Lass mich in Ruhe!!! ... oder Mein Onkel und ich

1  09.05.2004 (18.06.2004)

Pro:
*  *  *

Kontra:
*  *  *

Empfehlenswert: Nein 

Rattenzauber

Über sich: **** Noch ... äh ... ziemlich viele Punkte bis Gold :-) ****

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Ich bin kein Opfer von Gewalt oder Vergewaltigung. Aber, auch wenn sexuelle Belästigung nicht so schwerwiegend ist wie eine Vergewaltigung, ist es doch nicht leicht, damit umzugehen. Doch was ist, wenn dies in der Familie passiert? Und alle wegschauen und einem nicht glauben wollen? Davon soll mein Bericht handeln, denn genau das ist mir passiert. Ich bitte jeden, sich diesen Bericht durchzulesen, auch wenn er etwas lang geworden ist. Ich möchte, dass jeder versteht, was es heißen kann, am Telefon sexuell belästigt zu werden und wenn ihr in der gleichen oder ähnlichen Situation seit, das ihr Euch dagegen wehrt, denn es ist ganz sicher kein Kavaliersdelikt.

Die Vorgeschichte:

Es begann 1993. Ich war dreizehn Jahre alt, fing an zu rauchen und war damit beschäftigt, mit meiner Pubertät zurecht zu kommen. Es muss kurz nach dem Auszug meiner Mutter gewesen sein, denn ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich die Möglichkeit hatte, in der Situation zu meiner Mutter zu gehen (Zur Erklärung: Ich kann mich nur schemenhaft an die Zeit davor erinnern). Wenigstens stand ein Schulwechsel bevor und da mein Onkel im öffentlichen Dienst bei der Stadt arbeitete, sind wir an einem Wochenende morgens zu ihnen gefahren, um über die Möglichkeiten zu sprechen. Das war ein Fehler, aber das stellte sich erst später bzw. erst jetzt heraus.

Als Klein Melli dann einmal alleine zuhause war (Mutter ausgezogen, Brüder unterwegs, Vater arbeiten), klingelte das Telefon. Natürlich ging ich ran. Ich hörte die Stimme meines Onkels. Er redete erst normal mit mir, aber irgendwann rückte er mit der Sprache raus, was er denn von mir wollte. Er hatte mich in der Innenstadt mit einer Zigarette gesehen und mein Vater dürfte das ja sicher nicht mitbekommen, dass ich rauche. Im gleichem Atemzug sagte er mir, dass er mich doch ganz gerne hat und ich ihn sicherlich auch und man könnte sich doch mal treffen. Und ich? Ich war baff. Ich hatte vorher NIE etwas mit ihm zu tun gehabt. Natürlich war ich eingeschüchtert. Getroffen habe ich mich nicht mit ihm, aber die Telefonanrufe häuften sich. Bis ich irgendwann den Mut zusammen nahm und meinem Vater davon erzählte. Der ist natürlich ausgeflippt und hat meinen Onkel zur Rede gestellt. Danach war Ruhe. Für lange Zeit.... bis.....

1999. Ich war 19 Jahre alt. Hatte meine erste eigene Wohnung und sahs zusammen mit meiner Freundin Samstag abends bei mir zum Kaffeetrinken. Wir machten uns schon so langsam startklar, denn wir wollten noch in die Diskothek. Als das Telefon klingelte.

"Hallo, ich bins"
"Wer ist ich?"
"Dein Onkel, kennst Du Deinen eigenen Onkel nicht mehr?"

Wieder einmal war ich baff... und legte sofort auf. Die nächste Reaktion darauf war der Griff zum Telefonhörer, um meinen Vater anzurufen, um ihm zu sagen, dass ER wieder angerufen hat. Aber er konnte ja auch nichts machen und so sagte er, wenn irgendwas ist, soll ich entweder sofort ihn oder die Polizei rufen. Als ich dann auflegte, klingelte wieder das Telefon. Als ich ranging, war ER es wieder. Ich drohte ihm, dass ich sofort die Polizei anrufe, wenn er mich nicht in Ruhe lässt. Dann legte ER auf und wieder herrschte Ruhe.....

