Neulich stand mal wieder eine abendliche Konferenz an. Als ich mich an einen der Tische setzte, kam mir spontan die Frage in den Kopf, mit welchen Persönlichkeiten ich mich gern mal zu einer netten Gesprächsrunde zusammensetzen würde. Da sind mir sofort folgende Menschen eingefallen.
Heinrich VIIIFür die, die ihn nicht kennen sollten, es ist einer der Vorgängern von der Queen: König von England war er von 1509 bis 1547. Aufmerksam geworden bin ich auf ihn vor langer Zeit - da habe ich extra die Schule geschwänzt um mir den Film "Königin für 1000 Tage" ansehen zu können. Er handelt von eben Heinrich VIII und seinen ersten zwei Frauen, Katharina von Aragon und Anne Boleyn. Danach habe ich alles, was ich über ihn finden konnte, förmlich verschlungen.
Er ist ein sicher umstrittener Monarch in der Zeit, als Europa gerade anfängt, die Augen auf die Seewege nach Amerika, Afrika und Indien zu richten. Seine Zeit- und Streitgenossen sind Martin Luther, Karl V und die Päpste Leo X,Hadrian VI und Clemens VII. Seine wichtigsten Hobbies sind neben dem Regieren und streiten die Jagd, das Heiraten und sich auf unterschiedliche Weise der Frauen wieder zu entledigen (Scheidung, Hinrichtung, Annulierung), die Musik (er komponiert selbst) und das Essen. Er wird als "Verteidiger des Glaubens" gerühmt und ist dennoch der Gründer der anglikanischen Nationalkirche, deren Oberhaupt der König und nicht der Papst ist. Er versteht es, so zu regieren, dass er sein Land in den Kreis der europäischen Mächte befördert. Er hat vieles erlebt und wird ein sehr interessanter Gast sein - zumal er auch sehr gern tanzt. Wenn er seine Tischdame mitbringen möchte, so steht ihm die Wahl frei. Wenn auch mein besonderes Interesse bei Anne Boleyn liegt - seine zweite Frau und Mutter der Königin Elisabeth I. Anne, die als Hexe verschrieen war, weil sie an einer Hand sechs Finger hatte, wobei der sechste Finger ein Auswuchs am kleinen Finger war. Sie weiss immer genau, was sie will - auch wenn sie dafür mit dem Tod bezahlt.
Oliver KahnEr war während meiner aktiven Handballtorwartzeit mein absolutes sportliches Vorbild. Ich erinnere mich an sehr entscheidendes Handballspiel. Für meine derzeitige Mannschaft ging es um den Klassenerhalt, für mich war es das Spiel zum Aufstieg, denn Beobachter aus einem Team, das aufsteigen würde, saßen im Publikum, um sich von meinen Fähigkeiten ein genaueres Bild zu machen. Ich war sehr nervös. Nach für mich gut verlaufenen ersten 15 Minuten hörte ich, wie ein Anhänger der gegnerischen Mannschaft rief " Das könnte ja die Schwester von Olli Kahn sein" ! Was dieser Mensch wohl als Abwertung verfasst hatte, war für mich wie ein intravenöses Doping. Ich war selbst erstaunt, welche Bälle ich halten konnte. Wir schafften unseren unglaublichen Punkt zum Klassenerhalt und in der folgenden Saison spielte ich eine Klasse höher. Ganz nach Olli`s Spruch "Wenn es um alles geht, spiele ich am stärksten." In der neuen Mannschaft war mein Spitzname OLLI.
Nie vergessen werde ich auch einen der wenigen regnerischen
Bilder von Alles mit T...
Tage in Karlsruhe, an dem ich den KSC - Spielern beim Training zusah. Je schlimmer der Regen wurde, um so mehr Spieler verschwanden in den Kabinen. Bis letztendlich noch einer übrig blieb... Oliver Kahn. Immer und immer wieder warf er sich in den Matsch. "Ich wollte schon immer besser sein, als die anderen, deshalb habe ich auch soviel Zeit in das Training gesteckt" sagt Olli zu diesen Anfängen des sportlichen Aufstiegs.
Was ist mittlerweile aus ihm geworden? Dieser Ehrgeiz hat sich bezahlt gemacht. Wenn er auch eine Persönlichkeit ist, an der sich die Geister scheiden - für mich ist er sportlich immer ein großes Vorbild geblieben. Heute ist er ab und an als Kommentator bei Fußballspielen zu sehen, auch diese Aufgabe meistert er sehr gut.
Was habe ich 1999 mit ihm und der Mannschaft gelitten, bei dem denkwürdigen Spiel in Manchester und wie war ich im Rausch mit ihm am 23. Mai 2001 bei dem gehaltenen Elfmeter.
Außer über Sport und Disziplin kann man mit ihm auch gut über Golfspielen, Karlsruhe, Kinder, Eheprobleme, schnelle Autos und Mode reden. Und natürlich auch über sein Lieblingslokal in München - das Aquarello. Da habe ich schon auf seinem Stammplatz gesessen, als er fast im Alleingang den Weltmeistertitel hätte haben können.
