemplare) zum Winterschlaf niedergelassen . Ich schrak erst mal zurück und dachte im ersten Augenblick an Asseln. Der Hofherr war gerade in der Nähe und ich erzählte ihm davon, daß ich eigenlich annahm meine Wohnstätte mit niemandem teilen zu müssen. Nun wurde ich auch erstmals in die Hofphilosophie eingeweiht....LoooL...denn der Hofherr legte mir nahe den Fliegengott
( wobei nicht genau dieses Wort gebraucht wurde, es ging aber in die Richtung...*gg)...darum zu bitten, daß die Tierchen einen anderen Platz aufsuchen mögen. Auch sollte ich

Bilder von Alles mit H...
  • Alles mit H... wwoof 1
  • Alles mit H... wwoof 2
  • Alles mit H... wwoof 3
  • Alles mit H... wwoof 4
Alles mit H... wwoof 1
Du kommst hier nich durch..*g
mit den Tierchen selbst Zwiesprache halten und an deren Kooperation appellieren...*lach. Gut, es stellte sich bald heraus, daß ich auf normale Weise hier nicht weiterkomme. Ich dachte mir meinen Teil, ließ die Fliegen Fliegen sein und widmete mich weiterhin meiner
Säuberungs- und Umstellaktion.Was soll's. Solange sie dort blieben wo sie waren...Ich bin da nicht soooo
penibel...

Die Arbeit, die ich in den nächsten Wochen zu tun hatte machte größtenteils sogar großen Spaß. Diese war
hauptsächlich an der frischen Luft zu verrichten, was mir sehr entgegen kam. Dazu gehörte z.B. das Ernten des letzten Gemüses wie Tomaten, Kohl, Möhren und Kürbisse - das Herrichten der Gewächshäuser und Beete für den Winter, Unkraut jäten, Laub entfernen, Blumenbeete säubern u.a..Man muß dazu sagen, daß sich der Hof hauptsächlich auf das Züchten und Verkaufen von Samen seltener und alter Gemüsepflanzen beschränkte. Von diesen Samen mußten sog. Keimproben in Petri-Schalen angefertigt werden und das Ergbnis wurde nach einigen Tagen schriftlich festgehalten. Dies diente dazu festzustellen ob die Samen denn auch wirklich aufgingen bzw. keimten und auch verkäuflich waren. War dies der Fall wurden die Samen abgewogen, in kleine Tüten verpackt die wiederrum dann in einer bestimmten Anzahl in Kartons gepackt und versandfertig gemacht wurden. Die Arbeit war alles in allem sehr abwechslungsreich und machte mir auch Spaß.

Frühstück-Mittag-und Abendessen wurden in der
Küche des Hofherrn eingenommen, der * Ironie an...immensen Wert auf Kommunikation legte...*Ironie aus. Versuchte man ein Gespräch zu beginnen kamen Antworten wie
Darüber möchte ich jetzt nicht sprechen ,
darüber diskutier ich jetzt nicht u.s.w.. Gemündet hat die geistig anregende Konversation immer darin,daß der Hofherr das Essen wortlos in sich reinschaufelte und man wie Pik Sieben daneben saß, weil man es inzwischen aufgegeben hatte.Da man nebeneinander saß an diesem ausziehbaren Tisch schaute man eben die Kacheln über der Spüle an - was auch unterhaltsam war, denn diese wiesen eine unterschiedliche Struktur auf...*lach - oder man blickte links zum Fenster hinaus, weil draußen ein Vögelchen auf dem Baum tirilierte. Der Vogel schien übrgiens gesprächiger zu sein.

Das Mittagessen wurde auch von mir gekocht- das bedeutete für mich, daß ich mich ohne Pause von meiner Arbeit ans Kochen machte und die Auswahl hatte zwischen Kürbis, Tomaten, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Kürbis, Tomaten , Kartoffeln, Zwiebeln...nein keine Wiederholung/ kein Schreibfehler. Es standen mir täglich tatsächlich nur diese Zutaten zur Auswahl - wobei die Wohnung war ja inzw. mit geernteten Kürbissen übersät, so daß es für diese Zutat in den nächsten zwei Monaten keinen Engpaß geben dürfte...*gg...Es gab auch einiges Eingemachte
im Keller - die Regale war proppenvoll damit - aber da durfte / sollte man nach Möglichkeit nicht dran.
Ich versuchte mein Bestes jeden Tag was anderes draus zu machen. Handelsübliche Konsumgüter
wie Sahne oder Milch suchte man vergeblich - es war eine Art Selbstversorger-Hof. Ich verfeinere Essen gerne mal mit Sahne - was der Hofherr als nicht nötig ansah und mir nahelegte daß ich wohl verwöhnt wäre
was wieder mal in endlosen Diskussionen endete ( ja in solchen belanglosen Fällen war man im Gegensatz zu anderen Gelegenheiten recht diskussionsfreudig). Ich lieh mir immer von dem Pärchen - das in dem Rundbau wohnte - etwas Ziegenkäse aus um den abwechslungsreichen Menüs wenigstens einen gewissen Kick zu verleihen...*gg...

