Psychiatriealltag. Therapieziel: Selbstreflektion.
24.01.2010
Pro:
man muss nicht alles glauben, was man liest; Selbstreflektion ist wichtig
Kontra:
. . . vielleicht doch ein Funken Wahrheit . . . .
Empfehlenswert:
Ja
 Cosmay
Über sich:
"Ich bin ein Pessimist, der sich mit Gewalt in den Optimismus stürzt."
(Dieter Hildebrand...
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„Selbstreflektion ist wichtig, verstehen Sie? Demnach keine Kontakte nach draußen. Lediglich Kontakt zu uns und zu sich selbst. Denken Sie einmal über sich selbst nach, das ist wichtig, um zu sich selbst zu finden.“ Selbstreflektion? Ich selbst-reflektiere doch. Über mich selbst nachzudenken hat mich doch erst in diese Lage hier gebracht. Mein Körper zeugt von Selbstreflektionen unterschiedlicher Art. Übergewicht, um selbstzureflektieren, dass mir nicht nur die Meinungen der Mager-Fangemeinde egal sind, sondern vielmehr, dass ich mir selbst egal bin. Wörter auf der Haut, die von diversen Selbstreflektionen zeugen, wenn auch verblassend. Doch egal wie blass, wie durchsichtig Narben oder man selbst wird ~ man ist noch da, solange man sich selbst noch wahrnehmen kann. Und verdammt, ich nehme mich oftmals viel zu sehr wahr. Fange bei der „Merci“Werbung an zu heulen, weil ich mich nie so derartig bedankenswert fühlte. Schluchze bei dem „Du bist nicht allein“ Werbespot von RTL II dramatisch auf und fühle jeden Sonntag intensivst bei „Auf und davon“ mit...wenn ich nur soviel Mut hätte! Doch ich weiß ja nichtmal, wohin ich dann reisen würde. Weil ich das Gefühl, dass nirgendwo irgendjemand auf mich wartet, ja doch immer mit in den Koffer packe.Ja, doch, ich habe die Aufgabe verstanden, die Sie mir in dieser Therapie hier stellten. Ich soll über mich selbst nachdenken und mich selbst kennenlernen. Aber was ist, wenn ich jemanden finde, den ich gar nicht gesucht habe; oder zumindest nicht finden wollte? Es ist nie zu spät, sich zu ändern... möglich, gut möglich. Doch ich weiß nicht nur nicht, wer ich bin, sondern obendrein nichtmal, wer ich werden will. Oder was genau ich fühle, empfinde. Die Liebe rettet alles? In gewissen Hinsichten sehr gut nachvollziehbar, sehr wichtiger und wohl auch richtiger Gedanke, doch im partnerschaftlichen Verhältnis....meine Fresse.Ständig diese Selbstanklage im Kopf, dass ich in meiner Ehe zu früh aufgegeben habe; wechselseitig mit der Gewissheit, dass ein weiteres Festhalten nur einen späteren und vermutlich noch tieferen Fall involviert hätte. Der Zeitpunkt zu gehen war richtig... oder eigentlich schon zu spät. Ich hätte niemals so früh heiraten dürfen. Oder doch mir mehr Mühe geben müssen? Bei den ersten Anzeichen intensiver reagieren müssen? Anstatt stetig mit halber Welt darüber zu debattieren, was alles in meiner Ehe schief läuft, nach hause gehen und dort eigenständig Resultate herbeizuführen? Viel zu spät erst begann ich Initiative zu zeigen, zu entwickeln, wirklich etwas zu tun, was den Namen „Kampf“ ansatzweise verdient hätte. So war es schon vor Jahren, schon da sagte meine beste Freundin zu mir „Du fängst immer erst dann an zu kämpfen wenn eigentlich schon alles zu spät ist.