@ L....: bzw. was man für die L.... alles macht
15.10.2005
Pro:
mehr als einen warmen Hintern danach ; - )
Kontra:
ein kalter Hintern im Vorfeld ; - )
Empfehlenswert:
Ja
 PeterPan2
Über sich:
Schon wieder Winter :-(..... Lieben Dank für die viele "Wäsche" ;-).....
Mitglied seit:30.08.2000
Erfahrungsberichte:147
Vertrauende:265
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 154 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
„Und du willst heute nacht wirklich noch bis nach Rostock gurken?“ Entsetzt und kopfschüttelnd sah mich Micha an. „Ja, hab ich ihr versprochen und außerdem freue ich mich drauf“, antwortete ich postwendend. „Das ist keine Braut wert, glaub mir“, war seine mehr oder weniger verärgerte Antwort. Herbert äußerte sich dazu überhaupt nicht (was er dachte, konnte ich mir aber denken). Er meinte nur kurz angebunden: „Aber vorher müssen wir noch das Konzert ordentlich über die Bühne bringen und hinterher hilfst du bitte noch mit abzubauen.“ „Na klar, was denkst du denn von mir.“ Damit war das Thema gegessen. Ich wartete auf unseren kurzen Auftritt und danach durfte gegen 21Uhr endlich die Diskothek ran. Obwohl das Abbauen der Technik nur eine halbe Stunde dauerte, kam es mir wie eine Ewigkeit vor. Als endlich alle Instrumente und Boxen verstaut waren, fing es zu allem Überfluss auch noch zu regnen an. Na das kann ja heiter werden, dachte ich. Ca. 300km bis Rostock mit dem Motorrad und das auch noch bei strömendem Regen. Aber Frauke wartete, das war für mich Ansporn genug. Und was macht man nicht alles, wenn man sich verliebt hat..... Micha und Herbert grinsten sich gegenseitig zu, als ich dann kurz vor 22Uhr meinen Helm aufsetzte und mit einem lauten Ratsch den Reißverschluss der Lederjacke schloss. „Macht’s gut“ verabschiedete ich mich darauf hin kurz und schmerzlos. Nur nichts anmerken lassen, dachte ich mir. Glücklicherweise sprang die Maschine nach einem kurzen, kräftigen Tritt auf den Kickstarter an, so dass ich schnell in den etwas weniger werdenden Regen aufbrechen konnte. Als ich nach einigen Kilometern die Autobahn erreichte, klarte der Himmel glücklicherweise auf, so dass ich doch die Hoffnung hegte trocken anzukommen. Es war Ende April und daher nachts noch ziemlich frisch, aber ich war ja gut eingepackt. Schließlich bin ich auch schon bei Minusgraden gefahren, das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht packe. Und nicht zu vergessen am Ende der Fahrt wartete Frauke auf mich, eine wundervoll geheinmissvolle und hübsche Frau, die ich erst vor kurzem kennen gelernt hatte. Doch die Freude über die Wetterbesserung währte nicht lange, keine 50km weiter fing es wieder an zu regnen und diesmal stärker als zuvor. Während ich so mit 100km/h (viel mehr war mit meiner alten TS150 sowieso nicht zu schaffen) die Autobahn entlang fuhr, merkte ich nach einiger Zeit wie es zuerst die Hose entlang und schließlich auch im Nacken immer feuchter und kälter wurde. „Scheißwetter“, fluchte ich lauthals. Noch nicht mal die Hälfte der Strecke war geschafft und ich war klatschnass. Kleine Rinnsale liefen mir an den Schenkeln entlang in den Schritt, andere wiederum suchten sich einen Weg vom Hals über die Schultern hinunter. Dazu kommt diese unendliche Kribbeln im Hintern, wenn so ein Einzylindermotor unter dir vibriert. Nach einer weiteren Stunde spürte ich mein Hinterteil kaum noch, aber einen echten Biker erschüttert so was nicht. Im Kopf rechnete ich noch mal die Ankunftszeit nach. Wenn alles klappt, würde ich gegen 1Uhr bei ihr sein. Versprochen hatte ich eigentlich bis Mitternacht da zu sein, aber leider hatte ich nicht gewusst, dass unserer Auftritt erst so spät sein würde. Ob sie wohl so lange warten würde? Und was wenn sie nun denken würde, dass ich unzuverlässig bin? Ich konnte sie nicht mal anrufen, da sie kein Telefon hatte (und an Handys war ja damals noch nicht zu denken). Ob ich es wagen kann, noch etwa 5km/h schneller zu fahren? Mehr war sowieso nicht drin, aber besser nicht, das würde auch nur wenige Minuten bringen, und wer weiß ob die Maschine nicht doch noch überhitzen würde. Allmählich war