Was die Rotfussindianer nicht vergessen werden
13.01.2006
Pro:
Unga aga !
Kontra:
Nix für Erwachsene
Empfehlenswert:
Ja
 Dr_Labude
Über sich:
Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut. (Licht...
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Kennt ihr den Stamm der Rotfußindianer? Nein? Nun, das ist nicht weiter schlimm. Eigentlich kennen überhaupt nur sehr wenige Leute diesen Stamm. Er wohnt ja auch in einer Gegend, wo nur sehr selten Fremde hinkommen. Rotfußindianer nenne ich sie, weil sie die Angewohnheit hatten, sich die Füße rot anzumalen. Eigentlich hatten sie ja einen ganz anderen Namen, aber den habe ich vergessen. Jedenfalls hatte sich irgendwann ein kleiner Junge rote Farbe über die Füße geschüttet, mit der eigentlich die Blumenvasen angestrichen werden sollten. Aber dann fand der Häuptling, dass das so gut aussieht, dass sich seitdem alle Indianer aus diesem Stamm die Füße rot angemalt haben. Und deshalb nenne ich sie Rotfußindianer, auch wenn sie in Wirklichkeit natürlich anders heißen und ich nur nicht mehr weiß, wie. Die Blumenvasen machen die Rotfußindianer übrigens jetzt immer blau, weil sie ja die rote Farbe für die Füße brauchen. Der Häuptling der Rotfußindianer hieß "Grosse Nase" und ich brauche euch bestimmt nicht erklären, warum. Der Häuptling "Grosse Nase" ging zufrieden durch sein Dorf. Ihr müsst euch das Dorf nicht so vorstellen, dass es eine Straße gab mit Bäumen und einer Kirche und Häusern. Ein Indianerdorf besteht ja aus - na? Richtig! Zelten. Und die Zelte heißen Tipi und in dem Dorf von Häuptling "Grosse Nase" gab es 12 davon und ein Klozelt und ein Küchenzelt, in dem das Essen für das ganze Dorf gekocht wurde. Der Häuptling ging so durch sein Dorf und freute sich über das schöne Wetter. Es hatte schon zwei Tage nicht geregnet und auch jetzt war der Himmel ganz blau. Am ganzen Himmel von der einen Seite, wo die Sonne aufgeht bis zu der anderen Seite, wo sie abends wieder untergeht, gab es nicht ein einziges winziges Wölkchen. Und alle freuten sich. Und zwei Wochen später ging der Häuptling "Grosse Nase" immer noch durch sein Dorf und es war immer noch schönes Wetter. Es hatte jetzt zwei Wochen und zwei Tage nicht geregnet und die Indianer fingen an zu schimpfen, dass es ganz schön warm und der Boden so staubig sei und dass die Blumen alle ihre Blüten hängen ließen. Und der Häuptling sah zum Himmel und suchte und suchte. Aber soviel er auch suchte - da war kein einziges Wölkchen am Himmel. Und nach zwei Monaten hatte es immer noch nicht geregnet und das ganze Dorf war eine Wüste ohne einen Tropfen Wasser und die Pferde hatten nichts mehr zu trinken. In dem Küchenzelt konnten sie keine Suppe mehr kochen, weil man dafür ja auch Wasser braucht. Alle Indianer im Dorf, sogar die kleinen Kinder rochen gar nicht mehr gut, weil sie sich so lange nicht mehr gewaschen hatten. Es hatte jetzt zwei Monate, zwei Wochen und zwei Tage nicht geregnet und die Rotfußindianer waren ehrlich sauer. Da ging der Häuptling endlich zu dem alten Medizinmann. Ein Medizinmann ist bei den Indianern so etwas wie ein Arzt und ein Zauberer gleichzeitig. Das Problem mit dem alten Medizinmann war, dass er kein besonders guter Zauberer war. Einmal, das war schon lange her, da hatte er die Tochter des Häuptlings in einen Frosch verzaubert und den Spruch vergessen. Dabei hatte sie nur eine Beule am Kopf gehabt und der Medizinmann hätte gar nicht zaubern müssen, sondern einfach etwas Salbe draufmachen. Aber ihr wisst ja, wie Zauberer sind: immer müssen sie zeigen, was sie können, ob es nun nötig ist oder nicht. Und so ist die Tochter des Häuptlings ein Frosch geblieben und dem Medizinmann wurde das zaubern verboten. Und jetzt saß der Häuptling bei dem alten Medizinmann und erklärte ihm, dass sie jetzt wirklich dringend einen Regenzauber bräuchten. Der alte Medizinmann freute sich, dass er wieder zaubern durfte und war ganz aufgeregt. "Einen Regentanz" Wir machen einen Regentanz" rief er und dann - ganz plötzlich - kratzte er sich am Kopf und fragte den Häuptling ob er vielleicht wisse, wie genau ein Regentanz geht. Es war ja schon ganz schön lange her, dass der alte Medizinmann gezaubert hatte. Der alte Medizinmann versammelte das ganze Dorf und erklärte ihnen, dass sie jetzt einen Regentanz machen würden und dass alle mitmachen müssten. Und zwar ginge das so: Der Medizinmann hüpfte auf dem linken Bein und rief dabei ganz laut "Unga Aga Unga Aga Unga Aga Umm" Und bei dem "Umm" sprang er ganz feste, so dass es eine große Staubwolke gab. Er zeigte es noch einmal: "Unga Aga Unga Aga Unga Aga Umm" und dann tanzten und hüpften alle Rotfußindianer zusammen "Unga Aga Unga Aga Unga Aga Umm" "Unga Aga Unga Aga Unga Aga Umm" Immer im Kreis herum "Unga Aga Unga Aga Unga Aga Umm". Dann sahen alle Indianer