“ Ich weiß ja, ich weiß. Und auch da brachte mir die Selbstreflektion rein gar nichts... denn gelernt habe ich offenkundig nichts. Oder doch? Oder nicht? Ich weiß nicht... ich weiß doch viel zu vieles nicht. Ich meine, Herr Doktor, mal ernsthaft: Ist es wirklich ein positiver Lern-Effekt, eine alte und doch irgendwie aktuelle Beziehung wiederbeleben zu wollen, weil man das Gefühl hat, erneut zu früh aufgegeben zu haben? Somit völlig zur Seite wischen wollen, dass man längst angefangen hat, für jemand anderen ähnlich intensiv zu empfinden? Verliebtsein und die Liebe. Ein Unterschied, den ich lange nicht begriffen habe. Wie oft habe ich skeptisch, um nicht zu sagen; völlig begriffsstutzig, aus der Wäsche geguckt, wenn mir jemand erzählte, er oder sie hätte sich zwar ein wenig in einen Arbeitskollegen verknallt, aber keinesfalls würde sie oder er deswegen ihren oder seinen aktuellen Partner deswegen weniger lieben. Inzwischen bin ich selbst so jemand... Aber gibt es noch einen weiteren Unterschied zum Begriff „ein wenig verknallt sein"? Ich weiß es nicht. Ich weiß ja nichtmal, ob das überhaupt eine Rolle spielt. Oder warum ich ständig über solcherlei Sachen nachdenke. Ich soll doch über mich selbst nachdenken hier. Nur über mich selbst. Dafür habe ich ja jetzt den ganzen Tag Zeit. Den ganzen Tag, wo mich keiner stört, keiner belästigt, keiner anruft, besucht, niemand mir schreibt oder auch nur ansatzweise und sonstwie das Gefühl gibt, mich nicht völlig vergessen zu haben. „Der Name kommt mir irgendwo bekannt vor...“ werden sie vielleicht sagen, wen sie eines Tages meine Todesanzeige in der Zeitung entdecken. Doch wer überhaupt sollte diese aufgeben? Um aus dem Kreislauf des Absonderns hinauszugelangen, soll ich mich also hier erstmal absondern. Und über mich nachdenken. Nun, das tue ich ja bereits. Wobei... momentan, ich gestehe, denke ich vielmehr intensiv darüber nach, wie ich an eine Rasierklinge gelange. Nein, nicht, was Sie jetzt wieder denken, Herr Doktor... eine Rasierklinge lediglich, um neben das Wort „Liebe“ die „Verzweiflung“ sowie die „Zerrissenheit“ zu setzen. Denn genau da gehört sie hin. Zumindest bei mir ist das so. Immer und immer wieder.Darf ich vielleicht um ein wenig Salz bitten? Wozu? Nunja...es stimmt halt wirklich: mit Zuhilfenahme von Salz bleiben die Wörter mir länger treu. Treu. Treue... Treue ist das, welche mir als Grundvoraussetzung mit in die Wiege gelegt wurde. Dachte ich zumindest immer. Schlussendlich muss ich gestehen, dass ich meinen Ehepartner ja doch betrogen habe. Das wir uns am Tag drauf auch räumlich trennten, zählt irgendwie nicht. Obschon ich für jeden anderen Verständnis, Erklärungen und zig Weisheiten parat hätte, würde mir jemand davon erzählen. Aber mir erzählt ja ohnehin niemand etwas. Wobei auch das nichtmal stimmt. Ich habe vielmehr stetig das Gefühl, überhaupt nichts sinnvolles beitragen zu können. Meine sämtlichen
Bilder von Alles mit P...
