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Ein Schlag und das Leben war verschwunden...

1  30.10.2004

Pro:
Das Leben kann sooooo schön sein

Kontra:
Ich will es nicht wieder erleben müssen !

Empfehlenswert: Nein 

NadineCinderella

Über sich: Hi, ich heiße Nadine, bin 23 Jahre alt und arbeite als Sekretärin. Ich habe viele Katzen und ein Pfe...

Mitglied seit:06.07.2004

Erfahrungsberichte:7

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 12 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Der Anfang vom Ende:

Ich bin jetzt 23 Jahre alt! 1998 im Juni lernte ich meinen Ex-Freund in meiner Stammkneipe kennen. Wir unterhielten uns nur kurz, verabredeten uns aber dann doch für das kommende Wochenende auf der Kirmes. Er sah toll aus und war mir sympathisch. Wir verstanden uns sehr gut.

Nach weiteren vier Wochen waren wir zusammen. Er wohnte nur zwei Straßen weiter von mir entfernt. Ich schwebte auf Wolke sieben. Mein Ex-Freund war fünf Jahre älter ich.

Wir waren jede freie Minute zusammen und die ersten Monate waren einfach klasse. Wie eigentlich in jeder Beziehung. Man macht alles zusammen, kann sich kaum voneinander tren-nen.

Ich begann 1998 meine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Er war bis Ende 1998 bei der Bundeswehr verpflichtet.


Der Verlauf meiner schlimmsten Wochen:

Anfang 1999 war er also arbeitslos, da er sich nicht um neue Stelle bemühte. Ich schrieb für ihn Bewerbungen und machte Vorstellungsgespräche für ihn aus. Doch nichts davon machte er. Er hatte eine eigene Wohnung zu zahlen, doch das interessierte ihn nicht.

Nach einigen Tagen fragte er mich, ob ich ihm ein wenig Geld leihen könnte. Ich gab ihm logischerweise das Geld was er verlangte.

Nach einigen Tagen kam er wieder an und ich gab ihm zum Schluss mein komplettes Azubi-gehalt. Ich merkte nicht wie er mich ausnutzte. Ich war zu naiv.

So ging es ganze vier Monate. Er konnte die Miete nicht mehr bezahlen, der Gerichtsvollzie-her kam u.s.w.

Ich bezahlte alles, bettelte Freunde an, dass sie mir Geld geben und so weiter. Sogar meine Eltern gaben ihm Geld. Die aber leider nicht über ALLES Bescheid wussten.


Als dann eines Tages plötzlich die Kündigung für seine Wohnung kam, wussten wir nicht mehr ein und aus. Noch dazu hatte ich ihm zwei Katzen geschenkt, wobei ICH mich von diesen nicht mehr trennen konnte, sie aber leider nicht mit zu mir nach Hause nehmen konnte, da meine Mama allergisch gegen Tierhaare ist.

Wir überlegten, wie wir ihm eine neue Wohnung besorgen konnten. Wir suchten uns eine neue Wohnung aus und ich nahm die Wohnung auf meinen Namen. Ich verdiente damals einen Betrag in Höhe von DM 560,00. Allein die Wohnung kostete ohne Nebenkosten DM 690,00.

Mein Ex-Freund versprach mir, dass er sich um neue Arbeit kümmert und dann würden wir das wieder hinbekommen.

Nun gut, naiv wie ich war glaubte ich ihm das und gab ihm alles Geld was ich hatte. Ich weiss bis heute nicht, wie ich überhaupt noch mit meinem Auto zur Arbeit kam, da ich ja kein Geld mehr für Sprit hatte.

Nach zwei drei Wochen wollte er noch einen Hund. Sein Wunsch war mir Befehl und wir fuhren extra in den Osten (ca. 600 km einfacher Weg) um ihn seine Wunschhund zu holen.

Er setzte mich immer mehr unter Druck:“ Wenn Du mir kein Geld mehr gibst, verlasse ich Dich“. Für mich die schlimmsten Worte! Also bemühte ich mich noch mehr, um noch mehr Leute anzulügen, um von denen Geld zu bekommen.