Da er frisch verheiratet ist bringt er dan sicher auch seine Frau mit.
Der nächste in der Runde ist dann
Herbert GrönemeyerEr ist vor kurzem 55 Jahre geworden und ist ein sehr tiefsinniger, interessanter Mensch, der Ende des Jahres 1998 die schweren Schicksalsschläge des Todes seines Bruders Wilhelm und seiner Frau Anna zu überwinden lernen musste. Mit seinen zwei Kindern Felix und Marie hat er dann drei Jahre sehr zurückgezogen gelebt. Er wohnt vorwiegend in London und wenn er in Deutschland ist, dann kehrt er in sein Berliner Haus ein. Irgendwann wird er vielleicht wieder ganz zurückkommen, wenn er auch London sehr liebt. Aber ihm fehlt die deutsche Sprache fast wie ein Stück Nahrung. Er ist heimatverliebt. Er macht wundeschöne Musik und mit eindringlichen Texten. Mit ihm kann man sich über das Schauspiel, Theater, Kino und Kunst unterhalten. Er kennt London wie seine Westentasche - was gibt es da alles zu plaudern!! Ausserdem interessiert er sich für Politik. Ein Gast, der die Runde sehr bereichert. Vielleicht fängt er ja auch spät am Abend noch zu singen an? Halt mich.... Natürlich kommen seine Kinder und seine neue Lebenspartnerin mit.
Singen kann der nächste Tischpartner nicht, aber schreiben. Es ist
Henning MankellEr wurde am 3 Februar 1948 in dem schwedischen Ort Härjedalen geboren und wuchs bei seinem Vater auf. Als er 17 war, zog er nach Stockholm, wurde dort Regieassistent an einem Theater und bagann 1968 seine Qualitäten als Autor und Regisseur zu erproben. Schon früh interessierte er sich für die afrikanische Lebensweise. 1972 reiste er das erste Mal nach Afrika - heute verbringt er mindestens die Hälfte des Jahres in Maputo, ansonsten erreicht man ihn in Schweden. Er ist der geistige Vater des Kommissar Kurt Wallender, der einige Kriminalfälle wirklich durchlitten hat. Neben Büchern für Erwachsene schreibt er auch nachdenkliche Kinder- und Jugendliteratur. Schweden ist eines meiner LIeblingsländer. In vielen Orten, die sein Kommissar Wallander in seinen Ermittlungen besucht, war ich bereits. Henning Mankell kann ausser von seiner schwedischen Heimat auch von Afrika erzählen, und von den vielen Preisen, die er bekommen hat. Wenn er jemanden mitbringt, wäre es sehr schön, wenn er sich für Kurt Wallander und dessen Tocher Linda entscheiden kann.
Der nächste Gast ist
Jodie FosterSie wurde am 19. November 1962 in Los Angeles als jüngstes von vier Kindern geboren. Ihr Vater war schon verschwunden, bevor sie geboren war. Alicia Christina Foster nennt sich Jodie nach eíner sehr nahestehenden Freundin Josephine D. also JoDie. Sie stand bereits im Alter von zwei Jahren mit ihrem Bruder vor der Kamera, mit sechs hatte sie ihre erste Sprechrolle und als sie mit 14 "Taxi-Driver" spielte, hatte sie schon einige Rollen hinter sich.
Ihre Jugendzeit verbrachte sie mehr in Hotels als daheim - auch Europa war lange Zeit Heimat. Einen psychischen Bruch erlitt sie, als 1981 ein Mordacnschlag auf Ronald Reagan verübt worden war und der Attentäter erklärte, er habe sie damit beeindrucken wollen.
Jodie hat bis 1980 die Le Lycée Francais prep scholl in Los Angeles und danach die Yale University besucht. 1985 graduierte sie (magna cum laude) und hat 1991 ihr Regiedbüt mit dem Film "Wunderkind Tate". Sie hat eine ganze Sammlung an Filmpreisen für verschiedene Kategorien gesammelt. Die Rolle der Meg Altmann in "Panic Room" bekommt sie kurzfristig im Austausch vin Nicole Kidman. Sie hätte auch die Prinzessin Leia in der Star Wars Trilogy spielen können, wenn sie denn Zeit gehabt hätte.
Sie ist eine intelligente, sympatische Powerfrau, mit der man ausser über all ihre filmischen Erlebnisse auch über asiatische Kampfsportarten, Yoga und Gewichtheben reden kann. Sie wird interessantes beitragen können. Mitbringen wird sie sicher ihre zwei Kinder Charles und Kit.