Monologe klingen auch für mich, sobald ich sie nocheinmal Revue passieren lasse, völlig lächerlich. Wie gern würde ich manchesmal Gedanken lesen können. Fühlen können, was andere in diesen Momenten fühlen... aber ich fühle ja ohnehin nicht mal meine eigenen Gefühle richtig. Gefühle im Schleudergang; völlig durcheinander und verquert, kaum bin ich hier, will ich dort sein, kaum bin ich dort, will ich hier sein.Nein, nicht wirklich „hier“... aber eben stetig woanders; mir immer selbst einredend, dass ich doch wieder falsch bin, mein Platz woanders wäre, sein könnte... ich nur wo anders die wirkliche innere Ruhe finden kann. Wobei es stetig Menschen wundert, wie ich von einer inneren Unruhe, von innerer WildheitChaosLärmTobsucht und Raserei in mir sprechen kann, wo ich doch äußerlich ganz ruhig dasitze und mich obendrein auf das dritte Buch in einer Woche zu konzentrieren scheine. Finden es teilweise sogar faszinierend, wie schnell und intensiv ich lesen kann. Aber sie wissen ja auch nicht, wie groß die Bewunderung dafür bereits in der Schule war, wie oft ich minutenlang dasaß, einen Text zweimal las, nur um auf die anderen zu warten, die noch bei der Hälfte waren. Sie haben keine Ahnung von so vielem in mir; bemerken nichtmal die Angst in mir, wenn ich manchesmal beinahe eine Stunde auf wenige Seiten starre. Völlig nach innen gewandt, nach innen murmelnd, meine Mantren aufsagend, die den Sturm beruhigen sollen, die mich von der fixen Idee abbringen sollen, ein weiteres Wort....Ja, Sie haben recht, ich schweife ab. Schweife schweife schweife taumele. Gefühle. Ja, Gefühle. Kein Wunder, dass man mir nicht glauben kann oder will oder einfach nur tut wenn ich sage, dass ich für jemanden etwas empfinde. Zuneigung, intensive, hier und dort einmal Verliebtheit. Es gibt Momente, da glaube ich sie mir ja selbst nicht. Zudem wechselt es viel zu oft ab in mir, totale Anklettung wechselseitig mit Rückzug de Luxe. Totales Fluchtprogramm. Scheiß auf Borderline, scheiß auf die förmlichen Ausdrücke. Was nützt es mir, vom Facharzt in eine Schublade gesteckt und dortig „so so“ nickend analysiert zu werden; wenn mir das DA DRAUSSEN rein gar nichts bringt außer im eigenen Resultat erneut der Totalrückzug. Nein, Herr Doktor, ganz und gar nicht will ich „normal“ fühlen können, wenn dies bedeutet, fast zu erfrieren, vor Schmerzen nichts anderes können als sich verstohlen die Tränen aus den Augen zu wischen, weil einem ja doch keiner glaubt, das man dazu in der Lage ist. „Lassen Sie Ihre Gefühle zu.“ Na vielen Dank auch; Sie haben gut reden, ehrenwerter Weißkittel, sie haben ja nicht ihr Herz geöffnet und ein „ich glaube dir nicht, ich kann dir das nicht glauben, weil...“ entgegengeworfen bekommen. Das war mal wieder wie ein Schlag ins Gesicht; ein Gefühl - ja, ein Gefühl! - wie ich es schon längst von mir gewiesen zu haben glaubte. Da wäre mir der richtige Schlag ins Gesicht lieber gewesen. Da kann man sich irgendwann abschalten, wegfühlen, so tun, als wäre man nicht da. Irgendwann tut es einfach nicht mehr weh, wenn eine gewisse Grenze erst einmal erreicht ist. Ohja, die Grenzen. Richtig. Ich trage ja den Borderline-Stempel. Gibt es eigentlich eine Art Mengenzuschuss, wenn man als Doc binnen eines Jahres möglichst viele Patienten mit dieser Analyse beherbergt? Nicht? Entschuldigung, es kam mir nur so vor, weil Borderline doch ein ziemlich gefragtes Analyseergebnis der heutigen Zeit ist; dicht gefolgt von „Burn out syndrom“. Sogar das aktuell und immer wieder beliebte „Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom“ scheint zurückgedrängt zu werden... Was? Ich soll mich auf mich konzentrieren? Das mache ich doch auch, zur Hölle. Ich inmitten der Menschheit. Gut, oder eben ich inmitten des Randes der Menschheit. Mir doch egal.Ja, genau, mir