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Das Schicksal und das wahre Glück!

5  11.09.2004

Pro:
Wir suchen und suchen und das Glück liegt direkt vor der Anse

Kontra:
Dies wird uns meist erst bewusst, wenn wir was tragisches erleben

Empfehlenswert: Ja 

Maxima24

Über sich: Pause auf unbestimmte Zeit

Mitglied seit:24.05.2002

Erfahrungsberichte:225

Vertrauende:124

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 98 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich sitze heute am PC und weiß gar nicht ob ich diesen Bericht wirklich schrieben soll oder nicht. Ob ich ihn veröffentlichen soll oder nicht. Es ist ein privater Bericht, aber auf der anderen Seite soll er zum Nachdenken anregen. Vielleicht gelingt es mir den einen oder anderen wachzurütteln und etwas mitzugeben. Wem das alles zu kitschig klingt, sollte aber schleunigst weiterscrollen.


> > > > EIN UNGLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN < < < <
Letzten Monat gab es einen Freitag. Einen Freitag der gewöhnlicherweise viermal im Monat vorkommt. Diesmal war es aber ein Freitag der 13. Ein Datum das Unheil verheißt, vorausgesetzt man hält sich an die abergläubische Bedeutung. Tatsächlich handelt es sich um ein Datum in der Geschichte oder in einer Legende, an dem ein Volk heimtückisch angegriffen wurde....so habe ich es zumindest einmal gehört: Ich gewähre keine Richtigkeit dafür.

Am Freitag den 13 war ich mit einem Teil meiner Clique verabredet, es sollte ein richtiger Weibertag werden. Am Vormittag bekam ich eine Nachricht auf meine Handy Mailbox. Die Freundin, zu der ich eingeladen war, hatte einen leichteren Unfall, der aber böse hätte ausgehen können. Sie wurde, als sie mit dem Fahrrad zum oder vom Einkaufen fuhr, von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert. Sie erlitt leichtere Blessuren, die aber natürlich vom Arzt begutachtet werden mussten. Mir tat dies auch furchtbar leid.

Ich schloss mich danach meinen Eltern an, die zum Einkaufen fahren wollten. Da Sandra (Michelle 975) mich fragte ob wir uns trotzdem treffen könnten und wollte ich noch par Knabbereien besorgen. Als ich nach dem Einkauf wieder im Auto saß, bekam ich einen weiteren Anruf. Diesmal von der Frau meines älteren Cousins. Ich freute mich sehr von ihr zu hören, und ich begrüßte sie fröhlich und lachend, wie ich nun einmal bin. Sie aber fragte mich mit merkwürdiger Stimme, ob wir in Deutschland wären oder ob ich mit meinen Eltern verreist wäre. Sie bat mich, sie anzurufen, wenn wir wieder zu Hause wären.

Ich glaube mein Papa ist noch nie so schnell nach Hause gefahren! Wir ahnten, das was passiert ist. Und es stimmte: Am Telefon erfuhren wir, dass mein Onkel im Urlaub in seiner Ferienwohnung ganz plötzlich gestorben war. Keine Wiederbelebungsmaßnahmen haben noch was gebracht. Eine Lungenembolie sollte ihn zu den Engeln bringen..........

In den darauffolgenden habe ich sehr viel nachgedacht. Mehr als ich ohnehin schon nachdenke. Über den Unfall der Freundin, über den Tod meines Onkels, über meinen anderen Onkel der im Altersheim ist und ein oder zwei Jahren sein Bein verloren hat. Er ist völlig allein, seine Kinder weit weg .......

Dann dachte ich an Sandras (Michelle 975) Tochter Vanessa von der ich eine der drei Patentanten bin. Sie kann so viele neue Worte sprechen, sie kann meinen Namen und erkennt mich und lacht dabei jedes Mal über beide Ohren.. Jeden Tag lernt sie etwas neues dazu und sie steht am Anfang ihres Lebens.
Irgendwie beginnt doch die Zeit zu ticken, sobald man auf der Welt ist.


Wochen später sollte ich noch eine Nachricht erhalten. Gestern kam ich abends nach Hause und meine Mutter erzählte mir, dass meine Cousine, die in Südamerika lebt, einen Autounfall hatte und ins Krankenhaus musste. Heute soll sie wieder nach Hause kommen. Und wieder muss ich nachdenken:
Eine Nachricht holt die nächste ein, das Schicksal schlägt momentan bei vielen Menschen zu und irgendwie ist es mir unheimlich, dass sich momentan so viele Dinge zutragen. Eins nach dem anderen, es ist schon auffällig.

