Alles mit L...

Erfahrungsbericht über

Alles mit L...

Gesamtbewertung (1121): Gesamtbewertung Alles mit L...

 

Alle Alles mit L... Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


>>> Der Leistenbruch <<<

2  28.05.2002

Pro:
eigentlich gar nichts

Kontra:
man muß den aufrechten Gang wieder lernen

Empfehlenswert: Nein 

kvk5

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:51

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


+++++ Vorwort +++++


Hallo Ihr Lieben! Da ich gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde, liegt es ja auf der Hand, auch hierüber mal einen Bericht zu schreiben.

Seit einiger Zeit, schleppte ich mich mit einem Leistenbruch herum, der ja irgendwann mal operativ behoben werden musste. So wurde ich dann am Dienstag nach Pfingsten ins Jung-Stilling Krankenhaus nach Siegen eingewiesen.

+++++ Das Krankenhaus +++++


Erst möchte ich Euch in kurzen Zügen mal das ev. Jung-Stilling Krankenhaus vorstellen.

Seinen Namen erhielt es von einem Mann Namens Johann-Heinrich Jung, genannt „Stilling“. Er war Augenarzt u. Schriftsteller und wurde 1740 in Hilchenbach bei Siegen geboren. Jung Stilling entwickelte für die damalige Zeit eine revolutionäre Methode der Staroperation.

Das Krankenhaus verfügt über 414 Betten, auf jedem Zimmer sind Telefon u. Fernsehen zu finden und hier ist auch der Rettungshubschrauber Christopher 25 stationiert.

Dem Krankenhaus unterliegen folgende Bereiche:

Medizinische Klinik --- Chirurgische Klinik --- Frauenklinik u. Perinatalzentrum --- Neurochirurgische Klinik --- Urologische Klinik --- Klinik für Mund,- Kiefer u. Gesichtschirurgie --- plastische Operationen --- Nuklearmedizinische Klink --- Abteilung für diagnostische u. interventionelle Radiologie --- Hals,- Nasen u. Ohren Klinik --- Augenärztliche Klinik --- Krankenhausapotheke --- Zentrallabor --- Hospiz --- Sozialdienst --- Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen --- Krankenhausseelsorge --- ev. Krankenhaushilfe --- Krankenhausküche.

Alle obigen Daten habe ich während meiner stationären Behandlung dem Patienteninformationsheft entnommen.

Wie gesagt, am letzten Dienstag wurde ich dann in diesem Krankenhaus zur stationären Behandlung aufgenommen.

+++++ Dienstag – Einweisungstag +++++


Um 8.3o Uhr musste ich bei der Anmeldung erscheinen. Hier drückte man mir dann ein paar Aufnahmeformulare in die Hand, in denen ich unzählige Fragen beantworten musste. Anschließend wurde mir dann Blut abgenommen u. der Leistenbruch noch mal begutachtet. Dann hieß es, melden sie sich bitte beim EKG. Zu guter letzt klärte mich dann die Narkoseärztin über die Risiken der OP auf, und ich musste ihr das dann mit meiner Unterschrift bestätigen.

Diese ganze Aufnahmeprozedur dauerte ungefähr 3 Std. und ich stand nun endlich mit meinem Koffer vor der Schwesternrezeption auf der Station 3 Nord unseres 8stöckigen Krankenhauses.

Hier wurde ich freundlich begrüßt, und auf das Zimmer 321 verwiesen. Man hatte mich liebevoll auf eines der wenigen 6 Bett Zimmer des Hauses gelegt. Als ich meinen ersten Schock überwunden hatte, begrüßte ich den einzigen Mitpatienten auf diesem Zimmer u. richtete mich dann häuslich ein. Von den 5 übrigen Betten hatte ich dann die freie Auswahl. Zwischen dem Mittagessen u. dem Kaffeetrinken besuchte mich dann der Stationsarzt u. führte mit mir noch ein intensives Gespräch. Zum Schluss teilte er mir noch mit, dass ich ab 22.oo Uhr nichts mehr zu mir nehmen dürfe und auch nicht mehr Rauchen solle. So verging der Einweisungstag und ich schlief die erste Nacht recht gut.


+++++ Mittwoch – OP Tag +++++


Um kurz vor 7.oo Uhr wurden wir geweckt. Jetzt machte man uns die Betten u. wir unsere Morgenwäsche. Um 8.00 Uhr bekam mein Zimmerkollege sein Frühstück u. ich eine Tablette zur OP Vorbereitung. Irgendwie muss ich dann nach dieser Tablette so müde geworden sein, dass ich erst wieder mitbekam, wie der Narkosearzt mir 3 Spritzen langsam in meinen Handrücken injizierte u. sagte: „Jetzt schlafen sie gleich ei…….“ Und schon wurde es dunkel.