doch egal. Ich mag nämlich auch gar nicht mit jemanden zusammen sein, der mir sagt, dass er mir nicht glaubt, dass ich etwas für ihn empfinde... dass ich mich in ihn verliebt habe. Ja, Herr Doctor, es fällt mir schwer, das zu sagen. Was meinen Sie, wie schwer es mir bei ihm viel? Richtig. Verdammt schwer. Deswegen sage ich ihm ja auch nicht, dass ich mich zur Hölle noch mal danach sehne, mit ihm zusammen zu sein... was? Nein, tut mir leid, dass ich geflucht habe, aber so ist es einfacher, Gefühle zu äußern. Deswegen zerdeppere ich ja auch so gerne irgendwelche Gegenstände, wenn ich über mein Innerstes rede. Oder zerdeppere mich selbst. Ha-ha. Nicht witzig? Nochmal Verzeihung; mir ist manchmal nicht bewusst, das viele nichts lustiges daran sehen können, sich in einem Anfall von zu vielen gefühlten Gefühlen die Tür so lange an den Kopf zu schlagen, bis blaue Flecken sichtbar sind. „Humor und Tod ergeben eine gute Mischung“, oder etwa nicht? Nicht? Jaja, tut mir leid... aber Wundmale sind zumindest etwas, was einem geglaubt wird. Was sichtbar ist, ein Beweis, ein zur Schau getragenes „ich hab doch gesagt,...“. Was? Wo eigentlich der Bezug zwischen meiner Ehe und meinem aktuellen Dilemma ist? Ohja, richtig... ~ Das Gefühl, zu früh aufgegeben oder zu spät eingegriffen zu haben, bleibt. Bleibt wider allem besseren Wissens. Demnach versuche ich nun, es klüger anzufangen. Nun gucken Sie nicht so, ich war verdammt ehrlich und habe gesagt, dass ich nicht weiß, wie viel ich noch fühle und ob das ganze überhaupt gut gehen kann...und das es genauso gut sein kann, dass mir bereits morgen wieder nach verschwinden zu Mute ist. Letzteres ist ja ohnehin immer so eine Sache... ich meine, ich gehe grundsätzlich vom Scheitern aus, zumindest kann man dann nicht so intensiv auf die Schna...enttäuscht werden, wenn es nicht klappt. Aber das wissen Sie doch, deswegen haben Sie mich doch auch hierbehalten nach der Tarnung des „Paargespräches“. Hm, jedenfalls weiß er, dass das alles ein Versuch ist, ein weiterer Versuch, etwas wiederzufinden, was wir irgendwo verloren haben. Ist es nicht das, was ich mir wünschen sollte? Dass jemand trotzdem sagt „okay, du hattest irgendwie jemand anderen, aber ich bleib für dich da, ich will dich trotzdem?" Er weiß ja auch, dass nicht alles was schiefging an mir lag und liegt. Sehen Sie, das ist doch mal ein Fortschritt! Warum schreiben Sie DAS nicht auf? Sonstig habe ich doch immer allein mir die Schuld zugeteilt! Es wundert mich wirklich, dass Sie das nun nicht sonderlich aufschreibenswert finden... aber gut. Wo war ich? Richtig. Er weiß es. Ja, er weiß, worauf er sich einlässt. Und ja, wir gehen es langsam an. Keine Sorge Doc, die Zeiten, an denen ich dachte, ich müsste sofortig und andauernd mit jemanden ins Bett gehen, um wenigstens für etwas zu gebrauchen zu sein, sind vorbei. Zumindest halten sie momentan Winterschlaf. Auch ich muss doch mal irgendwann was Kluges tun, oder? Was? Ja... stimmt. Sie haben ja Recht. Ich habe jetzt, wo ich "noch nicht" sagte, noch weniger als sonst das Gefühl, etwas wert zu sein, würdig zu sein oder was auch immer... weil ich nichts zu bieten habe und somit zumindest DAS zulassen sollte. Ganz ehrlich? Ich kann jetzt nicht einfach mit ihm ins Bett gehen, eben weil ich mir dann erst recht das Wort Prostitution einschreiben könnte. Zudem habe ich ihm nicht gesagt, dass ich erst kürzlich zu jemand anderem sagte, dass ich mich ihn eben diesen verliebt habe. Er weiß es sicherlich irgendwo, aber es nochmal auszusprechen, anzusprechen.... das will ich ihm dann doch nicht zumuten. Weil ich ja ohnehin schon eine Zumutung bin. Oder, anders ausgedrückt, eben das Ganze eine Zumutung für ihn ist, wenn mir das die Notiz „Selbstabwertende Situationsbeschreibungen“ erspart. Sehen Sie, ich bin nicht