Der Fluch der Technik: Mobiltelefone!
20.04.2005
Pro:
Für Notrufe oft unverzichtbar !
Kontra:
Mehr als 15 Wörter !
Empfehlenswert:
Nein
 a_camus
Über sich:
Und es gibt mich immer noch! Und da mein letztes "Über mich" vom 23.12.06 war, hier nun de...
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Prolog °°°°°°°°°°°°°°° topfmops ist der Schuldige! sein Kommentar zu meinem Nokia-Bericht hat mich nun veranlasst, über das Mobiltelefon und dessen Notwendigkeit zu schreiben. Der Kommentar: schön, jetzt wissen wir, was ein 'mobiltelefon' so alles braucht. nur über die grundsätzliche frage "warum braucht der mensch ein solches gerät?" schweigst du dich aus!! topfmops, 20.04.2005 12:20 Uhr Ich werde hiermit das Schweigen brechen. All jenen, die subjektive Meinungen und Eindrücke nicht mögen, brauchen den Bericht nicht zu lesen. Hoffentlich habe ich die richtige Rubrik gefunden. "Alles mit M..." Passt irgendwie, oder? Der Beginn °°°°°°°°°°°°°° Am Anfang war der Vertrag. Und der Vertrag war für mich umsonst. Umsonst war er für mich, weil eine Bekannte bei Viag-Interkom arbeitet. Das war gegen Ende der 90er. Damals begann gerade der große Boom mit der Mobiltelefonie. Die Telefone wurden handlich (Hääääändy) und erschwinglich. Und kurze Zeit später hatte jeder so ein Ding.Mein erster Anruf und die ersten Zweifel °°°°°°°°°°°°°°° Den bekam ich, als ich mit meinem klapperigen Peugeot 104 gerade in einer Kurve einen, sagen wir mal, der StvO nicht ganz entsprechenden Überholvorgang machte. Natürlich musste ich sofort rangehen. Als ich wenig später mit Herzrasen und schweißüberströmt am Straßenrand stand, um meinem ersten Anrufer alle aufmerksamkeit zu widmen, kamen mir die ersten Zweifel am nutzen eines solchen Gerätes, denn der Anrufer war eine Anruferin. Sie war die Verabredung, wegen der ich das Überholmanöver gemacht hatte, um pünktlich zu kommen. Sie wollte mir nur mitteilen, dass es etwas später werden könnte. Aha! Sinn eines Mobiltelefons ist es, ganz kurzfristig Verabredungen zu verschieben. Ich blieb noch eine weile am Straßenrand stehen, lauschte Depeche Mode und rauchte eine Zigarette. Nun hatte ich ja noch Zeit. Meine erste SMS oder SMS und die Folgen °°°°°°°°°°°°°°° Dauerte Stunden und der Text lautete "Ich habe jetzt ein Mobiltelefon! Grüße, Andi". Heute habe ich die durchschnittliche SMS-Schreibzeit auf 15 Minuten verkürzt. Der Sinn einer SMS entzieht sich mir inzwischen total, denn ein Anruf geht schneller. Sie ist aber Ursache für den Abkürzungswahnsinn, denn ja schon die Fantastischen Vier (Fanta4) besungen haben. LG, HDL und MFG. Letzteres ist für mich ein rotes Tuch und sagt mir nichts weiter als "Leck mich am Arsch" oder "Du bist mir noch nicht einmal eine Verabschiedungsfloskel wert". In jedem Fall müssen wir uns inzwischen nicht nur mit Anglizismen rumärgern, sondern auch mit Briefen und Mails, die so verständlich sind wie eine Automobil-Kleinanzeige: VW Golf IV, Bj. 00, EFH, ESD, ESP, ABS, CDR, 100tkm, Preis VB.Das Mobiltelefon als Objekt °°°°°°°°°°°°°°° Abgesehen davon, dass ein Mobiltelefon heute ein Konsumartikel ist (Was?! Dein Hääändy hat keine Kamera??? Ho! Ho! Ho!), gehört es heute zu den Fußfesseln des Lifestyles. Sag mir, mit was Du telefonierst und ich sage Dir, wer oder was Du bist. Damals wie heute peinlich: Das Mobiltelefon am Gürtel. Noch heute sieht man Menschen, die ihr Mobiltelefon am Gürtel tragen. Willkomen im 21. Jahrhundert! Es ist nichts mehr besonderes, ein Mobiltelefon zu haben. Natürlich war das vor ein paar Jahren noch ganz anders. Man(n) zeigte, was man hat. Heute haben die Telefone ja schon fast die Größe eines Druckknopfes erreicht und würden am Gürtel gar nicht mehr auffallen. Selbst wenn man es auf den Tisch des Cafés legt (früher war es der Porsche-/BMW-/Mercedes-Schlüssel), fällt es nicht mehr auf. Was also tun, um aufzufallen? Dafür gibt es nun... Klingeltöne °°°°°°°°°°°°°°° War ich früher nur genervt, wenn ich an einem sonnigen, warmen Frühlingstag im Straßencafé saß und rings um mich rum klingelte, fiepte, surrte und fiedelte es ohne Pause, so könnte ich heute Amok laufen, wenn ich einen rülpsenden Elch, einen Pfurz-Rap oder Sweety höre. Wer noch nicht hoffnungslos verschuldet ist, lädt sich die hirnlosesten Klingeltöne auf sein Mobiltelefon, um zu zeigen, wie hipp er ist oder, dass ihn die Privatinsolvenz noch nicht ereilt hat. Ich habe nichts gegen schöne Melodien (siehe Sagem-Bericht), aber in der Öffentlichkeit ist mein Mobiltelefon auf lautlos gestellt, denn ein Anruf ist Privatsache