Ungefähr nach drei Monaten wo ich total am Ende war, schnappte mich mein bester Freund und ich erzählte ihm alles. Ich wollte weg von ihm, aber ich wollte meine Katzen und den Hund nicht hergeben und schon gar nicht ins Tierheim geben.

Also blieb ich noch weitere zwei Monate bei ihm, aus Angst meine Tiere zu verlieren.


Ein neuer Anfang rückte näher:

An einem Wochenende war in einem Nachbarort von uns Weinfest. Ich war mit Freunden unterwegs und nach einiger Zeit, als ich mich mit meinem besten Freund unterhalten habe, fing ich an zu weinen und war am Ende.

Da entschloss sich mein bester Freund zu einer Nacht und Nebel Aktion:“ Wir holen deine wichtigsten Sachen aus der Wohnung raus und die Tiere kommen zu mir, wir haben doch nen großen Hof, das geht schon“!

Ich konnte nach vielen Monaten endlich mal wieder lächeln. Also fuhren wir los und beob-achteten die Wohnung ob er daheim ist.
Wir hatten Glück er war mal wieder MEIN Geld versaufen. Also jetzt hieß es handeln. Wir schnappten die Katzen und den Hund und meine wichtigsten Sachen. Mit vollbepacktem Auto fuhren wir so schnell wir konnten nach Hause.

Ich war endlich mal wieder etwas glücklich und dachte:“ Jetzt beginnst du neu“!

Es lief soweit auch ganz gut, ich kündigte die Wohnung und mein Vermieter bot mir sogar an, obwohl ich mit zwei Mieten im Rückstand war, sofort zu kündigen, damit ich nicht noch drei Monate umsonst bezahle.

Mein Ex-Freund hat sich in dieser Zeit noch einen Hund geholt und diesen die meiste Zeit alleine gelassen. Man braucht nicht viel Hundekenntnis um zu erahnen, wie die Wohnung dann aussah.

Ich sagte ihm, dass er die Wohnung sauber machen soll, da er morgen ausziehen muss. Er schaute mich an und fing an zu heulen. Dumm wie ich war, bot ich ihm an ihm zu helfen. Also machten wir die Wohnung zusammen sauber.

Ich sagte ihm dass ich morgen die Schlüssel hole. Er nickte !

Am nächsten Tag fuhr ich hin und wollte die Übergabe der Wohnung machen, doch es traf mich der Schlag. Die Wohnung war total mit Hundekot versaut. Müllsäcke waren aufgerissen.


Das Ende meines Vertrauens:

Mein Ex-Freund war nicht da. Nur der Hund. Ich räumte die Wohnung wiederum auf. Tep-pichböden und Tapeten waren total dreckig, die mussten erneuert werden. Als mein Ex-Freund dann kam, redeten wir in der Wohnung.

Ich schrie ihn an und wollte die Schlüssel. Plötzlich richtete er sich auf, trat auf mich zu und holte aus. Er schlug mich mit der Faust in mein Gesicht. Ich war dermaßen geschockt, das ich mich nicht bewegen konnte. Aber das war nicht alles.

Er trat auf mich ein, schlug mir in den Rücken und spuckte mich an. Ich lag zusammengekau-ert in der Ecke und bettelte nur:“ Bitte nicht schlagen!“ Nach einigen mir wie eine Ewigkeit vorkommenden Minuten, haute er ab ohne sich um mich zu kümmern.

Ich weiss nicht wie lange ich da gelegen habe, aber als es dunkel wurde, kam ich langsam wieder zu mir. Ich versuchte aufzustehen und krabbelte an mein Auto. Ich fuhr zu meinem besten Freund. Er konnte es nicht glauben, er verarztete mich, da ich ein blaues Auge hatte und mehrere Schürfungen. Er schaute mich an und meinte: „ Nie mehr lass ich Dich alleine“.

