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Nur Sie - Zuhause ist da, wo das Herz ist!

5  26.06.2003

Pro:
Die Bindung wird immer stärker

Kontra:
Die Trennung umso schwerer

Empfehlenswert: Ja 

Sunnybabe

Über sich: Neues Profil ist Bearbeitung! bis denne

Mitglied seit:06.07.2001

Erfahrungsberichte:29

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 18 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Für alle die auf die Fortsetzung gewartet haben kommt hier nun der zweite Abschnitt meiner Geschichte „Nur Sie“. Ich hoffe sie gefällt euch genauso gut, wie die Erste und freut euch auf weitere Teile!?

Langsam erwachte ich aus meiner einsamen Starre und machte mich auf den Weg zum gegenüberliegenden Gleis, um nach Hause zu fahren. Leute, die aus Zügen stürzten fanden ihren Partner und umarmten in stürmisch. So viele Pärchen säumten meinen Weg und küssten sich glücklich und innig. Und zwischen uns wurde die Entfernung immer größer. Ich hasste sie alle! Warum hatten sie soviel Glück und wir nicht?

Der Qualm meiner Zigarette umnebelte mich und lud mich in eine Traumwelt ein, in der sie noch bei mir war. Laut donnerte die Bahn in das Bahnhofsgebäude und riss mich aus meiner Fantasiewelt. Ich liess mich irgendwo fallen und quetschte mich in die Ecke. Meine Handy piepste mich an, obwohl sie noch keine zehn Minuten fort war. Sie schrieb mir, dass es wunderschön bei mir gewesen ist, aber sie mir nicht wehtun wolle und dass doch nun alles so schwierig werden würde.

Wie vor den Kopf gestoßen rollten tausend Tränen über meine Wangen. Ich konnte es gar nicht mehr aufhalten. Endlich finde ich das Gefühl, dem manche Menschen ein Leben lang nachjagen und dann drohe ich es innerhalb von kürzester Zeit wieder zu verlieren. Sie war hin- und hergerissen, sicher: 650 km zwischen uns, nie ist sicher wann wir uns sehen können, ungeoutet, kein Geld.

Immer in Gedanken bei ihr, bettete ich, dass wir stark genug für solch eine Beziehung sind und fand, vor lauter Verzweiflung, nicht mal mehr meine Haltestelle. Zu Hause angekommen hörte ich die Kassette, die sie mir aufgenommen hatte und brach weinend zusammen. Mein Herz sprach zu ihr – tausend Bände sprach es und flehte, dass sie bei mir bleiben soll. Auch wenn ich gerade erst durch sie wieder zu Kraft kam, war ich bereit all diese Kraft an sie weiterzugeben, um nur stark genug zu bleiben. Du hast mir eben erst gezeigt, was es heißt wirklich zu leben, sich zu spüren, zu lachen und dabei wirklich glücklich zu sein, nicht mehr einsam zu sein, du nur du hast mir den ersten Funken von all dem geschenkt – jetzt darfst du noch nicht gehen!

Das Telefon klingelte, sie war daheim angekommen und wollte mir gleich eine frohe Botschaft überbringen: “Meine Eltern fahren zu Ostern nach Kroatien, du kannst wahrscheinlich herkommen!“ Ich freute mich zwar, doch waren meine Ersparnisse weniger einverstanden, im Gegenteil, sie sprachen äußert dagegen – sie lagen bei Null! Außerdem war da immer noch der Schrecken über die pessimistischen SMS. Wieder musste ich weinen, zitterte vor Angst das kaum gewonnene Glück wieder zu verlieren. Und da war sie wieder, diese sanfte Stimme, die mich in meine glücklichen Träume geführt hat, sie beruhigte mich wieder, versicherte mir nur mein Bestes zu wollen. Sie wollte nur nicht, dass es mir zu viel würde, dass ich im Endeffekt unter der Beziehung leide.

Zwei Tage später schenkte meine Ma mir eine Zugfahrkarte zu meiner Süßen und ich war wieder im siebten Himmel – in nur zwei Wochen würde ich meinen Schatz wieder in die Arme schließen können. Ich zählte die Sekunden und blühte mehr und mehr auf. Nicht mal meine Lehrer konnten mich mehr ärgern. Ich stand schon morgens mit einem Lächeln auf, weil ich wusste, dass es wieder ein Tag weniger wäre.

Zuhause ist da, wo das Herz ist! Irgendwer hat das mal gesagt und sei dem ist dies mein Leitspruch geworden, bis ich sie fand. Ich saß im Zug und fühlte wie mein Herz schon bei ihr in Böblingen war. Mit jeden Kilometer, den ich mich ihr näherte, schlug mein Herz schneller, kräftiger und lauter. Mein ganzer Körper vibrierte vor Aufregung und Nervosität. Ich kannte sie schon so genau, trotzdem verschwamm alles vor meinen Augen und ich konnte kaum noch still halten. Wie nun die sechs Stunden vergingen, weiß ich nicht mehr, aber es war endlos.

Auf dem Bahnsteig in Stuttgart, wo sie mich empfing, blieb nicht einmal die Zeit für einen kurzen Kuß, denn wir mussten gleich in den Anschlusszug nach Böblingen. Plötzlich schossen mir tausend Gedanken durch den Kopf: ist noch alles in Ordnung, hat sich etwas verändert, vielleicht ihre Gefühle, müssen wir uns hier so sehr verstellen? In diesem Moment griff auch schon eine Hand nach meiner und unsere Blicke trafen sich. Unsere Lippen näherten sich und vereinten sich in einen langersehnten Kuss. Wir lächelten uns an und alle Sorgen waren vergessen. Ich hätte mich so gern richtig in ihre Arme gekuschelt, doch leider unterbrach uns der Schaffner.

