Dieser Erfahrungsbericht wurde von 4 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Freunde. Ich habe in der letzten Zeit viel Kritik und nicht vorurteilsfreie Meinungen über den Islam gehört und gelesen. Ich muss erwähnen daß ich zwar nicht ein strenger, aber ein bekennender Moslem bin. Die Terroranschläge des 11. September sitzen mir immer noch im Gedanken und ich habe beim ARD auch meine Meinung zu diesem Thema gesagt und eine bekämpfung des Taliban befürwortet. Terror und menschenverachtende Zerstörung kann auf keiner Religion aufbauen und insbesondere nicht auf dem Islam. Ich habe in Deutschland viel verschärfte Kritik erfahren was den Islam nach dem 11. September betrifft. In Deutschland herrscht leider die Verallgemeinerung der sachlichen Lage und es heißt sofort: "Der Islam ist schuld" , "Islam bringt nur Terror" und dergleichen. Deutschland ist ein fremdenängstliches Land. Das Fremde wird sfort abgelehnt und skeptisch betrachtet. Nur die Wenigsten setzen sich mit dem Thema auseinander und noch weniger Forscher sind vorurteilsfrei in ihren Untersuchungen. Es sei Semuel Huntington erwähnt, der mit seinem Buch "Clash of the Civilisations" aufsehen erregte und dem Terror militärische Gewalt als Lösung vorschlägt ohne jeglichen diplomatischen Ansatz. Ich bin selbst Moslem und kann mich mit keiner "islamischen" Terrororganisation identifizieren, denn diese verantwortungslosen und gehirnamputierten Wesen bedienen sich des Islam und legen die Verse und Suren des Korans ihren Ideologien gerecht aus und beschwören den jungen Selbstmordattentätern viele berauschende Dinge im Paradies, wenn sie den Märtyrertod sterben. Doch es sei erwähnt, daß der Koran Selbstmord ablehnt und es im Jenseits heftige Konsequenzen für denjenigen bedeutet, der es doch agt sein Leben selbst zu beenden.
Taliban, Hamas oder ähnlich strukturierte Organisationen haben in meinen Augen nichts mit ISlam zu tun. Im Vergleich zu den Anhängern dieser Organisationen würde ich jeden Christen als Bruder akzeptieren als irgendeinen Hamas-Anhänger als Freund zu haben.
Es ist schrecklich welch ein Bild des Islam durch Deutschland zieht nach dem 11. September und es ist tragisch zu spekulieren, ob man erwähnen soll ob man Moslem ist oder nicht. Ich habe kürzlich mein Abitur geschafft und bin mit der deutschen Sprache und der europäischen Bildung geprägt worden. Ich bin ein befürworter der Demokratie, weil jeder Mensch sich dort zurechtfinden kann.
In seinem Kern ist der Koran eine friedliche und tolerante Religion, denn wir haben im Osmanischen Reich gesehen, daß Kirchen und andere Gebetshäuser neben Moscheen erlaubt waren für die anderen Religionen. Ich verlange nicht gleich von jedem zum Islam überzutreten, sondern mehr Toleranz und Akzeptanz. Der Islam der vom Koran verlangt wird ist genau die Kontroverse zum ausgeübten Islam des Taliban und dergleichen. Es herrscht eine Differenz zwischen theoretischer und praktischer Auslebung des Islam seitens der Muslime in globaler Hinsicht. Vielen Dank für das Lesen meines Berichtes. Ich wollte das lange aus meinem Herzen niederschreiben. VIelen Dank! CIAO!
08.07.2002 16:12
Dein Bericht hat mir sehr gefallen und ich hoffe für dich, dass dadurch wieder ein paar Vorurteile beseitigt werden. Grüße delsch