Teichbau selbst- und leichtgemacht für Anfänger ;-)

5  03.08.2009

Pro:
wunderschön, entspannend, friedlich, Freude, die Fische zu beobachten

Kontra:
die Arbeit bis dahin, nichts für nicht krisenerprobte Partnerschaften ; - ()

Empfehlenswert: Ja 

LoewieLoew

Über sich: VIELEN Dank für tolle Bewertungen+Kommis. Ich war 2 Wochen in Urlaub, es dauert daher mit dem Nachle...

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Hallo Zusammen,

heute will ich darüber berichten, womit ich die letzte Zeit zugebracht habe und weshalb meine Nachlesungen so lange dauern/gedauert haben ;-)

Leider für mich ein unendgeldlicher Bericht im Ciao Cafe und deshalb seid auch bitte nicht ganz so streng mit mir, falls sich irgendwie ein fachlicher/technischer Fehler z.B. bei der Pumpenbeschreibung einschleicht ;-)

Da es ein längerer Bericht ist, hier die Überpunkte:
1. Kauf-;-) bzw. Bauentscheidung
2. Inhaltsstoffe ;-)
3. Die Planung
4. Der Ausbau
5. Das Loch bekleiden
6. Die Teichbefüllung
7. der Wasserfilter
8. Zwischeneinwurf
9. Wasserlauf
10. Bepflanzung
11. Teich ist fertig
12. Kosten
13. Tipps
14. Fazit

Los geht’s…

1. Kauf-;-) bzw. Bauentscheidung


Wie einige von euch vielleicht wissen, haben wir einen großen Garten bei unserer Mietswohnung. In diesem Garten befand sich als wir einzogen auch eine Teichschale mit Wasser befüllt, aber ohne Leben. Nachdem wir im Sommer nach unserem Einzug nach einer gründlichen Reinigung die Teichschale mit Leben, sprich mit Goldfischen und Shubunktis (ja, ich weiß, das sind auch Goldfische, aber bunte ;-) füllten, stellten wir schnell fest: Der Teich ist zu klein. Und zwar so klein, dass wir keine vernünftige Pumpe zur Reinigung des Wassers einsetzen konnten, da vernünftige Wasserumwälz-Filterpumpen erst bei einer größeren Wassermenge einsetzbar sind. So kämpften wir ständig mit Mittelchen gegen Algen und trübes Wasser an.
Den alten Teich könnt ihr auf den Bildern sehen, er war nicht ganz 3 Meter lang und an der breitesten Stelle ca. 1,80 m breit. Geschätzte Wassermenge ca. 1.600 l.
Weiterhin war er vor allen Dingen nicht tief genug für eine gute Überwinterung der Fische.
(Und leider, wie wir im Frühjahr feststellen mussten auch nicht tief genug, um unsere Fische vor einem gefrässigen Reiher zu schützen. Wann der da war, wissen wir nicht, wir vermuten, nachdem das Eis auf dem Teich ganz weggetaut war, dank eines Teichheizstabes haben wir den Teich nie ganz zufrieren lassen und bevor die Eisschicht da war, waren noch alle Fische da…)

Dies waren mehrere Gründe, sich einen größeren Teich zu planen. Daneben ist ein größerer Teich auch schöner fürs Auge. Und natürlich auch wesentlich artgerechter für einen Fischbesatz. Nicht nur, dass die Fische mehr Platz und Schutz hätten, ein größerer Teich bietet ausreichend Platz, um ihn genügend mit Pflanzen, die ebenfalls für eine Selbstreinigung des Wassers des Wassers ohne Zusatz von Mittelchen sorgen (können), zu bestücken.