Sommer 2003. Meine x-te Wohnung, natürlich alleine, und das Telefon klingelte. Ein Mann war am Telefon, flüsterte, seinen Namen wollte er nicht preis geben. Die Stimme kam mir auch überhaupt nicht bekannt vor. Die Inhalte der Telefongespräche in den darauffolgenden Monaten waren immer gleich. Er wollte mit mir schlafen, mir ein Kind machen (wie er sich ausdrückte), wollte dass ich an mir rumspiele, während wir miteinander telefonierten. Natürlich tat ich das nicht. Woher er mich kenne, fragte ich ihn. Ich bekam keine Antwort darauf. Nur, dass er weiß, wo ich arbeite. Ich bekam Angst. Er weiß, wo ich arbeite. Dann konnte es jeder männliche Kunde sein, der in unser Büro kommt. Eigentlich könnte es jeder sein, der sieht, wohin ich morgens fahre. Verfolgt er mich? Weiß er, wo ich wohne?

Nach einigen Telefonaten bot er mir an, mir seinen Namen zu nennen, wenn er mich besuchen könnte und ich ihm sage, wo ich wohne. Für wie blöd hält der mich bitte? Ich schrie ihn an, dass ich keine wildfremden Männer zu mir einlade und das er ja jeder sein könnte, der mir auf der Straße begegnet. Er könne mich ja auch einfach so von der Straße zerren .... "Wenn Du das willst, mache ich das gerne!" sagte er nur darauf. Es war bereits soweit, dass ich unter eine Art Verfolgungswahn litt. Jeder Mann war für mich der Anrufer. Ich ging vom schlimmsten aus. Was könnte ich gegen einen 1,80 m großen Mann mit breitem Kreuz anrichten? Gar nichts. Panik. Natürlich redete ich mit meinem Vater drüber, der sagte, ich solle eine Fangschaltung einrichten lassen. Doch die Telekom hatte nichts besseres zu tun, als mir einen fast 5-seitigen Antrag in die Hand zu drücken. "Den füllen Sie bitte aus und schicken ihn an die angegebene Adresse". Das tat ich natürlich. Aber bis heute (!) bekam ich keine Reaktion darauf.

Die Anrufe gingen weiter. Auflegen nützte nichts, da er solange anrief, bis ich ran ging. Mein nächster Schritt war die Polizei. Anzeige gegen Unbekannt. Dort sagte man mir, ich solle eine Fangschaltung beantragen. Sehr witzig. Außerdem sagte man mir, dass sie so nichts machen können, da nichts passiert wäre. Außerdem ginge man in solchen Fällen immer erst davon aus, dass es ein Exfreund oder ähnliches wäre und es meist bei den Anrufen bleibt. Bitte was? Muss ich erst vergewaltigt werden, bevor etwas passiert? Ich war so sauer, dass ich mich regelrecht mit dem Polizisten anlegte. Irgendwann ging ich dann nach Hause, total fertig, weil ich nicht wusste, was ich machen soll. Zwei Wochen später während meiner Mittagspause bekam ich dann einen Anruf von einer Kriminalbeamtin. Sie hätte von meiner Anzeige gehört und wollte sich mit mir treffen. Drei Tage später saß ich in ihrem Büro und wir unterhielten uns darüber, was passiert war.

Dann kam der Stein ins Rollen. Eine Woche später hatte ich ein Aufnahmegerät bei mir zuhause, welches alle eingehenden Anrufe aufnimmt. Und ich bekam ihn aufs Band. Zwar war ER sehr undeutlich, da ER ja flüsterte, aber ich hatte einen Beweis, dass ich die Anrufe wirklich bekam. Gleich am nächsten Tag rief ich die nette Beamtin an und berichtete ihr davon. Meinen Vater rief ich ebenfalls an. Ich bat ihn, vorbeizukommen, um sich das Band anzuhören. Als er dann bei mir war und sich das Band anhörte, sagte er, dass es zu 100 % mein Onkel ist. Dafür würde er seine Hand ins Feuer legen. Doch was nun? Als ich das Band zur Polizei brachte, berichtete ich der Kriminalbeamtin natürlich von dem "Verdacht" meines Vaters und dass er auch aussagen würde, dass es sich hierbei um meinen Onkel handelt. Doch die Anzeige sofort zu ändern, wollte ich nicht. Ich bat sie, damit zu warten, damit ich selber einen Beweis habe, dass es wirklich ER ist.