Der nächste geladene Gast ist
Pharao Echnaton"Du lebendige Sonne,die Leben zuweist, Du einziger Gott ohne Gleichen. Du hast die Erde erschaffen nach Deinen Vorstellungen. Du wohnst in meinem Herzen". Dieser verehrt die Sonne (=Aton) so sehr, dass er sich nach ihr benennt, als er Pharao wird - aus Amenophis IV wird Echnaton. Er lässt eine neue Hauptstadt bauen "Achetaton" (=Horizont des Aton). Er ist der Pharao der Sonne, aber er regierte nur 17 Jahre. Er ist der Pharao, der sich in ganz nomalen Alltagssituationen porträtieren lässt - so zum Beispiel beim Spielen mit seinen Kindern; eines davon ist sehr wahrscheinlich Tut-Anch-Amon. Er ist Revolutionär. Er war der erste Monotheist der Welt, er besteht auf nur einen höchsten Gott - einen Schöpfer, der in der Sonne manifestiert ist. Sich selbst und seine Frau Nofretete sieht er als Erweiterung dieses Gottes. Während seiner Regentschaft werden in Ägypten Tempel ohne Dächer gebaut, es ist eine kurze, aber sehr erstaunliche Periode der Weltgeschichte. Echnaton hat Feinde von Anbeginn seiner Regentschaft, die ersten vier Jahre sind die schlimmsten. Danach kehrt etwas Ruhe ein, aber nicht für lange Zeit. Im zwölften Jahr seiner Pharaonenzeit ist eventuell eine Seuche über Ägypten gezogen. Viele seiner Familienmitglieder sterben, und seine Feinde gewinnen an Macht. Er lebt in keiner einfachen Zeit - aber er hat seinen Glauben, der ihn beflügelt. Gerne kann er Nofretete mitbringen. Es gibt sehr viele Themen über die man mit ihm sprechen kann, das Alte Ägypten, die Sonne, die Kinder, der Glauben, die Schönheit.
Die nächsten Gäste sind
Meine TöchterIch könnte vieles über sie schreiben - und es würde ihnen wohl trotzdem nicht gerecht werden. Zwei Mädchen, die ich sehr liebe und mich über jeden Moment freue, den wir zusammen verbringen können. Sie sind sehr unterschiedlich. Meine Große steht mit ihren 20 Jahren mitten im Leben. Sie ist cool - aber warmherzig, taff - aber tiefgründig. Sie weiss, was sie will und auch ganz intensiv, was sie nicht will. Wenn sie jemanden mitbringen möchte, dann ihren Freund mit dem sie schon längere Zeit zusammen ist, und den ich sehr nett finde.
Meine Kleine ist sehr sensibel, vorsichtig, schnell emotional verletzbar. Sie macht sich viele Gedanken, durchlebt ihre Ängste. Sie ist lebensfroh, kann aber von einer Sekunde auf die andere durch einen traurigen Augenblick ganz tief gezogen werden. Sie bringt bestimmt eine gute Freundin mit. Sie ist ein großer Tierfreund und wird reichlich zu erzählen haben von ihrem Pferden, den Löwenköpfchen und den Hunden ihrer Patentante.
Mein MannEin im Grunde verständnisvoller Mann, der sich mit mir nur die falsche Frau gesucht hat. Er ist ein Anhänger von schönen Gärten, von Großbritannien, von Geschichte und Geschichten, Musik und gutem Essen und Trinken. Seit wir getrennt leben, sind wir vorwiegend gute Freunde. Seit dem können wir miteinander lachen und reden und uns in Krisen stützen und helfen. Mit ihm kann ich über absolut alles reden - mittlerweile sogar über`s Kochen und Putzen.
Fehlen darf dann auch überhaupt nicht
Mein FreundWir haben uns 2001 durch einen Zufall kennengelernt, mussten uns dann trennen und sind seit November 2010 aber wieder in immer enger werdenden Kontakt. Er ist ein sehr liebevoller, aufmerksamer Mann, kann zuhören und in seinen Armen fühle ich mich geborgen und vor allen Widrigkeiten des Lebens beschützt. Ich kann mit ihm lachen und weinen, träumen und alles Reale besprechen. Er hat mir in der kurzen Zeit, in der wir zusammen sind schon so viel Glück geschenkt und gezeigt, wie wunderschön das Leben sein kann. Ich bin froh, neben ihm am Abend einschalfen zu können und freue mich über jeden Morgen, an dem ich an seiner Seite aufwachen darf. Ich verliebe mich jeden Tag neu in ihn.
Wenn er eine Tischdame mitbringen würde, würde ich mich mindestens wundern.
Ja, das wären die Gäste, die mir ganz spontan eingefallen sind. Ich denke, das würde einen interessanten , kurzweiligen Abend ergegeben.Und da solche Treffen sicher auch sehr medienwirksam sind, würde ich die Rechte daran gut verkaufen und von dem Geld könnten Johann Lafer und Alfons Schuhbeck dann für uns alle ein wunderbares Essen zubereiten.
Danke für´s Lesen, Bewerten und Kommentieren, Bavaria
29.11.2011 08:13
Hat was ... und ... der sich mit mir die falsche Frau ausgesucht hat ... * viel grins *
23.11.2011 13:37
Da wäre ich sehr gerne dabei!
14.11.2011 12:51
Sehr originell ;-))