2. Inhaltsstoffe ;-)


1 Loch mit ca. 4,50 m Länge und an der breitesten Stelle 3,40 m
Sand (ca. 3 Schubkarren voll, ca 1/3 Kubikmeter)
6 x 8 Meter Teichfolie á 1,2 mm Dicke
Teichflies in der gleichen Menge
Kies in unterschiedlichen Größen - viele Beutel – geschätzte 300 kg
Begrenzungssteine aus dem Baumarkt
3.800 Liter Wasser (abgepumptes Teichwasser und Regenwasser, kein Frischwasser)
mehrere Teichpflanzen
Lehmboden für Randaufbauten und den Wasserlauf
1 Druckfilter KomplettSet PondoPress 1000.
„Steinfolie“ für den Wasserlauf
eine Kapillarsperre ;-(
Pflanzkörbe verschiedener Größen

3. Die Planung


Bereits nach kurzer Zeit stand fest: Wir bauen den Teich selber. Teichschalen in der Größe, die wir uns vorstellen, gibt es in keinem normalen Baumarkt zu kaufen. Natürlich lässt sich über Internet so was ordern, aber das war unbeschreiblich teuer. Außerdem können wir uns den Teich so machen, wie wir uns das vorstellen, wenn wir ihn selber bauen.
Also informierte sich mein Mann im Internet, was alles beachtet werden muss, wie man einen Teich baut, welche Materialien benötigt werden. Ganz wichtig war natürlich die Planung der verschieden tiefen Teichzonen, die dann mit den entsprechend geeigneten Pflanzen bestückt werden sollen.

Ein Teich, der sich später selber regulieren kann (sprich nicht veralgt) und ein biotopisches Gleichgewicht hat, muss enthalten:
a) Sumpfwasserzone
Hier stehen die Pflanzen ab 0 – 20 cm ÜBER ihrem Wurzelballen im Wasser.
Ich schreibe das ÜBER extra groß, dazu später mehr.
b) Flachwasserzone
Hier stehen die Pflanzen 15 – 80 cm ÜBER ihrem Wurzelballen im Wasser.
c) Tiefwasserzone
Diese sollte mindestens 1 Meter betragen, besser aber weitaus mehr (1,60 m wäre zu empfehlen), um im Winter nicht zuzufrieren und den Fischen eine genügende Wassertemperatur zu bieten.
d) Wasserzonen zwischen Flach- und Tiefwasser.

Wie bei vielen, was man im Internet findet: Die Angaben schwanken ganz enorm, deshalb diese breiten Angaben. Ich habe hier aus den Angaben die Mindest- und die Maximalhöhe angeben. Besser ist aber, die Max-Angaben zu berücksichtigen als die Mindesttiefen.

Mein Mann plante also den Teich mit den verschiedenen Teichzonen grob im Voraus, vergaß aber eine Sache, die er bei den ganzen Erstrecherchen nicht gefunden hatte und die auch nur auf einer Teichbauseite auftauchte: Die Kapillarsperre. Damit kam er mir an, nachdem wir schon fleissig ausgebuddelt hatten. Dazu später mehr. Was ich aber daraus gelernt habe: Man kann überhaupt nicht genug planen und sich nicht genug vorher informieren.

4. Der Ausbau


Problem: Wir wollten das alte Loch vom bestehenden Teich nutzen, aber das Grundstück ist nicht eben, sondern fällt von der Terrasse aus gesehen ab. Den Teich nach dem tiefsten Punkt auf dem abfallenden Grundstück zu bauen, hätte bedeutet, vorne an der Terrasse in ein tiefes, schwarzes Loch zu schauen. Aber ich habe ja einen cleveren Mann. Er setzt große Pflanzsteine in dem tieferen Punkt des Gartens ein, um sie als Wand zu benutzen (siehe Fotos). Das ist preiswert und genial.
Vor allen Dingen nimmt er sich dafür einen Tag Urlaub und als ich nach Hause komme, bekommt man schon
Bilder von Alles mit T...
  • Alles mit T... Teichbau 1
  • Alles mit T... Teichbau 2
  • Alles mit T... Teichbau 3
  • Alles mit T... Teichbau 4
Alles mit T... Teichbau 1
Die "alte" Teichschale rechts, links die ersten Arbeiten
eine Vorstellung davon, wie der Teich mal aussehen wird.
Mein Mann schaufelt und schuftet auch am nächsten Tag, ich kann dabei weniger behilflich sein, denn wir haben einen Lehmboden und ihr könnt euch nicht vorstellen, was da ein kleiner Klumpen wiegt. Insgesamt hat mein Mann fast 2 Tage gebuddelt. Und mein Männe hat eigentlich ganz schön Kraft, hat er doch schon im Frühjahr das Holz für 2 Winter zusammengehackt. Dies sollte man auf jeden Fall bei der Zeit-Planung berücksichtigen. Denn: Wir standen unter Zeitdruck. Hatten wir doch die den Reiher-Attacken überlebenden Fische mit altem Teichwasser in eine 180 Liter Regentonne gepackt, wo sie sicherlich einige Tage überleben können, aber nicht länger als unbedingt nötig drinbleiben sollten…

