Alles über Wein - Wein über alles
15.07.2001 (30.07.2001)
Pro:
Aktuelles Weinwissen, journalistisch und fotrografisch gut verpackt
Kontra:
Weinkritik scheint manchmal einseitig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Qualität des Inhalts:
Qualität der Rezepte:
Qualität der Bilder/Fotos:
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 navarro
Über sich:
Mitglied seit:02.06.2001
Erfahrungsberichte:29
Vertrauende:7
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 17 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor etwa drei Jahren hatte ich diese "Zeitschrift für Weinkultur, Reisen und Gastronomie", wie sie sich im Untertitel nennt, das erste Mal in der Hand. DM 15.-, ...ein stolzer Preis ,dachte ich,.... aber ansprechend aufgemacht ....also... gekauft.Eine prima Idee fand ich, daß man alte Ausgaben zum Flohmarktpreisvon DM 5.- nachbestellen konnte, was ich ausgiebig tat. So gelang es mir, in kurzer Zeit ein Bild über die 2-Monats-Zeitschrift zu bekommen, das so gut war, daß ich sie bis heute abonniert habe. Mit der Ausgabe April/Mai 01 kam die 100. Ausgabe auf den Markt: ein Zeichen, daß sich "Alles Über Wein" etabliert hat.Was soll nun ein Weinmagazin "r`überbringen ", damit es den weintrinkenden Leser, bzw. den lesenden Weintrinker ansprechen soll? Idealerweise spricht es ihn an den Stellen an, an denen er als Weintrinker sensibel ist:· Weintrinken hat etwas mit Tradition, aber auch mit lifestyle zu tun, · Weintrinken ist Genuß und Traum von noch höheren Genüssen, · Weintrinken ist bewertenden, (schmeckt er oder schmeckt er nicht?), · Weintrinken ist mit dem täglichen "Viertele" alltäglich und mit dem Spitzenprodukt exklusiv, · Wein trinken ist provinziel und weltweit, · Weintrinken ist Wissen und Emotion. Diesem hohen Anspruch entspricht °Alles über Wein" auf seinen 165 Seiten je Ausgabe oder man könnte sagen, die Mischung stimmt.Zu den Einzelheiten: Titelseite, layout: Klare Gliederung, den Titel ziert meist einen/e promineten WeintrinkerIn , die "headlines" sprechen für sich am unteren Rand der Seite und sind nicht ins Titelbild hineingequetschtRubriken: Länder: Alle weinbautreibenden Länder der Welt werden dargestellt, mit der gleichen Qualität auch alle deutschen Regionen ,sodaß dem regelmäßigen Leser zu einem regionalen und weltweiten Weinwissen verholfen wird.Weinwissen: In dieser Rubrik wird "Eingemachtes " verraten, z.B. Hintergründe über die" Dosage" bei der Sektherstellung oder die Geschichte der "Oenologie" erklärt. Artikel über Korken, Korkenzieher, den Einfluß des Glases auf die Empfindungen des Weinktrinkers lese ich wohl am liebsten.Hier wird Weinwissen weitergegben , das sonst nur exklusiv den Fachleuten zur Verfügung steht, hier kann man quasi etwas an dem "Herrschaftswissen der Großen" knabbern !! Unter dieser Rubrik sehe ich auch die zwei Seiten "cuvee" also "Vermischtes": Neueste Trends, Untersuchungen, Statistiken, Marketingumfragen halten den Leser absulut auf dem Laufenden über den weltweiten Weinmarkt.Gastlichkeit: Zum Weintrinken gehört natürlich das Essen. Neben konkreten Präsentationen gehoberner Gastronomie wird z. B.der neue Michelin mit Blick auf die Weinkarten vorgestellt oder Restaurants mit den größtern Weinkarten der Welt. ( Ich konnte mir z.B. bisher nicht vorstellen, daß es Weinkarten mit mehreren hundert Posten gibt.) Service: Weine in originellen Flaschen, mit besonderen Etiketten oder sonstige Raritäten werden mit Bezugsquellen vorgestellt, Weinseminare und Weinproben mit Weinpromineten ausgeschrieben. Klar, daß soche "Events" nicht billig sein können, aber eine halbtägige Weinprobe mit Johann Lavers und weiterne illustren Fachleuten für DM 680.- muß für einen Normalsterblichen wie mich unerschwinglich bleiben.Kleinere Rubriken widmen sich Themen wie "Wein und Gesundheit", "ökologischer Weinbau", Rätsel und Leserbriefe. Auffallend ist, daß es meist nicht viele Leserbriefe sind, diese aber oft sehr fachkundig geschrieben sind, was auf eine intensive Auseinandersetzungen mit den angesprochenen Themen hinweist. Soweit zu den positiven Bemerkungen. Kritisch äußere ich mich zur Rubrik "Die Weinkritik": . Seit ich die Zeitschrift lese , werden die Kritiken von den gleichen Weinjournalisten Diel und Payne geschrieben Als Kenner badischer Weine fiel mir auf, daß über die drei Jahre, die ich verfolgen kann,immer die gleichen Weingüter die höchsten Bewertungen erhalten. Dann fiel mir eines Tages auf, daß diese Weingüter alle im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) organisiert sind. Logisch haben die Weingüter ein sehr hohes Niveau, da sie sich den Qualitätsvorgaben dieses Verbandes stellen. Ich kenne aber selbst Weingüter, die sich als Unternehmenr verstehen, welche ihre Qualitätsstandarts selbst definieren wollen und sich nicht in einen Verband einbinden lassen wollen. Weingüter mit höchsten Qualitäten, die aber nicht "entdeckt " werden. Wie ich gelesen habe, hat Herr Diel ein eignes Weingut. Ob sich dies mit der Rolle eines objektiv-kritischen Weinjournalisten vertragen kann? Keine Rolle spielen in den Bewertungen die Winzergenossenschfaten. Kenner der deutschen Weinszene wissen, welche Qualitätssprünge die Genossenschaften in den letzen Jahren vollbracht haben. Erst im Jahre 2001 kommt nun eine mehrteilige Reportage über Winzergenossenschaften in "Alles über Wein", offensichtlich hat man jetzt diesen, z.B. in Baden bedeutenden Teil der Weinwirtschaft endlich entdeckt. Fazit: "Alles über Wein " ist ein Weinmagazin, das Spaß macht beim Lesen, über Hintergründe und Trends laufend informiert, kleine Regionen auch in Deutschland so wichtig nimmt, wie Weine , der großen weiten Welt. Ich fühle mich gut informiert, die Weinkritik nehme ich nicht ganz so ernst und verlasse mich lieber auf mich selber.
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24.08.2001 22:34
Du schreibst sehr gut und informativ. Viele Grüße Marion
29.07.2001 00:15
Hallo navarro, klasse Bericht! Besonders gut hat mir die Aussage gefallen, daß man sich letztendlich auf seinen eigenen Geschmack verlassen sollte. Mein Mann und ich führen nebenher einen kleinen Weinhandel. Wir sind auch Leser von "Alles über Wein", und ich kann dir in allen Punkten eigentlich nur zustimmen. Die Problematik wegen Diel/Payne ist uns auch bekannt und ist, wie ich finde, der einzige Wermutstropfen an dieser Zeitschrift. Grüßle, Micha