Alles mit T...

Erfahrungsbericht über

Alles mit T...

Gesamtbewertung (1226): Gesamtbewertung Alles mit T...

 

Alle Alles mit T... Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Noch immer bin ich in Trauer

1  13.03.2010

Pro:
Es war eine längst fällige Erlösung

Kontra:
dass ich alles viel zu spät bemerkt habe

Empfehlenswert: Nein 

tommy197

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:208

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 132 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Guten Tag, liebe Leser, guten Tag, liebe Community!

Vorweg:

Ich möchte mit diesem Bericht KEINEN Tränendrücker bewirken, sondern vielmehr davon erzählen, wie man ein Tier auch zu Tode FÜTTERN kann: Es geht um meinen ehemaligen Hund Fipsi. Hatte früher schon einmal 2 Hunde verloren. Einen kurzharigen hellbraunen Schäferhund, der normal an Altersschwäche verstorben ist, und meinen Harras, ein Rottweiler, den ich bei meiner Flucht zurücklassen musste.

Als ich nach Erfurt kam
hatte ich einen Lebenspartner für knapp 4 Jahre, der es nicht mehr mit ansehen konnte, wie ich unter den Verlust meines Harras gelitten habe. So schenkte er mir im Herbst 1997 meinen Fipsi, einen 2-jährigen Jack Russel Terrier. Als dieser Hund vor mir stand holte ich sofort eine Schale mit Wasser, setzte ich mich breitbeinig auf den Fußboden, nahm ihn zwischen meine Beine redete sacht mit ihm und streichelte ihn dabei. Danach lief ich mit ihm zur Tankstelle, weil ich kein Futter hatte, es war schon kurz vor 24 Uhr. Jedenfalls freundete ich mich mit ihm und er sich mit mir an. Ein schöner schwarz-weißer Hund. Ein Rüde. Anfangs hatte er Schwierigkeiten mit anderen Rüden. Fipsi wahr folgsam und ich schaffte es, ihm seine Angriffslust abzugewöhnen.

Im Jahr 2000 zog ich dann um,
weil ich heiratete, und Fipsi zog mit. Mein damaliger Mann hatte ihn schnell ins Herz geschlossen und behandelte ihn hundegerecht. Als ich mich scheiden ließ nahm ich Fipsi natürlich mit. Es war ja MEIN Hund. Ich bekam dann 2002 eine Arbeit als Küchenhilfe und war leider 11 Stunden außer Haus. Mir tat Fipsi unendlich leid. Habe versucht, an den Mon- und Dienstagen, wenn ich frei hatte, alles an ihm wieder gut zu machen, indem ich sehr ausgiebige Spaziergänge mit ihm machte und zu Hause mich besonders um ihn bemühte. Lieber ließ ich meinen Haushalt schlumpsen, die Zeit für meinen Hund war mir einfach wichtiger. Hunde bedeuten für mich mehr wie manche Menschen. Schon als Baby lag ich auf einer Decke im Wald in Nordhausen, und auf mich passten 6 Dobermänner-Hunde auf. Das muss bei mir ins Blut übergegangen sein, denn ich kann heute noch kaum an einen Hund vorbei, ohne ihn zu streicheln oder wenigstens ein paar Worte zu ihm sagen, denn jeder Hund läßt sich nicht streicheln, und die Hundehalter sehen es auch nicht so gern, weil es ein Eingriff in die Erziehung darstellt. Ein Hund soll ja auch wachsam sein, und sich nicht von jeden anfassen lassen.