Diesen Beweis bekam ich zwei Tage später. ER rief mich an und ich wählte unterdessen mit meinem Handy seine Festnetznummer. Bingo. Es war besetzt. Als ich dann auflegte, wählte ich die Nummer erneut. Nach zweimaligem Klingen wurde abgenommen. ER! Definitiv. Also wurde die Anzeige sofort geändert. Er bekam daraufhin eine Vorladung. Doch zu den Ereignissen wollte er sich nicht äußern ohne seinen Anwalt. Wer bitteschön sagt so etwas, wenn einem solche Taten vorgeworfen werden und ER es nicht gewesen war? Die Anzeige läuft noch. Die Zeugenaussagen von mir und meinem Vater wurden aufgenommen. Was noch kommt, weiß ich nicht. Ich bin nur froh, dass ich ihn zur Anzeige gebracht habe.

Was noch wichtig zu erwähnen wäre, um diesen Bericht ganz zu verstehen, ist, dass ich nicht die Einzige bin, die ER angerufen hat. Er bekam bereits eine Anzeige von den Eltern eines 11jährigen Mädchens. Dies kam aber erst heraus, als die Kriminalbeamtin mir davon erzählte.


Meine Familie und ihre Reaktion

Meine Familie. Es wäre alles einfacher, wenn meine Familie nicht so reagiert hätte, wie sie reagiert haben. Ganz am Anfang möchte ich meine Großmutter erwähnen. Sie ist der felsenfesten Überzeugung, ER tut so etwas nicht mehr. ER ist eine arme Wurst, die akoholabhängig gewesen ist und jetzt trocken sei und die nichts mehr auf die Reihe kriegt. Als ich ihr versucht habe zu erklären, was für eine Angst ich hatte, entgegnete sie nur, dass ich IHN ja so umpusten könnte, wenn er vor mir stehen sollte. Sie verurteilt mich, weil ich ihn angezeigt habe. Sie glaubt auch nicht, dass ER bereits eine Anzeige bekommen hatte.

Meine Tante. Die Frau meines Onkels und Schwester meines Vaters verurteilt mich, weil ich sie nicht vorher gewarnt hatte und ihr nicht erzählte, was passiert war. Sie kann nicht verstehen, dass ich zur Polizei gegangen bin. Ich glaube, auch sie glaubt mir nicht.

Der Rest der Sippschaft: Mein Vater und meine Brüder glauben mir. Genauso wie die jüngere Schwester meines Vaters, die ebenso mitsolchen Anrufen von ihm belästigt wurde. Doch der Rest möchte in Frieden leben und möchte von dem ganzen nichts wissen. Das ER ein perverses Schwein ist (entschuldigt bitte), interessiert gar keinen. Damit ihr mich jetzt nicht falsch versteht. Ich wollte kein Mitleid. Von niemandem. Ich wollte nur, dass man mir glaubt und sie es nicht einfach so abtun. ER wird immer noch zu Familienfeiern ect. eingeladen. Ich nehme deshalb nicht mehr daran teil, aber das scheint keinen zu stören. Hauptsache, dass Familienbild wird nicht gestört. Wenn man dafür seine Nichte, Enkelin ect. nicht mehr so häufig sieht, ist unrelevant.

Ich

Was bin ich schon, wenn ich Familienangehörige anzeige? So fühlte ich mich eine ganze Zeit lang. Ich hatte Schuldgefühle, weil ich zur Polizei gegangen bin. Es ging mir schlecht, weil ich die Familie durcheinander- und auseinandergebracht habe. War dieser Schritt richtig? Natürlich war er das.

Aber ich habe diesen Schritt nicht für mich getan, sondern für andere. Ich hatte immer mich als dreizehnjährige vor Augen, wie ich mich gefühlt habe. Und dann denke ich daran, wie es einem anderen Kind gehen würde, wenn es solche Anrufe bekommt. Ja, ich habe es nicht für mich getan sondern für alle Mädchen und Frauen, damit die so etwas nicht miterleben müssen. Körperliche Gewalt oder eine Vergewaltigung habe ich zwar nicht mitmachen müssen (und dafür bin ich sehr, sehr dankbar), aber diese Angst, die ich hatte, war so groß, dass ich nicht mal mehr nach draußen gehen mochte. Und ich bin 24 Jahre! Wie geht es einem Mädchen im Alter von 12 Jahren, die so etwas anhören musste wie ich?

Mein Onkel telefoniert immer nur dann, wenn er getrunken hat. Und teilweise auch bei der Arbeit. Das er immer noch bei der Stadt arbeitet, ist mir ein Rätsel. Und mich rief er immer dann an, wenn er mich irgendwo gesehen hatte. Und auch wenn ich hoffe, dass ihn diese Anzeige abgeschreckt hat, habe ich immer noch ein komisches Gefühl, wenn das Telefon klingelt. Ich mag teilweise schon gar nicht mehr rangehen. Doch ich werde diese Gefühle in den Griff kriegen. Mir ist aufgefallen, dass ich die Gefühle wegschließe. Wie eine Art Abstellraum, wo das alles reingeworfen und die Tür verriegelt wird. Aber es ist ja noch nicht ausgestanden. Und immer, wenn die Polizei einen Schritt weitergeht und mich davon unterrichtet, bricht diese Tür auf.

