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1-6 von 459 Erfahrungsberichten    
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Zweimal "O" - wie orthopädische Operation -Update vom 21.2.11!!!
Erfahrungsbericht von NanaM über Alles mit O...
19.02.2011


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Nie zu spät zum Arzt gehen, wenn Schmerzen stärker werden
Kontra: OP selbst   -  keiner wünscht sich eine

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Operation gelungen – Patient tod......ach ist mir heute wieder mal zum Scherzen zumute...:-)))

Guten Tag, alle zusammen ;-)

Wichtiges UPDATE am Ende dieses Berichtes!!!


Meine orthopädische Operation an der rechten Schulter

****************************************************************


Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Ja, liebe Leser, meine OP habe ich überstanden. Ohne Komplikationen, ohne Infektionen. ABER sie war größer als vom Arzt selber vorher vermutet. Die OP dauerte 3 ½ Stunden. Um damit Sie - liebe Leser - annähernd nachvollziehen können, was so alles mit mir gemacht wurde, alles der Reihe nach von Anfang an:

Der Beginn meiner Krankheit


Seit genau 7 Monaten hatte ich Schmerzen in der rechten Schulter. Diese wurden immer schlimmer und ich konnte meinen Arm nicht bewegen. Und schon gar nicht nach innen drehen oder geradeaus ausstrecken. Zum Schluss konnte ich nicht einmal mehr mit rechts eine Kaffetasse halten. So entschied ich mich doch endlich nach 6 Monaten meinen Hausarzt aufzusuchen. Er stellte eine Bewegungseinschränkung fest mit Bildung eines Schleimbeutels am Oberarm (ja, ja – auch Frauen können Bizeps haben). Der Schleimbeutes sei eine altersbedingte Abnutzungserscheinung. Das glaubte ich ihn aufs Wort, denn körperlich habe ich schon hart gearbeitet. Jedenfalls behandelte er mich mit einer Spritze, damit der Schleimbeutel zuückgehen sollte. Gleichzeitig bekam ich eine Schmerzspritze, die aber leider nur 2 Tage anhielt. Bei meiner Wiedervorstellung verzichtete er auf eine 2. Spritze. Sagte, es hätte keinen Sinn, da er etwas orthopädisches vermute und gab mir eine Überweisung zum Spezialisten. DER wiederum bemerkte während seiner Untersuchung sofort, dass ich bis zum Zeitpunkt nur noch 20 % Bewegungsfreiheit im Arm und Schulter hatte. Es folgte auch von ihm eine Überweisung zum Röntgen – ein sogenanntes MRT. Dort stellte man fest, dass die Sehne am Oberdach auf der Schulter nur noch an einem Faden hängt, weil sich der Schleimbeutel vergrößert UND verkapselt hat. So ungünstig, dass er immer mehr die Sehne in Gefahr bringt. Wenn die Sehne vor der OP gerissen wäre, dann hätte ich evtl. meinen kompl. rechten Arm verloren...

Das ist Gott sei Dank nicht geschehen. Normalerweise, wenn es nur der Schleimbeutel gewesen wäre, hätte man mich hier nur eine Straßenbahnstation weiter behandeln können, weil es nur ein kleiner Eingriff gewesen wäre. Aber der Arzt vermutete ja schon mehr anhand der Ergebnisse des MAT. Jedenfalls äußerte er sich in dieser Form. Was dann aber wirklich in Arnstadt auf mich zu kam, dass hatte auch nicht der liebe Herr Doktor gedacht.

Die Anreise

Mein Freund wollte mich zum Bahnhof begleiten. Ich lehnte ab. Wollte mich innerlich sammeln und mit mir und meinen Gedanken alleine sein. Angst und Furcht, meinen Arm zu verlieren waren zu groß. Wie klein Rosi nun mal so ist, habe ich versucht, das ganze mit einem Gag zu beginnen, um meiner Angst Paroli zu bieten. Vor dem Bahnhof rauchte ich erst einmal ganz gemütlich ein Zigarette und machte ein Foto vom Bahnhof. Taxen standen genügend bereit. Was ich nach dem Rauchen zu tun hatte wusste ich schon jetzt. Und so kam es auch. Rosis Schauspielkunst meldete sich: Zum Taxi – Tür auf – sind Sie frei? - Bevor der Fahrer antworten konnte saß ich bereits neben ihn. Zum Hauptkrankenhaus bitte, in die Bärwinkelstraße. Als wir dort ankamen – ich: WAS? Wir sind wohl schon da? - Ja, das ist ja nur um die Ecke vom Bahnhof – der Fahrer. NUR: Dass ER nicht wußte, dass ich wußte, dass es nur knapp 350 Meter waren, denn Arnstadt kenne ich wie meine Westentasche. Aber den Spaß wollte ich einfach und habe dann gern die 2,95 € mit einem hämischen Grinsen bezahlt!!!