Wenn ich von der Abwesenheit handelsüblicher Konsumgüter spreche, dann meine ich damit so ziemlich alles was für andere normal ist: Dosenmilch, Wurst, Marmelade, Quark, Schmierkäse, Plätzchen, Kuchen, Schinken o.ä......

Das Angebot für das morgendliche und abendliche Mahl beinhaltete eine Art Paste die geschmacklich an Maggie erinnerte und wohl aus Soja hergestellt war. Aus Vorratsgründen wurde diese immer in rauhen Mengen in irgendeinem Bioladen bestellt. Sooo schlecht schmeckte die nicht es hätte hin und wieder nur mal eine andere Sorte sein dürfen...*lach...Brot wurde selbst gebacken. Käse kaufte man ebenfalls in einem speziellen Bioladen im Dorf. Beides wurde portioniert, eingefroren und bei Bedarf aufgetaut. Man hatte schon Angst mehr zu essen, weil man wieder jeden zweiten / dritten Tag um Brot oder Käse betteln mußte. Als ich dieses Thema ansprach und auf den Werbeslogan Arbeit gegen Kost und Logis aufmerksam machte, bekam ich kulanterweise zwar anstandslos so 20 EUR und konnte mir im örtlichen Supermarkt kaufen was ich wollte. Doch wenn das Gekaufte aufgebraucht war mußte man den Herrn wieder ansprechen, was mir äußerst peinlich war und mir schon wie betteln vorkam. Ich kam mit dem Gekauften zwar gut 2 Wochen hin, da ich kein Vielfraß
bin ( und da waren ja noch der Käse, die Paste und das Brot) aber es ging mir mit der Zeit auch auf den Keks, daß man da mal nicht von sich aus was locker gemacht hat. Da ich sowieso mein Abendessen im Bauwagen zu mir nahm bahrte ich stolz meine Errungenschaften dort auf und empfand bei dessen Anblick ein gewisses Luxusgefühl im Vergleich zum vorfindbaren Rest auf dem Hof...LooooL..Tja, die Ansprüche werden eben in gewissen Situationen geringer und man lernt wieder sich an den
kleineren Dingen des Lebens zu erfreuen. Sicherlich ein immenser Lernprozeß der da in Gang gebracht wird...*lach...Weiterhin lernt man zu improvisieren, denn als Kühlschrank diente eine Plastiktüte die außen am Fenster des Bauwagens angebracht war ( =Winter / kalte Außentemperaturen).

Warum ich mein Abendessen nun im Bauwagen einnahm war auf ein Gespräch mit dem Hofherrn zurückzuführen, der mir eines Morgens offenbarte, daß er so früh am Morgen noch niemanden neben sich haben könne und ob es mir was ausmache, das Frühstück in meinem Domizil einzunehmen.
Ich nahm die Gelegenheit sowas von wahr und bot an nur das Mittagessen zusammen in der Küche einzunehmen -
was ein Einverständnis nach sich zog. Diese Vereinbarung kam mir sowas von entgegen, denn wenn ich schon stocksteif da sitzen muß und mir morgens schon übellaunige Menschen angucken muß / soll, dann könnte ich auch zu Hause mit dem Bus fahren...LoooooL...