Nun gut
Ich trennte mich im Guten von mein Mann und er besuchte mich öfters, um mit mir Offiziersskat, Mensch Ärgere dich nicht zu spielen, oder auch mal eine Würfelrunde. Eines Tages bot er mir an, ob ich ihn Fipsi nicht geben wolle, weil ich ja berufstätig bin. Nach langen
Bilder von Alles mit T...
  • Alles mit T... Alles mit T...
  • Alles mit T... Alles mit T...
  • Alles mit T... Alles mit T...
  • Alles mit T... Alles mit T...
Alles mit T... Alles mit T...
Fipsi läuft mit Querleine zusammen mit Mause, alle Leute sind stehen geblieben und haben gestaunt
Zögern, sehr langen, willigte ich dann doch ein. Leider konnte mein Mann die Scheidung nicht so verkraften und fing an zu trinken. Er wurde zum Alkoholiker. Weil er mir half und Fipsi zu sich nahm, half ich ihm. Ich malerte komplett seine gesamte Wohnung, wusch seine Wäsche und erledigte auch seine Behördengänge. Dadurch ergab es sich, dass ich mindestens 4 x pro Woche bei ihm zu Hause erschien. Aber: Von Besuch zu Besuch hinterließ mein Ex-Mann immer mehr einen ungepflegten und verkommenen Eindruck auf mich. Er machte sogar unter sich, und auch für dessen Reinigung und Entsorgung fühlte ich mich verpflichtet. Als ich dann aber bemerkte, dass in der Wohnung Hundekot verstreut vorzufinden war, läuteten bei mir die Alarmglocken. Ging davon aus, dass er mit dem Hund zu wenig Gassi geht. Als ich ihn daraufhin zur Rede stellte, war es natürlich NICHT an dem. Er hätte mit einem Kumpel einen tüchtigen gesoffen, und darüber das Gassigehen verschlafen. Nun ja ich glaubte ihn erst einmal.

Er lud mich zum Kaffe zu seinem Geburtstag ein.
Was ich da zu sehen und zu hören bekam, löste bei mir einen Schock aus, und ich hatte zu kämpfen, dass ich ihm vor Wut nicht eine donnerte. Inhaltlich für Euch jetzt das Gespräch: Fipsi bekam unter dem Tisch eine GROSSE Tasse mit Bohnenkaffe hingestellt, die er ohne zu zögern bis zum Boden sofort leerte. Hinterher 2 Stück Torte, danach eine Kompottschale mit Bier und eine Untertasse voll Schnaps. Ich traute meinen Augen nicht. Auf meine Anfrage, ob er nicht weiß, dass er Fipsi damit großen Schaden zufügt, antwortete er mir: Was für den Mensch gut ist, kann für ein Tier nicht schlecht sein. Ich erklärte ihm im Gegensatz, dass er ja weiß, dass Alkohol in großen und reglmäßigen Mengen ja auch für den Menschen schlecht ist, und die Torte den Hund übergewichtig macht und er Herzverfettung bekommen kann. Laß mal Rosi, du musst mal sehen, wenn Fipsi jetzt den Schnaps gesoffen hat, wie schön der dann im Kreis tanzt. Er brauchte mir das gar nicht zu sagen, denn ich sah bereits das grauenvolle Bild, wie Fipsi sich wirklich im Kreis ständig drehte, er aber dabei immer wieder mit allen 4 Beinen zusammenbrach und nur schwer wieder hoch kam. Als i-Tüpfelchen legte mein Mann dann noch 2 ROHE Bratwürste vor meinen Fipsi, die er trotz „Besoffenseins“ noch bis zur Hälfte verschlang. Das war zu viel des Guten. Ich stand auf, donnerte dann doch meinem Mann kräftig eine, dass er auf der Chouch umfiel, weil er mir noch brühwarm erzählte, dass Fipsi JEDEN Morgen seine Flasche Bier, seinen Schnaps und seinen Kaffe bekommt. Leinte dann Fipsi an und verschwand mit ihm nach Hause. Habe ihn erst einmal eine ganze Weile getragen, auch in der Straßenbahn. Wenn mich die Leute gefragt haben, warum ich diesen großen Hund trage, habe ich ihnen erklärt, er sei in eine Scherbe getreten und kann nicht laufen. Als dann Fipsi allmählich „nüchtern“ wurde, habe ich ihn in die Wanne gesteckt. In die Wanne ist er schon immer gern gegangen. Danach lag er für Stunden nur in meinem Arm und wollte gar nicht mehr von mir weg, immer wieder schmiegte er sich an mich.