Ich war am Boden zerstört. Meldete mich erst mal krank und bliebe tagelang im Bett liegen und weinte.

Dauernd rief der Vermieter an, drohte mir mit Gericht und so. Ich konnte doch nix dafür. Als meine Wunden wieder so einigermaßen verheilt waren und ich arbeiten konnte, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und erzählte alles meinem Chef.

Mein Chef reagierte sofort und wir erzielten einstweilige Anordnungen, dass er aus der Woh-nung auszog, einen Abstand von mir von mindestens 5 Meter einhalten muss. Ich stellte in mehreren Fällen Strafanzeige. Von Nötigung bis Freiheitsberaubung!

Mir ging es dadurch nicht wirklich besser, aber ich wachte langsam aus dem Alptraum auf und ich wusste es ist richtig was ich mache.

Es wurden mehrere Prozesse vor Gericht geführt. Es ging ja auch um viel Geld. Wobei ich auf DM 30.000,- Schulden hocke und er mir nur DM 5.000,- zurückzahlt, da ich nicht mehr be-weisen kann.

Aber die Geldschmerzen kann ich verkraften, ich denk mir einfach, jeden Tag wird es weniger.

Aber meine Angst ist geblieben. Ich dachte nie, dass man mich so erniedrigen kann, aber wenn man von einem Mann verprügelt wird, verliert man das Vertrauen.

Die Geschichte ist verdammt lang und für viele vielleicht langweilig, aber ich wollte euch alles erzählen und nicht direkt beim vorletzten Absatz anfangen.

Klar, ich kann nicht behaupten, dass alle Männer so sind, aber mal ehrlich ich hätte NIEMALS gedacht, dass einmal mein Freund derjenige sein wird, der mein bisher super schönes Leben zerstört.

Mit einem einzigen Schlag kann man so vieles kaputt machen. Noch heute bin ich Therapie und habe sehr oft Angstzustände. Mein bester Freund musste einiges mit mir mitmachen, da ich nachts aufwachte geschrieen und ihn getreten habeund fange an schnell zu atmen, wobei ich sehr oft gar keine Luft mehr bekomme und oft im Krankenhaus lande. Aber so langsam bekomme ich es in den Griff. Die Angst wird weniger und das Vertrauen wächst! Aber so etwas braucht Zeit. Man darf nicht aufgeben. Ich wollte damals sogar nicht mehr leben, aber dann dachte ich mir, warum soll ich alles wegen IHM aufgeben. Dafür war ich dann endlich zu stolz.

Ach so noch schnell zu meinen Tieren. Natürlich hab ich diese nicht hergeben. Sie waren die ganze Zeit bei meinem Freund auf dem Bauernhof und seit zweieinhalb Jahren leben meine Tiere und ich in einer wunderschönen Wohnung im Wald.

Und wie ihr ja aus meinem anderen Artikel erlesen könnt, hab ich ja auch noch ein Pferd, das mir unwahrscheinlich hilft, Vertrauen aufzubauen. So komisch sich das anhört, aber Tiere können manchmal mehr als Menschen bewirken.

In diesem Sinne wünsche ich allen die so etwas und schlimmeres mitgemacht haben, den Mut sich wieder auf andere Menschen einzulassen. ES LOHNT SICH!!!

Im Vertrauen, Nadine

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
sannchen84

sannchen84

01.11.2004 09:52

es ist schlimm das man vor liebe so blind werden kann.schön das es noch freunde gibt die einem helfen!

Donline

Donline

31.10.2004 09:43

Dein Beitrag macht mich sehr betroffen. Kein Tier würde so reagieren wie dein Ex-Freund. Mir geht es zur Zeit auch nicht besonders, aber Gewalt ist doch keine Lösung. Ich bewundere deinen Mut deine Geschichte aufzuschreiben. VLG Jörg

homorphus

homorphus

30.10.2004 23:31

Sobald ein Mann zuschlägt, gibt es nur noch eines - weg!

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