gespannt zum Himmel. Und tatsächlich: eine dicke Wolke stand genau über dem Dorf. Aber die Wolke war lila. Und die Wolke wurde immer dicker. Sie knubbelte und wubbelte und schuggelte und duggelte. Und dann fing es an. Aber es war kein Regen. Es fielen lauter lila Bonbons vom Himmel. Es prasselte nur so vor lauter Bonbons und bald war alles lila im Dorf. Die Kinder freuten sich natürlich aber der Medizinmann rief laut "Stop!" und alle anderen Indianer riefen auch laut "Stop!" und dann fielen keine lila Bonbons mehr vom Himmel. Der alte Medizinmann entschuldigte sich sehr. Er sah ganz traurig aus und sagte, dass er wirklich schon sehr lange nicht mehr gezaubert habe. "Ah!" sagte er, jetzt weiß ich wieder! Es geht so." Der Medizinmann hüpfte auf dem rechten Bein und rief dabei ganz laut: "Inga Upa Inga Upa Inga Upa Upp!" Und bei dem "Upp!" sprang er ganz feste. Alle sollten mitmachen: "Inga Upa Inga Upa Inga Upa Upp!" Da sprangen alle Rotfußindianer auf dem rechten Fuß und es staubte als würden wilde Büffel durch das Dorf laufen. "Inga Upa Inga Upa Inga Upa Upp!" "Inga Upa Inga Upa Inga Upa Upp!" Immer im Kreis herum "Inga Upa Inga Upa Inga Upa Upp!" Dann sahen alle Indianer gespannt zum Himmel. Wieder war da eine dicke Wolke. Aber - die Wolke war ganz rosa und wurde immer dicker. Sie knubbelte und wubbelte und schuggelte und duggelte. Und dann fing es an. Platsch, platsch, platsch. Aber es war wieder kein Regen. Es fielen lauter Kugeln Erdbeereis vom Himmel. Es platschte und klatschte überall und bald war das ganze Dorf rosa von Erdbeereis. Die Kinder fanden das natürlich ganz toll, aber die erwachsenen Indianer sahen den alten Medizinmann ein bisschen böse an und der rief laut "Stop!" und alle anderen Indianer riefen auch laut "Stop" und dann hörte es auf. Kein Erdbeereis fiel mehr vom Himmel. Dem alten Medizinmann war das ein bisschen peinlich. "Naja, ihr wisst schon. Ich habe wirklich schon sehr lange nicht mehr gezaubert. Aber jetzt weiß ich es ganz bestimmt. Es geht so." Der Medizinmann hüpfte auf beiden Beinen und rief dabei ganz laut: "Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Uff!" Wieder mussten alle mitmachen: "Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Uff!" Alle Indianer sprangen auf beiden Beinen, bei dem "Uff!" ganz feste, und riefen: "Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Uff!" und der ganze Boden wackelte. "Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Uff!" "Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Hipi Amma Uff!" Und wieder sahen alle Rotfußindianer zum Himmel, was wohl passieren würde und da - eine Wolke. Sie war schwarz und dick. Die Wolke knubbelte und wubbelte und schuggelte und duggelte. Und dann fing es an. Erst ein bisschen. Kleine Plitschtropfen. Dann dickere Platschtropfen. Dann riesige Pladderadatschtropfen. Und dann regnete es, als hätte jemand im Himmel alle Wasserhähne aufgedreht. Die Indianer hüpften vor Freude in den Pfützen und klopften dem Medizinmann auf die Schultern. Sie umarmten sich und lachten und auch die Pferde lachten und sprangen ganz aufgeregt durch das Dorf. Ganz schnell sammelten sie das Wasser in Töpfen, Bechern, Kannen, Eimern und Tassen auf. Aber dann regnete es noch stärker, so als würden in der Wolke Badewannen umgekippt werden oder ein Meer auslaufen. Überall im Dorf gab es kleine Seen und Bäche und die Pferde soffen, bis sie ganz dicke Bäuche hatten. Bald war das ganze Dorf eine einzige Pfütze und die ersten Tipis fingen an, wegzuschwimmen. Die Indianer sahen den Medizinmann ganz ängstlich an. Der kratzte sich wieder am Kopf und sagte "Ähm, ja, äh, vielleicht sind wir ein bisschen zu feste gesprungen." Dann riefen alle Indianer ganz laut "Stoooooop!". "Nochmal!" rief der Medizinmann und wieder riefen alle Indianer ganz laut "Stoooooop!" Da rülpste die schwarze Wolke und hörte auf zu regnen. Aber überall ringsherum war frisches Gras gewachsen und alle Rotfußindianer waren froh. Der Häuptling ging zu dem Medizinmann und bedankte sich. "Wenn du noch ein bisschen übst" sagte er, "dann könntest du vielleicht versuchen, den Frosch zurück in meine Tochter zu verzaubern."
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12.06.2006 11:52
Meine Güte, wenn ich das lese, dann wünsche ich mir, noch einmal Kind zu sein, denn dann hätte es mir noch besser gefallen, trotzdem natürlich BH.
28.03.2006 13:30
So einfach ist das, an Erdbeereis ranzukommen und den Regen zu stoppen, wer hätte das gedacht.
28.03.2006 11:50
Ach, und ich dachte schon, es würde etwas anderes aus der schwarzen Wolke kommen.... meine Fantasie ging da wohl ein wenig mit mir durch. Aber, und das ist nun ganz wichtig: Der echte Name der, von dir so benannten, Rotfußindianer lautet "Puapuagniapu" .... meine ja nur - du warst ja schon sooo nah dran....