> > > > WIR SIND EINFACH DA < < < <
Sind es Zeichen? Sind es einfach nur Zufälle, die merkwürdigerweise alle auf einmal passieren?
Ich bin jemand, der gerne über das Leben philosophiert, und schätze das Leben sehr. Denn es ist ein Geschenk zu leben. Es ist ein Geschenk gesund zu sein. Deshalb sollten wir uns über dieses Geschenk freuen und es richtig nutzen, solange wir noch Zeit dazu haben. Denn plötzlich kann alles vorbei sein, plötzlich kann jemandem alles genommen werden und plötzlich denkt man dann spätestes jetzt an nachzudenken.

Habt ihr Euch schon mal überlegt, warum gerade ihr, mit all euren Eigenschaften, Ticks und Charakteren auf dieser Welt wandelt?
Warum Ihr? Gerade ihr? Warum seid ihr ein Mensch? Ich glaube, nicht, dass wir willkürlich entstanden sind, aus einem einfachen Zufall heraus.

Wenn ihr ein Haufen Sand in die Hand nehmt und auf den Boden schmeißt, wird daraus keine Sandburg. Die müsst ihr erst formen und zu einer Sandburg gestalten.
Ich bin überzeugt, dass etwas gibt, was uns zu dem gemacht hat was wir sind. Ich nenne es Gott, andere nennen es Allah oder Buddha, wieder andere nach einem irgendwas da oben.

Ich habe darüber nachgedacht was wahres Glück auf dieser Welt ist. Ich freue mich zwar darüber mir schöne Sachen kaufen zu können. Ganz aus dem Häuschen bin ich, wenn ich mir hin und wieder ein neues duftendes Parfum kaufen kann - , ein kleine Leidenschaft von mir.
Ich freue mich, wenn ich eine wichtige Arbeit and er Uni bestanden habe. .... aber ich würde all diese Dinge eintauschen. Ohne Kompromiss. Ohne ein Wimpernzucken um das wirkliche, das wahre und das wichtigste Glück, dass man haben kann zu bewahren: Meine Familie, meine Freunde und die Gesundheit.


> > > > WIR SUCHEN WAS SCHON VOR UNS LIEGT < < < <
Wir suchen und suchen nach Dingen die uns glücklich machen. Manchmal sucht man Dinge, die man vielleicht schon hat. Denn oft sind es Dinge ,die wir als natürlich und gegeben betrachten. Sie sind in unserer Nähe, aber wir beachten sie nicht. Sie sind einfach da. Völlig natürlich. Aber wehe, es geschieht ein Unglück, wehe das Schicksal schlägt plötzlich und unvermutet zu.......erst dann wissen wir, dass wir einen wichtigen Bestandteil unseres Glücks verloren haben, oder es zumindest gefährdet ist oder war. (Wenn jemand stirbt, einen Unfall hat, oder etwas anderes geschieht)

Wenn ich den Nachrichten sehe, wie an einer russischen Schule hilflose Kinder als Geiseln genommen werden, dass es Tag für Tag zahlreiche Unglücksfälle gibt und sich Tag für Tag neue Tragödien abspielen, bin ich schockiert, aber auch dankbar, dass ich bis jetzt in einer heilen, warmen Welt leben durfte. Jeder ist mal unglücklich, weil irgendetwas schief läuft, weil etwas fehlt, weil eine Situation schwer ist.
Aber vielleicht hilft es, wenn wir uns in den Momenten, in denen wir wütend und unzufrieden, bitter und unglücklich sind, sagen und uns daran erinnern, dass wir das größte Glück schon längst haben: Auf Erden zu sein, im Kreise unserer Lieben und dass alle gesund sind. Für die übrigen Dinge können und sollen wir selbst sorgen. Das wichtigste ist dabei, unsere „Basisgeschenke“ nicht zu vergessen und diesen unsagbaren Wert nicht zu unterschätzen.

Dass es menschlich ist sich zu sorgen, zu ärgern und traurig über Dinge und Geschehnisse zu sein, ist klar. Andernfalls wären wir Maschinen und keine Lebewesen. Auch wenn die Dinge nicht gravierend sind, wir z.B einfach unseren Schlüsselverlegt haben und uns wahnsinnig darüber aufregen, weil wir doch in Eile sind. Wichtig ist nur, dass wir erkennen, dass es Millionen von Menschen auf der Welt gibt, die ihre Lage gerne mit unserer Lage eintauschen würde, auch wenn sie jeden Tag ihren Schlüssel verlegen. Was machen Menschen die kein Dach überm Kopf haben, die krank sind, oft auch unheilbar krank, die einen lieben Menschen verloren haben wie in Beslan. ??? Man steckt nicht in der Haut eines anderen. Der Ärger über den verlegten Schlüssel ist nun einmal da. Es stellt sich nur die Frage wie weit man Ärger und Unzufriedenheit in sein Leben lässt und wie man dies ins Verhältnis zu vielen anderen Tragödien in dieser Welt, in sein persönliches Verhältnis setzt.