so dumm... ich bekomme durchaus selbst mit, wie ich mich sehe. Und selbstreflektiere. Außerdem habe ich Angst, an jemand anderen zu denken, während ich mit ihm....Was? Ja, ich weiß es, verdammt noch mal! Diese Beziehung aufrecht zu erhalten ist ein verschissener Betrug an ihn, an mich, an uns.... es geht mir allerdings überhaupt rein gar nicht darum, dass ich bei jemand anderen keinerlei Chance habe, dass das Ganze keine Chance hätte, dass es fast schon egal ist, ob und was und inwiefern er für mich empfindet, eben weil es so oder so keinerlei Zukunft, keine Gegenwart und keine Chance hat. Deswegen wollte ich auch gar nicht hören, was er für mich fühlt; es würde mich nur in meinem Entschluss verwirren, nicht nochmal den selben Fehler zu machen: den Fehler, zu früh eine Beziehung abzuschreiben, dieses „in guten wie in schlechten Zeiten“ zu ignorieren, nicht zu kapieren, dass man eben auch die „abs“ in den „aufs“ überstehen muss, dass es möglich ist, zurück zueinander zu finden, wenn man nur nicht den Fehler macht, zu schnell auseinander zu gehen. Deswegen habe ich nicht gesagt, dass mir den ganzen Tag so übel war, weil ich mich zur Hölle nochmal verdammt anstrengen musste, um mich davor zurückzuhalten, ihn einfach zu küssen. Ich will; nein, ich muss diesmal einfach sicher gehen, mich nicht den Rest meines verkackten Daseins lang fragen zu müssen, erneut zu früh aus einer doch nicht oder nur noch nicht ganz abgeschlossenen Beziehung gegangen zu sein um mich völlig jemand anderen zu verschreiben. Weglaufen war ja schon immer meine stärkste Schwäche; das wissen Sie ja. Und ja, ich fluche erneut, weil ich es sonst nicht sagen kann, weil ich sonst in tausend Scherben zerbrechen würde, wenn ich die Reaktion auf meine völlig ernstgemeinten romantischen Gefühle sehe... sie waren zu selten gut; und wenn sie gut waren, dann wandelten sie sich in etwas bedrohliches, welches mich nicht nur in Stücke gerissen in den Dreck warf und auf mir rumtrampelte, sondern im letzten Wagnis obendrein vergewaltigte. Aber das ist eine andere Geschichte.Die Geschichte hier zeugt hingegen von einem Versuch, meinen typischen Selbstanschuldigugnen das verdammte Maul zu stopfen, indem ich es schlicht und ergreifend nochmal mit meiner Beziehung versuche. Es gibt doch wirklich einen Hoffnungsschimmer, dass es wieder gut wird. Gibt es doch..... gibt es doch, oder? Wenn's schief geht, habe ich es wenigstens versucht... und irgendwo kommt es doch nur darauf an, nicht wahr? Was gucken Sie denn jetzt schon wieder so abwertend? Tun Sie nicht? Ich sehe das in Ihnen, was ich eigentlich selbst an mir sehe? Bitte? Nunjaaa... das klingt zumindest... abenteuerlich. Was meinen Sie denn, was ich sehe an mir und dieser Entscheidung? Ach, das sagen Sie mir nicht? Das soll ich selbst rausfinden? Wozu zum Teufel bezahle ich den Mist hier eigentlich? Kommen Sie mir jetzt nicht wieder mit „Selbstreflektion“! Ach, doch? Genau darum geht es also? Gut, dann selbstreflektiere ich eben nochmal: ich denke, ich bin es irgendwo selbst dem Versuch meiner Ehe noch schuldig, es diesmal nicht genauso zu vergeigen. Um mir selbst diese "bis das der Tod uns scheidet" verzeihen zu können. Das man wahlweise auch hätte sagen können "solang die Liebe dauert" hatte mir nämlich niemand gesagt. Wie dem aber auch sei; es ist zur Hölle nochmal ja in der Tat sehr gut möglich, dass diese Verliebtheit zu jemand anderen nach wenigen Tagen wieder aufhört; genau wie es bei der Flucht aus meiner Ehe der Fall war. Demnach ist es nur gut und richtig so, dass ich mich tendentiell nicht mit der Frage beschäftigen will, warum er überhaupt mit mir ins Bett ging. Zumal ich kein weiteres „einfach so halt, das muss doch nichts bedeuten“ hören mag. Für mich bedeutet es immer was, und sei es nur Selbsterniedrigung. Nein