4 Tage später bin ich mit ihm dann zum Tierarzt
Das Ergebnis: SEHR schwer Herzkrank, Rheuma und 3 verkapselte Grießknoten am linken Hinterbein. Fipsi bekam Tabletten fürs Herz und Tropfen, die ich ihm ins Futter mischen sollte. Nach 3 Wochen hatte Fipsi sich wieder erholt. Dachte ich. Nach weiteren 14 Tagen bemerkte ich beim Gassigehen, dass er nicht mehr richtig laufen konnte. Er lief auffallend langsam und blieb auch immer öfter stehen. Jetzt schon begann ich ständig zu heulen, wenn er stehen blieb. Irgendwie fühlte ich seine Schmerzen mit und dachte immer es liegt am Rheuma. Frühmorgens schlief er auffallend lange, und wenn ich ihn munter machte, konnte er kaum aufstehen. Immer wieder sackte er mit den Vorderbeinen zurück, er hievte sich regelrecht hoch. Als er dann wieder einige Tage später beim Aufstehen dabei jaulte, bekam ich große Angst um Fipsi, hatte ständig Angst, dass wenn ich aufstehe, ihn dann tod vorfinde. Das hätte ich nie überwunden!!! Wäre mit ihm gegangen. Im Ernst jetzt. Danach dauerte alles nur noch 3 Tage. Ich wollte mit ihm Gassigehen, da sah ich das Maleur: Kot, Urin. Und mein Fipsi stand gar nicht mehr auf. Er kam einfach nicht hoch. Da habe ich ihn auf den Arm genommen und ihn zum Gassigehen hinunter vor unserem Haus auf die Wiese getragen. Im Kot war Blut. Ich wusste: Das ist Fipsis Ende. Es war nicht ganz so: Die Angst, dass ich ihn eines Tages tod auffinde, war bei mir einfach ZU groß. Ich habe die Nerven nicht mehr dafür. Als ich von der Wiese wieder hoch kam, habe ich ihn in ein angewärmtes Badetuch eingepackt, ihn in eine Reiseschultertasche gelegt und bin mit ihm zum Tierarzt gefahren und habe ihn einschläfern lassen. Ich WOLLTE es SO!!! Fand dies einfach besser, als dass ich ihn dann wirklich eines morgens tod aufgefunden hätte. Und Fipsi? Für ihn war es eine Erlösung! Eine Erlösung von seinen sehr starken Schmerzen. Das war voriges Jahr im September. Aber ich kann heute erst darüber schreiben. Jetzt bin ich darüber hinweg. Stimmt natürlich nicht. Ich kann ihn einfach nicht vergessen. ER ist erlöst und schläft jetzt schön, aber MIR blutet das Herz wie verrückt, wenn ich an ihn denke. Ich habe kein gutes Ruhekissen mehr. Zu sehr plage ich mich mit den schlimmsten Vorwürfen, warum ich ihn zu meinem Mann gegeben habe. Der Tierarzt sagte mir nämlich, dass er noch 1 – 2 Jahre wenigstens hätte länger leben können. Wenn ich heute Hunde sehe, habe ich den starken Drang, mir wieder einen aus dem Tierheim zu holen. Aber ich schaffe es nervlich nicht mehr. Außerdem habe ich mit meinem Mann genug Ärger und Schwierigkeiten, sodass ich gar nicht mehr so viel Zeit hätte, mich um den Hund ausreichend zu kümmern.