ACHTUNG: folgendes könnte beim Teichbau zur Scheidung führen (wäre man verheiratet, was wir nicht sind. Vielleicht hat unsere Beziehung deshalb überlebt ;-).

Bei den letzten Buddelarbeiten kommt mein Mann mir auf einmal mit der Kapilarsperre an, die er noch im Internet gefunden hat. Für mich, könnte ich wählen, das Unwort des Jahres. Was das ist?
Die K-Sperre macht man (laut einer einzigen Internetseite, die anderen sprachen alle nicht davon) rings um den Teich. Und zwar könnt ihr euch das als eine Art Regenrinne vorstellen, die man um den Teich buddelt. Sinn und Zweck ist der, dass wenn der Teich durch Regen und/oder Unwetter überschwappt, nicht das Wasser in den umliegenden Boden läuft und den aufweicht bzw. dreckig in den Teich zurückläuft. Es darf und sollte keine direkte Verbindung von Teichwasser zur umliegenden Erde sein. Sprich: Läuft der Teich über, schwappt das Wasser in diese Art Regenrinne und trocknet dort weg. Das bedeutet, dass die Teichfolie ebenfalls in diese Sperre gelegt wird, damit nichts versickert.

Und wo ist nun das Problem? Das Problem war, das mein Männe praktisch schon den gesamten Teich ausgehoben hatte und wir durch bestehende Sträucher platzgebunden waren und dort fast keinen Platz mehr hatten, diese Regenrinne zu bauen. Außerdem bekam ich mich mit ihm in die Wolle, weil er genau an dieser Problemstelle anfangen wollte zu fummeln und nach dieser den Teich ausgerichtet hätte. Da dies die niedrigste Stelle am Teich war, hätte es bedeutet, sich an dieser Stelle zu orientieren, das wir vorne in der Nähe der Terrasse quasi 15, 20 cm tief in ein Loch mit schwarzer Teichfolie geschaut hätten. Da ich es wagte zu kritisieren, wie er da vorging, und das man nicht an der Problemstelle anfängt und danach seinen Teich plant, sondern danach, wo man am meisten auf den Teich schaut, sich an dem Level orientiert, dort anfängt und das Problem am Schluss löst, flogen mal kurz ein paar Dekosteine aus dem Blumenbeet herum und die Tonlage wurde etwas lauter. Es verschwand ein beleidigter Herr in der Wohnung.

Ich begann also an der Stelle, die am nächsten unserer Terrasse war und wo man am meisten drauf schaut. Da ich ja gar nicht doof bin und wir einen Lehmboden haben, war ja wohl die beste Idee, mit einem langen, kräftigen Fleischmesser in den Boden zu schneiden. Ich schnitt also jeweils 2 Schlitze in den Boden mit ca. 5 cm Abstand, setzte dann das Messer wie ein Tortenheber an und hob dann das Zwischenstück, den Lehm, mit dem Messer wie ein Stück Kuchen heraus.
Mein Männe, der zwischendurch wieder herausgekommen war, um mich versagen zu sehen, gab keinen Ton von sich. Selbstverständlich müsst ihr nicht meinen, dass er voll des Lobes war über meine Messeridee. Nachdem ich mich so vorgearbeitet habe, kam ich zu dem Problemstück. Dort baute ich dann mit herausgeschnittenen Lehmstücken einen höheren Rand wieder auf. Optimal mit Lehm, da man prima mit Wasser das mit dem anderen Boden vermatschen konnte.