Apropos Übellaunigkeit am Morgen! Unerwähnt sollte keinesfalls eine kleine Anekdote bleiben, die als Beispiel für die angepriesene Menschlichkeit und Hilfestellung in Lebenskrisen dienen soll:
Während der Einnahme des morgendlichen Mahls - das war ziemlich zu Anfang, als dem Herrn Gesellschaft
noch genehm war...*gg) rutschte mir nebenbei die Anmerkung heraus, daß ich meine Mum vermisse. Ein Jahr danach ist man schon mal in einer Situation, wo einem das zeitweise mal in den Sinn kommt. Und ich habe
wirklich vermieden dieses oft zu erwähnen - einmal, weil man sowieso selbst damit fertig werden muß - zum zweiten will man niemandem damit behelligen und zum dritten, wurde mir sowieso schnell klar, daß es die im Prospekt angebotene Krisenhilfe hier sowieso nicht gab...*lach. Diese unverschämte Äußerung veranlasste den Hausherrn wie von der Hornisse gebissen fast aufzuspringen, in sein Müsli zu spucken und unüberhörbar
kund zu tun :
Das geht mir dermaßen auf den Sack mit Deiner Mutter, vielleicht
ist Dein Vater froh, daß die Alte weg ist und jetzt kann er endlich leben. Unüberhörbar bedeutet, daß sämtliche Wände wackelten und wohl auch die übrigen Hofbewohner ihren Anteil an dieser Darbietung hatten.
Falls man meint nicht richtig gelesen zu haben - ich dachte in dem Moment nämlich nicht richtig zu hören - noch mal die Wiederholung:
Das geht mir dermaßen auf den Sack mit Deiner Mutter, vielleicht
ist Dein Vater froh, daß die Alte weg ist und jetzt kann er endlich leben. Das sind die ORIGINALWORTE und es sträubt sich alles in mir das zu schreiben, weil Verstorbene alle Gedanken u. alles Geschriebene mitbekommen sollen. Das saß! Es war unglaublich!
Die Tränen schossen mir in die Augen, ich habe versucht mich zu beherrschen und nichts zu zeigen, damit dieser IDIOT nicht meint er hätte mich noch damit getroffen. Normalerweise wäre dies ausreichend gewesen, daß ich ihm die Klamotten vor die Füße geschmissen oder meine Meinung ebenfalls lautstark kund getan hätte , denn im Normalfall lasse ich mir sowas nicht gefallen. Doch ich war irgendwie immer noch in Trauer und mir war alles egal. Außerdem war vor diesem Zeitpunkt schon ausgemacht, daß ich am Ende 500 EUR erhalten sollte, da ich mehr als üblich gearbeitet hatte( insg. waren es täglich ca. 10 Stunden - andere Wwoofer dagegen machten ihre 2 bis 3 Std. am Tag- doch ich wollte das ja selbst so). Ich dachte in dem Moment nur an das Geld und daran, daß ich ich noch Urlaub hatte, zu Hause ( zumindest morgens dann) auch nur rumgesessen hätte. Weiterhin wäre alles bisher umsonst gewesen, die bisher verwendete Zeit und das Geld wären futsch gewesen.

Das war beileibe nicht der einzige Ausraster es sollten noch viele folgen, die ein Buch füllen könnten. Ich picke mit Rücksicht auf die Berichtslänge nur ein paar heraus.

Wie erwähnt wohnte die Mutter im gleichen Haus in einer eigenen Wohnung. Wollte man zu ihr gelangen mußte man ein kurzes Stück durch den anfangs genannten Flur zum anderen Teil des Hauses. Dieser Teil war nochmals durch eine mit Milchglas versehene Tür getrennt. Die Mutter hielt sich den ganzen Tag in der Wohnung auf,sah fern - man konnte vom Hof den eingeschalteten Fernseher sehen, daher weiß ich das - und auch von den
Gesprächen ( ja sowas gab's auch) mit dem Hausherrn. Morgens wurde die alte Dame von einer mobilen Krankenpflege betreut. Sie war sehr herzkrank, hatte einen künstlichen Darmausgang und saß im Rollstuhl. Vom Herrn hatte sie den
Auftrag Zettel / Notizen an die besagte Tür zu befestigen, wenn sie irgendwas wollte / benötigte. Wahrscheinlich wollte er nicht gestört werden, denn er meinte sie würde dann laufend an die Tür klopfen, wenn es diese Regelung nicht gäbe. Eines abends reinigte ich gerade den Flur, als die Mutter sich im Rollstuhl den Flur entlang zur Tür des Herrn mühte. Sie klopfte an. Urplötzlich wurde die Tür dermaßen aufgerissen, der Herr erschien und schrie wie am Spieß Was willst Du denn schon wieder, Du sollst doch Zettel an die Tür machen, verdammt noch mal
Und schreien ist noch gelinde ausgedrückt. Ich stand in unmittelbarer Nähe, zitterte richtig und konnte nicht begreifen, was ich da gerade sah und hörte.
Ich dachte nur wie man so mit einer alten, kranken Frau umgehen kann egal was sie gemacht hat ( dazu später).
Als er die Tür zuknallte und die Mutter sich wieder auf den Rückweg in ihr Zimmer machte, fragte ich, ob ich was tun könne. Sie winkte nur ab und murmelte was von
Was hat er denn jetzt schon wieder. Es schien also nicht das erste Mal zu sein was mir auch Aussagen der übrigen Hofbewohner bestätigten.Ich konnte und wollte mich da auch nicht einmischen, um mir weiteren Ärger zu ersparen.