So gegen Mittag wurde ich dann auf meinem Zimmer wieder wach, schlief aber zwischenzeitlich immer wieder ein. Richtig erwacht bin ich aber erst, als mich meine Frau dann um ca. 15.3o Uhr besuchte. Erst jetzt bemerkte ich, dass an meiner linken Hand zwei Infusionsflaschen befestigt waren u. aus meiner linken Bauchseite baumelte ein Schlauch mit Behälter zum Auffangen von Blut und Wundflüssigkeit. Beim betasten meiner dick umwickelten Leiste verspürte ich einen ziemlich großen Schmerz.

Und jetzt kam es, dass Gefühl eine Rauchen zu müssen.

Ich fragte den Pfleger, wann ich das erste mal aufstehen dürfe. Er meinte, wenn ich es mir zutrauen würde, jetzt sofort. Ich dachte bei mir, jetzt, erst 4-5 Std. nach der OP schon aufstehen, widersprach ihm aber nicht. Der Pfleger entfernte mir die Infusionsflaschen u. half mir im Bett liegend in meinen Jogginganzug. Wow, tat das weh. Nun stopfte ich den Behälter samt Schlauch so gut es ging in meine Hosentasche und wollte aus dem Bett aufstehen.

Das hatte ich aber nicht besser gewusst.

Ich bekam solche Schmerzen in meiner operierten Leiste, dass ich nur gekrümmt wie ein Fragezeichen, links u. rechts gestützt vom Pfleger u. meiner Frau, stehen konnte. Meine ersten Gehversuche machte ich dann auf dem Flur. Meine Frau hielt mich fest in ihrer Armbeuge u. unser Ziel war der etwa 50m entfernte Raucherbalkon. Ich gab ein Bild ab, wie eine alte Kräuterhexe. Hätte nur noch der Rabe auf meiner Schulter gefehlt. Als wir die hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, war mir vor lauter Schmerzen das Rauchen schon gründlich vergangen. Wir mussten schnell wieder zurück, denn ich bekam auf einmal Kreislaufprobleme. Man, war ich froh wieder in meinem Bett zu liegen.

Da ich vom ersten Tage an wieder laufen sollte, brauchte ich keine Infusionen mehr und bekam auch abends schon mein Abendessen. Der Stationsarzt schaute noch mal bei mir vorbei und sagte mir ein Schmerzmittel für die Nacht zu. Diese überstand ich dann mehr schlecht als recht.

+++++ Donnerstag +++++


Am Donnerstagmorgen nach dem Bettenmachen, der Körperpflege, dem Fieber u. Blutdruckmessen und dem ausgiebigen Frühstück, wagte ich dann ganz vorsichtig den langen Weg um meine erste Zigarette zu rauchen. Gekrümmt hangelte ich mich am Wandgeländer entlang, bis ich den ersehnten Balkon erreichte. Jetzt fing ich mir eine Zigarette an und lebte so langsam wieder auf. Ich hatte beim Laufen immer noch große Schmerzen, aber da musste ich durch. Der Tag verlief dann im normalen Krankenhaustrott u. es passierte nichts Erwähnenswertes mehr.

+++++ Freitag +++++


Ich war froh, dass endlich Freitag war. Heute sollte der große Verband, der mich wie eine Windel umgab, entfernt und durch ein Nahtpflaster mit Mull ersetzt werden. Aber die Hauptsache, den Schlauch in meiner Seite wollte man ziehen. Kurz nach Mittag war es dann soweit.

Der Stationsarzt u. eine Krankenschwester kamen mit einem Wagen, der verschiedene Utensilien enthielt, ins Zimmer. Die Schwester zerschnitt mit einer Schere den kompletten Verband u. entfernte ihn. Dann fing sie an mit ihren Fingernägeln das großflächige Pflaster über der Operationsnarbe ganz langsam zu lösen.

Jetzt meldete sich der Arzt zu Wort und sagte: „Sie lassen sich wohl gern von hübschen Krankenschwestern vorsichtig ein Pflaster lösen“, grinste dabei und riss mir das Pflaster mit einem Ruck herunter. Ein stechender Schmerz, u. ein leiser Aufschrei meinerseits waren das Ergebnis. Nun nahm er ein kleines scharfes Messer und durchschnitt den Faden mit dem der Schlauch an meinem Bauch festgenäht war. Mit geschickter Hand zog er dann den Schlauch aus der Wunde. Das war noch mal kurz ein unangenehmes Gefühl, aber alles in allem hatte ungefähr nur eine Minute gedauert. Ein kleines Stück Mull wurde dann noch über meine Narbe gelegt u. verklebt.

Ich hatte zwar anschließend wieder etwas mehr Schmerzen in meiner linken Seite, aber war froh, von allen belastenden Sachen endlich befreit zu sein. Aber auch dieser Tag ging schließlich zu Ende.