Was ich bis Heute nicht vergessen kann
sind die Bilder von Fipsis Totestag. Die Straßenbahn fährt ca. 30 Minuten von mir bis zum Tierarzt. Ich stellte die Tasche mit Fipsi auf einen Sitz und ich stand vor ihm und habe mir in Gedanken immer wieder gesagt: Ach Fipsi, wenn du wüsstest, dass das deine letzte Fahrt ist und ihn ständig gestreichelt. Er schaute mich ununterbrochen an, als wenn er mich verstanden hätte und er mir antwortet. Ist schon gut, Frauchen, es ist besser so für mich. Er hob nicht ein einziges Mal den Kopf von mir weg. Ich heulte Rotz und Wasser und das mit lautem Schluchzen. Die Leute in der Straßenbahn müssen geahnt haben, dass etwas schlimmes geschehen ist, vielleicht Trennung vom Mann oder so, jedenfall sahen sie mich alle sehr mitleidsvoll an. Und ich mitleidsvoll meinen Fipsi. Der Tierarzt hatte volles Verständnis. Als er dann tot auf dem Tisch lag, habe ich ihm noch ein Küschen gegeben, mehrmals gestreichelt, noch ein Foto von ihm gemacht, und habe dann RÜCKWÄRTS die Praxis verlassen. Hatte keine Kraft mehr, Fipsi noch einmal anzuschauen. Draußen dann an der Straßenbahnhaltestelle, mit meiner leeren Tasche und dem Halsband von Fipsi immer noch in der Hand, saß ich über eine Stunde fast regungslos, aber tief in Gedanken versunken und in einem Meer von Tränen. In wenigen Sekunden nur kamen mir sämtliche Bilder von allem, was ich mit Fipsi erlebt habe, wie ich ihn bekommen habe und die überaus schrecklichen Bilder, wie er „besoffen“ und hilflos bei meinem Ex herumpurzelte. 3 Tage war ich nach dem Einschläfern total schwer krank. Hatte nicht mal Unterstützung oder Hilfe, da sich mein Mann mit einem neuen Epilepsieanfall im Krankenhaus befand. Das schönste und lustigste Bild, was ich von Fipsi habe, ist, wie er ein Kopftuch und eine Brille trägt, und Zeitung liest. Dieses Bild habe ich neben meinen Arbeitsplatz hängen. Ich werde dann jedes Jahr im September an seinem Totestag eine Kerze für ihn anbrennen. Er ist es wert, hat er sich doch so gut mit den Katzen vertragen, hat mit ihnen gespielt, mit einem Ball, wie beim Fussball, hat die Katzen auf seinem Rücken durch die Wohnung getragen, und, und, und...Er ist nun von seinen Qualen befreit...'''möge mein Fipsi in Frieden Ruhen. In Gedanken bin ich wieder mit ihm vereint.''' Möge er mir verzeihen, was ICH ihm antat...Von 2003 bis 2007 hatte mein Ex den Fipsi. Im Nachhinein kann ich mir heute gut vorstellen, was er gelitten haben muss in dieser Zeit, denn oft war sogar sein Wassernapf nicht nur leer, sondern regelrecht trocken. Dachte eben immer, dass es gerade leer geworden ist...Mann soll eben NACHdenken, statt nur einfach zu denken!

Ich bedanke mich herzlich für Eure Geduld beim Lesen, aber das musste jetzt bei mir endlich mal raus. DANKE sagt Rosi – alias tommy197

Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
PetitSoleil

PetitSoleil

23.06.2010 11:02

:-(

LeaofRafiki

LeaofRafiki

10.06.2010 01:05

Oh je :-( Aber man kann ja leider niemandem hinter die Stirn gucken. Mach Dir bitte keine allzu großen Vorwürfe, Du hast letztendlich getan, was Du tun konntest! LiebeNgruß, Lea

Jenni29Mai80

Jenni29Mai80

25.04.2010 02:46

:-( Oh man es tut mir so leid... :-(

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Ähnliche Angebote
Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles - Bier mit Flügeln - Fun T-Shirt - Größe S M L XL XXL Größe XL Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles - Bier mit Flügeln - Fun T-Shirt - Größe S M L XL XXL Größe S Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles - Bier mit Flügeln - Fun T-Shirt - Größe S M L XL XXL Größe L
Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles -​ Bier .​.​. Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles -​ Bier .​.​. Normani Ich weiß nicht warum, aber Bier ändert alles -​ Bier .​.​.
Amazon .de Marketplace Sport Amazon.de Marketplace  Sport Amazon .de Marketplace Sport
€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

€ 12,90 *

Händler kann Preis
erhöht haben

Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
Versandkosten: Kostenlose Lieferung
mehr
 zum Shop  zum Shop  zum Shop
Amazon .​de Marketplace Sport Amazon.​de Marketplace Sport Amazon .​de Marketplace Sport
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 574 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (30%):
  1. Jenni29Mai80
  2. t.schlumpf
  3. schlagergalaxie
und weiteren 37 Mitgliedern

"sehr hilfreich" von (70%):
  1. PetitSoleil
  2. LeaofRafiki
  3. esposa1969
und weiteren 89 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.