Tolle Schiffsmodelle des Kapitäns

5  18.03.2005 (07.04.2005)

Pro:
Interessantes Hobby für fleißige Leute mit guten Nerven

Kontra:
ich selbst hätte nicht die Ruhe und Fingerfertigkeitendazu

Empfehlenswert: Ja 

straus07

Über sich: Habe einige unter 100 vorgeholt und würde mich über einige Bewertungen freuen.

Mitglied seit:10.10.2002

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Für Schiffmodelle habe ich schon immer etwas übrig und so freute ich mich, dass ein langjähriger Freund und Kamerad Kapitän zur See a.D. Werner Angres in einer Strausberger Firma einen Teil seiner Schiffmodellflotte , insgesamt 10 ausstellen konnte.
Er hat natürlich noch mehr Segler, aber auch moderne Fahrzeuge , wie Küstenmotorschiffe, Fischereifahrzeuge aus DDR-Produktion , Schnellboote der Volksmarine und der Bundesmarine u.a..
Seine Wohnung ist ein einziges Schiffahrtsmuseum und seine Frau freut sich, überall vorsichtig Staub wischen zu dürfen.
Der 1934 Geborene und seit 1966 in Strausberg Wohnende war von 1952 - 1990 Angehöriger der Volksmarine .
Das Hobby pflegt er seit frühester Jugend , ernsthaft aber erst als Rentner.
Alle seine Modelle sind maßstabsgerecht und traditionell nach Bauplan mit Laubsäge, Bohrer , Messer und viel Kleber produziert worden.
Modellbaukästen, wie heute vielfach angeboten,kommen bei ihm nicht in der Werkstatt, sprich seinen Wohnungskeller.

Die Ausstellung ist bis zum 25.05.2005 in den Geschäftsräumen von Druck+ Medien Service
Hegermühlenstr. 58 (EWE-Stadtverwaltung 2.OG.)
15344 Strausberg
Tel./Fax 03341 215115
www.dms-werbung.de
Email: dmswerbung@aol.com

Montag - Donnerstag 08.00- 16.00 Uhr zu sehen.
Interessenten sind herzlich zu einem kostenlosen Besuch eingeladen.
Freuen sie sich an der 10 beschriebenen Segelschiffsmodellen, 7 wurden als Foto hier hochgeladen.
Als etwas ehemaliger Mariner habe ich für meinen Freund den Ausstellungsflyer erarbeitet und einige Daten daraus habe ich für Ciao bearbeitet.

Modell 1: Dschunke

Europäische Bezeichnung für die Vielzahl ein- bis dreimastiger chinesischer Segellastschiffe für die Fluss- und Seeschifffahrt, auch spezialisiert als Kriegs-, Handels-, Piraten- sowie Fischerei-fahrzeug eingesetzt, neben China auch in Korea, Japan und den Philippinen verbreitet.
Die besonderen Bedingungen der schwierigen Seegebiete an den langen gegliederten Küsten Chinas
mit den vielen vorgelagerten Inseln und die ostasiatische Monsunzone spiegeln sich in der zweckmäßigen Konstruktion und Takelung der Dschunken für die Mündungsgebiete der großen Flüsse und wichtigsten Seegebiete wieder.
Je nach Zweckbestimmung waren die Abmessungen und Bemastungen unterschiedlich.
Es gab viele Fahrzeuge von 400 t Tragfähigkeit, 60 Länge und etwa 9 m Breite.
Dem ausgestellten Modell liegen folgende Daten zugrunde:
Länge: 16,7 m
Breite: 05,2 m
Tiefgang: 02,0 m
Verdrängung: unbekannt


Modell 2: Dhau (Dun; Dhow)

Dhau - Sammelbezeichnung für verschiedene arabische und indische Segelschiffstypen mit ähnlichen charakteristischen Rumpfformen, Mast und Segelanordnungen.
Die Anfänge dieser arabischen Schiffstypen können in den ersten Jahrhunderten u. Z. angenommen werden.
Nach dem Niedergang des römischen Reiches expandierte der arabische Seehandel.
Arabische Dhau's liefen Häfen Ostafrikas, Indiens, Chinas und Indonesiens an.
Mit der Ausdehnung der arabischen Einflusssphäre waren die Araber zu einer Seemacht geworden
Dhau's mit der Form des Modells hatten folgende
Daten:
Länge: 25 – 35 m
Breite: 07 – 9,8 m
Tiefgang: 2,3 – 3,2 m
Ladung: 30 – 300 t


Modell 3: Zeesenboot

An der Ostsee auf Haff- und Boddengewässern eines der bekanntesten und bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts durch genutzte motorlosen Fischerei-Segelfahrzeuge von etwa 10 m Länge zum Schleppnetzfang von Zander und Aal.
Gefischt wurde mit der Zeese, einem Schleppnetz ohne Scherbrett.
Man unterschied die Schleppzeese, die Driftzeese und Tuckzeese (schleppen der Zeese durch zwei Boote).
Aus Gründen der Traditionspflege, aber auch wegen der guten Segeleigenschaften der robusten, breit und geräumig aus Holz gebauten Zeeesenboote, wurden die noch erhalten gebliebenen Fahrzeuge beliebte Sportboote auf Bodden- und Haffgewässer zwischen Wismar und Peenemünde.
Zeesenboote hatten folgende Abmessungen:
Länge: 10 – 13 m
Breite: ca. 4,4 m
Tiefgang: ca. 1,0 m