> > > > DAS WERTVOLLSTE WAS ICH „HABE“ < < < <
Ich habe kein Haus, keine materiellen wertvollen Güter, noch keinen besonderen Job, da ich noch studiere und habe meine wahre Liebe noch nicht gefunden (also falls da draußen ein männlicher Anwärter auf den Posten „Wahre Liebe für Elke alias Maxima24 ist, bitte melden ...*ggg* ......nein, damit will ich den Bericht natürlich nicht veralbern,und auch keine Singlebörse daraus machen )

Aber das wichtigste habe teils schon seit meiner Geburt, teils seit Jahren um mich herum: Meine Eltern, denen ich sehr sehr nahe stehe und die meine beiden Engel sind, und ich habe eine klasse Clique, in der jeder so ist, wie er eben ist und dies auch bleibt. Und das gebe ich für nichts auf der Welt her und wünsche mir nur , dass alle gesund und glücklich bleiben. Ganz besonders meine Eltern mit denen ich sehr eng verbunden bin.

Und an Euch da draußen: Es gibt viele Ungerechtigkeiten in dieser Welt, viele Dinge, die uns ärgern, die uns sorgen, aber denkt daran das unser Leben vergänglich ist, und es von einen auf den anderen Tag vorbei sein kann, ohne das wir daran etwas ändern könnten. Millionen von Menschen erleben in der gleichen Sekunde, in der wir uns über etwas.ärgern ein viel schlimmeres Leid, und das sollte uns sehr wohl zu denken geben.

Findet Euch nicht damit ab, wenn ihr unglücklich und unzufrieden seid, aber denkt an Euer „Basisgeschenk“ und das wird einiges lindern! Und wenn ihr nicht alle Basisgeschenke habt: Versucht sie zu bekommen. Denn das ist das einzig wahre Glück in unseren Leben, in unserem Herzen und der ganze Sinn unseres Lebens! Schenkt Euren Mitmenschen, die ihr gerne mögt mehr Aufmerksamkeit, denn sie könnten plötzlich nicht mehr da sein.


In diesem Sinne: Sucht nicht nach dem Glück, meist ist es schon längst bei Euch! Und das übrige kommt, wenn ihr es nicht erwartet.

ZUR BEWERTUNG: Die Schicksale sind traurig und würden keinen Stern von mir bekommen. Aber ich bewerte das Glück, dass wir trotz all dem haben und vergebe fünf Sterne, weil ich mein wahres Glück erkenne!

Eure Maxima (Elke)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Porcupine

Porcupine

16.05.2007 19:36

Deine Gedankengänge kann ich sehr gut nachvollziehen - ich kenne sie von mir selber. Dein Fazit kann ich nur unterschreiben. Dir wünsche ich in jedem Falle, dass Du soviel Unglück und Trauriges nicht mehr in einer derartigen Häufung erleben musst. Vermeiden lässt es sich nicht, aber die Dosierung kann bisweilen bis an die Grenzen der Erträglichkeit gehen. Ich habe selber im letzten halben Jahr einiges mitgemacht und weiß, wie das ist. Dir ganz liebe Grüße, Almut

swissflyer

swissflyer

08.10.2006 15:16

Sagen wir es mal so: jeder noch so traurige Anlass kann ein Schritt in etwas schönes und gutes sein. Es passiert nichts ohne Grund, so auch nicht der TOD oder was es da noch alles gibt. Es ist nicht wichtig, WAS passiert, sondern wie wir damit umgehen! An jedem trurigen Schicksal können wir wachsen. Ein Sprichwort sagt: "Was uns nicht umbringt macht uns nur stärker." Und ich bin der Meinung, man sollte das Leben auch ein wenig nach diesem Sprichwort leben, und eben aus jedem Schicksal probieren zu lernen. Das dies nicht immer einfach ist weiss ich ja selber auch nur zu gut.

bravie83

bravie83

29.03.2006 12:55

Aus!! Das war ein richtig mieser Tag. Dass du jemand bist, der gerne über das Leben philosophiert, habe ich schon mitbekommen (mein pgb ist nur ein Beleg dafür) - und ich finde es klasse. Denn ich bin auch so gestrickt. Tage des Unglückes gibt es häufiger, auch ich und ein paar Freunde hatten solche Begebenheiten des Schicksals schon erleben müssen .... ,für viele unbegreiflich wieso. Kdkf kann ich nur bedingt zustimmen - denn es gibt so viele Situationen, in der Menschen (vielleicht wie wir) sehr wohl nach dem Dasein fragen, gerade um es zu verstehen. Deinem Bericht gebe ich ein BESONDERS HILFREICH. Es ist hier in der Mensa ohne Zweifel nicht der richtige Ort um das zu lesn und dir zu schreiben (gerade ist am Nachbarisch eine Salatschüssel runtergefallen....), aber ich verstehe dennoch, was dich bewegt und das ist gut! Liebe Grüße in den Norden. marco

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