Im Krankenhaus angekommen musste ich mich natürlich erst einmal für die stationäre Aufnahme anmelden. Mittag 11:15 h kam ich an und 16:00 h war ich dann erst auf meinem Zimmer, denn vorher nochmals ein EKG, ein Ultraschall und eine Funktionsdiagnostik. Ich landete auf Station 3 – Chirurgie. Alle Schwestern waren sehr freundlich und ständig bestrebt, dass es mir gut geht. Ich kam mir vor, als sei ich eine Privatpatientin. Dann wusste ich auch warum. Mein Arzt aus Erfurt, der mich dort operierte hat 2 3-Bett-Zimmer auf dieser Station gemietet. Jedenfalls wurde ich bestens versorgt. Essen nach Wunsch, ich wurde von Kopf bis Fuß gewaschen und man reichte mir auch Schmerzspritzen und -tabletten nach der OP.

Meine Gefühle

Die mischten sich mit in meine Ängste. Immerhin war ich in diesem Krankenhaus früher einmal Stammpatientin. 3 Struma-OPs – Eine Krebs-OP mit anschließend 15 Chemotherapien – und 1 Blinddarm-OP. Meine letzte dort war 1985. Ich hatte das Glück, noch mit 2 Ärzten von damals zu sprechen und einer war sogar auf der Station wo ich jetzt war Oberarzt. Wir führten ein herrliches Gespräch über das Krankenhaus, meiner Gesundheit und was jetzt aus dem Krankenhaus geworden ist. Ich weiß auch nicht, aber von diesem Moment an fühlte ich mich irgendwie heimisch. Das war für mich gut, denn ich hatte aufeinmal wieder Vertrauen in das mir Bevorstehende gefunden. UND es hat sich bestätigt.


Das Ergebnis der Operation

Der Schleimbeutel war mittlerweile so groß, dass er fast die gesamte Kugel der Schulter einnahm. Und die Sehne? Die war schon in Einzelteile zerfallen und spreizte sich nach allen Seiten. Siehe Foto 3! Auf diesem Foto sieht man ganz unten links, was mir für eine Schraube eingesetzt wurde. Ich bin kein Arzt – man sagte mir, dass man mir fast eine neue Schulter bereitet hat. Narkosen bekam ich 2 Stück und vorher eine Bruhigungsspritze, und ich erhielt einen Abend vorher die Anweisung, weniger Insulin zu spritzen, was ich natürlich als braves Mädchen befolgte. Die Schmerzen nach der OP, als ich aus der Narkose aufwachte waren trotz Schmerzmittel riesig. Aber da musste ich durch. Nächsten Morgen sah schon alles viel, viel besser aus. Schlimm war für mich allerdings, dass ich als Letzte in den OP-Raum kam. Und ich hatte ein Hunger. Konnte kaum Brot vor Hunter sagen...Dafür bekam ich aber am Abend nach der OP ein schönes Abendbrot. Alles schon geschnitten, geschmiert und garniert. Niedliche und appetitliche Häppchen. Da hatte ich sogar meine Schmerzen vergessen. Ich schlang alles in mich hinein, als hätte ich eine Woche nix gegessen.

Meine Nachbehandlung


Für 7 Tage erst einmal absolute Ruhe für Arm UND Schultergelenk. 2 Verschiedene Stützen, weil der Arm keine Kraft mehr hat, um ihn in einer waagerechten zu halten. Die eine Stütze ist für den Tag (siehe Bild 2) und für zu Hause. Die Andere Stütze (Titelbild) ist für unterwegs, zur Sicherheit, damit mich unterwegs keiner anstoßt, wenn doch, dann stoßt man gegen ein „Airback“. Und dieses dicke Monster mit x Schnallen mit Klettverschluß muss ich auch nachts anschnallen, da damit weniger Gefahr besteht, mich im Schlaf zu wälzen, oder gar auf den kaputten Arm liege. Sieht aus ähnlich einer Schlummerrolle.