Ich versuchte am nächsten Tag mit ihm während des Mittag essens ins Gespräch zu kommen und ihm zu sagen, daß man doch eigentlich jemandem vergeben müsse und daß die Mutter schon mit ihrer Krankheit genug gestraft wäre. Denn dieses Verhalten gegenüber der Mutter war wohl eine Art Strafe, weil sie ihn früher geschlagen hatte -
wie er mir mal erzählt hat. Dieses verächtliche Sprechen über die Frau versetzte mir jedes Mal eine Gänsehaut.
Was ich dabei nicht verstehe: Wenn ich ein spiritueller Hof bin, der sich bestimmte Grundsätze auf die Fahne geschrieben hat, wie kann ich dann so mit Menschen verfahren? Da passt doch irgendwas nicht zusammen?
Dann kenne ich doch das Prinzip des Vergessens und Vergebens? Die ganze Situation auf dem Hof war
dermaßen schizophren, daß man manchmal nicht mehr wußte in welchem Film man nun war. Zeitweise erzählte er mir sämtliche Probleme, die er hatte z.B. daß die Mutter ihn früher geschlagen hat und daß er heute deswegen Probleme mit Frauen hat ( gut dann kann ich auch das andere verstehen, aber...) Zu anderen Zeiten war er dann wieder unkommunikativ und hatte diese HB-Männchen-Allüren. Es war mehr als schwierig mit der Situation zurecht zu kommen, denn ich hatte kein Interesse daran darauf einzugehen oder mir Gedanken zu machen, da ich meine eigenen Probleme und meine eigene Trauer hatte.Zu dem Zeitpunkt - es war erst ein Jahr her! Ich wußte manchmal nicht, ob ich es aushalte biß aber die Zähne zusammen, da es nicht mein Ding ist aufzugeben und ich
will es dann auch durchziehen und demjenigen beweisen, daß ich nicht klein zu kriegen bin. Wo mancher aufgegeben hätte, da bin ich erst richtig in meinem Element...LoooooL...

Was sich weiterhin außerdem als seeehr merkwürdig erwies, war die Bemerkung seitens des Hausherrn, daß das dort keine Beziehung wäre. Jeder Mensch würde sich spätestens hier an den Kopf fassen und endgültig fragen, ob noch alles klar ist. Aber ich habe Gott sei Dank die Gabe ruhig zu bleiben und erwiderte nur, daß ich mich dunkel daran erinnerte warum ich eigentlich da war: zum Arbeiten!....LooooL...nebenbei entwich mir dann doch die Frage, wie er darauf käme...worauf ich auch keine eindeutige Antwort erhielt. Der Hammer war eine Besprechung zu der ich eingeladen wurde. Darin verkündete der Hausherr, daß er letzte Woche jemanden kennengelernt hat und daß diejenige an den Wochenenden zu Besuch käme. Ich habe mich in dem Moment noch mal vergewissert, daß ich auch wirklich da war wo ich hin wollte / sollte, oder anders ausgedrückt ich war versucht mich selbst zu kneifen....lach...Ich fragte nach was das mit der Arbeit zu tun hätte. Jaaaa, es wäre ja nur so und überhaupt. Was veranlasst jemanden so einen Scheiß zu thematisieren, wenn man dort zum Arbeiten verweilt? Was gehen mich private Dinge an, wenn ich dort aus einer eigenen Situation heraus nur mit friedlichen Absichten und unbedarft meiner Arbeit nachgehen möchte? - die anderen Dinge - mit denen im Prospekt geworben wurde - hatte ich doch schón längst nicht mehr ernst genommen.

Eines abends - die Arbeitszeit war schon ca 2 Std vorüber - mußte ich wohl mal zur Toilette, die ja in dem Haus war und zu dem ich erst vom Bauwagen mich begeben mußte. Als ich am Haus vorbeiging vernahme ich lautes Geschrei und dachte bei mir, daß der wohl wieder seine
fünf Minuten hat. Ne, falsch gedacht. Einmal wöchentlich trafen sich mehrere Dorfbewohner in seiner Wohnung, um eine sog. Familienaufstellung zu machen. Hier verarbeitet man wohl seine Kindheitserlebnisse o.a. indem man
hier in die Rolle der Familienmitglieder schlüpft und so ein Kram. Zu erklären was das ist würde zu weit führen.
Wer es wissen will:....http://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung..........

Am meisten tat mir der arme Hund leid - der Besitzer hatte einen schwarzen Labrador - der jeden Abend gelangweilt und stupide im Flur vor sich hin döste, betröppelt in die Gegend guckte und nur auf verschlossene Türen starrte, denn in die Wohnung durfte er natürlich nicht. Der Hausherr meinte, das käme noch so weit, daß der dreckelige Hund die Wohnung schmutzig macht.

Zu der ganzen Scheiße, die das Tier sich da anhören mußte kam noch das nicht gerade leise Getöse der Waschmaschinen dazu. Ich hielt das nicht mehr aus, wie er da litt,riß die Haustür auf und rief ihm zu er solle kommen. Wie vom Blitz getroffen schoß der Hund nach draußen in die Freiheit, sprang an mir hoch und schien sich riesig über die Erlösung zu freuen. Er lief mit mir zum Bauwagen, war mit einem Satz darin. Ich machte ihm neben dem Ofen eine Decke zurecht auf die er sich laaang ausstreckte und fütterte ihn häppchenweise mit belegten Broten...*g ...( ist zwar nicht so gut für einen Hund, aber von dem paar Mal die er bei mir war wird er nicht sterben, er bekam ohnehin jeden Tag irgendso eine gebratene Getreidepampe). Ich glaub dem ging es lang nicht so gut und ab dem Abend hatte ich ihn jeden Tag da. Jedesmal wenn ich Feierabend hatte wartete er schon draußen und rannte mir zum Bauwagen nach. Das war so ein lieber, gutmütiger Hund- diesen Wachhund den der Typ daraus machen wollte, dafür war der gar nicht geeignet. Ich baute eine immer enger werdende Beziehung zu dem Hund auf (zu dem ja...*LoooooL)- er lief mir tagsüber fast überall hinterher - was wohl ein Fehler war, denn der Abschied am letzten Tag gestaltete sich entsprechend dramatisch.