So, das Loch samt Kapillarsperre stand.

Der Untergrund wurde mit Sand aufgefüllt, um sicherzugehen, dass keine kleinen Steine, die wir übersehen haben, der Folie schaden. Was bei dem Lehmboden nicht unbedingt nötig gewesen wäre, zumal wir ja noch Flies unter die Folie untelegen wollten. Aber 3fach gemoppelt ist immer besser.
Wer keinen Lehmboden wie wir hat und Steine und Wurzeln im Boden, sollte unbedingt ordentlich Sand verwenden, deutlich mehr als einen halben Kubikmeter bei der Größe.

Auf in den Baumarkt, Flies und Folie holen.

5. Das Loch bekleiden


Vielleicht habt ihr es bereits entnommen, so der Planer ist mein Mann nun doch nicht. Den er hatte keinen Bock zu rechnen. Natürlich gibt es im Internet Rechenpläne, wie man die Menge der Folie, die man braucht, berechnet. Man kann ja nicht sagen; Zack, Länge des Loches mitsamt Kapillarsperre, ungefähre Tiefe, so lang muss die Folie sein. Da der Teich ja verschiedene Stufen hat, die ausgekleidet werden, braucht man eine wesentliche Längere Folie.
Die Zeit drängt aber, so dass wir nachher im Baumarkt zu viel bestellen, wie wir nachher feststellen. Heute würde ich ganz einfach ein abrollbares Maßband nehmen und im Teichloch auslegen, aber wie gesagt, die Zeit drängte, die Stimmung war gereizt, weil ich mit meiner Kritik und dem passenden Vorschlag recht gehabt hatte ;-), also lieber zu lang gekauft als zu kurz, denn anstückeln kann man bei einer Folie nichts.

In den Baumarkt, super, die passende Folie nicht da. Wir wollten die dickere Folie (1,2 mm, 6 Meter Breite). Hatten gerade an dem Tag 2 Leute weggekauft. Es empfiehlt sich also, die Folie VORHER zu reservieren oder zu kaufen. Kurz vor Hysterie doch noch wo gefunden. Gekauft und nach Hause geschleppt. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was diese Folie wiegt. Das hebt und legt ihr nicht mal eben als Mann und Frau aus. Es empfiehlt sich also dazu, 2 kräftige Kerle, besser 3 zu haben, um die Folie zum Teich zu schleppen und später auszulegen.

So, der Vlies wurde ausgelegt, das ist nicht schwer, da er ja auch übereinander liegen darf. Da kann man auch ein wenig stückeln. Die Folie muss aber so eingebracht werden, dass sie möglichst wenig Falten wirft.
Nächstes Problem: Bei guter Außenwärme kann man die Folie gut zurecht ziehen und dehnen, so das man möglichst wenig Falten hat. Die Falten, die man hat, kann man mit einem Spezialkleber zusammenkleben, so dass man sie weniger sieht. 2. Problem: Neben der Wärme muss es trocken sein. Natürlich war es bei unseren Arbeiten kalt und regnerisch, so dass wir sowohl die Folie nicht optimal platzieren und dehnen und die Falten nicht zusammenkleben konnten. Versteht sich von selber.

Nun gut, die Falten halten sich in Grenzen, sie sind unter Wasser zum größten Teil und die Fische können sich darin verstecken.

6. Die Teichbefüllung


Die einzelnen Zonen werden von uns mit gekauften Kies befüllt. Mein Männe hatte ihn gerne noch gewaschen, weil der gekaufte Kies natürlich nicht ganz sauber ist. War keine Zeit mehr für da, der Sand, der an dem Kies ist, wird sich im Teich setzen.
Insgesamt haben wir etwa 250 kg Kies verbraucht. Im Teich und später an der Umrandung.