Modell 4: Neuengland-Fischereischoner

Als spezieller amerikanischer Neufundlandfischer, als Zweimastschoner mit und ohne Klüverbaum getakelt.
Diese Fischereischoner werden auch „knock abouts“ (engl. „Herumtreiber“) genannt.
Derartige Fischereifahrzeuge waren sowohl an der Ostküste als auch an der Westküste im Einsatz.
Der Fischereischoner „Benjamin W. Latham“ hatte folgende Daten:
Länge: 36,0 m
Breite: 06,5 m
Tiefgang: 03,9 m
Verdrängung: 72 t

Modell 5 und 6: Dreimast- und Viermastschoner

Schoner waren Schiffe mit bis zu sieben Masten und stammen eigentlich von der Ostküste der USA (Balti-
more-Schoner). Weit verbreitet waren sie aber auch an den deutschen Ost- und Nordseeküsten.


Modell 7: Dreimastbark-Ostseebark „Agnes“

Das Barkschiff ist ein Segelschiff mit mindestens drei Masten, bei dem nur der hintere Mast (Besanmast) Straksegel/Gaffel führte, während die anderen Masten rahgetakelt waren. Besonders häufig war die dreimastige Bark.
Die Dreimastbark wurde im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Schiffstypen der nordeuropäischen Handelsflotten, insbesondere für Transporte über größere Seestrecken, für die vorher die Brigg eingesetzt war.
Die Anfänge der Barktakelung reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück.
Berühmt wurden die deutschen Viermastbarken -Flying-P-Line (Pamir, Passat, Panda usw.).
Es gab zwei deutsche Fünfmastbarken.
Die Ostseebark „Agnes“ hatte folgende Daten:
Stapellauf: um 1850
Länge: 35 m
Breite: 8,8 m
Tiefgang: 4,0 m
Verdrängung: unbekannt


Modell 8: Fregatte „President“

Es handelt sich um dreimastige Segelkriegsschiffe, die als Ergänzung zu den schwerfälligen Linienschiffen im 18. Jahrhundert zum Einsatz kamen.
Sie waren besonders als Forschungs- und Vermessungsschiffe begehrt und auch James Cook machte mit diesem Typ seine weltberühmten Reisen.
Angaben über das Modell der Fregatte „President“:
Stapellauf: 1730 – 1760
Länge: 33,0 m
Breite: 08,6 m
Tiefgang: 03,5 m
Verdrängung: unbekannt


Modell 9: Polarforschungsschiff „Fram“

Das Polarforschungsschiff war ein Dreimastgaffel-
schoner und wurde speziell für eine Arktisforschungs-
reise 1893 für den Norweger Fridtjof Nansen in Nor-
wegen gebaut.
Die „Fram“ war ein Unikat und wurde für die Ansprüche der Polarfahrt entwickelt.
Sie überstand die erste Arktisreise von 1893 – 1896 ohne Schäden.
Ihre Universalität für arktische Forschungsreisen bewies das Schiff auch 1898 – 1902 und 1910 – 1912.
Mit diesem Schiff fuhr R. Amundsen zur Antarktis, wo er 1912 als erster Mensch den Südpol entdeckte.
Die „Fram“ wurde 1935 aufgelegt und liegt als Museumsschiff bei Oslo.
Folgende Daten sind über das Schiff bekannt:
Stapellauf: 26. Oktober 1892
Länge: 39,0 m
Breite: 11,0 m
Tiefgang: 04,75 m
Verdrängung: 800 t


Modell 10: Teeklipper „Thermopylae“

Klipperschiffe waren berühmte Handels-Schnellsegelschiffstypen in der Blütezeit der Segelschiffahrt.
Berühmt wurden die Schiffe für Reisen von Europa nach Ostasien, Australien und Chile.
ransportgüter waren überwiegend Tee, Wolle, Weizen und Salpeter.
Auf den transatlantischen Seerouten wurden regelrechte Rennen durchgeführt und Rekordzeiten für die Über-
fahrten erreicht.
Das Vollschiff-Klipper „Thermopylae“ (England) hatte folgende Daten:
Stapellauf: 1868
Länge: 70,0 m
Breite: 12,0 m
Raumtiefe: 07,0 m
Registertonnen: 947 (2,83 m³)


Fazit:
Ein tolles Hobby nicht nur für pensionierte Seeleute. Immer wieder sind solche Ausstellungen sehr lehrreich für Besucher, die gern basteln und auch etwas Sehnsucht nach dem Meer in sich haben.
Bis zum 25.Mai zu besichtigen in Strausberg in Brandenburg- im tiefsten Binnenland.
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Modell 1 Dschunke
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Zilina

Zilina

21.01.2014 19:15

BH + LG Zilina

Hedwig_2010

Hedwig_2010

23.03.2012 19:43

Das empfinde ich als ein sehr gutes Hobby :-))

Quasseltante

Quasseltante

21.08.2011 23:01

SH & LG

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