und alles andere ist akustische Umweltverschmutzung.Bin ich wichtig? °°°°°°°°°°°°°°° Im aufkommenden Mobilfunkzeitalter gab es die seltsamsten Geschäftsideen. Die wohl seltsamste war der Anruf-Service. Man konnte einen Anruf bestellten! Einfach Datum, Uhrzeit und ggf. noch einen Anrufgrund mitteilen und man wurde angerufen. Selig jene, die dachten, dass wäre besonders toll, wenn man einen Anruf nach dem anderen bekam. Fakt war und ist, dass wirklich wichtige Menschen keine Anrufe erhalten, sondern dafür eine Sekretärin haben, die lästige Anrufer abbügelt. Kismet! Heute °°°°°°°°°°°°°°° Heute wird ja wegen jedem Tüddelkram telefoniert. Wenn man im Laden steht, um zu fragen, ob man die Milch mit 1,5% oder 3,5% Fett kaufen soll; wenn man in der Kneipe steht, um zu Fragen wo denn nun die Verabredung sitzt, oder um sich sein Horoskop vorlesen zu lassen. Eifersüchtige Frauen und Männer sind die wahren Gewinner! Kontrollanrufe Tag und Nacht. Und wehe, dass Telefon ist ausgeschaltet! Das gibt eine Szene, wenn man nach Hause kommt! Was nun die Leute während des Autofahrens zu bereden haben, weiß ich nicht. Es muss immer fürchterlich wichtig sein, denn meistens geschieht dies ohne Freisprecheinrichtung. Warum diese Dinger Pflicht sind, weiß ich nun schon seit meinem ersten Telefonat. s.o. Meine Beobachtung hier in Hamburg ist, dass je größer das Auto ist, umso geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der/die FahrerIn mit Freisprecheinrichtung telefoniert. Tja. Bei 92.000 € Grundpreis fürs Auto blieb kein Geld mehr für so etwas. Ja wozu dann überhaupt? Fazit °°°°°°°°°°°°°°° Als ich bei Regen mit meinem Auto auf der Autobahn liegen geblieben bin, war ich sehr dankbar, dass ich eine Funke hatte. Der Fußmarsch zur nächsten Notrufsäule war nicht sehr verlockend. Auch bei Unfällen oder Notrufen finde ich das Mobiltelefon sehr hilfreich und nützlich. Im Berufsleben kann es hilfreich sein, wenn jemand viel unterwegs ist und wichtige Dinge besprechen muss. Aber privat? Sicherlich wäre es manchmal hilfreich gewesen, wenn ich ein Mobiltelefon gehabt hätte. Aber ich habe über die hälfte meines Lebens ohne Mobiltelefon gelebt und war eigentlich sehr glücklich. Meine Freundin habe ich genauso getroffen wie meine Freunde. Ohne fünfmalige Koordinationsanrufe! Zum Telefonieren gab es den Hausanschluss von Mama und Papa, die die Augen verdrehten, wenn man wieder 4 Stunden das Telefon blockierte, um mit seiner neuen Liebe zu säuseln. Heute finde ich es manchmal unerträglich, dass man eigentlich zu jeder Stunde erreichbar ist. Ist man es nicht, muss man sich rechtfertigen. Akku alle, wichtiges Meeting etc. In meinem Job als leitender Angestellter im Informationstechnologie- bzw. im Telekommunikationsbereich kann ich es mir nicht leisten, das Ding einfach abzustellen. So wird der Segen der Technik schnell zum Fluch! Für mich hat das Mobiltelefon seine Daseinsberechtigung, weil es im Notfall Menschenleben retten kann. Sonst nix! Epilog °°°°°°°°°°°°°°° Dieser Bericht soll eigentlich nicht gelesen oder kommentiert werden. Bewertet werden soll er schon gar nicht. Es sind hier einfach nur in schlechter Reihenfolge Gedanken zum Mobiltelefon aufgeschrieben worden. Und Korrektur habe ich auch nicht groß gelsen. Sollte doch jemand die Zeit gefunden haben, diese Zeilen zu lesen, sage ich ganz artig Danke und hoffe, dass es keine zu große Zeitverschwendung war.Euer Andi
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21.08.2006 11:28
Und da soll noch einer behaupten "Handy" kommt aus dem Englischem, vom Adjektiv "handy" - beschreibt einen nützlichen Gegenstand. Apropos, es ist nicht ganz zufällig, dass dein Bericht "Handy" vermeidet?!? Geht mir aber auch so, ist ein blödes Wort ... liebäugeln tue ich mit dem "Cell Phone", es gibt wunderbar die Eigenschaften und den Aufbau von Mobilfunknetzen wieder :-)
21.04.2006 09:56
Unten obendrein ist Mobilfunk-Kommunikation bis auf die 112 viel zu teuer. Mit jedem Gespräch, jeder SMS, GPRS- und UMTS-Verbindung und jeder Grundgebühr bezahlt man die 0,00-Euro-Geräte anderer Leute --- 10,00 Euro für Internet, TV und Telefon sollten im Monat genug sein.
25.11.2005 11:02
So oder ähnlich empfinde ich auch die alltäglichen Situationen mit einem "Handy". Sie lassen den notwendigen Raum für die Entfaltung von Eitelkeiten, z.B. durch Klingeltöne. Unverantwortlich ist dabei der Umgang mit Mobiltelefonen in Kinderhänden. Persönlich lehne ich diese Dinge ab, denn sie berauben mich meiner Privatsphäre. Freundlich grüßt das Lupenglas