nein, nicht mit ihm... ich sag ja, ich bin in ihn verliebt. Und wie. Aber ich sehe, auch Sie glauben mir das nicht? Doch? Wow... da sind sie ihm einen ganzen Schritt voraus. Wobei er nachher einräumte, er würde mir schon glauben, halt nur nicht, dass dieses Gefühl länger anhalten könnte... Ob mich das verletzt hat? Natürlich hat mich das verletzt, was für eine Frage! Erst recht die Äußerung, ich solle mich nicht verrückt machen und man würde ja sehen wohin sich das ganze entwickelt...irgendwie sowas. Das hat erneut etwas in mir zerbrochen. Und, vor allem: „lass uns einfach versuchen Spaß zu haben“. Ha! Hat sich Ihre Frage, warum ich in dem zuletzt gelesen Buch den Satz „ich tauge nur zum gefickt werden“ so dick unterstrichen habe, nun erledigt? Ja,wir waren da gerade unter anderen und ich fing wieder an mit meinem Rumgenerve der Zugehöriglosigkeit. Das Wort habe ich imr übrigens selbst ausgedacht, es drückt am besten aus, was ich empfinde. Aber wieso fragen Sie nach der Situation? Hm? Ob die Möglichkeit besteht, dass er es völlig anders gemeint hat? Schon möglich, irgendwo... aber es hat mich trotzdem intensivst verletzt. Wollen Sie sehen, wie sehr? Schauen Sie, das Wort „Hure“ ist noch ganz frisch! Außerdem war mir danach, alles gesagte und nicht gesagte gegen mich zu verwenden um mir schreiberisch Erleichterung verschaffen zu können. Was? Warum dieses Wort? Na, Sie machen mir Spaß! Wie sollte ich mich sonst bezeichnen, wenn ich alles dran setze, um meine Beziehung wiederzubeleben, meinen Körper dafür herhalte, während ich mit dem Herzen und der Seele bei jemand anderen bin? „Seelenficker“ hatte ich schon; deswegen habe ich dieses nicht aufgeschrieben. Jaja. So ist das; so schaut's aus. Was dieses Wort bedeuten soll? Jetzt denken Sie doch verdammt noch mal mal selbst nach! Selbstreflektieren Sie sich doch mal bitte ebenso; damit Sie mal drauf kommen, warum Sie sich weigern, gewisse Schlussfolgerungen zu ziehen. ICH weiß was ich damit meine; und im Grund geht mein Körper doch niemanden was an. Privatbesitz, Sie verstehen? Somit sollte ich HURE eigentlich doppelt unterstreichen, nicht wahr? Nur, dass mir diesmal dafür niemand nen 50er anbietet; sondern mich lediglich beherbergt. So. Und nun?Achso... die Zeit ist fast rum, ist gut. Verstehe. Selbstreflektion. Okay. Also: Ich denke, Sie denken, dass ich im Grunde aus nicht verarbeiteten Schuldgefühlen heraus versuche, durch die Gegenwart mich mit der Vergangenheit auszusöhnen. Mir selbst zu verzeihen, indem ich jetzt das tue, was ich vor 2 Jahren hätte tun sollen. Aber wissen Sie was? Ich habe noch Gefühle für meinen derzeitigen Wieder-Beziehungspartner. Wirklich. Man kann sie ja nicht direkt ausknipsen. Und mir ist bewusst, dass diese nicht wirklich ausreichen. Aber wir versuchen halt, sie irgendwie wieder völlig anzuknipsen. Ich finde das irgendwie richtiger als alles andere. Genauso richtig, wie jemand anderen nicht zu fragen, ob ihm überhaupt etwas an mir liegt. Zum einen, weil mir das mit ihm schon jetzt viel zu weh tut, zum anderen, weil ich meine Eigenmanipulation danach ausrichten würde, was er äußert und zu guter Letzt weil es obendrein sodann nur falsche Entscheidungen geben könnte. Stellen Sie sich nur mal den unwahrscheinlichen Fall vor, dass er tatsächlich... ach, es ist so albern, dass ich es nicht mal aussprechen kann. Er scheißt doch auf mich. Er wollte halt nur mal austesten, wie es ist, mit einem völlig Beknackten im Bett zu sein. Ende der Geschichte. Möglich, dass er mich wirklich gut leiden kann... aber das reicht eben nicht. Das reicht mir ganz und gar nicht. Und ihm auch nicht. Hoffe ich. Egal. Was? Ja, gut, spielen wir den unmöglich Fall gedanklich durch; ich käme also mit ihm zusammen, stelle dann nach paar Tagen fest, dass es mit der Verliebtheit nicht