mir nicht nur nass und eiskalt, sondern ich bekam auch Probleme, mich zu konzentrieren. Ich stierte in die Nacht hinein, und fing beinahe schon an, die Markierungen des Mittelstreifens mitzuzählen. Plötzlich tourte der Motor ab. Das kann doch nicht wahr sein. Bitte nicht jetzt, dachte ich. Doch es kam, wie ich es in meinen schlimmsten Befürchtungen vermutet hatte. Wenn sich schon alles gegen mich verschworen hatte, ließ Murphy ein weiteres mal grüßen. Die Zündkerze hatte sich überhitzt und dann war der Kontakt abgeschmolzen. So fuhr ich rechts auf den Standstreifen und wühlte im Lichte einer Taschenlampe (die ich mit den Zähnen hielt) nach meinem Werkzeugwickel und der Ersatzzündkerze. Tja die Biker von heute mögen darüber vielleicht lachen, aber vor 20 Jahren war so was noch Pflichtprogramm ;-). Endlich fand ich das gesuchte Teil. Trotz steifgefrorener Finger und auch ansonsten inzwischen völlig durchnässtem Körper, gelang es dann auch die Zündkerze zu wechseln. Aber schon wieder war eine Viertelstunde verloren und noch immer gute 100km bis Rostock. Meine (glücklicherweise wasserdichte) Armbanduhr zeigte derweil 0:30Uhr. Sie wird ganz bestimmt sauer sein mit mir, dachte ich ganz bedrückt..... Einige Kilometer später musste ich auch noch mal tanken, aber das war schon eingeplant gewesen. Während ich noch an der Zapfsäule stand und beschloss ab jetzt nur noch max. 80-90km/h zu fahren um eine weitere Überhitzung zu vermeiden, hörte es aber wenigstens zu regnen auf. Doch das verhalf meiner Stimmung auch nicht zu neuen Höhenflügen, schließlich war ich schon nass bis in die entlegensten Körperregionen. Also dann auf zur letzten Etappe..... So etwa gegen 2Uhr nachts bog ich dann schließlich auf den Parkplatz vor dem Haus ein, in dem Frauke (noch bei ihren Eltern) wohnte. Da schoss es mir in den Kopf, dass ich ja nun unmöglich mitten in der Nacht einfach so klingeln könnte und sagen: „Hallo, ich wollte mal fix zu Frauke.“ Die Eltern kannten mich ja noch nicht mal, denn ich kam sie ja heute das erste mal besuchen. Beinahe verzweifelt stellte ich die Maschine ab und schlich anschließend zum Hauseingang. Da stand ich nun tropfend vor dem Hochhaus in Lütten Klein und suchte die Klingelschilder nach ihrem Namen ab. Doch noch ehe ich fündig wurde, rief jemand von oben fragend meinen Namen. Sie hatte wohl am Fenster gestanden und mich schon kommen sehen. Wenige Augenblicke später stand ich, nachdem ich auch noch im Fahrstuhl eine entsprechende Pfütze hinterlassen hatte, vor ihrer Wohnungstür, in welcher sie schon stand um mich zu empfangen. Nur mit einem Nachthemd bekleidet und barfuss stand sie in der Tür und umarmte mich stürmisch. Obwohl ich noch leicht zu protestieren versuchte, dass ich sie ja komplett nass machen würde, lies sie sich nicht davon abbringen.„Komm doch erst mal rein“, sagte sie mit einer ganz warmen Stimme. „Tut mir leid dass es so spät geworden ist“, antwortete ich. „Aber das macht doch nichts“, sie lächelte mich mit ihren wundervollen Augen an, so dass ich fast völlig vergaß wie kalt mir war. Rasch entledigte ich mich meiner nassen Klamotten und Frauke gab mir erst einmal ein riesiges Frotteehandtuch, in was ich mich hüllte. Nach einem heißen Tee schlüpfte ich zu ihr ins Bett und mehr als dass ich in kürzester Zeit wieder rundum warm wurde, wird hier nicht verraten.....
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
11.08.2009 16:52
ich glaub deine Motorradkluft reicht in diesem Falle nicht aus, leg mal noch was warmes oben drauf *zwinker* LG Tina
10.02.2008 21:59
100%ig mit Reizwäsche zu behängen! Oh wie gut kenne ich jeden Moment dieser Szenen. Sei es die nächtliche Fahrt im strömenden Regen, bei der dir der Weg jedes noch so kleinen Rinnsals innerhalb der ach so dickten Kleidung wie vom Magnet angezogen die unangenehmsten Stellen erreicht. Was auch immer die Liebe zu bewegen schafft, selbst wenn es eine alte Klemmzett ist. Wunderbar und romantisch beschrieben! Gruß Jörg
22.05.2007 19:51
Süüüüüüüüß! *kreisch* ;-D (So weit bin ich noch nie im Leben für einen Mann gefahren. Musste ich aber auch noch nicht. Zum Glück. :-))