Wir befüllen den Teich zuerst mit einem Drittel Wasser, damit sich die Folie setzen kann.
Und schütten Kies aus mehrere Stunden später. Dadurch setzt sich die Folie besser sich in die Löcher rein.
Am nächsten Tag ein weiteres Drittel Wasser in den Teich gepumpt. Stunden später füllen wir ebenfalls die Ebenen mit Kies auf.
Erst dann fangen wir an, die Folie an den Rändern der Kapillarsperre ganz grob zurechtzuschneiden.
Mein Mann setzt die Wasserpumpe und den Filter ein, nachdem er das Außengerät in einen Randstein eingesetzt hat.
Wir befüllen die K-Sperre mit Sand, Mutterboden und dann mit Kies. Das letzte Drittel Wasser wird eingelassen. Erst dann schneiden wir die Folie komplett zurecht. Wir schütten ein Paket Teichstarter in den Teich.

7. der Wasserfilter


Wir setzen ein: PondoPress 1000.
Wir hatten uns vorher informiert. Der Ferrari unter den Wasserfiltern, ein Oase, war uns viel zu teuer. Für diesen Druckfilter haben wir 199,95 Euro bezahlt.
Ein Teil ist im Wasser, im Flachwaser positioniert, das Gerät steht außen. Es sollte nicht in der Vollsonne stehen, sondern im Halbschatten. Sowas haben wir bei uns nicht. Wir haben die Lösung gefunden, dass wir das Gerät mit Schilfgras umgeben haben.

Folgende Daten entnommen der Seite: koi-tempel-online-shop.de/product_info.php?info=p81_PondoPress-1000.html&XTCsid=3c5ae71229ae0268b181d7ac06c0b409

4-stufiger Druckfilter mit integriertem UV-Gerät und Pumpe für Teiche bis 10.000 Liter.
Schnell und zuverlässig Klares Wasser
Druckfilter - es ist möglich, diesen Filter einzugraben
Für den Einsatz in Verbindung mit Bachlauf geeignet
Schnellreinigungssystem mit Spülung
Optimal für Teichgrößen bis 10.000 Liter
Die Vorteile dieses Druckfilters:
Mechanisch/biologisch arbeitender Druckfilter mit integriertem UV-C-Gerät
Alle Anschlüsse und Technik im Deckel, der Filter kann problemlos eingegraben werden, er ist also unauffällig im Erdreich versenkbar
Das Wasser kann auch zu höher liegenden Bachläufen gepumpt und über diese wieder in den Teich zurückgeführt werden
Die jährliche Wartung beschränkt sich auf die Kontrolle Filtermedien und der UV-Lampe


Der Filter ist bis 10.000 Liter geeignet, die wir bei weitem nicht haben. Es ist aber zu beachten, dass diese Angabe für einen Teich ohne Fischbesatz gelten. Bei Fischbesatz muss man einen Filter wählen, der mindestens doppelt so viel Leistung hat als die Wassermenge des Teiches, besser aber 3 mal so viel. Mehr sollte es aber auch nicht sein, da ansonsten das Wasser zu unruhig wird.

Die Leistungsangabe besagt die Menge, die stündlich gefiltert wird.

8. Zwischeneinwurf


WIR HABEN EINEN ERSTEN MIETER, DER UNGEFRAGT UND OHNE BEZAHLUNG EINZIEHT.
Einen süßen Frosch. Als wir den alten Teich abgelassen haben, haben wir 2 Frösche dringehabt, die wir mit in die Regentonne setzen.
Das lassen sich die Herrschaften nicht bieten. Beim Bau des Teiches entdecken wir einen Frosch, der im umliegenden Grün uns zusieht nach dem Motto: Macht mal hinne, ich will einziehen. Zurück in die Tonne gesetzt.
Bei Umfüllung der Tonne haben wir leider keinen einzigen Frosch mehr gehabt (wie sind die geflüchtet?) Schade. Aber da ist er wieder. Bild anbei. Nur wo ist der Zweite?