In Böblingen erwartete uns schon Andis Vater am Bahnhof, um uns Heim zu fahren. Wir waren natürlich ganz normale Freundinnen, die sich gegenseitig ihr Zuhause zeigten. Ich fand ihn auch richtig sympathisch, zumal er mir auf einem alten Kinderfoto, vom Fasching, zeigte wo Andi ist, was selbstverständlich in einem heillosen Lachkrampf endete. Na ja, wir verzogen uns dann auch relativ schnell, weil ich ja schließlich sehr, sehr müde von der Zugfahrt war.

Frisch geduscht und mit einem Nachthemd bekleidet kam ich aus dem Bad zurück und setzte mich zu ihr auf die Couch. Ich fiel in ihre Arme und damit wieder in unsere Welt. Hier, so nah beieinander, so beschützt durch unsere Liebe, konnte uns niemand etwas. Niemand konnte uns nehmen, was uns so stark machte: die Fähigkeit einander Kraft zu schenken. Mein Gesicht wandte sich ihrem Brustkorb entgegen und lauschte wieder dem beruhigenden Klang ihres Herzen, es sprach mit meinem. Ich küsste sie wieder, küsste sie mit all der Liebe, die man einem Menschen nur schenken kann. Wir hielten uns fest und streichelten über die Haut des anderen. Ich genoss ihre Nähe so sehr, ich verschlang sie förmlich. Jeden Funken, den sie an mich sand, sog ich in mir ein. Ihre warme weiche Haut und wie sie unter meinen Berührungen rot wurde und eine Gänsehaut annahm, ihre leichten Seufzer des Glücks und der Wonne und ihr geflüstertes: „Kannst du leise sein?“

Küssend und fest umschlungen taumelten wir zum Bett, um dort wieder zu Einem zu werden. Ich kann kaum verstehen, wie ein Mensch einen anderen so glücklich machen kann!? Jede ihrer Berührungen setzte Ströme von Hitze und Glück in mir frei. Ich entdeckte eine neue Leidenschaft: mich von ihrem Hals abwärts bis zu ihrem Bauch küssen! Sie hat so einen wunderschönen Körper, so sanfte Haut und diese wohlgeformten Brüste, von denen ich nie lassen kann. Als ich das erste Mal mein Gesicht in ihrem Schoß vergrub, wurde mir das Vertrauen, dass sie mir entgegenbrachte erst richtig bewusst. Ich liebte sie noch lange in dieser Nacht und schlief endlich wieder glücklich in ihren Armen ein.

Schon drei Tage später wandelte sich Glück in Verzweiflung und wir lagen zusammengekuschelt auf ihrer Couch und weinten. Diesmal war ich es, die gehen musste, sie allein liess und das mit der Gewissheit fast zwei Wochen nichts von ihr zu hören, weil wir beide in Urlaub fuhren. Sie weinte so bitterlich, wie ich noch nie einen Menschen weinen erlebt habe. „Geh nicht“ flehte sie, doch wie sollte ich das anstellen? Fast zwei Stunden lang nahm es kein Ende, wir konnten uns einfach nicht beruhigen. Keiner von uns wollte mehr ohne den anderen sein. Mir kam es wie ein Verrat vor, sie einfach zurückzulassen, wo sie doch so unglücklich war. Ich hielt sie so fest ich konnte und in dieser Verzweiflung fiel es, das erste Geständnis: „Ich tu mir selbst weh, ich bin autoaggressiv!“ Sie wusste es schon, sie ahnte es, aber hat mir meine Zeit gelassen. Noch mehr Tränen sollten füreinander vergossen werden, bis wir unsere letzte gemeinsame Nacht miteinander verbrachten, um einander noch einmal alle Liebe zu schenken.

Die gemeinsame Fahrt zum Hauptbahnhof Stuttgart, wo der ICE auf mich warten sollte, erwies sich als Martyrium. Ständig kämpften wir gegen unsere Gefühle, machten frohe Miene zum bösen Spiel. Wie sollten wir uns denn gegenseitig aufmuntern, wo wir beide doch so litten? Ich stieg in den ICE, noch ein letzter Kuss. Ich will hier wieder raus. Ich bekomme keine Luft mehr. Ich will wieder in ihre Arme, Urlaub ist mir doch egal. Was ist denn ein Urlaub für ein Urlaub, wenn ich dafür von ihr fortgerissen werde. Sie lächelt mich an und der Zug beginnt sich zu bewegen. Ich sehe die Tränen in ihren Augen blitzen und will sie wieder ganz fest halten. Ihr sagen, dass alles nur ein böser Traum ist und ich eigentlich für immer bei ihr bleibe. Immer kleiner wird ihre Gestalt und ich sehe, wie sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischt. Kann sie nicht halten, nicht beruhigen, nicht für sie da sein.

„Machs gut mein Schatz, ich liebe dich!“


Ein zweiter Abschied, ein zweites Ende, aber es geht weiter. Auch diesmal wäre ich euch sehr dankbar für Meinungen und Ratschläge.

Knuddels eure Kris.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
die-frau

die-frau

24.09.2003 16:18

Ich glaube würdest du ein ganzes Buch darüber schreiben, ich könnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, egal wie viele Seiten es hat. Deine Art zu schreiben, läßt einen mitten drin sein; läßt einen diesen Schmerz und dieses Glück fühlen ;) Mach einfach weiter so ...

Kashahara

Kashahara

25.07.2003 22:41

Jetzt weiß ich endlich wer, Macaos Liebling ist! Ich wünsche euch, daß eure liebe ewig hält! gruß Kasha

Black-Rose

Black-Rose

15.07.2003 21:32

wie ich euch nur verstehen kann ;) lg @}--}----

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