weit her ist und scheiße. Oder aber ich komme mit ihm zusammen und es klappt auch nicht. Dann würde ich mir erneut die Frage stellen, die selben Vorwürfe machen, die ich mir vor anderthalb Jahren bezüglich meiner Ehe machte und die jetzt erneut, im Bezug auf meine letzte Beziehung, an mir knabbern: ob ich nicht wieder zu wenig dran setzte, um etwas zu retten, zu erhalten. Die würde ich mir vermutlich immer machen. Bislang hatte ich noch keine einzige Beziehung, die über 2 Jahre dauerte. Da brauch ich keinen Selbstreflektionskurs um davon etwas abzuleiten. Das spricht doch für sich, finden Sie nicht? Immer habe ich alles in Schutt und Asche gelegt und bin dann entweder abserviert worden oder hab noch mehr selbst fürs Ende gesorgt. Und nein, ich finde nicht, dass ich mich mit dieser Entscheidung selbst betrüge. Ich bin meiner Beziehung doch schuldig, alles mögliche zu versuchen. Was hat das mit Selbstbetrug zu tun? Wie gesagt, es hätte ja auch gar keinen Sinn, noch etwas mehr Kraft darin zu investieren, zu zeigen, dass es mir ernst ist. Also mit jemand anderen. Ich weiß ja ohnehin nichtmal, wie sowas geht. Eher würde ich sterben als einfach mal versuchen jemandens Hand... no way. Demnach investiere ich meine Kraft in die alte Beziehung, die wieder gut werden kann. Ich will halt nicht nochmal den gleichen Fehler noch mal machen. Sollte das wirklich ein Stück Selbstbetrug sein... von mir aus. Das nehme ich in Kauf. Und irgendwann wird diese Verliebtheit schon verschwinden, genau wie das Wort ZARTHEIT, welches mich nach der ersten gemeinsamen Nacht... was? Nein, nicht als Art Abstrafung; vielmehr wollte ich den Moment, die Vertrautheit, das sich-zu-hause-fühlen festhalten....okay, vergessen Sie es. Über was reden wir hier eigentlich? Dass mir irgendwo schon längst bewusst ist, dass meine Verliebtheit mehr ist als das, was ich noch für meine alte und irgendwie neue Beziehung empfinde? Und wenn schon, was spielt das für eine Rolle? Ich meine, wenn ich etwas gelernt habe, dann, das man nicht gleich aufgeben darf, wenn es mal kompliziert wird... wenn man sich mehr einsam als gemeinsam fühlt. Wenn man sich bei jemand anderen einfach viel mehr gehalten fühlt. Nein, es kann mit ihm wieder gut werden, wenn ich mir nur endlich mal mehr Mühe gebe, nicht immer so ein beschissener Egofucker zu sein. Entschuldigung, Aber das finde ich. Finde ich immer noch. Und ich habe ja nun fast 24 Stunden mit Nichtstun vor mir, die laut Tagesplan ja meiner Selbstreflektion dienen sollen. Gehalten.... auch ein schönes Wort. Ein sehr schönes eigentlich, welches mich totalitär an ihn erinnert. Hm. Ja, die Zeit ist rum, ich weiß; keine Sorge, ich weiß mich den Nachmittag über schon zu beschäftigen. Jaja, mit Selbstreflektion. Kann ich nun gehen? Ich würde mir nämlich noch gerne etwas aufschreiben; etwas privates (SELBSTBETRUG). Für Ma., für T., insbesondere für Z., und noch viel besonderer und eigentlich auch sowieso nur für mich.
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20.11.2011 15:29
Ich bin echt sprachlos. So viel Gefühle zu Worten werden lassen schafft nicht jeder. Man glaubt (oder hofft) ja, psychische Probleme treffen nur die anderen oder kennt man nur aus Büchern, aber es ist tatsächlich so, dass jeder eine Last mit sich trägt und einfach versteckt, was nicht "gesellschaftstauglich" ist. Hut ab vor deinem Mut, dein Bericht regt echt zum Nachdenken an.
29.03.2010 08:18
Ich habe mir diesen Bericht auf meine Liste geschrieben, weil ich dachte, ich könnte zu einem späteren Zeitpunkt bessere Worte finden. Das erste Mal, da ich ihn las, war ich einfach leer, obwohl mein Kopf voll war. Viel hat sich nicht verändert... Aber vielleicht muss das auch so sein. Ich umarme Dich.
13.03.2010 11:49
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