Die Abende bekam man schnell rum zumal man nach ca. 10-stündiger Arbeit erst mal versuchen mußte den
alten Ofen in Gang zu bringen, was gut und gerne eine Stunde in Anspruch nahm. Ich hatte mir von dem Pärchen einen Fernseher geliehen. Hin und wieder stattete ich dem ein oder anderen einen Besuch ab. Ich hatte ja drei Auswahlmöglichkeiten. In dem mittleren Haus mit dem runden Fenster -das übrigens das Küchenfenster war -
wohnte eine ältere ca. 60-jährige Frau mit ihrem Lebensgefährten. Aus Gesprächen erfuhr ich, daß der Mann die Frau wohl irgendwo mal aufgegabelt hat - sie schien wohl vorher auf der Straße gelebt zu haben. Unterhaltungen
waren nicht immer von Sinnhaftigkeit durchflutet da mit ihr irgendwas nicht so stimmte, den nach jedem zweiten, dritten Satz fing sie an zu gackern oder lachen - auch an Stellen wo es nicht hingehörte - war schon etwas eigenartig. In der Wassermühle hauste irgendein Typ aus Bayern. Wenn man diese betrat stand man in einem baufälligen Raum - links ging es hinunter in einen Keller, den ich nie betreten habe und worauf ich auch verzichten konnte. Eine provisorische Treppe aus Kisten führte auf ein Podest auf der sich dann ein durchgehender Raum befand den sich der Bewohner zurecht gemacht hat. In Gesprächen versuchte er mir zu erklären, daß ich das Universum sei das er wohl allabendlich mittels Mediation und außerkörperlichen Erfahrungen besuchte ( immer von ca. 20:00 - 21:00 Uhr)...LooooL.( Ich habe nichts gegen spirituelle Ansichten, da ich mich selbst mit Grenzwissenschaften beschäfitge, aber man sollte dabei auf dem Teppich bleiben, sonst endet's bös)..Eines abends ging ich wieder mal rüber um dort fern zu sehen, da mir dort mehr Programme zur Verfügung standen - das Pärchen und die Frau besaßen keinen Fernseher.

Ich betrat also mal wieder die heiligen Wassermühlen-Hallen und dachte, daß ich nicht richtig sehe, saß doch der Typ mit einer selbst gebastelten Art Hut aus Alufolie vor dem TV-Gerät der wohl Schutz vor den kosmischen Strahlen bieten sollte. Ich hatte ja während meiner Arbeit in einem Altenheim - das manchmal auch einer psychiatrischen Einrichtung
gleicht - gelernt, wie man auf solche Leute einzugehen hat. Nämlich so tun als ob nichts wäre und gut zureden....*lach....Bevor ich mich zur abendlichen Fernsehdarbietung niederließ vergewisserte ich mich davon, daß ich keinen Strahlenschutz benötigte und es wurde noch ein schöner Abend....*LoooooL.....

Die einzigen normalen Bewohner des Hofes schien das Pärchen aus dem Lehm-Rundbau zu sein. Diese sind aus dem Ruhrgebiet hierher gezogen. Mit denen konnte man sich normal unterhalten und auch ansonsten waren die nicht so abgehoben, wie die übrigen Bewohner. Dort verbrachte ich auch die meisten Abende.

Auffällig war, daß die Tiere des Hofes wohl doch nicht sooo gut behandelt wurden, wie man es bei solch einem Hof,
annimmt, der damit wirbt in Einklang mit Mensch, Tier und Natur zu leben. Die Katzen dort hingen wie Kletten an einem und schienen ziemlich ausgehungert und verwahrlost zu sein. Angeblich gehörten sie dem
Wassermühlenbewohner. Dieser zog es vor die Katzen mit Wasser - na ja wenn man schon an der Quelle wohnt, sollte man das sinnvoll nutzen...*g - wegzujagen anstatt diese regelmäßig zu füttern. Es gab zwei Hunde - einmal den o.g. Labrador, der zwar tagsüber einen tollen und ausgiebigen Auslauf auf dem Hof hatte, der aber sobald es dunkel wurde- was im Winter schon gegen 16:00 Uhr der Fall ist - auf dem Flur bis zum nächsten Morgen ausharren mußte. Als Unterlage diente ihm ein altes Stück dreckiger Teppich - immerhin ein Flokati. Der Flur war auch aufgrund dessen, daß sich dort die Toiletten befanden, die von den Bewohnern des Hofes genutzt wurden - nur die ältere Frau aus dem mittleren Haus hatte eine eigene
Toilette - gut besucht. In Folge dessen kam der Hund eigentlich abends nie richtig zur Ruhe, zumal sich dort auch
wie erwähnt in einem Nebenraum die Waschmaschinen befanden. Immerhin nahm das Pärchen den Hund hin und wieder zu sich abends rein.