Ich möchte jeden bitten, so etwas nicht abzutun. Wenn Du in der gleichen Situation bist oder kommst, geh zur Polizei, zeige ihn an, damit das aufhört. Rede dort, wenn es geht, mit einer Beamtin, denn die Männer können sich meist nicht vorstellen, wie grausam so etwas sein kann. Wenn Du von so etwas hörst oder jemanden kennst, sei für ihn da, denn es ist nicht einfach, auch wenn keine körperlichen Schmerzen vorhanden sind. Mir ging es zwar körperlich nicht gut (Magenprobleme, ect.) aber das ist normal bei mir, wenn es mir vom Kopf her nicht gut geht. Menschen, die andere sexuell belästigen, sind für mich nichts besser als Vergewaltiger. Sie trauen sich nur nicht raus und versuchen so, ihre sexuelle Lust auszuleben. Das dies auf Kosten junger Mädchen passiert, die darunter leiden und es teilweise auch nicht verarbeiten können, interessiert die meisten nicht. Und als ich das Wort "Kavaliersdelikt" von einem Polizisten hörte, hätte ich ihm so ins Gesicht springen können. Denn das ist es ganz sicher nicht. Außerdem weiß man nie, ob sie sich nicht eines Tages doch raustrauen und sich ein Mädchen auf der Straße zu sich holen, um sie zu vergewaltigen.

Also bitte ich Euch: Tut so etwas nicht leichtfertig ab. Die Folgen sind nicht absehbar und ich wünsche keinem Mädchen das, was ich durchgemacht habe. Geht zur Polizei, wehrt Euch dagegen. Ich habe es auch getan und bin stolz auf mich.

Eure Mel


PS: Ich wollte Euch Details aus den Telefonaten ersparen, da diese Kategorie für alle freigegeben ist und ich hoffe, dass auch jüngere diesen Bericht lesen. Deswegen sehen die Telefonate jetzt vielleicht etwas harmlos aus. Aber glaubt mir, dass waren sie sicher nicht und wenn ich das alles hier reinschreiben würde, was er zu mir sagte, müsste der Bericht in eine "Ab 18"- Kategorie gesetzt werden :-/

*** Update 11.06.2004 ***

Am 14.06.2004 geht’s jetzt „endlich“ los. Die Verhandlung wegen „Verdachts auf Beleidigung“ startet mittags um zwölf. Nach Rücksprache mit dem Gericht ist die Verhandlung öffentlich, dass heißt, jeder kann kommen und sich das Spektakel ansehen. Ob das nun positiv oder negativ ist, mag ich nicht behaupten. Außerdem finde ich den Grund der Verhandlung (Verdacht auf Beleidigung) sehr merkwürdig. Wird das heute so genannt?? Ich weiß es nicht und ich warte erst einmal ab, was da auf mich zukommt und was mich erwartet.

Außerdem steht noch ein Termin an. Letztes Jahr begann die ganze Scheiße von vorne, da ER mich auf dem Geburtstag meiner Oma gesehen hat. Dieser Geburtstag ist dieses Jahr zwei Tage nach der Verhandlung (16.06.2004). Hier werde ich meiner Familie noch einen Streitpunkt liefern, denn ich werde ganz sicher nicht auf ihrem Geburtstag erscheinen, da ich genau weiß, dass ich auf jeden Fall meiner Tante begegne. Ob mein Onkel dorthin geht, weiß ich nicht, aber ich möchte es auch nicht selbst herausfinden. Es reicht, wenn ich ihm im Gerichtssaal gegenüberstehe. Das nächste Update kommt nach der Verhandlung, damit dieser Bericht auch seine Vollständigkeit bekommt.

Auch möchte ich mich für Eure lieben Kommentare bedanken. Ich finde es schön, dass ihr mich aufbauen möchtet und ganz klar meiner Meinung seit. Das hilft ungemein, da ich gesehen habe, dass meine Einstellung und mein Handeln doch nicht so weltfremd sind, wie meine Familie es hinzustellen versucht. Vielen lieben Dank dafür

******

*** Update ***

Ich habe es endlich hinter mich gebracht. Das Update ist etwas später als geplant, da ich erst mal überhaupt keine Lust hatte, irgendetwas im Internet zu tun. Darum kommt jetzt das Ende der Geschichte.... wenn es überhaupt ein Ende gibt.....

