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Minnelyrik

5  17.03.2002

Pro:
einfach nur interessant !

Kontra:
unrealistisch, aber ich liebe sowas  : P

Empfehlenswert: Ja 

nEOnfIrE

Über sich: 20 Jahre alt, aus Schleswig-Holstein/Hamburg. Beruf: Webdesigner. Hobbys: Webdesign, Radiomoderat...

Mitglied seit:14.02.2002

Erfahrungsberichte:33

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jaa, viele sagen nun wieder: "Gott, warum muss die immer so viele und dafür so schlechte Berichte schreiben?!"
Also, erstmal habe ich mir EHRLICH bei jedem Bericht Mühe gegeben und werde das auch weiterhin tun - auch wenn es nicht gerade motivierend ist, wenn das nun total viele Leute schreiben, dass es nicht so ist *heul* =( Mann, ich bin noch neu hier!
Und zweitens bin ich in der Regel nicht oft online, und wenn dann nur am Surfen und dann hau ich richtig rein ;P
Ist aber auch nur im Moment so viel weil es was Neues für mich ist *ggg*

Minnegesang - was ist das? Bei der Minnelyrik unterscheidet man erstmal zwischen der Hohen, der Ebenen und der Niedern Minne.
Dabei handelt es sich um mittel-/althochdeutsche Liebeslieder aus dem Mittelalter, die oft als erste weltiche Kunst überhaupt angesehen werden.
Geschrieben und vorgetragen wurden diese im Wesentlichen [zu anfangs (!) ausschließlich] vom männlichen Geschlecht, waren also an die Frauen gerichtet, die begehrt und somit umworben wurden, ohne eine tatsächliche feste oder überhaupt eine Bindung oder irgendeinen Erfolg der Liebe im wirklichen Leben zwischen Minnesänger und Zuhörerin als Ziel zu haben.

Die verschiedenen Arten der Minne sagen allein durch ihre jeweilige Bezeichnung etwas zu der Stellung der Frau aus.
In der Hohen Minne ist die adlige Frau ein unerreichbares Idealbild, eine übergeordnete Herrin, die für das lyrische Ich nicht zu "erfassen" ist, was zu einer Selbstbeherrschung und auch eigenen Erziehung des Mannes (also des Dichters) führt.
In der Nieren Minne besteht ebenfalls keine feste Bindung zwischen Mann und Frau, jedoch im Gegensatz zur Hohen Minne die erwünschte und verherrlichte Liebeserfüllung, die dadurch, dass die Partner nicht offiziell aneinander gebunden sind, also verboten ist und von beiden mit Scham betrieben und komplett verheimlicht wird. Die Frau gehört hier auch im Vergleich zu dem Dichter dem niederen Stand an.
Mit Verschmelzungen dieser beiden Minnearten gibt es als dritte noch die Ebene Minne, bei welcher Frau und Mann gleichberechtigt sind und sich zu der ersehnten Sexualität bekennen.

Vorgetragen wurden die Minnelieder im Rahmen des höfischen Festes, also handelt es sich um eine adlige Gesellschaftsdichtung. Die Minnesänger stammten oft aus dem Dienstadel, die mit dem Minnegesang Hoffnung auf Aufstieg in die Adelsgesellschaft schöpften. Insgesamt gab es aber nur wenige Minnesänger, die mit Liedern ihren gesamten Lebensunterhalt finanzieren konnten und sich keine Sorgen um ihre soziale Stellung machen mussten, wie z.B. Walther von der Vogelweide, der alle drei Minnearten vertrat, je nach Zeit und Ort.


Mir ist nicht bekannt, welche der Arten am beliebtesten war, falls überhaupt. Fest steht jedenfalls, dass man die Minnelyrik zwar als (erste?) weltliche Kunst bezeichnen kann, da sie recht weit verbreitet war und viel Kreativität aufweist. Andererseits sehe ich den Minnegesang aber auch als eine vorübergehende Laune der Menschen des Mittelalters. Immerhin existierte diese Art von Lyrik nicht lange und war, das gilt vor allem für die Hohe Minne, keineswegs realitätsgetreu.
Ich persönlich finde die Minnelyrik recht interessant. Auch jemand, der sich nicht sonderlich für alte oder überhaupt für Litaretur interessiert, sollte sich das einmal anschauen. Die Minnelieder entsprechen ganz bestimmten Schemen und unterscheiden sich von Länge und Ausdruck doch sehr von den heutigen Gedichten. Was sie für mich auch so interessant macht, ist die althochdeutsche Sprache, die zu der Zeit ja noch lange verbreitet und angewendet wurde. Deren Ausdruck wirkt außerdem recht verwirrend oder oft zweideutig, was ich irgendwie mag.
Es lohnt sich also, sich das einmal anzuschauen und darüber nachzugrübeln, bevor man dann nach der neuhochdeutschen Übersetzung greift.


Empfehlenswerte Autoren sind:
Walther v. d. Vogelweide (alle drei Minnearten)
Bertold Brecht (u. a. Niedere Minne)
Reinmar von Hagenau (Hohe Minne)
Der v. Kürenberg (Hohe Minne)
Else L. Schüler (Niedere Minne)


Ein interessantes Werk von Minne der heutigen Zeit, dessen Macher sich natürlich an den Merkmalen der Minnelyrik des Mittelalters orientieren, ist auch das Lied "Minne" von "Subway to Sally", das ich der Hohen Minne zuordnen würde.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Daverigger

Daverigger

20.04.2002 16:31

CS ... Manga/Anime ... Mittelalterliche Musik ... und jetzt auch noch meine absolute Lieblingsband STS ... Krass! *CISanklick*

Tom_der_Tester

Tom_der_Tester

18.03.2002 00:28

...meine natürlich informativ... *zuschnelltipp*

Tom_der_Tester

Tom_der_Tester

18.03.2002 00:26

Das ist ja mal ein "stranges" Thema... finde den Bericht aber lustig und inmformativ und ausserdem noch gut... Lieber Gruß vom Tom

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