Dann gab es noch einen größeren Hund dessen Gattung ich nicht kenne, der dem Pärchen gehörte und der die meiste Zeit angekettet war, weil er noch erzogen werden mußte und die Besitzer ihm angeblich nicht anders Herr wurden. So Anfang Dezember zog in die obere Etage des Dreifam.-Hauses eine geschiedene Frau mit Kindern ein die ein paar Kaninchen und Hasen hatten.
Untergebracht wurden diese in einer Garage -draußen! Es war saukalt! - die auch tagsüber geschlossen wurde. Angeblich nur so lange bis man eine andere Möglichkeit fand. Als ich den Hof verließ waren die aber immer noch dort. In Einklang mit Tier und Natur?

Ein Zwischfall der für die guten Manieren des Herrn spricht sei noch zu erwähnen: Eines Tages beim Kochen sind mir unbemerkt ein paar Tropfen Öl daneben gegangen, die wohl auf dem Boden gelandet waren. Irgendwann muß es der
Hofherr aber gemerkt haben worauf er mir einen Lappen vor die Füße warf mit den Worten ich solle gefälligst die Küche sauber machen, das würde in der ganzen Wohnung vertreten werden. Das war das einzige Mal wo es selbst mir zuviel wurde, ich zurück schrie, ob er noch ganz bei Trost wäre und fluchtartig den
Tempel des Irrsinns verließ und drauf und dran war zu überlegen, ob es nicht doch besser wäre den Heimweg anzutreten. Ca. eine halbe Std. später tauchte das HB-Männchen bei mir am Bauwagen auf und meinte, daß es ihm leid täte und so weiter.

Gelegentlich kam 1 x wöchentlich ein kleines Mädchen zum Nachhilfeunterricht ( Mathematik). Als mal wieder so ein Abend war und das Mädchen bereits eingetroffen der Hausherr aber nirgends zu sehen war mußte ich mich in seiner Wohnung so lange mit dem Mädchen beschäftigen, weil ich auch nicht einfach so rausgehen wollte- denn ich befand mich gerade in der Küche und hatte gespült. Minuten um Minuten vergingen - aus den Minuten wurde ein Stunde. Während dieser Zeit erfuhr ich interessante Details z.B. meinte das Kind :
Der Onkel ( womit der Besitzer gemeint war) sitzt immer so steif da.
Aha, dachte ich, dann liegst Du mit Deinem Eindruck anscheinend nich ganz daneben. Ich erfuhr aber auch, wie so einige Dorfbewohner von dem Hof dachten und mir wurde so manches klar. Auch aus Gesprächen mit anderen Hofbewohnern hörte ich, welchen Ruf der Hof anscheinend hatte( siehe Fazit).

Als der Herr endlich auftauchte motzte er schon wieder mit mir rum, weil ich ihm nicht Bescheid gesagt habe, daß das Mädchen da wäre, obwohl ich damit überhaupt nichts zu tun hatte - und er selbst wissen muß, wann er seine Unterrichtsstunden hatte. Ich erzählte dies später dem Pärchen, da ich mir in dem Augenblick selbst nicht im Klaren darüber war, ob ich hätte Bescheid sagen müssen. Die bestätigten mir aber auch, daß der Ausraster
wieder mal unbegründet war. Na ja, man kannte das ja inzwischen.

Wenn man 10 Stunden - der Arbeitstag begann nach dem Frühstück gegen 8:30 Uhr und endete meist so gegen 18:00 / 19:00 Uhr, dazwischen von der Arbeit noch Kochen und dann sofort wieder weiterarbeiten ( FREIWILLIG! das muß dazu gesagt werden, denn ich wollte es selbst so, da ich annahm durch Arbeit am besten abgelenkt zu werden) - körperlich malocht könnte man ja auch erwarten, daß man mal zwischendurch 'ne Tasse Kaffee angeboten bekommt
( ich würde das so machen). Pustekuchen! Von selbst kam da nix! Das gehört für mein Empfinden zum guten Ton. Aber mit den Tönen haperte es ja ohnehin...LooooL...
Auch mit der Einschätzung der körperlichen Kräfte war es nicht so weit her, denn es galt einmal die Garagen - diese befanden sich gegenüber der Wassermühle, 4 Stück - aufzuräumen. Einige Dinge sollten von dort auf den Dachboden der Scheune gebracht werden. Darunter auch mind. 50 zentnerschwere Bleche, die er mich über die enge ( die Treppe war max. einen halben Meter breit) knarrende Holztreppe die zum Dachboden führte schleppen ließ. Ich bekam die Bleche kaum hoch, biß wie gewohnt die Zähne zusammen, da ich nicht zeigen wollte, daß mir das zu schwer war.

