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Wir schreiben den Juli 1943. In meiner Heimatstadt Hamburg macht der Krieg eine Pause. Es ist ruhig in der Stadt, die Ruhe vor dem Sturm. Das ahnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand. Es ist ein Sonnabend, ein extrem heißer und sonniger Tag. Die Hamburger genießen den Tag in ihren Gärten und in Ausflugslokalen.
Eine Stunde nach Mitternacht schrillen die Sirenen und die „Operation Gomorrha“ beginnt. Ihr Ziel war die totale Zerstörung der Stadt und das Brechen der Moral der Bevölkerung. Vier Tage und Nächte dauerte dieses Kriegsverbrechen. Nachts flogen die Engländer und am Tage die Amerikaner. Am Ende war Hamburg nur noch eine Ruinenlandschaft und 40.000 Hamburger hatten ihr Leben gelassen.
Das Prinzip war ganz einfach. Zuerst wurden die Dächer mit Luftminen und Sprengbomben abgedeckt und anschließend die Häuser mit Phosphorstäben entzündet. Um die Apokalypse zu vollenden wurden dann noch Phosphorkanister abgeworfen. Die Häuser standen extrem eng aneinander und waren häufig noch aus Holz oder mit Stroh gedeckt. Der Brand sprang also von Haus zu Haus über. Das Ergebnis war eine absolut tödliche Feuerwalze, die alles verschlang.
Etlicher Bomberpiloten der Engländer, die dieses „Schauspiel“ aus der Luft mitansehen mussten, wurden nach eigener Aussage in diesen Nächten zu Pazifisten.
Mein Stadtteil Niendorf hatte damals noch dörflichen Charakter und war ohne jegliche militärische Relevanz. Trotzdem wurden 31 Luftminen, 78 Sprengbomben, 60 Phosphorkanister und etwa 15.000 Phosphorstäbe in der ersten Nacht des Angriffes abgeworfen. Das Zentrum war nach dem Angriff eine einzige Trümmerlandschaft. Meine Familie hatte wie durch ein Wunder in einem Kellerbunker überlebt.
Die Angelsachsen hatten ihr Ziel Hamburg einzuäschern mehr als erreicht. Das weitaus wichtigere Ziel, die Bevölkerung zu brechen verfehlten sie jedoch. Menschen, die um das nackte Überleben kämpfen müssen, lehnen sich nicht gegen ihre Führung auf. Dazu kam natürlich ein unendlich großer Hass auf die, welche dieses Verbrechen begangen hatten. Ein gemeinsames Feindbild schweißt bekanntermaßen zusammen.
Dieser Bericht ist den vielen, vielen Hamburger Toten gewidmet. Ich möchte die Verbrechen der Nationalsozialisten damit nicht relativieren, aber durchaus ins Gedächtnis rufen, dass es auch auf Seiten der Allierten Täter gab. Die „Operation Gomorrha“ gehört sicherlich zu den scheußlichsten Kriegsverbrechen, des zweiten Weltkrieges. Nach den Maßstäben der „Nürnberger Prozesse“ hätten die dafür Verantwortlichen gehängt werden müssen.
Als erstes sollten wir unsere eigenen Verbrechen auf keinen Fall verharmlosen. Aber dann stimmt es: eigene Verbrechen sind kein Freibrief für andere. Das mutwillige Anzünden von Häusern ist auch ein Kriegsverbrechen.
Die haben auch in einem Tag 10 Tausend leute in Dresden getötet. Der Lorenzkirche hier in Nürnberg ist auch noch nicht fertig. Ok ich bin kein Nazist. aber ich mag die Alliierten auch nicht.
20.08.2005 23:30
Von der Saga, als der Krieg in die Höhle des Drachens zurückkehrte...
03.12.2004 21:42
Als erstes sollten wir unsere eigenen Verbrechen auf keinen Fall verharmlosen. Aber dann stimmt es: eigene Verbrechen sind kein Freibrief für andere. Das mutwillige Anzünden von Häusern ist auch ein Kriegsverbrechen.
01.12.2004 16:18
Die haben auch in einem Tag 10 Tausend leute in Dresden getötet. Der Lorenzkirche hier in Nürnberg ist auch noch nicht fertig. Ok ich bin kein Nazist. aber ich mag die Alliierten auch nicht.