Nach Einsatz des Filters und mehrerer Stunden Wartezeit:
Wir setzen Fisch ein.

ACHTUNG: Wir haben Regenwasser eingesetzt. Wenn Leitungswasser eingesetzt wird, keine Fische einsetzen, bevor nicht die Wasserwerte geprüft sind. Der Einsatz eines Paketes Teichstarter alleine reicht da nicht!

9. Wasserlauf


Nachdem wir die alten Fische eingesetzt haben und sie sich ihres Lebens freuen, basteln wir an dem Wasserlauf. Mein Männe hat vorbereitete Teile gekauft, die sehen scheiße aus. Entschuldigung, aber die Plastikkacke sieht aus wie zurecht geformter Hundekot. Ich bastel selber einen Wasserlauf auf aus der Lehmerde. Ausgelegt wird er ebenfalls mit der schwarzen Folie, darüber gelegt wird eine Steinfolie, damit es netter aussieht. Wichtig ist dabei, dass man Etagen bildet, wo das Wasser einen Moment herumfließen kann, das Wasser sollte nicht in einem runterrauschen. Außerdem minimiert das ganze den Geräuschpegel. So ein Wasserlauf ist zwar nett, aber das penetrante Plätschergeräusch kann unangenehme Nebeneffekte haben, so dass sich manche Menschen animiert fühlen, immer auf Toilette zu müssen ;-)

10. Bepflanzung


Nerv! Ein klassisches Beispiel dafür, dass man heutzutage sich auf nichts mehr verlassen kann. Ich kaufe also Pflanzen entsprechend der Zonen die wir haben. Mein Männe bittet mich, im Internet nachzuschauen, wie sehr diese Pflanzen austreiben, um zu kontrollieren, welche Pflanzkörbe wir nehmen. Dabei ergibt sich, dass die Pflanzen, die ich gekauft habe, NICHT der Angabe entsprechen, mit der sie verkauft werden. Sprich, ich habe Flachwasserpflanzen gekauft für 40 bis 60 cm Wassertiefe, laut Internet sind es aber Sumpfpflanzen für bis zu 20 cm? Wem soll man langsam glauben?

Und dann: Der Doofmanschock!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mensch, sind wir blöd! Wir haben alles geplant für Einsatz der Pflanzen, aber waren total hirntot: Wir haben so gebaut, dass die Pflanzen z.B. in der Sumpfwasserzone 0 – 15 cm unter Wasser stehen. Ja nöh! Total vergessen haben wir den Wurzelballen, ab dem die Pflanzen so in der Wassertiefe stehen sollten. D.h. stelle ich die Pflanzen im Pflanzkorb auf, stehen sie nicht mehr oberhalb des Ballens 0 – 20 cm im Wasser, weil wir den nicht mit berechnet haben. Also Wasser ablassen, die Kapillarsperre leerräumen (Kies, Erde und Sand daraus entfernen), vorsichtig Folie und Vlies hochgenommen und in den Zonen hinter der Kapillarsperre die Erde vorsichtig weggenommen/weggeschnitten und die Zonen tiefer gemacht. Sowas von blöd! Dann wieder Wasser marsch!

Aber unabhängig von unserem Denkfehler nervt es, dass ich mir Pflanzen in einem Fachladen (Amoflor) kaufe, welche dann wohl nicht so geeignet sind für die Zonen, die ich mir vorstelle und die ganz anders einsetzen muss als da, wo ich sie geplant habe…