Gerechterweise muß man aber auch erwähnen, daß der Hausherr sich hin und wieder auch mal zu einem Lob hat hinreißen lassen oder sich sogar mal für sein Verhalten entschuldigt hat ( siehe oben) Ja tatsächlich! Das waren einige wenige lichte Momente, die ihn da wohl überkommen haben. Hauptsächlich war er auf 180 was auch an einigen persönlichen Problemen gelegen haben mag. Nun ich war ja als Aushilfskraft angestellt nicht als Psychologe und Geistheiler, woran ich bei dem auch ehrlich gesprochen kein Interesse hatte.

Am Tag der Abreise tat mir nur der Hund leid, der im inzwischen leeren Bauwagen rein lief und wieder raus -
ich fuhr erst später gegen Nachmittag los. Er bellte und machte Theater, lief auch draußen hin und her
denn er merkte wohl, daß irgendwas anders war. Ich verabschiedete mich von den Bewohnern nahm mein Geld entgegen, stieg schnell in mein Auto und machte, daß ich weg komme, da ich das herzzerreißende Bellen nicht mehr ertragen konnte. Ein letzter Blick in den Rückspiegel...das Pärchen nahm gerade den Hund zu sich in den Rundbau. Mir liefen die Tränen herunter und ich beschloß den Hund da wegzuholen, wenn es in dem Moment auch wohl mehr Utopie war.


||MEINUNG + Fazit
---------------------->

Es kann sein, daß ich viele Vorkommnisse vergessen oder ausgelassen habe, da es schon wieder zwei Jahre her ist und ich mich an sowas nicht aufhalte / oder aufhalten will. Das ist lange abgehakt und unter
passiert und verschollen ad acta gelegt. ABER: Im Normalfall hätte ich nach den Ereignissen im Forum der Webseite Krawall geschlagen und andere auch gewarnt. Mir schwebte aber immer noch vor, den Hund irgendwann dort wegzuholen. Wenn ich den Hausherrn da irgendwie runtermachte konnte ich nicht mehr damit rechnen den Hund zu bekommen. Bis jetzt scheiterte dieses Vorhaben daran, daß ich eigentlich mit dem Hofherrn nicht mehr in Kontakt treten wollte, denn abgesehen von dem Pärchen das ganz nett war, hätte ich in meiner damaligen Situation auf seine Bekannschaft verzichten können.Bis heute weiß ich nicht, ob und wie ich an den Hund herankomme, da eine freiwillige Herausgabe wohl nicht abzusehen ist ( obwohl er sich eh nicht besonders drum kümmert). Außerdem ist der Hund an die dortige Umgebung und den Auslauf gewöhnt und kann nichts mit einer Zweizimmerwohnung und einem Balkon anfangen. Ich bin mir noch nicht sicher, was man da machen kann.

Der Grund warum ich das jetzt wieder aufschreibe ist die späte Reue den Bericht gelöscht zu haben, denn ich finde, daß man das öffentlich machen muß allein schon als Warnung.
Ein Hof, der Mensch und Tier so behandelt darf nicht mit dem Slogan in Einklang mit Mensch, Natur und Tier
werben! Ich bin damals auf den Spruch
Menschen, die in Lebenskrisen stehen werden ein Stück auf ihrem Weg begleitet, erhalten hier Inspiration bla bla bla hereingefallen.Da man Bekannte nicht andauernd damit nerven kann und auch nicht will, weil das JEDER mit sich ausmachen muß
( Trauerfall) war ich für diesen Spruch empfänglich ohne vorher irgendwelche Infos einzuholen. Wie ich außerdem von der älteren Frau gehört hatte, hat sie sich vor ihrem Einzug im Dorf nach dem Hof erkundigt und bekam Dinge zu hören wie durchgeknallt ,
nicht ganz bei Trost u.a.. Was sie offensichtlich nicht hinderte dort hinzuziehen...ich weiß auch warum...*gg...
Andere Wwoofer sollen nach Erzählungen dort nur 1,2 oder 3 Tage geblieben sein und es gab auch schon des öfteren Differenzen zw. Besitzer und Wwoofer. Ich habe es zwei Monate ausgehalten. Um nicht aufzugeben, um keine Schwäche zu zeigen, weil ich eh Urlaub hatte und in eine leere Whg. zurückgekehrt wäre, wegen dem Geld
( immerhin 500 EUR) aber hauptsächlich wegen dem Hund.

Ich kann jedem, der sowas in Erwägung zieht, nur raten sich genauestens über den jeweiligen Hof und seinen Besitzer etwas zu informieren. In meinem Fall war es eine Spontanentscheidung, ich wollte unbedingt sofort vom Wohnort 'ne Zeit weg - befand mich in einer Ausnahmesituation und war deshalb da nicht so genau.
Auch einige Recherchen im Internet ergaben, daß vor allem auch Wwoofer in Australien nicht so gute Erfahrungen gemacht haben. Also IMMER vorher genau über den Besitzer, den Hof informieren und GENAUE Abmachungen treffen!