14.06.2004

Um 11.45 Uhr waren wir im Amtsgericht. Eigentlich sollten wir erst um 12.00 Uhr da sein, aber ich wollte früher da sein, um zu sehen, wer alles dort ist und wer nicht. Es fing schon sehr gut an. Mein Vater und ich saßen uns gegenüber, neben mir war ein Stuhl frei. Als mein Onkel dann kam, setzte er sich ganz dreist neben mich. Natürlich bin ich gleich aufgestanden und weg. Ich zeige doch nicht jemanden an, um dann eine nette Unterhaltung vorm Gerichtssaal zu führen.

Ich möchte jetzt nicht allzu sehr ins Detail gehen, da ich das ganze auch nicht wirklich realisiert habe. Zur Erklärung: Ich habe das Gefühl, als wenn ich das Geschehen im Fernsehen verfolgt hätte und nicht wirklich anwesend war. Verurteilt wurde er zu 60 Tagessätzen zu 45 EUR, sprich 2.700 EUR. Das ist für mich okay, zumal er vom Richter gesagt bekommen hat, dass er mit Freiheitsstrafe rechnen kann, wenn er noch einmal auffällig wird.

Klarer Sieg. Die Familie liegt jetzt zwar im totalen Streit, aber damit habe ich mich abgefunden. Und wie schließe ich diesen Bericht jetzt ab?

Mir geht’s nicht wirklich gut, fühle mich ausgehöhlt, leer. Meine Familie interessiert mich nicht mehr, und ich bin froh, dass ich es hinter mich gebracht habe. War der Weg, den ich eingeschlagen habe, richtig? Ja, er war es. Definitiv. Und auch wenn meine Familie nun kaputt ist.... ehrlich gesagt war sie es vorher auch schon. Meine innerliche Leere wird sich früher oder später auch wieder füllen..........

Ich bedanke mich für Eure Anteilnahme und hoffe, dass ich vielleicht dem einen oder der anderen Mut machen konnte. Ich wünsche Euch alles Gute.


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maus1980

maus1980

14.06.2011 13:41

ohje, das ist richtig schlimm was da vorgefallen ist - ich hoffe es geht dir heute besser!!??

Trisa

Trisa

12.06.2011 19:41

"Doch zu den Ereignissen wollte er sich nicht äußern ohne seinen Anwalt. Wer bitteschön sagt so etwas, wenn einem solche Taten vorgeworfen werden und ER es nicht gewesen war? " Ich würde ebenso reagieren. Grundsätzlich und das obwohl ich sonst nicht zu den Menschen gehöre, die tagtäglich zum Anwalt laufen. Bei Vorwürfen egal welcher Art gegen mich würde ich die Klappe halte (völlig schnuppe ob gerechtfertig oder völlig daneben und fernab der Realität). Aber darum geht es nicht, mir fiel nur diese "Frage" auf. Ansonsten zeigt mir der Bericht wie wichtig es ist, seinen Kindern beizubringen, dass sie auf ihren Körper und ihre Seele aufpassen müssen, dass NIEMAND, kein Lehrer, kein Polizist, kein Nachbar und keiner aus der Familie etwas machen darf, was sie nicht wollen und sie sich dann SOFORT an einen Erwachsenen wenden sollen, dem sie vertrauen, egal was sie selbst "schlimmes" gemacht haben (rauchen).

Cara-Kyra

Cara-Kyra

19.06.2009 08:57

einfach schlimm zu sehen, dass mal wieder der Täter erfolgreich sein Opfer vertrieben hat. Dass dieser Typ noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen hat, zeigt die Situation, als er sich im Flur des Gerichtssaales neben Dich gesetzt hat. Er scheint dies für normal zu halten. Eine klare Entscheidung die Du getroffen hast: Wenn er kommt, komme ich nicht. Gut so. Dein Artikel ist super geschrieben. Vielleicht solltest du ihn ausdrucken und einigen Deiner Familienangehörigen kommentarlos in die Hand drücken. Vielleicht sollten diese Leute sich auch mal fragen, wer sein nächstes Opfer ist. Dass solche Leute auch noch in einem guten Job sitzen wird mir immer unbegreiflich bleiben.

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