+++++ Samstag u. Sonntag +++++


Jetzt wurde auch noch mein einziger Zimmerkollege entlassen. Ich befand mich plötzlich allein in dem 6Bettzimmer das so groß war, dass man hätte darin Tanzen können. Da die Schmerzen ein wenig nachgelassen hatten, war ich immer weniger auf meinem Zimmer anzutreffen. Ich hielt mich jetzt überwiegend auf dem Raucherbalkon auf, wo ich mit einigen Mitpatienten sehr viel Spaß hatte. Nur musste ich mich davor hüten zu Lachen oder zu Husten. Das hätte mich nämlich sofort wieder in meine schmerzverzerrte, krumme Haltung versetzt. Da ich auch noch nachmittags immer viel Besuch bekam, wurden mir diese zwei Tage auch nicht langweilig u. vergingen sehr schnell.

+++++ Montag – Entlassungstag +++++


Einmal bekam ich noch das Frühstück ans Bett gebracht. Bei der anschließenden Visite veranlasste der Arzt noch einmal das Versorgen meiner Narbe und sagte: „Bitte lassen sie sich am nächsten Montag bei ihrem Hausarzt die Fäden ziehen. Und nun wünsche ich ihnen gute Besserung und alles Gute.“

Ich packte meinen Koffer und rief meine Frau an um mich abzuholen. In der Zwischenzeit händigte man mir meine Entlassungspapiere aus. Jetzt musste ich noch an der Kasse meine Telefonrechnung und den gesetzlichen Eigenanteil von 9 € pro Tag bezahlen. Für 7 Tage machte das immerhin 63 € aus. Mittlerweile war meine Frau mit dem Auto vorgefahren und ich konnte einsteigen. Ein letzter Blick noch auf das Krankenhaus und ich war froh, endlich wieder nach Hause zu kommen.

Es werden aber bestimmt noch einige Tage vergehen, bis ich wieder schmerzfrei laufen kann.

+++++ Fazit +++++


Bei diesem Krankenhausaufenthalt habe ich mich jederzeit gut umsorgt gefühlt. Die Medizinische Versorgung war sehr gut. Der Arzt und das Pflegepersonal mit dem ich in dieser Zeit zu tun hatte, waren zuvorkommend, freundlich und beantworteten bereitwillig alle meine auch manchmal nervigen Fragen. Auch mit dem Essen war ich zufrieden. Man konnte unter verschiedenen Menus jeden Tag wählen und Kaffee konnte ich mir nachholen sooft ich wollte.

Aber die Sterne muss ich ja für den Leistenbruch vergeben. Und der ist nach der OP sehr Schmerzhaft. Es ist zwar keine große Sache, aber wünschen würde ich ihn keinem.


Hoffentlich war Euch dieser Bericht nicht zu langatmig.

Es grüßt Euch alle wie immer ganz herzlich
- Euer kvk5 -


Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
barcelona2000

barcelona2000

03.04.2003 00:39

Guter Bericht! Da mir auch eine solche OP bevorsteht, war es für mich sehr interessant zu lesen, welche "Kleinigkeiten", wie Schläuche, Wundschmerzen, gekrümmter Gang, etc. dazugehören, das geht bei den offiziellen Abhandlungen immer gern' unter. Danke für die Infos!

little_maryann

little_maryann

26.06.2002 09:47

Ich habe bis jetzt zwei Leistenbrüche operieren lassen müssen. Gott sei Dank gibt es mittlerweile viele Ärzte, die sowas ambulant operieren. Die Nachsorge hat mein Hausarzt übernommen und ich konnte ganz bequem zuhause in meinem Bett liegen. Ich hasse Krankenhäuser, ob sie gut sind oder nicht und wenn ich eine Vollnarkose vermeiden kann, dann lieber ambulant.

Rumpeltimo

Rumpeltimo

20.06.2002 09:35

Du Ärmster, ich hoffe, es geht dir bald wieder besser. Liebe Grüße Beate

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Ähnliche Angebote
Unbekannt Fun T-Shirt: Ich mache alles! (Größe: L) - Mit GRATIS Absperrband! Unbekannt Geburtstags T-Shirt: Endlich 18 - darf jetzt Alles (Größe: L) mit GRATIS Absperrband: Endlich 18 Unbekannt Fun T-Shirt: Ich brauche kein Lexikon, meine Frau weiss alles! (Größe: L) - Mit GRATIS Absperrband!
Unbekannt Fun T-​Shirt: Ich mache alles! ​(Größe: L)​ -​ Mit .​.​. Unbekannt Geburtstags T-​Shirt: Endlich 18 -​ darf jetzt Alles ​(Größe: .​.​. Unbekannt Fun T-​Shirt: Ich brauche kein Lexikon, meine Frau .​.​.
Amazon.de  Marketplace Sport Amazon.de Marketplace Bekleidung Amazon. de Marketplace Sport
€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
 zum Shop  zum Shop  zum Shop
Amazon.​de Marketplace Sport Amazon.​de Marketplace Bekleidung Amazon.​ de Marketplace Sport
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1749 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. barcelona2000
  2. little_maryann
  3. Aldi-Frau
und weiteren 49 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.