Insgesamt werde ich dieses Projekt jedoch mit gut bewerten, da ich es sinnvoll finde und weil es auch für
normale Urlauber eine Möglichkeit wäre billig Urlaub zu machen und für 2 bis 3 Stunden Arbeit täglich Unterkunft zu erhalten. Auch Studenten und Jugendliche, die sich keine teuren Urlaube leisten können erhalten so eine Gelgenheit Land und Leute kennen zu lernen, denn Höfe die mit Wwoof zusammenarbeiten sind weltweit vertreten. Infos dazu im Anhang.

Städter lernen das Land mal aus der Perspektive des arbeitenden Bauern kennen, lernen dabei vielleicht noch einigen Kniffe für den eigenen Garten, können mit Tieren zusammen arbeiten, sich an der frischen Landluft bewegen und lernen hauptsächlich die Beweggründe und Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft kennen.

Einen Stern ziehe ich dafür ab, daß der Host ( Gastgeber) wohl keiner vorherigen Prüfung unterliegt, was bedeutet, daß sich praktisch JEDER der einen Vorgarten besitzt und da ein paar Blümchen pflanzt dort als ein solcher eintragen lassen kann. Auch der Zusatz Öko wird nicht geprüft. Der beste Schutz ist auch da immer noch die eigenständige Information.


Lieben Gruß
LillyStern

|| WAS IST WWOOF?
----------------------->

Wwoof ist eine weltweite Vereinigung ökologischer Landwirte
( Land/Viehwirtschaft - Obst/Gemüseanbau)wobei der Zusatz Öko allerdings nicht geprüft wird. Aktuell steht die Abkürzung für
World-Wide Opportunity On Organic Farms. Die Organisation wurde 1971 von der Londoner Sekretärin Sue Coppard in England gegründet.Die Grundidee war Interessenten mit landwirtschaftlichen Betrieben bekannt zu machen, die nach ökologischen, organischen und biodynamischen Anbaumethoden arbeiten.

In Deutschland vermittelt die Organisation seit 1987 interessierte Laien an Bio-Bauernhöfe in der ganzen Welt. Dort können die Teilnehmer für freie Kost und Logis arbeiten und das Leben in der Landwirtschaft kennen lernen. Vorkenntnisse im Gärtnern oder Gartenbau sind nicht erforderlich. Die Mindestaufenthaltszeit beträgt 2 Tage. Die Arbeiten sind vielfältig: Garten oder Feldarbeiten, Hilfe im Haushalt, Reparaturen etc..

Auf der Webseite kann man - nachdem man sich angemeldet hat - eine sog. Broschüre bestellen - muß aber dann einen Mitgliedsbeitrag von ca. 18 EUR für das ganze J

Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ytraveller

ytraveller

02.03.2009 15:51

Ich wäre da schon viel früher abgehauen. Die Zustände sind ja echt krass auf dem Hof. Wer deinen Bericht ordentlich gelesen hat, dürfte in Zukunft nicht darauf hereinfallen. LG, Stephan

blonde_lady

blonde_lady

25.02.2009 21:00

Was soll ich jetzt kommentieren??? Ich habe keine Ahnung...irgendwie fehlen mir die Worte.

Sommergirl-Mary

Sommergirl-Mary

17.02.2009 16:06

toller Bericht

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Ähnliche Angebote
Alfa Romeo 2.0l alles eingetragen mit H-Zul!!! Weiß 1970 54544577 2x Xenon Power white H4 12V/55W Halogenbirnen universal für alles KFZ mit H4 Fassung Boie, Kirsten/Elskis, Marion - Mit Jakob Wurde Alles Anders (JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH) CD Album
Alfa Romeo 2.​0l alles eingetragen mit H-​Zul!!! Weiß 1970 54544577 2x Xenon Power white H4 12V​/55W Halogenbirnen universal für .​.​. Boie, Kirsten​/Elskis, Marion -​ Mit Jakob Wurde Alles Anders ​(JUMBO Neue .​.​.
mobile.de Amazon.de Auto & Motorrad Grooves-inc.com
€ 17.940,00 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 9,99 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 11,49 *

Händler kann Preis
erhöht haben

Versandkosten:
mehr
Versandkosten: 5.​90
mehr
Versandkosten: weltweit: 2,00 Euro, ab 20,00 Bestellwert versandkostenf...
mehr
 zum Shop  zum Shop  zum Shop
mobile.​de Amazon.​de Auto & Motorrad Grooves-​inc.​com
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1147 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (30%):
  1. ytraveller
  2. blonde_lady
  3. Sommergirl-Mary
und weiteren 48 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (70%):
  1. jaros
  2. Futzi100
  3. Rubinia157
und weiteren 116 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.