Am 1.3.11 werden dann die Fäden gezogen. Es sind 3 Schnitte: 1 links neben der Schulter, einer hinter der Schulter und eine längs entlang auf der Schulter. Die Schnitte wurde schön klein gehalten und sehr sauber vernäht. Nach der Entferung muss ich für 8 Wochen eine Physiotherapie absolvieren, damit der Arm und die Schulter wieder lernen, sich richtig bewegen zu können. Und jetzt am Montag bekomme ich eine elektrische Motorschiene. Ein Plastesessel in Schalenform, der an der rechten Seite 2 Schalen hat. Dort hinein soll ich meinen Arm legen. Auf Knopfdruck bewegt sich dann die Schiene vom Körper weg. Dies soll sein, damit während des Anwachsens des Fremdkörpers sich die Größe der Bewegungen mit der Schulter erhöht. Mit 5 Minuten beginnen und dann jeden Tag 5 Minuten dazu, bei einer Gradeinstellung von 40. Der Arm soll im rechten Winkel bewegt werden.


Mein Fazit

Ich habe die Operation gut überstanden, und die Schmerzen gehen bestimmt auch bald vorrüber. Ich schätze mal, wenn die Fäden raus sind. Für mich ist das Wichtigste, dass der Arm noch dran ist. Schuld bin ich ein bischen selber, denn ich hätte viel, viel früher zum Arzt gehen müssen, dann hätte der Schleimbeutel nicht soviel Schaden angerichtet. Aber ich lebe noch und freue mich, dass doch noch alles trotz größeren Schadens so glimpflich ausgegangen ist.

Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich für die vielen guten Wünsche zum Gelingen der OP, die mir freundlicherweise gesendet wurden. Ich habe alle guten Wünsche angenommen und habe fest daran geglaubt, dass vielleicht doch noch alles gut wird. Nun darf und kann ich wieder unter Euch weilen.

Ich bedanke mich für das Lesen, Bewerten, Kommentieren und verbleibe bis zum nächsten Mal Eure Rosi


@NanaM für Ciao – 19.2.11


UPDATE vom Montag, 21.02.2011


Zu meiner freudigen Überraschung bekam ich heute von einer Sanitätsfirma gegen 12:30 Uhr Besuch. Eine nette, einfühlsame Dame in jungen Jahren brachte mir einen Elektrischen Stuhl. Nein, nicht doch, was Ihr schon wieder gleich denkt: Nicht zur Hinrichtung, sondern zur Einrichtung :-))) Ha, ha...Man habe ich mich gefreut. Bie diesem Stuhl handelt es sich um einen schalenförmigen Sessel aus Plaste. An seiner rechten Seite befinden sich - ebenfalls aus Plaste zwei offene Halbschalen und für die Handinnenfläche ein nach oben gewölbter Halbkreis.

Diese beiden Schalen bewegen sich per Elektrik in zwei verschiedenen Geschwindigkeitsstufen vom Sessel weg - und wieder heran an den Körper. Dazu muss ich natürlich meinen gesamten rechten Arm in diese Schalen legen. Das Ganze täglich 2 x 1 halbe Stunde - für 4 Wochen. Nach 14 Tagen wird die 2. Stufe hinzugeschaltet. Dann bewegen sich die Schalen vom Körper weg - und gleichzeitig wieder heran zum Körper - und danach bewegt sich die Schale vor den Körper fast bis zum Bauch hin.

Diese Übungen sollen dazu dienen, dass meine Rotorenmanschette im Schultergelenk nicht verklebt und auch die Schulter durch Nichtbewgung steif bleibt. Die Geräusche sind dabei leise und unaufdringlich - MP3-Player auf - im Sessel bequem gemacht und los geht es! Dieser Elektrische Stuhl wurde mir bereits eingestellt auf meine Körperhöhe, ebenso die Höhe der Lehne, an der sich die 2 Schalen befinden. Die Elektrik selbst ist hinter der Rückenlehne angebracht und hat 2 Rohrbügelfüße, wobei zum leichteren Fortbewegen des Sessels am hinteren Bügel zwei Rollen angebracht sind. Die elektrische Zuleitung ist 5 Meter, sodass es keine Probleme gibt, den Sessel an eine geeignete Stelle in der Wohnung zu platzieren.

Zum Einschalten ist an einer 2-Meterschnur ein Kippschalter zum An- und Ausschalten angebracht. Auszuschalten ist der Sessel NUR dann, wenn sich die Schalen an der untersten Grenze befinden. Die Gradzahl für einen Rechten Winkel des Armes soll mit 40 beginnen und bei 90 Grad enden - innerhalb dieser 4 Wochen. Einer Heilung bzw. normalen Wiederbewegung in den nächsten 12 Wochen steht nun nix mehr im Wege. Und bei meinem Hausarzt habe ich heute morgen auch die freudige Botschaft erhalten, dass er mir bereits am Freitag dieser Woche die Fäden aus den 3 Schnitten entfernt. Dann darf ich auch endlich wieder Baden!!!


Danke auch für das Lesen dieses Updates. :-) glg. von der kleinen Nana mit dem großen M.

   

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