WICHTIG ABER!!!
Pflanzen, die stark wuchern, nicht einfach so in einen Pflanzkorb setzen. Die wuchern daraus wie bekloppt. Seerosen sind so ein Beispiel. Wir haben die vor 2 Jahren rausgerissen wie bekloppt, die haben uns alles zugewuchert, obwohl sie im Pflanzkorb waren. Da wachsen sie durch und drüber, kennen die nichts. Es empfiehlt sich also hier Jutebelag in die Pflanzkörbe zu tun, da können sie nicht so leicht durchkommen (aber schaffen die Wurzeln auch noch. Also im Zweifel auch hier: doppelt hält besser).
Aus diesem Grunde aber auch niemals, niemals nicht Pflanzen ohne Korb auspflanzen, die wuchern euch den Teich komplett zu. Wenn ihr sagt, och das ist nicht schlimm, es soll ja wuchern: Wuchern heisst, nicht die Oberfläche wuchert zu, sondern der Boden des Teiches mit Wurzeln welche verschlammen. Und ein verschlammender Teich heisst auch Algenbesatz. Außerdem nimmt dann auch die Teichtiefe kontinuierlich ab, weil alles verschlammt.

WEITERHIN wichtig: Nicht nur an die normale Bepflanzung der o.g. Teichzonen denken, sondern auch an Pflanzen an der Tiefzone, die Sauerstoff abgeben, um den Teich in Ordnung zu halten…

Eingesetzt haben wir an Pflanzen:
Blauer Wasserlobelie
Zungenhahnenfuss
Gelbe Scheinkalla
Tannenwedel
Teichschachtelhalm
sowie 2 Unterwasserpflanzen und eine Schwimmpflanze (übrigens eine sehr schöne Idee, das sind Pflanzen, die mitsamt der Wurzel im Teich herumtreiben…

11. Teich ist fertig


Zu beachten ist: Teichpflanzen brauchen Minimum 1 Jahr, bis sie vernünftig wachsen. Und sie auch genügend groß sind, um bei der Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichtes groß genug zu sein.
D.H. wir haben bereits Algenvernichter einsetzen müssen. Es waren zwar noch nicht viele Algen da, doch wehret den Anfängen. Auch müssten eigentlich noch einiges mehr an Pflanzen rein, als die, die wir haben, aber ich habe keine schönen mehr gefunden. Werden im nächsten Frühjahr noch gekauft. Der Wasserlauf ist leider an einer Stelle undicht, wahrscheinlich an dem Pumpenschlauch, der zum Wasserlauf hochläuft, der Teich verliert dabei Wasser. Den Fehler müssen wir noch finden.

Fische lieben bewegtes Wasser. Wer also den höheren Plätscherpegel nicht scheut, sollte seinen Wasserlauf etwas größer und höher als wir anlegen.

Übrigens total süß: Bevor wir den Wasserlauf noch mal umgebastelt haben und die Steinfolie gelegt haben, ging die schwarze Folie zum Ende des Wasserlauf in einem ca. 15 cm langen Rutsch ins Wasser. Da haben tatsächlich versucht, die Fische den Strom raufzurutschen, das war eine Attraktion! Wer einen größeren Wasserlauf plant, der etwas mehr Bewegung ins Wasser bringt als unserer: dafür gibt es auch spezielle Wasserpflanzen, die im bewegten Wasser besonders gedeihen.

Irgendwann nach dem Foto war unser Frosch ausgezogen. Hat wohl den 2. gesucht (sein Fraule?). Wie wir am Wochenende festgestellt haben, ist er wohl wieder Single und musste eine Wohnung haben, er ist wieder bei uns eingezogen ;-)

12. Kosten


Ich habe versucht, alle Belege zusammenzusammeln:
Die Kosten für den Teich, wie ich ihn beschrieben habe und ihr auf den Bildern seht inkl. !!!! Fischbesatz belaufen sich etwa auf:
1155 Euro.
Davon waren die größten Posten:
Vlies: 127, 84 €
Filter: 199,95 €
Folie: 233,50 € (hier hätten wir ganz entschieden ca. 50 € sparen können, we4nnw ir vorher ordentlich gemessen hätten)

Für die Fische habe ich ungefähr 150 € ausgegeben.

13. Tipps:


- Kapillarsperre bei der Planung nicht vergessen
- Dran denken, wie viel Höhe Sand, Flies, Folie und das aufschütten mit Kies frisst ;-) Aus einer ursprünglichen Tiefe 1,60 Meter wird da auf einmal ganz locker 1,20 Meter
- Genügend Platz für Teichpflanzen berücksichtigen. Daran denken, dass die Pflanzen mitsamt Wurzeln eingebastelt werden müssen und sich ab da erst die Höhe bemisst.
- Pflanzen können auch in einen Tontopf statt in einem Pflanzkorb ausgesetzt werden, wenn ihr gerade keinen passenden Pflanzkorb zur Hand habt. Sie sollten dann aber spätestens im nächsten Jahr in einen Pflanzkorb umgesetzt werden.
- Beim Fischbesatz vorher im Internet informieren und/oder nur im ausgemachten Fachhandel kaufern. Sonst kauft ihr Fische, die sich zwar untereinander vertragen, aber aufgrund der Fressgewohnheiten nicht zusammen passen. Es gibt z.B. genügend Fische, die Langsamfresser ist, denen dann Goldfische als Schnellfresser das Futter vor der Nase wegfressen.
- Ich habe es erst später gesehen: es gibt im Internet auch Anbieter, die Folien in anderen Farben als Schwarz anbieten, z.B. sand, terrakotta, grün, blau. Preislich teurer als der Baumarkt und es sind natürlich auch die Lieferzeiten zu beachten, aber hätte ich nicht so einen chaotischen Mann, hätte ich eine andere Farbe als Schwarz gewählt.

14. Fazit


Ja, wie soll ein Fazit ausfallen von etwas, was man sich selber gewünscht und gemacht hat?
Natürlich allgemeine Begeisterung.
Der Teich ist einfach eine Oase und es ist eine Freude, die Fische zu beobachten, wie sie sich wohl fühlen. Jede neu eingesetzte Pflanze wurde sofort mit größter Neugierde umschwärmt und untersucht. Und Nachwuchs wurde – denke ich – schon gezeugt.
Eine kleine Einschränkung habe ich bei unserem Teich: Ich habe mir vorher nicht vorgestellt, wie viel Tiefenplatz die unterschiedlichen Zonen fressen und wie viel an der Tiefe des Teiches verloren wird mit der Auffüllung von Sand, Vlies, Folie und Kies. Und ich war mir nicht bewusst, wie viel Pflanzen da rein sollen und müssen (die ja nun wiederum mit ihrem Wurzelballen und Pflanztopf auch Platz wegnehmen). Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich den Teich größer „genehmigt“. Mein Männe wollte ihn ja noch größer, ich hab gesagt, was soll das denn? Also: besser alles etwas überdimensioniert beim Teich planen ;-)

Liebe Grüße Eure Loewie

P.S. ich bin mal gespannt, was ihr sagt ;-)

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Flubber59

Flubber59

16.05.2013 01:14

DA werf' ich doch glatt mal ein BH in den neuen Teich, WOW !! LG

akashajj

akashajj

04.05.2013 11:50

wow, nun hab selbst ich als Teichunerfahrene einen wirklich guten Einblick. Lachen musste ich bei der Stelle mit dem "Hundekot". Sehen sowas die "Designer" nicht? Toller Bericht!

amy78

amy78

06.03.2013 11:17

Dieser Bericht ist ja von 2009. Ich hoffe Ihr habt immer noch Spaß an ihm. Muss man halt ziemlich pflegen, da sich sonst Schnacken einnisten, wenn ich richtig informiert bin. Die Fotos sehen traumhaft aus, wirklich. Dieser Frosch, weiter hinten bei den Fotos, ist wieder singel. Schade er ist ja so hübsch;) War super zu lesen, auch das mit der Kapilarleiste(oder so) und Eure verschiedenen Meinungen dazu;))Besonders toller Bericht verdient natürlich ein Besonders hilfreich.

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